3tägige Jeepsafari Testbericht

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Erfahrungsbericht von m0gli

Wüste pur

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Unwirklichkeit umgibt mich, es fliegt eine Landschaft am Bus vorbei, die mich glauben läßt, dass der Bus sich auf dem Mond befindet. Wir fahren jetzt von Gabes in Richtung Matmata und haben die Steinwüste erreicht. Immer mehr Hügel die sich bizarr erhaben ziehen am Bus vorbei. Nicht umsonst hat sich George Lukas diese Gegend ausgesucht um seinen “Krieg der Sterne” zu drehen. Und auch “Der englische Patient” entstand hier.

In den Hügeln wohnen die Ureinwohner dieser Gegend, die Berber. Und “in” den Hügeln ist dabei wörtlich zu nehmen, denn sie haben die Häuser in den Sandstein gegraben und trotzen so der Hitze des Tages und des Sommers und der Kälte der Nacht und des Winters.

Heute ist der Himmel mehr oder weniger bewölkt. Es ist auch hier, Mitte Oktober, Herbst geworden, wobei die Temperaturen durchaus sehr angenehm sind.

Die Berber (Nomaden) sind zwar sesshaft geworden, leben aber immer noch recht traditioniell. Teilweise lassen sie die Touristen an dieser Tradition teilhaben.

So sind wir zu Gast bei einer Familie die hier wohnt und lebt; wir trinken Pfefferminztee und schauen den Berbern in ihre Zimmer. Ich will hier nicht diskutieren inwiefern dies noch Tradition, und oder ein Problem für sie ist. Das kleine Dorf, ich glaube es war in Tamezret, in dem dieses Haus liegt, liegt jedenfalls mitten im Nichts.

Selbst Hotels und Restaurants sind in diesen Bergwohnungen entstanden. In einem solchen in Matmata essen wir zu Mittag und können auch die Mehrbettzimmer ansehen. In diesen stehen mehrere Betten, auf Betonblöcken liegen die Matrazzen und darauf das Bettzeug, dicht nebeneinander.

Als wir nach dem Mittagessen weiterfahren sind recht schnell die höchsten Punkte der Hügelkette erreicht und die Straße, die erst wenige Jahre alt ist, und es jetzt auch Bussen ermöglicht hier zu fahren, windet sich in Serpetinen wieder talwärts.

Nicht nur die Landschaft verändert sich, auch der Himmel tut dies, die Wolken werden weniger, der Himmel klarer. Zum Teil bedaure ich es in einem Bus zu sitzen und nicht in einem Jeep, zumal die Klimaanlage recht kühl bläst.

Das anfangs noch recht hügelige Land wird flacher, häufig sieht man hier hier noch Stellen, die feucht sind, es muss vor kurzem geregnet haben, sogar größere Wasserstellen sind vereinzelt zu sehen. Hier und an den Stellen die feucht sind wachsen Palmen und einzelne Olivenbäume.

Teilweise hat das Wasser in natürlichen Senken gesammelt, teilweise aber auch hinter vom Menschen errichteten Wällen, die das Wasser am abfließen hindern. Hier ist der Boden noch stellenweise feucht und auch hier wachsen Palmen. Die Bodenfarbe ist an den feuchten Stellen dunkel, ansonsten hellbraun und er wird von Minute zu Minute sandiger.

Während die Hügel schell am Horizont verschwinden, wird der Boden immer flacher, nur noch vereinzelt sind einige höhere kamelhöckerartige Erhebungen zu sehen. Die Vegetation besteht hier nur noch aus Grasbücheln.

Während der Bus auf der recht primitiven Straße, das Notizen machen fällt immer schwerer (ich habe den Block auf den Knien liegen und versuche das was ich sehe und meine Gedanken zu Papier zu bringen), hoffentlich kann ich das Gekrakel hinterher überhaupt noch lesen, wachsen urplötzlich wieder Bäume und wir erreichen eine Oase. Nicht zu glauben, denn es sind Zebrastreifen auf die Fahrbahn gemalt und um die Fahrzeuge am Durchrasen zu hindern, sind Hubbel auf dieser angebracht.

Wir sind in Douz, und hier sollen wir einen Ritt auf einem Dromedar machen, wie das wohl werden wird?

Der Himmel hat sich wieder zugezogen und ich frage mich, wie hoch die Temperaturen sein werden. Nachdem wir von der Hauptstraße abgebogen sind und die Stadt hinter uns gelassen haben, erreichen wir den Sammelpunkt der Dromedare.

