DAB Bank Testbericht
Erfahrungsbericht von LosGatos
Mein Zweit-Broker
Pro:
keine Kontoführungsgebühren
Kontra:
schlechte Online-Performance, schlechter Kunden-Service
Empfehlung:
Nein
WER IST DIE DIREKT-ANLAGE-BANK ?
Die Direkt-Anlage-Bank (auch kurz Diraba oder DAB genannt) ist ein sogenannter Discount-Broker. Sie ist auf Wertpapierhandel spezialisiert, hat keine Filialen wie Geschäftsbanken oder Sparkassen und kann somit günstigere Konditionen anbieten. Andere Großbanken wie die Deutsche Bank (Bank24) oder Commerzbank (Comdirect) haben Discount-Broker als Tochtergesellschaften.Die DAB gehört zur Hypovereinsbank. Sie ist selbst Aktiengesellschaft.
Die DAB wurde 1994 gegründet und hat ihren Sitz in München.
Die DAB versteht sich selbst als "Full Service Discount Broker". Die DAB bietet keine Anlageberatung. Ihr erklärtes Ziel ist es jedoch, den Kunden selbst in die Lage zu versetzen, seine Anlageentscheidungen selbständig treffen zu können.
WIE / WARUM KAM ICH ZUR DIREKT-ANLAGE-BANK ?
Ich hatte, als ich begann in Aktien zu investieren (Mitte der 80er) zunächst ein Depot bei meiner Hausbank. Später verlagerte ich (LosGatos) meine Aktivitäten mehr und mehr auf einen sogenannten Discount-Broker, in meinem Fall Comdirect, da dort die Gebühren um ca. 50% niedriger lagen.
Zu Zeiten der Goldgräberstimmung am Neuen Markt, also Ende 1999 / Anfang 2000 verging kaum ein Tag, an dem nicht ein oder mehrere Unternehmen an die Börse gingen. Es ging um die begehrten Neuemissionen, die ja oft bereits am Ausgabetag eine wundersame Geldvermehrung bedeuteten. Während eine Verdoppelung des Einsatzes keine Seltenheit war, war die Wahrscheinlichkeit eines Verlustes sehr gering. Also hieß das für mich, fast alles zeichnen, was angeboten wurde. Nun bin ich nicht allein auf der Welt und so wie ich dachten damals viele. Das hatte zur Folge, dass Neuemissionen stets hoch überzeichnet waren (in der Größenordnung von 50), sodass die Zuteilung für den Privatanleger zum Glücksspiel mutierte. Ich bekam pro 20 Zeichnungen vielleicht mal eine Zuteilung.
Deshalb entschloss ich mich im März 2000, ein zusätzliches Depot zu eröffnen, um durch parallele Zeichnungsaufträge meine Chancen zu erhöhen. Ich studierte die Konditionen der DAB. Diese warb damals gerade mit NULL Kontoführungsgebühren, was sie von anderen Anbietern abhob.
Deshalb druckte ich (LosGatos) von der Website einen Antrag auf Depot-Eröffnung aus. Nach ca. 2-3 Wochen war es eingerichtet. Dazu war es notwendig, mich über ein Postamt bei der DAB zu identifizieren.
Zu dieser Zeit war der Höhepunkt des Börsenbooms jedoch gerade überschritten und es ging langsam bergab (wenngleich wir von heutigen Tiefstständen noch weit entfernt waren). Aber meine Börseneuphorie war auch schon etwas gebremst, so dass ich gar nicht mehr so häufig Neuemissionen zeichnete. Mit anderen Worten, mein Depot bei der DAB blieb langezeit leer. Aber da ja keine Depotgebühren anfielen, kostete mich das nichts.
Wahrscheinlich war ich damals nicht der einzige, der so gehandelt hat. Jedenfalls überlegte sich die DAB Aktionen, wie sie ihre Kunden zum Depotauffüllen bewegen konnte. U.a. mit 1000 Webmiles, wenn bis zu einem bestimmten Termin (31.8.2000) der Depotwert wenigstens 10.000DM betrug. Um das zu erleichtern, wurde auch bis zu einem Höchstbetrag von 150DM Kosten erstattet, um Aktien von anderen Depots zur DAB zu transferieren. Somit löste ich das relativ teure Depot bei meiner Hausbank mehr oder weniger auf und schichtete etwas um. Die 1000 Webmiles habe ich tatsächlich bekommen.
