Pro:
Download völlig legal, man braucht für 1 Lied keine ganze CD zu kaufen, Qualität oft besser als MP3s aus unbekannter Quelle, für Telekom-Kunden bequeme Abrechnung
Kontra:
bisher noch sehr beschränktes Titelangebot, komplizierte Handhabung, Preise pro Lied zu hoch, das WMA-Format an sich
Empfehlung:
Ja
Gegen Anfang dieses Jahrtausends wurde eine neue Art der Beschaffung von Musiktiteln populär. Während „meine Generation“ früher vor dem Radio mit dem Finger auf der Pausentaste des Kassettenrecorders auf einen bestimmten aktuellen Hit wartete, oder man in den 90er Jahren CDs in öffentlichen Video- und CD-Verleihen mieten konnte, um sie auf Kassette zu überspielen, wurde es jetzt noch einfacher! Man lud alle möglichen Wunschtitel aus dem Internet im MP3-Format auf seine eigene Festplatte. Egal ob aktuelle Charts, Lieder aus einem Album-Klassiker, Oldies, Radiomitschnitte (Mixe, Live-Konzerte) oder der seit 1960 nicht mehr neu aufgelegte deutsche Schlager, den die Mutter/Oma jahrelang suchte, alles war im Netz zu finden. Kein Wunder auch bei der täglich wachsenden Community. Technisch möglich war das durch die Nutzung von P2P-Filesharingprogrammen. Man konnte ein Lied direkt von der Festplatte eines unbekannten Users von irgendwoher (weltweit) auf die eigene laden. Hatte man selbst MP3-Dateien im Angebot, so konnte auch jeder x-beliebige User Deine Musik auf seine eigene Festplatte ziehen. Ein Programm namens „Napster“ machte den Anfang.
Aber bald bekam die Musikindustrie davon mit und verbot das Filesharing von MP3-Dateien. Die Tauschbörse „Napster“ musste schließen, so dass jedermann auf „Audiogalaxy“ auswich. Kein Jahr später war diese Tauschbörse auch dicht. Es kamen noch andere Börsen auf den Markt, wie WinMX oder KaZaA, aber die Titelauswahl der ersten beiden wurde nie mehr ganz erreicht. Schließlich wurden ab Sommer 2003 noch mal verstärkt empfindliche Geld- und Freiheitsstrafen selbst für den Download angedroht, was einen weiteren Rückgang des Download-Aufkommens und des Titelangebots verursachte. Ich selbst gehöre nun auch zu denjenigen, die schon lange kein P2P-Programm mehr auf der Festplatte haben, und das wird auch so bleiben.
Zum einen, weil ich keine rechtlichen Probleme bekommen möchte, wenn ich ein Lied von irgendeinem fremden „Anbieter“ auf meine Festplatte ziehe. Zum anderen aber, einige Stammleser kennen mein Interesse für Musik und HiFi ja schon, weil ein Großteil der illegal angebotenen MP3s klanglich zu wünschen übrig lässt. Vieles stammt von Schallplatten, obwohl weitgehend auf CD im Umlauf, und nicht selten wird der uralte Plattenspieler vom Dachboden, der seit 20 Jahren nicht mehr in Betrieb war, dafür verwendet, diese Aufnahme wird dann noch mit Rauschfiltern bearbeitet, die nicht nur das Knistern und Knacken entfernen, sondern auch Teile der eigentlichen Aufnahme (Höhen). Oder die Aufnahme stammt von einer alten, ausgelutschten Kassette. Für mich war das nichts mit dem MP3-Download, da die Qualität meinen hohen Anforderungen nicht genügte.
WARUM MUSICLOAD?
Alternativen gab es bis vor einigen Monaten nicht viele. Natürlich das Original kaufen. Aber ich HASSE Maxi-CDs und reagiere allergisch darauf, wenn 1 Lied in bis zu 10 Versionen als wieder anders verunstalteter „Bumm Bumm“ Club-Mix hintereinander dudelt. Und bei „Nicht-Chart-Titeln“ finde ich es auch nicht toll, für 1 Lied ein ganzes Album zu kaufen. In meine Anlage kommen nur Lieder, die mir auch gefallen! Abgesehen davon hätte ich auch die finanziellen Mittel nicht (Vergleich: 1989: 18 DM für ein LP-Album, 2004: 18 Euro für ein CD-Album). Und 7 (Maxi) bis 18 (Longplay) Euro für nur ein Lied???
