Bol.de - Schulbücher Testbericht

Erfahrungsbericht von magnifico

Einziger Vorteil: Webmiles

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Den einzigen Vorsprung, den bol.de gegenüber anderen Online-Anbietern hat, ist die Tatsache der Vergütung einer Bestellung mit webmiles, durch die man immerhin 3% seines Bestellwertes auf eine Sachprämie anrechnen lassen kann. Ansonsten "glänzt" der Anbieter meinen Erfahrungen nach mit schlechten Datenaktualisierungen, inkompetentem Hotline-Personal und einer Vorgehensweise gegenüber Neukunden, die es wirklich nicht leicht macht, ruhig zu bleiben. Daß die Bezahlung via Rechnung erfolgen kann, ist sicherlich für manche ein Grund, bei bol.de zu bestellen - ein Pluspunkt ist es in meinen Augen nicht!

Aufmerksam geworden bin ich eben durch das Angebot bei www.webmiles.de, daß Bücherbestellungen bei bol.de mit webmiles, 1 Euro = 1 webmile, vergütet werden. Nach der Registrierung bestellte ich sodann auch munter darauf los, in der Annahme, daß die angegebenen Lieferzeiten - namentlich "heute versandfertig" - auch entsprechend eingehalten werden würden. Und ausgerechnet die beiden Bücher, es handelt sich um zwei Gesetzessammlungen, die ich dringend benötigte und deshalb auch sehr erfreut am 1. März 2001 um 10:48 bestellte, sind bis heute, 8. März 2001, nicht bei mir eingetroffen - und beide waren eben mit "heute versandfertig" signiert. Zwei Tage (!) nach meiner Bestellung erhielt ich eine Email, daß das eine Buch bereits seit längerem (!!) nicht lieferbar sei, das andere jedoch in den nächsten Tagen (!!!) ausgeliefert werden würde! Soweit die ersten Erfahrungen - zu diesem Zeitpunkt wollte ich noch nicht von einem, obgleich schon ziemlich dreisten, Einzelfall auf das Ganze schließen!

Weitere Bestellungen erfolgten, wobei hier netterweise die Suchmaschine, die ja nunmal wichtig ist, alles andere als hilfreich war. Selbst über die genaue Angabe von ISBN, Titel, Autor und/oder Verlag kam immer nur "Kein Treffer". Erst nach mühsamen Durchforsten der Rubriken und Teilkategorien war eine Auswahl der gewünschten Bücher möglich. Dennoch ergaben sich unter der Woche und am Wochenende mehrere Bestellungen - mit einer schicksalsschweren Gesamtbestellsume von 335,- €. Soweit ich die AGB und anderweitigen Hinweise gelesen hatte, gab es ja auch keine Beschränkung der Bestellsumme. Nichtsdestotrotz erhielt ich am Montag, den 5. März 2001, abends eine Mail, daß meine laufenden Bestellungen angehalten worden seien, da mein offenes Rechnungskonto über 250,- € erreicht hätte und bol.de in diesem Fall jede weitere Bearbeitung von dennoch gerne angenommenen Aufträgen unterbindet! Spitze, denn die beiden Bücher, die noch aus der "ungesperrten" Zeit mich erreicht haben - die beiden oben angeführten Gesetzeswerke mit einem Wert von 80,- € waren selbstverständlich mit in den 335,- € enthalten - hatten einen Gesamtwert von 40,- €. Weitere Bücher kamen infolge der Sperre nicht, gleichzeitig konnte und wollte ich aber auch nur die Rechnungen begleichen, bei denen ich die entsprechende Ware erhalten hatte.

Also folgte ein Anruf bei bol.de - natürlich nur mit 01805-Nummer zu erreichen. Und prompt begann das Chaos. Eine verschlafene Telephonistin meldete sich nach drei Minuten Warteschleife - es war 17:30 Uhr, die Hotline läuft angeblich von 8-24 Uhr! Nach der Nennung einer Auftragsnummer und meine Problems ein kurzes Schweigen und dann - wieso wunderte ich mich überhaupt - die Frage "Und was soll ich da machen???" Mühsam mit meinem steigenden Adrenalinspiegel kämpfend, der insbesondere beim Blick auf den Gebührenzähler nicht so richtig sinken wollte, erläuterte ich, daß ich mich einerseits außerstande sehe, ohne Rechnungen offene Rechnungsbeträge zu begleichen, andererseits aber auch die Bücher benötigte und insoweit um eine Freigabe der Bestellungen ersuche. Kurzes Schweigen, wieder eine Einheit mehr, dann endlich die greifbare Lösung: "Wenn Sie ein Unternehmen haben, können wir das gleich machen, kein Problem."

Ein Unternehmen - klar, ThyssenKrupp, Siemens und VW hören nur auf mein Kommando und auch IBM und Intel sind nur dazu da, mich zu unterhalten!!! Nein, ein Unternehmen stünde mir nicht zur Verfügung, ich sei, wie ja auch bei der Registrierung angegeben, "nur" Student! "Ich sach mal, da kann ich auch nichts machen ... warten Sie doch die nächsten Lieferungen ab!" Soweit die Antwort, die auch gleich zum nächsten Problem, der säumigen Gesetzessammlung, mittels derer die offenen Rechnungen immerhin unter 250,- € gebracht werden könnten, überleitete. Nun doch schon etwas vehementer wollte ich in Erfahrung bringen, wann denn nun endlich das, seit gut sechs Tagen versandfertige Buch auch wirklich versendet werden würde. Kaum ausgeredet, ein kurzes Moment, erklang für die nächsten vier Minuten eine nicht ganz billige Melodie - noch war es ja mein Anruf, der da die Leitung belegte. Dann endlich die Kundenberaterin: "Ich sach mal, da weiß ich auch nich, der müßte aber übermorgen (!!!) rausgehen, genaueres kann ich Ihnen da aber auch nich sachen!" Toll! Wirklich toll! Zuletzt noch die Frage, was der Zusatz "zur Fortsetzung" im Titel des Werkes zu suchen habe. Schweigen. Schweigen. Schweigen. "Ich sach mal, schauen Sie doch mal auf unserer Homepage unter weitere Informationen." Dort auch nicht mehr als vorher. "Mehr seh ich auch nich, ich sach mal, dann gibt's da auch nich mehr!" Nun gut, bevor ich ausfällig werde und neben den mittlerweile zweistelligen Gebühren auch noch Anzeigen wegen schweren Beleidigungen und Morddrohungen zu befürchten habe, auflegen, durchatmen und hoffen, daß ich gleich wach werde!!!

Scherz bei Seite, begeistert war ich allemal nicht von dem Verlauf meiner bisherigen Mitgliedschaft bei bol.de! Und auch in Zukunft werde ich wohl eher, sofern es sich nicht um reine Freizeitkäufe in Sachen Belletristik handelt, bol.de besser meiden, denn Hilfe oder Service ist dort nicht zu erwarten!

20 Bewertungen, 1 Kommentar

  • monkey

    17.02.2002, 15:41 Uhr von monkey
    Bewertung: sehr hilfreich

    Man liest sich :o)