Stirb langsam (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Bjoern.Becher

Ob HANS oder JACK ist noch egal! CUT aber nicht!

Pro:

Bruce Willis, Alan Rickman, Action, Humor, einfach der Film

Kontra:

die Person von Robinson, die unwürdige DVD-Umsetzung in der einfachen Version, Cut

Empfehlung:

Nein

Wenn man nach einem guten Actionfilm fragt, wird man sicher oft als Antwort “Stirb Langsam” bekommen und das zu recht. Denn der Streifen ist der Inbegriff für einen knallharten Action-Streifen, ohne viel Computer-Gedöns, sondern mit richtiger „Hand- and Selfmade-Action“.

Die Story ist dabei recht simpel und in wenigen Worten erzählt: Der seit sechs Monaten von seiner Frau Holly (Bonnie Bedelia) getrennt lebende New Yorker Cop John McClane (Bruce Willis) will sie an Weihnachten in Los Angeles besuchen. Doch als er Holly von der Arbeit im dreißigsten Stock eines Hochhauses abholen will, nehmen Gangster um ihren Anführer Hans/Jack Gruber (Alan Rickman) Holly und ihre Kollegen als Geisel. Nur McClane kann unentdeckt bleiben.

Seine Versuche die Polizei auf die Geiselnahme aufmerksam zu machen, scheitern und so nimmt McClane, barfuss und mit einem Unterhemd, alleine den Kampf gegen die Gangster auf, die mit einem teuflischen Plan über sechshundert Millionen Dollar erbeuten wollen.

So simpel ist zwar die Grundstory, doch so vielfältig wurde sie umgesetzt. Regisseur John McTiernan hat es geschafft aus „Stirb Langsam“ mehr als ein reines Action-Feuerwerk zu machen. Dies ist der Film zwar über weite Strecken, denn es kracht an allen Ecken und Ende und McClane muss sich im Kampf gegen die Terroristen immer wieder etwas neues einfallen lassen, um aus schier ausweglosen Situationen zu entkommen, so dass der Adrenalinspiegel des Zuschauers ungeahnte Höhen erreicht, aber das ist noch nicht alles.

Durch die Person des Terroristen Grubers, der ein würdiger Gegenspieler für McClane ist, kommt auch so etwas wie ein Psychoduell in den Film. Gruber und McClane versuchen mit allen möglichen Psychotricks den jeweils anderen zu Fehlern zu verleiten und lassen sich dabei immer wieder neues ausgefallenes einlassen. Darstellerisch schafft es dabei Alan Rickman sogar Bruce Willis noch ein kleines Stück in den Schatten zu stellen.

Zur Person des Gangsters Gruber muss man die deutsche Synchronisation erwähnen. Während es sich im Original um den deutschen Terroristen Hans Gruber handelt, darf Bruce Wills in der deutschen Version einen Terroristen namens Jack Gruber jagen. Der deutsche Vorname verschwand, wie auch bei einigen anderen der Terroristen (aus Karl wurde Charlie). Dies führt zu einem kleinen Filmfehler in der deutschen Fassung, da sich McClane in einer Szene andere Namen notiert, als er hört.

Ganz frei von Kritik dürfen sich die Macher von „Die Hard“ allerdings nicht sehen. Die unnötige Dummheit der Polizei in der zweiten Hälfte des Films, vor allem in Person des Einsatzleiters Robinson (Paul Gleason), kratzt etwas vom Glanz des Films ab. Robinson hält nach dem Eintreffen am Einsatzort zum einen McClane für ein Hindernis, sogar zu Beginn für ein Mitglied der Terroristen und verheizt zum anderen jede Menge Männer und schweres Gerät beim Versuch das Gebäude zu stürmen.

Die Intention der Drehbuchautoren ist klar: Mit der Person des Robinson sollte dem Film noch mehr Spannung verliehen. Durch Robinsons „Fehler“ wird McClane in immer noch brenzligere Lagen versetzt aus denen er sich befreien muss und weitere Adrenalinkicks beim Publikum sind gewährleist. Allerdings handelt Robinson so unsinnig bescheuert, dass die Spannung zeitweise der Entrüstung über Robinson weichen muss und vor allem auch dem Ärger über die Drehbuchautoren, wie man einen Polizisten so dämlich sich verhalten lassen kann.

Robinson macht nicht nur ein paar kleine Fehler, er macht alles falsch was nur geht. Ungeachtet der Tatsache, dass er nicht weiß, ob sich im Hochhaus wirklich über dreißig Geiseln befinden, lässt er das Gebäude stürmen und riskiert dabei das Leben aller Geiseln und seiner Männer. Er glaubt McClane nichts, weder das dieser Polizist ist, noch das es Geiseln gibt. Dabei müsste es ein leichtes für ihn sein, das ganze nachzuprüfen. Schließlich muss irgendjemand von der großen Firmenfeier im dreißigsten Stock wissen.