Wie schön war es doch bis zu den 80er Jahren, als man eine Vinyl-Single für 5 bis 6 DM kaufen konnte, mit nur 2 Liedern drauf, d.h. viel weniger Ausschuss als heute bei den CDs. Und diese alten Vinyl-Singles sind heute auf dem Sammlermarkt noch mehr wert als Maxi-CDs? Warum wohl?
NUR DAS BEZAHLEN, WAS MAN HÖREN WILL!
Und an diese Idee wurde wieder angeknüpft: Lieder einzeln beziehen, legal und kostenpflichtig! Damit kann man seine eigenen Sampler zusammenstellen und hört nur das, was man auch mag, und das ohne schlechtes Gewissen, denn man ist rechtmäßiger Besitzer der Lieder!
Die Idee war der kostenpflichtige Musik-Download von offiziellen Internetseiten, welche seit dem letzten Jahr immer populärer wurden.
SPEZIELL ZU MUSICLOAD
Einer dieser Anbieter ist T-Online mit „Musicload“ (www.musicload.de). Ein Portal für den legalen und kostenpflichtigen Download bekannter Musikstücke.
Das Design der Homepage ist weitestgehend in Grau gehalten, wobei es heller oder dunkler sein kann. Links werden in oranger Farbe hervorgehoben. Man findet auf der ersten Seite Links zu Infos über bestimmte (immer wechselnde) Pop-Künstler, teilweise auch mit Bildern, aber man findet außerdem Links zu den 15 populärsten Downloads des Tages. Überwiegend handelt es sich hierbei um Titel aus den aktuellen Charts.
NAVIGATION
Auf der linken Seite des Fensters kommt man zu folgenden Links:
Anmelden
Wenn man das erste Mal auf dieser Seite ist, muss man sich (ähnlich auch wie bei Ciao, Yopi...) erst mal anmelden. Man denkt sich einen Usernamen und ein Passwort aus. Es lässt sich nicht vermeiden, den vollen Namen und die persönliche Adresse für die Registrierung anzugeben.
Warenkorb
Hier wird angezeigt, welche Titel man zum Download vorgemerkt hat. Man kann in einer Sitzung mehrere Titel vormerken, bis man „zur Kasse geht“. Bekannt ist dieses Prinzip schon aus Online-Versandhäusern wie z.B. Amazon.
Merkliste
Man kann etwas in der Merkliste speichern, indem man bei einem Titel auf das Büroklammer-Symbol klickt. Wenn man sich bei Musicload anmeldet, bleibt der Inhalt der Merkliste bis zum nächsten Login erhalten.
Musicload Charts
Hier werden noch einmal die 25 populärsten Titel angezeigt, über deren Link man auch zum direkten Download kommt.
Interpreten A-Z
Dies ist einer der interessantesten Links. Hier kommt man per einfachen Mausklick zu den Interpreten der gewünschten Titel. Man kann auf jeden Buchstaben einzeln klicken, bei „A“ werden z.B. alle verfügbaren Interpreten von Aaron Carter bis Aztec Camera aufgelistet, bei „B“ alles von den Backstreet Boys bis BZN, und so weiter (die Namen sind von mir zufällig gewählt, keine Garantie, dass gerade diese vier Künstler auch gerade verfügbar sind). Achtung: am häufigsten wird man bei Einzelinterpreten fündig, wenn man nach dem Vornamen sucht. Also bei „Mike Oldfield“ sollte man zuerst unter „M“ suchen. Manche Interpreten findet man aber sowohl unter dem Vornamen (in diesem Beispiel „M“) als auch Nachnamen (hier „O“). Gruppen mit „The“ werden auch häufig unter „T“ aufgelistet („The Beatles“, „The Doors“, „The Smiths“ etc.).
Free Downloads
Gelegentlich werden auch kostenlose Titel zum Download angeboten, damit man dieses Portal unverbindlich testen kann. Allerdings handelt es sich hierbei eher um sehr unbekannte Titel und Künstler.
Top-Ratings
Es können auch Kundenbewertungen für jeden Titel vergeben werden. Auch dieses Prinzip ist schon von bekannten Online-Versandhäusern bekannt. Die 25 am besten bewerteten Titel werden hier angezeigt, natürlich auch wieder mit Link zum Download.