WIE KANN ICH BEI DER DAB AKTIEN HANDELN ?
Aktien können per Internet (Online-Banking) oder per Telefon über eine Hotline gehandelt werden (Kauf / Verkauf). Die Preise für Telefon-Banking (Transaktionsgebühren) sind allerdings um einiges höher als per Internet (s.u.). Ich selbst nutze ausschließlich das Online-Banking.
WEBSITE
Die DAB erreicht man über die Website: www.diraba.de.
Damit hat man Zugriff auf Depot, Informationen oder Chats.
Informationen:
In der Mitte der Homepage sind die Indizes DAX, Nemax, DowJones und NASDAQ aktuell angezeigt (graphisch und numerisch). Natürlich kann man sich über einzelne Aktienkurse gezielt informieren. Neben dem echten Depot kann man sich sogenannte Musterdepots und Watchlists einrichten. Ein Preisrechner kann als Taschenrechner herangezogen werden, bevor es ans Ordern geht.
Depot:
Zum Login ins Depot benötigt man Depotnummer und 2 Passwörter. Für das Trading wurden die üblichen TANs abgeschafft. Stattdessen muss man ein weiteres Passwort (Traderpasswort) eingeben. Damit wurde die Sicherheit etwas reduziert. Während eine TAN nur für eine einzige Transaktion Gültigkeit hat (ein Mitlesen würde einem Hacker nichts bringen), ist das Traderpasswort „wiederverwendbar". Es wird deshalb empfohlen, es möglichst häufig zu ändern, tut man das nicht, wird es einem periodisch nahegelegt.
Online-User haben auch die Möglichkeit zum Börsen-Chat.
Über die Website kann man auch einen DAB-Newsletter bestellen.
MOBILER USER
Der mobile User hat mehrere Möglichkeiten:
SMS:
Man kann sich wie gesagt ein Musterdepot / Watchlist einrichten. Dann kann man sich über die Website für den SMS-Service kostenlos anmelden. Damit kann man per Handy auf Musterdepot/Watchlist zugreifen, ohne den teuren WAP-Service nutzen zu müssen. Dazu wählt man vom Handy eine gebührenfreie 0800-Nummer, lässt 2mal klingeln und legt auf. Darauf wird per SMS Musterdepot/Watchlist zugeschickt (dabei sind bis zu 3 Musterdepots und 3 Watchlists möglich). Pro Monat sind bis zu 5 SMS kostenlos. Danach kostet eine Kurznachricht 9 Eurocent.
WAP: Per WAP ist aktives Trading vom Handy möglich.
PDA (z.B. Palm):
Wer einen PDA hat kann sich neben Musterdepots/Watchlists auch Charts und News zukommen lassen.
ONLINE PERFORMANCE
Die Geschwindigkeit des Online-Systems ist oft extrem niedrig, sodass einfache Transaktionen oft eine Viertelstunde und länger dauern. So habe ich bei meinem PC während des des Online-Bankings Übertragungsraten von 2byte/s beobachten können. Schließlich bin ich darauf gekommen, dass mein PC den empfohlenen Systemanforderungen der DAB nicht entspricht (300Mhz, 64kB RAM). Ich habe es dann von meinem schnellen Büro PC probiert. Da ging es dann zwar schneller, aber immer noch langsam. In jedem Fall ist die Online-Performance bei ein und demselben PC schlechter als bei anderen von mir benutzten Online-Zugängen (z.B. Comdirect).
PREISE
Ein wesentlicher Vorteil bei der DAB ist, dass tatsächlich keine Depot- und Kontogebühren anfallen. Orderpost kann auf dem herkömmlichen Postweg verschickt werden. Dann fällt pro Monat ein Versandpauschale von 0.75 EURO an, unabhängig davon, wieviel Orderpost man bekommen hat. Das ist zwar eine versteckte Depotgebühr. Diese kann jedoch vermieden werden, wenn man sich für den elektronischen Versandweg entscheidet (online änderbar). Dann landet die Orderpost in einem elektronischen Postfach innerhalb des Online-Depots, sodass man diese Post dann abspeichern und/oder ausdrucken kann.
Die Transaktionsgebühren wurden im Oktober 2001 neu geregelt, zu Ungunsten von Kleinanlegern. Dazu wurden 3 User-Klassen gemäß ihrer Aktivität definiert: Classic (bis 6 Transaktionen pro Quartal), Active (mehr als 6 Transaktionen pro Quartal) und Elite (Depotbestand > 500.000 EUR). Die Transaktionsgebühren hängen dann von der User-Klasse ab.