Die Temperaturen sind angenehm, es ist nicht so heiß wie ich gedacht habe. In der Ferne sehe ich farbige Tupfen und erkenne beim genaueren Hinsehen, dass es sich um auf Dromedaren sitzende “Teilzeitberber” handelt. Noch weiß ich nicht, woher die Farbtupfer kommen, erfahre es aber kurz darauf, denn bevor wir unser Reittier zugeteilt bekommen werden wir eingekleidet. Dschelaba und Turban sind, wir sind kaum wiederzuerkennen, denn die meisten schlingen sich die Kopfbedeckung auch um Mund und Nase, um diese vor dem Sand zu schützen. “Sand”????, Mehl oder Puder wäre wohl der bessere Ausdruck, denke ich beim näheren Hinsehen. Und da wir meist auch noch Sonnenbrillen tragen sind wir nur schwer zu erkennen.

Die Sonne scheint zwar in einem Dunstschleier zu schwimmen, oder ist dies ein heraufziehender Sandsturm?, scheint aber dennoch recht grell. Es weht nur in schwacher Wind, aber der Saharasand weht durch die Luft und zieht von einer Sanddüne zur anderen, die wohl zum Teil mehrere Meter hoch sind. Stellenweise ist der Boden so freigefegt, dass man erkennt, dass der Untergrund felsig ist.

Bald sind überall die schon angesprochenen farbigen Kleckse zu erkennen, denn die einzelnen Gruppenhaben unterschiedlich farbige Kopfbedeckungen erhalten, wir tragen hellrote.

Unser Führer heißt Achmet, ist wie er uns erzählt 16 und hat wie er stolz hinzufügt sein akzeptables englisch in der Schule gelernt. Er hat 2 Tiere zusammen gebunden. Später erfahre ich, dass immer mindestens 2 Dromedare zusammengebunden werden müssen, da es sich bei ihnen um Herdentiere handelt.

Nachdem ich mich auf “Jimmy”, so heißt mein Reittier gesetzt habe und es sich schaukelnd erhoben hat, führt Achmet unsere beiden Tiere an die Spitze der Gruppe. Es ist ein eigenartiges Gefühl so schaukelnd von vorn nach hinten und gleichzeitig von rechts nach links durch diese Unwirklichkeit zu reiten.

Anfangs habe ich den Eindruck mein Tier würde lahmen, aber dies ist wohl der normale Gang, und ich gewöhne mich recht schnell an diese Gangart, halte mich aber mit beiden Händen an den dafür vorgesehenen Knaufen fest und sitze mittlerweile fast bequem.

Achmet dreht sich immer wieder um und fragt uns, ob alles in Ordnung sei. Ich bejahe und auch mein Mitreiter auf dem zweiten Wüstentier scheint sich wohl zufühlen.

Plötzlich hält Achmet unsere beiden Tiere an, und ein zweiter hinzugekommener Führer läßt mein Tier sich niederknien und bedeutet mir ich solle absteigen.

Während ich mich frage was los sei, zieht der Rest unserer Gruppe an uns vorbei und die beiden Führer ziehen Jimmy Sattel und Decken ab und binden das Sattelzeug neu fest.

Na ja denke ich, besser so, als dass das Ding sich während des Ritts selbständig macht. So kann wenigstens nichts mehr passíeren, denke ich weiter.

Aber das Denken sollte ich zukünftig wohl besser den Pferden, oder hier passender, den Dromedaren überlassen, wie sich bald zeigen sollte.

Nachdem Jimmy sich schaukelnd wieder erhoben hat trotten wir erstmal den Anderen hinterher, aber schon nach kurzer Zeit habe ich das Gefühl ih rutsche mitsamt Sattel und Decken wieder nach hinten. Doch Achmet, den ich darauf aufmerksam mache, beruhigt mich und meint es sei alles in Ordnung.

Ist es aber wohl nicht, denn ich rutsche weiter in Richtung Kamelsüden.

Wieder mache ich Achmet darauf aufmerksam und diesmal ruft er seinen Helfer dazu und sie versuchen Jimmy zum Niederknien zu bewegen, der aber wohl keine Lust dazu hat. Er bleckt die Hauer, denn Zähne kann man dazu wahrlich nicht mehr sagen und trompetet (heißt das bei Dromedaren so?) unwillig, beinahe wütend los.

Noch während das Tier sich dann doch dazu bequemt sich niederzulassen, zeigt sich, dass ich mich noch auf dem Planeten Erde befinde und dass die Anziehungskraft auch in der Sahara wirkt, denn noch bevor Jimmy sitzt, befördert mich dieselbe mitsamt Sattel und Decken in den puderweichen Sand.