Mein Musicload
Mein Ciao, mein eBay und so weiter. Richtig, hier werden wieder die persönlichen Einstellungen angezeigt, natürlich nur wenn man sich eingeloggt hat. Unterteilt wird in:
a) Meine Downloads
Hier werden alle Titel aufgelistet, die man im letzten halben Jahr hier heruntergeladen hat. Man kann sie sich bis zu 6 Monate später auch noch einmal neu herunterladen, wenn die lokale Datei verloren gegangen sein sollte.
b) Mein Profil
Hier werden noch mal die persönlichen Daten angezeigt, die man bei der Erstanmeldung angegeben hat. Gegebenenfalls kann man hier Daten ändern, wie z.B. Änderung der Wohnanschrift, der E-Mail-Adresse etc.
c) Mein Passwort
Hier kann man sein Passwort ändern, wenn man es möchte.
Hilfe
Hier gibt es Hilfethemen zu dieser Seite und zur Navigation.
Guided Tour
Und hier wird die Benutzung der Seiten in Form einer „Tour“ mit Bildern erklärt.
Kontakt/Impressum
Wer ist für diese Seite verantwortlich, wie ist die Hausanschrift/Telefonnummer des Anbieters, usw.
AGB
Dazu brauche ich auch nichts mehr zu sagen. Gibt’s auf jeder Seite, auf der man sich registrieren lassen muss.
ANMELDEN
Ist man bereits Mitglied bei Musicload, so kann man sich auf der Startseite in der rechten oberen Ecke anmelden. Das geht ganz einfach mit Benutzernamen und Passwort.
LIED SUCHEN UND HERUNTERLADEN
Als nächstes klicken wir auf „Interpreten A – Z“, um unseren Wunschtitel zu suchen. In diesem Beispiel lade ich mir nun mal „Soul Man“ von Sam & Dave herunter. Als erstes klicke ich auf das „S“. Mit etwas Glück finde ich nun den Link zu „Sam & Dave“.
Als nächstes werden die verfügbaren Titel dieses Interpreten aufgelistet. Irgendwo zwischen vielen Titeln finde ich den gesuchten „Soul Man“.
Rechts daneben findet man die Aktionen, die bei diesem Titel möglich sind. Das wären:
Lautsprecher – Probehören (Media Player erforderlich)
Büroklammer – Merkliste
Diskette – Sofort herunterladen
Einkaufswagen – Erst mal in den Einkaufskorb.
Ganz rechts wird der Preis des Liedes in schwarzer Schrift angezeigt. In diesem Beispiel kostet das Lied 1,49 €. Der Preis pro Lied richtet sich nach der Popularität. Preise zwischen 1,19 und 1,79 € sind hier schon die Regel.
Auf den Link „Soul Man“ wird jetzt geklickt.
Nun werden die Nutzungsrechte angezeigt, für den Fall, dass man das Lied haben will. Man darf es unbegrenzt über diese Plattform online anhören, 3x auf CD brennen oder auch 3x auf andere Datenträger (Festplatte, USB-Stick, Daten-CD etc.) kopieren.
Jedes Lied ist ausschließlich im WMA-Format (128 kB/s) verfügbar. Das ist meiner Meinung nach ein Nachteil. Schließlich hat MP3 einen wesentlich höheren Bekanntheitsgrad. Natürlich lässt sich WMA auch mit dem Windows Media Player abspielen. Aber da ich meine Musik am liebsten über die HiFi-Anlage oder auch mal im Auto höre, muss sie auf Audio-CD sein. Eine CD-R muss bei mir auch professionell klingen, d.h. keine Leerstellen zwischen den Liedern, keine Lautstärkeunterschiede. Sprich es muss vor dem Brennen einiges nachbearbeitet werden. Das kann man nur im WAV-Format. Leider kenne ich kein Programm, das WMA in WAV konvertiert und dazu noch kinderleicht zu bedienen ist. Bei MP3 sieht es anders aus. Ich mache es immer so: das WMA-File wird über den Media Player abgespielt und dabei mit einem WAV-Editor aufgenommen. Das ist natürlich eine sehr zeitraubende Angelegenheit, da jedes Lied komplett angehört werden muss (das ist so wie früher beim Aufnehmen von analogen Medien). Aber hören wir uns erst mal „Soul Man“ an, indem nun auf „Jetzt kaufen“ geklickt wird.
Erst wird noch mal gefragt, wie wir zahlen wollen. Per Kreditkarte oder Telefonrechnung. Letzteres ist nur möglich, wenn man auch T-Online-Kunde ist. Ich bin es, und das ist auch die einfachste Möglichkeit. Klick auf „Weiter“.
Jetzt wird nach dem Web-Kennwort gefragt, welches man mit den T-Online-Vertragsunterlagen erhält. „Weiter“.
Nun muss man den Preis und die Zahlungsart noch mal bestätigen. „OK“ und „Weiter“.
Im nächsten Fenster geht’s auf „Download“.