Der Basispreis pro Online-Order beträgt 7.95EUR (Bei Telefon-Banking oder schriftlicher Order 17.95 EUR !). Dazu kommen 0,25% des Ordervolumens (mindestens 5 EUR bei Classic).
Beispiel: Eine Order über 3000 EUR kostet online 7.95EUR + 3000 EUR * 0,25% = 15,45EUR. Per Telefon fallen 25,45 EUR an.
Für das Zeichnen von Neuemissionen fallen online keine Kosten an, bei telefonischer Zeichnung werden 5 EURO berechnet. Bei Zuteilung gelten die gleichen Kosten wie bei Kauf/Verkauf.
ES GIBT WEBMILES
Pro Transaktion (Aktien- Kauf/Verkauf) gibt es 10 Webmiles (umgerechnet 60 Pfennig), was die Transaktionskosten noch einmal gegenüber dem Telefon-Banking reduziert. Die Webmiles werden jedoch nicht sofort, sondern mit 1-2 Monaten Verzug gutgeschrieben. Dazu muss man in der DAB community seinen Webmiles-User-Namen in ein Profil eintragen.
Kürzlich habe ich auf einer Verbraucherplattform von der interessanten Möglichkeit erfahren, Webmiles gegen DAB-Aktien einzutauschen. Die Zahl der notwendigen Webmiles hängt dabei jeweils vom aktuellen Aktienkurs ab. Allerdings sind dann die Aktien bei Webmiles, wie allgemein bei Webmiles üblich, um ca. 30% teurer als an der Börse. Ich habe von dieser Möglichkeit bislang noch nicht Gebrauch gemacht, weil das Angebot nur sporadisch besteht und dabei immer nur ein kleines Kontingent an Aktien zur Verfügung steht. Auch wenn das Angebot überteuert ist, finde ich es interessant, denn was kann man sonst schon Sinnvolles mit den Webmiles anfangen (siehe dazu auch meinen Bericht über Webmiles „Alles TEURO oder was?“). Das Angebot kann nur derjenige wahrnehmen, der eine Depot bei der DAB hat.
PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN
Natürlich habe ich schon einige Transaktionen getätigt und auch die entsprechenden Webmiles erhalten.
Weniger gut ist die Bearbeitungszeit bei Zahlungen. So dauert die Einbuchung von Überweisungen 2-3 Tage länger als bei anderen Banken. Wenn also ein Aktienkauf geplant ist, muss man da schon einige Tage (bis zu einer Woche) im voraus disponieren.
Ebenso dauern Einbuchungen von Wertpapieren, z.B. bei Depotüberträgen oder Belegschaftsaktien ewig.
Sehr negative Erfahrungen habe ich kürzlich gemacht. Da ich (LosGatos) in einer Aktiengesellschaft beschäftigt bin, habe ich jährlich die Möglichkeit, Belegschaftsaktien zu günstigen Konditionen zu kaufen. Diese werden dann von meiner Firma über die Deutsche Bank an die Depotbanken der Mitarbeiter verteilt. Während meine Kollegen ihre Aktien schon längst erhalten hatten, ließ man sich bei der DAB mit der Einbuchung extrem viel Zeit. Langsam trudelten die Aktien nach und nach auf meinem Depot ein. Da Belegschaftsaktien wegen der Vorteile aber häufig mit einer gesetzlichen (mittlerweile ist diese Art von Sperre entfallen) oder von der Firma veranlassten Sperrfrist versehen sind (einige Jahre müssen sie gehalten werden), ist das zunächst einmal nicht so schlimm, wenn die Aktien ein paar Wochen später eingebucht werden. Allerdings fehlten einige Aktien. Dann kamen wieder welche hinzu, plötzlich verschwanden sie wieder still und leise aus dem Depot. Der korrekte Stand wollte sich aber nicht einstellen. Die versendete elektronische Post war mit dem Depotinhalt auch nicht synchronisiert. Schließlich wandte ich mich schriftlich an die DAB, einerseits mit der Bitte um Korrektur, andererseits mit dem Hinweis, dass Sperrfristen bei Belegschaftsaktien im Depot ersichtlich sein müssen (bei anderen Banken ist das auch so). Folge war weitere „Unruhe" in meinem Depot, man werkelte offensichtlich