eBay Testbericht
zur Shop-Website
ebay ist die größte Auktionsplattform im deutschsprachigen Internet. Sowohl private als auch gewerbliche Anbieter können Neu- oder Gebrauchtwaren verkaufen. Hier kann man super Schnäppchen machen oder sich von überflüssigen Dingen trennen. Regelmäßig gibt es spezielle Angebote.
Erfahrungsbericht von Gemeinwesen
Es war einmal ...
Pro:
siehe Text
Kontra:
Schwarze Schafe gibt es überall, nicht nur bei ebay - insofern: keine größeren Einwände meinerseits.
Empfehlung:
Ja
... ein Online-Auktionshaus, das hieß alando.de. In dem habe ich ab Anfang des Jahres 1999 die eine oder andere DVD ersteigert. Das Auktionshaus gibt es immer noch – es heißt heute nur anders. Wer die Probe aufs Exempel machen möchte, kann ja einfach mal www.alando.de in die Adresszeile seines Browsers eingeben.
Internet-Geschichten gibt es viele. Viele davon wurden während der Sturm-und-Drang-Zeit der New Economy geschrieben, und nicht alle haben ein gutes Ende. Ebay ist offensichlich eine Erfolgsgeschichte, und ein Ende dieser Erfolgsgeschichte ist nicht in Sicht. Offenbar hat das Angebot von Ebay eine Lücke geschlossen. Jedenfalls gehört der Name Ebay zu einer Handvoll von Web-Adressen, die so ziemlich jedem Internetnutzer ein Begriff zu sein scheinen. Zuweilen könnte man glatt den Eindruck gewinnen, das Internet sei nur erfunden worden, damit Menschen ihre Zeit und den Inhalt ihrer Keller auf einem virtuellen Flohmarkt vertrödeln können.
Seitdem ich das erste Mal Artikel auf Ebay er- bzw. versteigert habe, bin ich weder zum Powerbuyer noch zum Powerseller geworden. Hie und da nutze ich ebay.de, und die Erfahrungen, die ich seit 1999 mit ebay bzw. den Menschlein gesammelt habe, die sich auf Ebay tummeln, sind mehrheitlich positiv gewesen. Geschätzten 100 bis 150 Transaktionen, die zu meiner vollsten Zufriedenheit verlaufen sind, stehen lediglich zwei kleine virtuelle Händel gegenüber. Einmal bin ich mit einem Menschlein aneinandergerasselt, das die bereits bezahlte Ware partout nicht liefern konnte oder wollte, kürzlich musste ich eine schlechte Bewertung vergeben, weil die Beschreibung eines Artikels irreführend war und der Verkäufer offenkundig darauf spekuliert hatte, dass man seine Beschreibung falsch verstehen würde. Je nun, solche Dinge passieren nicht nur in der Online-Handelswelt, und der Nachteil, der mir jeweils entstanden ist, war vielleicht nicht null, aber doch sehr nichtig.
Die Vorteile, von denen ich durch die Nutzung von Ebay.de profitiert habe, überwiegen jedenfalls. Ich finde zwar, dass ebay.de mit den Jahren nicht unbedingt übersichtlicher und nutzerfreundlicher geworden ist. Das zugrunde liegende Prinzip, per wechselseitigem Benotungssystem für ein gewisses Maß an sozialer Kontrolle im Online-Auktionshaus zu sorgen, hat sich aber augenscheinlich bewährt. Schwarze Schafe wird es freilich immer geben. Wer aber bei seinem Handeln auf Ebay das gleiche gesunde Maß an Misstrauen walten lässt, das auch in anderen Situationen des Alltags angebracht ist, wird sich so schnell sicher auch keine blutige Nase holen. Ich habe bisher durch ebay eine Menge Geld gespart, habe ein bisschen Geld erwirtschaftet und bin zwischendurch immer wieder mal vergleichsweise günstig an den einen oder anderen Artikel gelangt, den ich anderswo vergeblich gesucht habe.
Vor allem hat Ebay.de meinen Blick für eine Einsicht geschärft, die eigentlich ganz simpel ist: Wat dem eenen sin Uhl, is dem annern sin Nachtijall. Auf Ebay übertragen bedeutet das soviel wie: Was für den einen Sperrmüll ist, kann für den anderen die neue Einrichtung sein. Das lässt sich zwar zuweilen auch vor der eigenen Haustür beobachten, online kann der interessierte Blick, mit dem ein anderer einen ungeliebten Gegenstand bedenkt, aber noch ungleich frappierender wirken: Wenn der Preis für Omas olle Schleiflack-Kommode kurz vor Auktionsende so kräftig in die Höhe schießt wie sonst nur noch der von Aktien börsennotierter Unternehmen, die gerade einen Wettbewerber geschluckt haben, dann hat das schon etwas Faszinierendes.
Mit den Jahren ist daraus für mich schon fast so etwas wie ein Sport geworden – ein nur sehr sporadisch praktizierter zwar, aber doch einer, der Spaß macht: Dinge erfolgreich versteigern und vom Käufer abholen zu lassen, die man andernfalls eigenhändig die Treppe hätte hinabschleppen müssen, kann Spaß machen. Mit Geld hat das zunächst einmal noch gar nichts zu tun, viel eher schon mit Bequemlichkeit.