Mit „Download starten“ kann man das Lied herunterladen. Mit der linken Maustaste hört man es nur online (reicht aus, wenn der WAV-Editor zur Aufnahme aktiv ist), mit der rechten Maustaste und „Ziel speichern unter“ kann man das WMA-File auf der lokalen Festplatte speichern.
Jetzt bin ich um ein weiteres Lied reicher, aber auch um 1,49 € ärmer. Eine Auftragsbestätigung und Abrechnung trudelt gleich per E-Mail ein, und dieser Betrag wird bequem von meiner nächsten Telefonrechnung abgebucht.
So, nun ist „Soul Man“ im Kasten. Zur Qualität ist zu sagen, dass 128 kb/s WMA natürlich nicht das Optimum ist (eine gekaufte CD/LP klingt besser mit dem richtigen Equipment), aber die Musik wird von den Plattenfirmen freigegeben, stammt von den Original-CDs und ist somit in der (im hier möglichen Rahmen) bestmöglichen Qualität. Also nix Uralt-Plattenspieler oder ausgelutschte Kassette eines Privatmanns, der seine Lieder über eine Tauschbörse freigibt und wobei man vorher nicht weiß, in welcher Qualität das Lied ist.
Die einzige Enttäuschung in Sachen Qualität ist lediglich, wenn man die falsche Version erwischt. So kann man nicht immer sofort erkennen, ob es die originale Studioversion ist oder eine Live-Aufnahme, ein Remix oder ähnliches. Hat man die falsche Version erwischt, so nützt es alles nichts, man muss zahlen. Selbst nur bei Anspielen einiger Takte und Unterbrechung des Downloads kann man die Lizenz für das Lied nicht zurückgeben. Man kann natürlich vor dem Download Probe hören (Lautsprecher-Symbol).
Was ist aber, wenn ein Download vorzeitig abbricht oder wenn man eine Datei auf der Festplatte versehentlich löscht?
Man kann jedes bezahlte Lied noch 6 Monate nach dem Kauf erneut downloaden. Hierzu geht man auf „Meine Downloads“.
TITELAUSWAHL
Hier muss ich sagen, dass der Bestand an Musiktiteln zwar in den letzten Monaten schon ziemlich gewachsen ist, aber es fehlen immer noch sehr viele beliebte oder auch weniger bekannte Künstler, und selbst von den aufgelisteten Künstlern bekommt man noch nicht jedes bekannte Lied. Selbst die aktuellen Charts sind nach wie vor lückenhaft. Ältere Titel, die bisher nicht auf CD veröffentlicht wurden, findet man hier natürlich auch nicht. Insgesamt entspricht das Angebot in etwa dem Mainstream, den man auch in kleineren CD-Läden findet. Für den wirklichen Musiksammler und –liebhaber ist das Angebot also noch unbefriedigend. Aber ich schließe nicht aus, dass das Angebot auch in den nächsten Monaten noch weiterhin wächst.
Einige Beispiele: Gefunden habe ich z.B. Mike Oldfield, Deep Purple, Paul Simon bzw. Simon & Garfunkel, Smokie, aber auch System Of A Down, während ich beispielsweise immer noch Led Zeppelin oder Jethro Tull vermisse. Sprich das Angebot ist noch lückenhaft.
PREISE
Wie gesagt halten sich die durchschnittlichen Preise zwischen 1,19 und 1,79 € pro Lied auf. Meiner Meinung nach ist das entscheiden zu teuer. Eine neue Vinyl-Single kostete früher maximal 6 DM, d.h. umgerechnet auch max. 1,50 € pro Lied. Nur mit dem Unterschied, dass man was „zum Anfassen“ hatte, einen Tonträger mit Bildhülle, was hier ja entfällt. Manchmal sind die Alben von heute auch noch billiger pro Lied. Ein Sampler auf Doppel-CD mit beispielsweise 40 Liedern kostet hier bei uns im Schnitt 25 Euro, hier bei Musicload wären 40 Lieder wesentlich teurer. Gebrauchte Tonträger kosten heute oft komplett sogar weniger als hier ein einzelnes Lied. Ich persönlich fände Preise von 0,50 bis 1,00 € pro Lied angemessener.
Abzuraten ist auf jeden Fall, wenn man sich ein komplettes Album herunterladen will. Das kann bei einem Einzelpreis von 1,49 € pro Lied manchmal teurer werden als der Kauf der Original-CD. Gerade bei CDs mit Überlänge, die 14 – 18 Titel beinhalten. Beim Kauf der CD hat man dann auch noch das Cover, die Texte, das Booklet etc. dazu.