darin herum, ohne dass der korrekte Stand erreicht wurde. Eine Antwort auf mein Schreiben erhielt ich nicht. Also schrieb ich einen zweiten Brief mit der Bitte um Korrektur und Antwort. Letztere bekam ich auch, mit dem Hinweis, dass erstens der Fehler behoben sei und dass zweitens die Sperrvermerke intern vorhanden, aber von außen nicht sichtbar seien. Letzteres ist völlig kundenunfreundlich. Schließlich will der Kunde ja sehen, wann er die Aktien verkaufen darf. Folglich benötige ich zusätzlich eine private Buchführung. Tatsache war jedoch, dass mein Aktienbestand im Depot immer noch nicht korrigiert wurde. Schließlich schrieb ich ein drittes Mal, diese Mal mit gesetzter Frist und dem Hinweis, dass ich die Angelegenheit meinem Anwalt übergeben würde, falls die Frist ohne brauchbares Ergebnis abläuft. Das hat offenbar geholfen. Jedenfalls stimmt der Depotbestand nun. Nach ca. 4 Monaten Hickhack ! Außerdem sind mir dabei ja Kosten entstanden durch Arbeitsaufwand, Internetgebühren für ständiges Depotüberprüfen und Briefporto. Schließlich hat diese Angelegenheit mein Vertrauen in die DAB doch arg strapaziert, sodass man nicht gerade vom Beginn einer langen Freundschaft reden kann.
FAZIT
Die DAB ist sicher attraktiv aufgrund der Preisstruktur (keine Depotgebühren, niedrige Transaktionskosten, Rabatt durch Webmiles). Solch ein Kostenvorteil kann natürlich, wie geschildert, durch fehlerhafte Depotführung und mangelhaften Service wieder kompensiert werden. Außerdem erfordert der Aufbau der Website viel Geduld. Eine Empfehlung für die DAB kann ich deshalb nicht geben.
Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 7.11.2001 (veröffentlicht bei CIAO, eComments, Dooyoo, YOPI)
Die Direkt-Anlage-Bank (auch kurz Diraba oder DAB genannt) ist ein sogenannter Discount-Broker. Sie ist auf Wertpapierhandel spezialisiert, hat keine Filialen wie Geschäftsbanken oder Sparkassen und kann somit günstigere Konditionen anbieten. Andere Großbanken wie die Deutsche Bank (Bank24) oder Commerzbank (Comdirect) haben Discount-Broker als Tochtergesellschaften.Die DAB gehört zur Hypovereinsbank. Sie ist selbst Aktiengesellschaft.
Die DAB wurde 1994 gegründet und hat ihren Sitz in München.
Die DAB versteht sich selbst als "Full Service Discount Broker". Die DAB bietet keine Anlageberatung. Ihr erklärtes Ziel ist es jedoch, den Kunden selbst in die Lage zu versetzen, seine Anlageentscheidungen selbständig treffen zu können.
WIE / WARUM KAM ICH ZUR DIREKT-ANLAGE-BANK ?
Ich hatte, als ich begann in Aktien zu investieren (Mitte der 80er) zunächst ein Depot bei meiner Hausbank. Später verlagerte ich (LosGatos) meine Aktivitäten mehr und mehr auf einen sogenannten Discount-Broker, in meinem Fall Comdirect, da dort die Gebühren um ca. 50% niedriger lagen.
Zu Zeiten der Goldgräberstimmung am Neuen Markt, also Ende 1999 / Anfang 2000 verging kaum ein Tag, an dem nicht ein oder mehrere Unternehmen an die Börse gingen. Es ging um die begehrten Neuemissionen, die ja oft bereits am Ausgabetag eine wundersame Geldvermehrung bedeuteten. Während eine Verdoppelung des Einsatzes keine Seltenheit war, war die Wahrscheinlichkeit eines Verlustes sehr gering. Also hieß das für mich, fast alles zeichnen, was angeboten wurde. Nun bin ich nicht allein auf der Welt und so wie ich dachten damals viele. Das hatte zur Folge, dass Neuemissionen stets hoch überzeichnet waren (in der Größenordnung von 50), sodass die Zuteilung für den Privatanleger zum Glücksspiel mutierte. Ich bekam pro 20 Zeichnungen vielleicht mal eine Zuteilung.