Das Verhalten von Robinson, die unsinnige Einbringung dieser Person, genauer seines Verhaltens, beschert „Die Hard“ die einzigen Minuspunkte. Denn sonst ist der Film einfach perfekt. Natürlich gibt es die in einem Actionfilm scheinbar unvermeidlichen kleinen Filmfehler (Wunden sind mal da und mal wieder weg, Unterhemd ist mal weiß, mal wieder dreckiger und dann mal wieder weißer), doch diese fallen bei „Die Hard“ kaum störend ins Gewicht.

Die Spannung ist fast von Anfang bis Ende des Films auf dem Höhepunkt und der brillante Score von Orchesterleiter Michael Kamen sowie die hervorragende Kameraarbeit von Jan De Bont (der mittlerweile selbst ins Regiefach gewechselt ist), machen den Film zu einem Hochgenuss und die Krone darauf ist noch der ganz besondere Humor des Films, der sich hauptsächlich in den coolen Sprüche McClanes zeigt („Now, i have a machine gun, Ho-Ho-Ho“; „No fucking shit,lady! Do I sound like, I’m ordering a pizza?“), aber auch in kleinen Szenen, die am Rande spielen (so zum Beispiel der in der Tiefgarage wartende Chauffeuer, oder die beiden FBI-Agenten, die beide Johnson heißen).

D V D
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Technische Informationen:
Bildformat: 2,35 : 1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Sprache: Deutsch, Englisch
Untertitel: Englisch, Deutsch
Extras:

- Filmografien
- Trailer
- Filmüberblick


Vom ersten Teil der „Die Hard“ - Reihe gibt es zwei verschiedene DVD-Versionen. Die einfache DVD ist dabei im Gegensatz zur Special Edition nicht zu empfehlen. Dies liegt nicht an der ordentlichen Bild und Tonqualität und auch weniger an den spärlichen Extras (außer sehr umfassenden Bio- und Filmografien, sowie dem Kinotrailer und einen rund fünfminütigen „Werbefilmchen“ das Szenen aus dem Film mit Interviews der Darsteller vermischt wird nichts geboten), sondern wieder einmal an der Zensur.

Die Sache mit den deutschen Namen, die nun englisch sind, mag man sich noch gefallen lassen, allerdings wurde mal wieder eine Szene komplett rausgeschnitten. Dies sind rund vierzig Sekunden, die gegenüber der deutschen Special Edition und ausländischen Veröffentlichungen fehlen.

Besonders interessant ist übrigens die englische Tonspur. Nicht nur, dass hier Hans Gruber auch wirklich Hans Gruber heißt (und nicht nur im Abspann), nein auch einige Sprüche von Bruce Willis entfalten eine noch bessere Wirkung. Zudem reden die Terroristen untereinander phasenweise „Deutsch“, was sehr lustig ist, da es nicht immer ganz einwandfrei ist.

F A Z I T
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“Die Hard” ist eine Action-Granate, die man unbedingt gesehen haben sollte. Wegen der störenden Figur des Polizisten Robinson fehlt dem Film aber ein Stück zur Perfektion. Deswegen neun von zehn Punkten. Von der normalen DVD-Veröffentlichung muss allerdings unbedingt abgeraten werden. Hier empfiehlt sich einzig und allein der Kauf der Special Edition!

Film: 9 von 10 Punkten!
DVD: 0 von 5 Punkten! (Wertung bezieht sich auf Single-DVD)
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Gesamt: 6 Punkte auf meiner 10er Skala!

D A T E N
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Titel Deutschland: Stirb Langsam
Originaltitel: Die Hard
Genre: Action
USA 1988, FSK 16, Laufzeit : 126 Minuten (uncut : 127 Minuten)

Darsteller: Bruce Willis (John McClane), Bonnie Bedelia (Holly Gennaro/McClane), Reginald VelJohnson (Sgt. Al Powell), Alan Rickman (Hans/Jack Gruber), Paul Gleason (Dwayne T. Robinson), De’voreaux White (Argyle), William Atherton (Thornburg), Hart Bochner (Ellis), James Shigeta (Takagi), Robert Davi (Johnson), Grand L. Bush (Johnson), Alexander Godunov (Karl/Charlie), Bruno Doyon (Franco), Andreas Wisniewski (Tony), Clarence Gilyard (Theo), Joey Plewa (Alexander), Lorenzo Caccialanza (Marco),

Regie: John McTiernan
Produzenten: Lawrence Gordon, Joel Silver
Drehbuch: Jeb Stuart Steven E. de Souza, nach dem Roman von Roderick Thorp
Musik: Michael Kamen
Kamera: Jan de Bont
Schnitt: John F. Fink, Frank J. Urioste


W E I T E R F Ü H R E N D E * I N F O R M A T I O N E N
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Internet Movie Database: http://german.imdb.com/title/tt0095016/

Online Filmdatenbank: http://www.ofdb.de/view.php?page=film&fid=139


W E I T E R E * F I L M E * D E R * R E I H E
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1988: Stirb Langsam [9/10]
1990: Stirb Langsam 2 [8/10]
1995: Stirb Langsam - Jetzt erst recht [9/10]

© Björn Becher 2003

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