HANDHABUNG
„Klicken Sie hier, klicken Sie da“ – wer aufmerksam gelesen hat, dem fiel es im Punkt „Lied suchen und herunterladen“ schon auf. Man benötigt sehr viele Klicks, bis man endlich das Lied herunterladen oder anhören kann. Ich nehme die Lieder ja direkt mit dem WAV-Editor auf und aktiviere das Programm schon, wenn ich den ersten Link zum Wunschtitel sehe. Daran erkenne ich besonders gut, dass es zwischen 1 und 2 Minuten dauert, bis man nach Klicken auf den ersten Link etwas hört. Viele Fenster öffnen sich, manchmal muss man auch erneut Benutzernamen, Passwort und Web-Kennwort eingeben. Meiner Meinung nach ist die Navigation sehr umständlich, und es dauert auch (trotz DSL) zu lange, bis sich die einzelnen Fenster öffnen bzw. bis man weitergeleitet wird.
Selbst wenn man sich für die „Warenkorb-Methode“ entscheidet, muss man zum Schluss alle eingekauften Titel einzeln herunterladen. Das geht nicht mit einem Klick, der das alles automatisiert, sondern es ist ähnlich umständlich wie beim Einzelkauf.
FAZIT UND EIGENE MEINUNG
Meiner Meinung nach ist das eine sehr gute Idee, die Lieder einzeln und legal zum Download anzubieten. Man wird nicht dazu gezwungen, für 1 Lied eine ganze Maxi oder ein ganzes Album zu kaufen. Andererseits braucht man keine schlaflosen Nächte zu haben, weil rein theoretisch irgendwann die „grünen Männer“ vor Deiner Haustür stehen könnten, weil Du illegal Musik heruntergeladen hast. Und man weiß auch, dass man ein gewisses Maß an Tonqualität erwarten kann. Zwar nicht perfekt (nur 128 kB/s), aber auch kein Schrott von veralteten Geräten und/oder Bändern, was ja bei den illegalen P2P-Tauschbörsen sehr häufig ist – besonders ärgerlich ist das auch noch ohne Flatrate, denn vorher weiß man ja nicht, was einen erwartet. Oder auch wenn die Abhörmöglichkeit wie bei mir nicht optimal ist (ich habe nur ein altes Mono-Radio als Verstärker für die Soundkarte, und die Bescherung hatte ich erst, wenn das Lied auf die Audio-CD gebrannt war und mit der guten Anlage das erste Mal abgehört wurde, der Rohling war reif für die Tonne).
Allerdings ist diese neue Idee immer noch alles andere als ausgereift. So lässt, wie gesagt, die Titelauswahl immer noch sehr zu wünschen übrig. Gut, ein größerer Teil des Mainstreams ist schon abgedeckt, aber die wirklichen Oldie-Sammler (wie ich) kommen derzeit noch zu kurz. Außerdem sind die Preise pro Lied noch entschieden zu hoch. Aber was nicht ist, könnte vielleicht noch werden? D.h. größere Titelauswahl und vielleicht auch Senkung der Preise, je mehr Mitglieder sich aktiv auf dieser Plattform beteiligen? Es bleibt abzuwarten. Außerdem ist die Handhabung bzw. Navigation derzeit noch sehr unbequem und zeitaufwändig. Dieser Punkt ist auch noch verbesserungsbedürftig. Hinzu kommt, dass derzeit nur die T-Online-Kunden besonders bevorzugt sind (Telefonrechnung). Nicht jeder hat eine Kreditkarte!
Es bleibt also erst mal abzuwarten, wie sich diese Idee des legalen und kostenpflichtigen Downloads in den nächsten Monaten entwickelt. Jedenfalls hat die Titelanzahl seit meinem ersten Besuch vor knapp 6 Monaten schon stark zugenommen – und diese Idee ist auf jeden Fall ausbaufähig!
Dementsprechend fällt auch meine Bewertung aus: empfehlenswert auf jeden Fall, da man a) nicht mehr auf den Kauf teurer Plastikscheiben mit einem guten Lied und dem Rest Schrott angewiesen ist, und b) man auch nicht mit dem Gesetz in Konflikt kommt, wenn man diese Lieder von unbekannten Quellen herunterlädt. Aber ich gebe aufgrund der derzeit noch vorhandenen „Kinderkrankheiten“ (Titelauswahl, Preise, Navigation) lediglich drei Sterne.
Erstveröffentlichung von mir unter gleichem Benutzernamen auch bei ciao.de in 02/2004 weiterlesen schließen
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