Deshalb entschloss ich mich im März 2000, ein zusätzliches Depot zu eröffnen, um durch parallele Zeichnungsaufträge meine Chancen zu erhöhen. Ich studierte die Konditionen der DAB. Diese warb damals gerade mit NULL Kontoführungsgebühren, was sie von anderen Anbietern abhob.
Deshalb druckte ich (LosGatos) von der Website einen Antrag auf Depot-Eröffnung aus. Nach ca. 2-3 Wochen war es eingerichtet. Dazu war es notwendig, mich über ein Postamt bei der DAB zu identifizieren.
Zu dieser Zeit war der Höhepunkt des Börsenbooms jedoch gerade überschritten und es ging langsam bergab (wenngleich wir von heutigen Tiefstständen noch weit entfernt waren). Aber meine Börseneuphorie war auch schon etwas gebremst, so dass ich gar nicht mehr so häufig Neuemissionen zeichnete. Mit anderen Worten, mein Depot bei der DAB blieb langezeit leer. Aber da ja keine Depotgebühren anfielen, kostete mich das nichts.
Wahrscheinlich war ich damals nicht der einzige, der so gehandelt hat. Jedenfalls überlegte sich die DAB Aktionen, wie sie ihre Kunden zum Depotauffüllen bewegen konnte. U.a. mit 1000 Webmiles, wenn bis zu einem bestimmten Termin (31.8.2000) der Depotwert wenigstens 10.000DM betrug. Um das zu erleichtern, wurde auch bis zu einem Höchstbetrag von 150DM Kosten erstattet, um Aktien von anderen Depots zur DAB zu transferieren. Somit löste ich das relativ teure Depot bei meiner Hausbank mehr oder weniger auf und schichtete etwas um. Die 1000 Webmiles habe ich tatsächlich bekommen.
WIE KANN ICH BEI DER DAB AKTIEN HANDELN ?
Aktien können per Internet (Online-Banking) oder per Telefon über eine Hotline gehandelt werden (Kauf / Verkauf). Die Preise für Telefon-Banking (Transaktionsgebühren) sind allerdings um einiges höher als per Internet (s.u.). Ich selbst nutze ausschließlich das Online-Banking.
WEBSITE
Die DAB erreicht man über die Website: www.diraba.de.
Damit hat man Zugriff auf Depot, Informationen oder Chats.
Informationen:
In der Mitte der Homepage sind die Indizes DAX, Nemax, DowJones und NASDAQ aktuell angezeigt (graphisch und numerisch). Natürlich kann man sich über einzelne Aktienkurse gezielt informieren. Neben dem echten Depot kann man sich sogenannte Musterdepots und Watchlists einrichten. Ein Preisrechner kann als Taschenrechner herangezogen werden, bevor es ans Ordern geht.
Depot:
Zum Login ins Depot benötigt man Depotnummer und 2 Passwörter. Für das Trading wurden die üblichen TANs abgeschafft. Stattdessen muss man ein weiteres Passwort (Traderpasswort) eingeben. Damit wurde die Sicherheit etwas reduziert. Während eine TAN nur für eine einzige Transaktion Gültigkeit hat (ein Mitlesen würde einem Hacker nichts bringen), ist das Traderpasswort „wiederverwendbar". Es wird deshalb empfohlen, es möglichst häufig zu ändern, tut man das nicht, wird es einem periodisch nahegelegt.
Online-User haben auch die Möglichkeit zum Börsen-Chat.
Über die Website kann man auch einen DAB-Newsletter bestellen.
MOBILER USER
Der mobile User hat mehrere Möglichkeiten:
SMS:
Man kann sich wie gesagt ein Musterdepot / Watchlist einrichten. Dann kann man sich über die Website für den SMS-Service kostenlos anmelden. Damit kann man per Handy auf Musterdepot/Watchlist zugreifen, ohne den teuren WAP-Service nutzen zu müssen. Dazu wählt man vom Handy eine gebührenfreie 0800-Nummer, lässt 2mal klingeln und legt auf. Darauf wird per SMS Musterdepot/Watchlist zugeschickt (dabei sind bis zu 3 Musterdepots und 3 Watchlists möglich). Pro Monat sind bis zu 5 SMS kostenlos. Danach kostet eine Kurznachricht 9 Eurocent.
WAP: Per WAP ist aktives Trading vom Handy möglich.