Gern erinnere ich mich zum Beispiel an das alte, dunkle, niedrige Regal zurück, das dem Willen seiner Besitzer nach pünktlich zum nächsten Sperrmülltermin die Reise an den Bordsteinrand hätte antreten sollen. Das gute Stück war eher breit als lang, hatte seine besten Tage längst gesehen und stand zu allem Überdruss auch nicht mehr auf allen vieren seiner ursprünglichen Beine: Konnte, würde, ließe sich dafür ein Interessent finden, aus dem auch ein Käufer werden konnte ... ? Meine Prognose: Bestimmt – es würde eben nur auf das „gewusst wie“ ankommen. Das Möbel hat dann auch tatsächlich einen neuen Besitzer gefunden. Der hatte sich wohl vor allem von dem Hinweis angesprochen gefühlt, mit entsprechendem handwerklichen Geschick lasse sich das Einrichtungsstück bestimmt auch wieder zu einem repräsentativen Teil aufarbeiten. Gut möglich, dass auch die Überschrift, die ich für den beschreibenden Text gewählt hatte, ein bisschen neugierig gemacht hatte. Wie dem auch sei – Käufer wie Verkäufer freuten sich, dass das „Feuerholz in Regaloptik“ für gut 25 Euro den Besitzer wechselte. Und ich freute mich, dass niemand (hier: ich nicht) das sperrige Möbel treppabwärts wuchten musste.
Richtig toll fand ich auch den Zank, der zwischen zwei Menschlein entstand, die sich beide für die im Auftrag von guten Freunden bei Ebay angebotene „Heimbar“ interessierten. Es hat seinen Grund, warum ich das Wort in Anführungszeichen gesetzt habe. Wenn zwei sich streiten, staunt der Dritte. Jedenfalls dann, wenn der Zankapfel in seinen Augen nicht mehr ist als ein sperriger, wenig ansehnlicher Trumm, an dem sich der Hausherr das Schienbein stößt und um den der Haushund einen großen Bogen macht.
Was mich außerdem an Ebay fasziniert, ist die Regelmäßigkeit, mit der gewisse Zeitgenossen Verpackungsmüll zum Kauf anbieten, für den andere Leute dann horrend hohe Geldbeträge bieten. Ich habe lange Zeit gerätselt, warum jemand viel Geld für eine leere Pappschachtel bezahlen sollte, in der sich ehedem fünf DVDs, zwei Buchstützen und Fanartikel-Kleinkram befunden hat. Irgendwann ist auch mir des Rätsels Lösung offenbar geworden: Damen und Herren, die auf „Herr der Ringe“-Kartons und iMac-Schachteln bieten, mögen lieber bunte Bilder gucken als Texte lesen, in denen dann der entsprechende Hinweis auf die wahre Natur des angebotenen Artikels steht.
Mein Fazit: Der wirtschaftliche Erfolg von Ebay und der hohe Bekanntheitsgrad des Unternehmens zeigen, dass ebay.de eine Lücke geschlossen hat. Bevor ich das erste Mal als erfolgreicher Bieter aus einer Online-Auktion hervorgegangen bin, hatte ich nie an einer Auktion teilgenommen und auch nie ein einschlägiges Internetangebot vermisst. Inzwischen habe ich des öfteren Artikel bei Ebay ersteigert oder über die Option „Sofortkauf“ erworben. Meist waren das Sachen, die ich im stationären Handel nicht gefunden habe oder die dort teils erheblich teurer gewesen wären. Hätte ich etwas zu bemängeln, dann wären es wohl vor allem die Übersichtlichkeit der Site, die in meinen Augen in dem Maße gelitten hat, in dem die Plattform um Funktionen erweitert wurde – hier sehe ich an einigen Stellen durchaus Verbesserungsbedarf. Außerdem finde ich es etwas schade, dass der große private Flohmarkt, als der ebay einmal begonnen hat, inzwischen sehr fest in der Hand Gewerbetreibender ist. das ist freilich eine Entwicklung, die auch vor herkömmlichen Trödelmarkten nicht Halt gemacht hat, und sie ist oft genug ja auch zum Vorteil der Bietergemeinde. Zum Glück gibt es ja auch immer mal wieder kleine bunte Farbtupfer im Ebay-Gesamtbild: Versteigerungen, bei denen Falschengeister, Toastscheibenbasierte Marienbild-Manifestationen oder ähnliche Kuriositäten unter dem virtuellen Hammer landen, sind für mich einfach das Salz in der Ebay-Suppe.
Mein außergewöhnlichster Schnapp dürfte eine leere Bierflasche gewesen sein, der größte Geldbeutelschoner war das Waschbecken, an das ich für einen Preis gekommen bin, den kein Baumarkt unterbieten konnte – seitdem bietet der gewerbliche Anbieter das Becken übrigens nur noch zum Sofortkauf an und nicht mehr als „ab 1 Euro“-Auktion.
Bewerten / Kommentar schreiben