PDA (z.B. Palm):
Wer einen PDA hat kann sich neben Musterdepots/Watchlists auch Charts und News zukommen lassen.
ONLINE PERFORMANCE
Die Geschwindigkeit des Online-Systems ist oft extrem niedrig, sodass einfache Transaktionen oft eine Viertelstunde und länger dauern. So habe ich bei meinem PC während des des Online-Bankings Übertragungsraten von 2byte/s beobachten können. Schließlich bin ich darauf gekommen, dass mein PC den empfohlenen Systemanforderungen der DAB nicht entspricht (300Mhz, 64kB RAM). Ich habe es dann von meinem schnellen Büro PC probiert. Da ging es dann zwar schneller, aber immer noch langsam. In jedem Fall ist die Online-Performance bei ein und demselben PC schlechter als bei anderen von mir benutzten Online-Zugängen (z.B. Comdirect).
PREISE
Ein wesentlicher Vorteil bei der DAB ist, dass tatsächlich keine Depot- und Kontogebühren anfallen. Orderpost kann auf dem herkömmlichen Postweg verschickt werden. Dann fällt pro Monat ein Versandpauschale von 0.75 EURO an, unabhängig davon, wieviel Orderpost man bekommen hat. Das ist zwar eine versteckte Depotgebühr. Diese kann jedoch vermieden werden, wenn man sich für den elektronischen Versandweg entscheidet (online änderbar). Dann landet die Orderpost in einem elektronischen Postfach innerhalb des Online-Depots, sodass man diese Post dann abspeichern und/oder ausdrucken kann.
Die Transaktionsgebühren wurden im Oktober 2001 neu geregelt, zu Ungunsten von Kleinanlegern. Dazu wurden 3 User-Klassen gemäß ihrer Aktivität definiert: Classic (bis 6 Transaktionen pro Quartal), Active (mehr als 6 Transaktionen pro Quartal) und Elite (Depotbestand > 500.000 EUR). Die Transaktionsgebühren hängen dann von der User-Klasse ab.
Der Basispreis pro Online-Order beträgt 7.95EUR (Bei Telefon-Banking oder schriftlicher Order 17.95 EUR !). Dazu kommen 0,25% des Ordervolumens (mindestens 5 EUR bei Classic).
Beispiel: Eine Order über 3000 EUR kostet online 7.95EUR + 3000 EUR * 0,25% = 15,45EUR. Per Telefon fallen 25,45 EUR an.
Für das Zeichnen von Neuemissionen fallen online keine Kosten an, bei telefonischer Zeichnung werden 5 EURO berechnet. Bei Zuteilung gelten die gleichen Kosten wie bei Kauf/Verkauf.
ES GIBT WEBMILES
Pro Transaktion (Aktien- Kauf/Verkauf) gibt es 10 Webmiles (umgerechnet 60 Pfennig), was die Transaktionskosten noch einmal gegenüber dem Telefon-Banking reduziert. Die Webmiles werden jedoch nicht sofort, sondern mit 1-2 Monaten Verzug gutgeschrieben. Dazu muss man in der DAB community seinen Webmiles-User-Namen in ein Profil eintragen.
Kürzlich habe ich auf einer Verbraucherplattform von der interessanten Möglichkeit erfahren, Webmiles gegen DAB-Aktien einzutauschen. Die Zahl der notwendigen Webmiles hängt dabei jeweils vom aktuellen Aktienkurs ab. Allerdings sind dann die Aktien bei Webmiles, wie allgemein bei Webmiles üblich, um ca. 30% teurer als an der Börse. Ich habe von dieser Möglichkeit bislang noch nicht Gebrauch gemacht, weil das Angebot nur sporadisch besteht und dabei immer nur ein kleines Kontingent an Aktien zur Verfügung steht. Auch wenn das Angebot überteuert ist, finde ich es interessant, denn was kann man sonst schon Sinnvolles mit den Webmiles anfangen (siehe dazu auch meinen Bericht über Webmiles „Alles TEURO oder was?“). Das Angebot kann nur derjenige wahrnehmen, der eine Depot bei der DAB hat.
PERSÖNLICHE ERFAHRUNGEN
Natürlich habe ich schon einige Transaktionen getätigt und auch die entsprechenden Webmiles erhalten.
Weniger gut ist die Bearbeitungszeit bei Zahlungen. So dauert die Einbuchung von Überweisungen 2-3 Tage länger als bei anderen Banken. Wenn also ein Aktienkauf geplant ist, muss man da schon einige Tage (bis zu einer Woche) im voraus disponieren.
Ebenso dauern Einbuchungen von Wertpapieren, z.B. bei Depotüberträgen oder Belegschaftsaktien ewig.
Sehr negative Erfahrungen habe ich kürzlich gemacht. Da ich (LosGatos) in einer Aktiengesellschaft beschäftigt bin, habe ich jährlich die Möglichkeit, Belegschaftsaktien zu günstigen Konditionen zu kaufen. Diese werden dann von meiner Firma über die Deutsche Bank an die Depotbanken der Mitarbeiter verteilt. Während meine Kollegen ihre Aktien schon längst erhalten hatten, ließ man sich bei der DAB mit der Einbuchung extrem viel Zeit. Langsam trudelten die Aktien nach und nach auf meinem Depot ein. Da Belegschaftsaktien wegen der Vorteile aber häufig mit einer gesetzlichen (mittlerweile ist diese Art von Sperre entfallen) oder von der Firma veranlassten Sperrfrist versehen sind (einige Jahre müssen sie gehalten werden), ist das zunächst einmal nicht so schlimm, wenn die Aktien ein paar Wochen später eingebucht werden. Allerdings fehlten einige Aktien. Dann kamen wieder welche hinzu, plötzlich verschwanden sie wieder still und leise aus dem Depot. Der korrekte Stand wollte sich aber nicht einstellen. Die versendete elektronische Post war mit dem Depotinhalt auch nicht synchronisiert. Schließlich wandte ich mich schriftlich an die DAB, einerseits mit der Bitte um Korrektur, andererseits mit dem Hinweis, dass Sperrfristen bei Belegschaftsaktien im Depot ersichtlich sein müssen (bei anderen Banken ist das auch so). Folge war weitere „Unruhe" in meinem Depot, man werkelte offensichtlich darin herum, ohne dass der korrekte Stand erreicht wurde. Eine Antwort auf mein Schreiben erhielt ich nicht. Also schrieb ich einen zweiten Brief mit der Bitte um Korrektur und Antwort. Letztere bekam ich auch, mit dem Hinweis, dass erstens der Fehler behoben sei und dass zweitens die Sperrvermerke intern vorhanden, aber von außen nicht sichtbar seien. Letzteres ist völlig kundenunfreundlich. Schließlich will der Kunde ja sehen, wann er die Aktien verkaufen darf. Folglich benötige ich zusätzlich eine private Buchführung. Tatsache war jedoch, dass mein Aktienbestand im Depot immer noch nicht korrigiert wurde. Schließlich schrieb ich ein drittes Mal, diese Mal mit gesetzter Frist und dem Hinweis, dass ich die Angelegenheit meinem Anwalt übergeben würde, falls die Frist ohne brauchbares Ergebnis abläuft. Das hat offenbar geholfen. Jedenfalls stimmt der Depotbestand nun. Nach ca. 4 Monaten Hickhack ! Außerdem sind mir dabei ja Kosten entstanden durch Arbeitsaufwand, Internetgebühren für ständiges Depotüberprüfen und Briefporto. Schließlich hat diese Angelegenheit mein Vertrauen in die DAB doch arg strapaziert, sodass man nicht gerade vom Beginn einer langen Freundschaft reden kann.
FAZIT
Die DAB ist sicher attraktiv aufgrund der Preisstruktur (keine Depotgebühren, niedrige Transaktionskosten, Rabatt durch Webmiles). Solch ein Kostenvorteil kann natürlich, wie geschildert, durch fehlerhafte Depotführung und mangelhaften Service wieder kompensiert werden. Außerdem erfordert der Aufbau der Website viel Geduld. Eine Empfehlung für die DAB kann ich deshalb nicht geben.
Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 7.11.2001 (veröffentlicht bei CIAO, eComments, Dooyoo, YOPI)
25 Bewertungen, 2 Kommentare
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04.04.2002, 13:52 Uhr von wilma
Bewertung: sehr hilfreichwieder mal ein toller Bericht! Ich denke Du und die LosGatos ;-) haben mein Vertrauen verdient
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03.04.2002, 15:37 Uhr von myth-x
Bewertung: sehr hilfreichSehr guter Bericht. Die DAB ist was den Wertpepierhandel angeht wirklich top. Schnelle Ausführungen und gute Konditionen.
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