Da stehe ich nun, jedenfalls nachdem ich mich aufgerappelt habe, inmitten der sandigen Unendlichkeit.

Schneller als gedacht ist Jimmy wieder gesattelt und als ich wieder raufsteige steht er noch schneller, sodass ich Mühe habe raufzukommen und die Führer ihn erstmal am Sitzen halten müssen.

Ich hoffe, der Sattel ist nun fest, werde aber wieder enttäuscht. Im Nachhinein weiß ich gar nicht mehr, ob ich 3 oder 4 mal abgestiegen bin. Jedenfalls erreichen wir bald unsere Gruppe, die alle abgestiegen sind und schon preschen einige Berber auf ihren Pferden heran und mir wird bedeutet, ich solle auf eines der Pferde steigen. Ich soll also nun (da das mit dem Sattel nicht richtig klappt) statt auf dem Wüstentier auf edlerem Rücken die Wüste erkunden?

Schon sitze ich oben, wobei mir der Fotoapparat aus der Hosentasche rutscht. Leider ohne den Plastikbeutel, der in der Hosentasche verbleibt. Dabei hatte ich ihn extra zum Schutz gegen den alles durchdringenden Staub darin eingepackt.

Einer der Berber hebt ihn auf und macht, nachdem er mich gefragt hat, ein Foto von mir und reicht ihn mir dann wieder. Auf dem Pferderücken sitzend habe ich Schwierigkeiten ihn wieder unter der Dschelaba in die Hosentasche zu bugsieren.

Schon springt der Berber hinter mir auf sein Pferd und wir galoppieren eine kurze Strecke durch den Sand. Also gemütlich auf dem Dromedarrücken wäre mir lieber. “Aber”, so denke ich, “wenn sie den Sattel nicht festbekommen, immer noch besser als zu Fuß”.

Da wendet der Berber sein Pferd und nicht mal eine Minute später stehe ich wieder neben “meinem” Jimmy und habe eine geöffnete Flasche Coca Cola in der Hand, die mir freiwillig, unfreiwillig in die Hand gedrückt wurde.

Der Berber will 5 Tunesische Dinar (TD); was für ein Stundenlohn bei 2 Minuten, der Colaaufdränger 1 TD. (1TD ca. 0,60 €)

In meiner Hosentasche aber klimpern gerade mal 4 Dinar und 100 Millimies, die sich Ersterer in die Tasche steckt. Er bedeutet mir ich solle mir den Rest bei meinen Freunden leihen. Aber erstens kenne ich die anderen aus der Gruppe kaum und außerdem haben auch die wohl inzwischen kein Kleingeld mehr. So bleibe ich ihm den Rest schuldig für die Cola geht der Verkäufer ganz leer aus.

Da kommt mein Sohn auf mich zu, ach ihm wurde eine Cola aufgedrängt und ein Wüstenfuchs in den Arm gegeben. Und auch hierfür kann ich nicht mehr zahlen. Einerseits tut mir dies für die Leute leid, andererseits “Ce la vie”.

Danach sitzen wir wieder auf den Dromedaren und erreichen schließlich wieder den Ausgangspunkt.

Dort kann man unter anderem Sandrosen in den unterschiedlichsten Formen und Größen (bis zu über 1m groß) für wenige Dinare kaufen.

Anschließend fahren wir in unser Hotel, welches in der Form eines Forts erbaut ist und recht komfortabel ist, vor allem, wenn man bedenkt, dass es sich ja eigentlich um ein Durchgangshotel handelt, denn wer bleibt hier schon länger als eine Nacht.

Das Hotel, leider weiß ich den Namen nicht mehr hatte 2 Swimmingpools, einen “normalen” und einen mit dunkelm warmen Thermalwasser. Schon toll, wenn man am Rande der Wüste, wenn es schon dunkel ist, und die Sterne am Himmel stehen in dunkelm, warmen Wasser schwimmen kann.

Nach dem reichhaltigen Abendessen vom Buffet sind wir, da ich den Wüstensternenhimmel, von dem ich schon so viel gelesen und gehört hatte einmal live erleben wollte, nach dem Essen noch ein paar Schritte raus aus der Oase und rein in die Wüste, aber die ziemlich helle Beleuchtung in Douz und der etwas verschleierte Himmel verhinderten leider leider dieses Erlebnis.

Dann sind wir auch recht bald ins Bett, denn am nächsten Morgen wurden wir bereits um vier Uhr geweckt und nach dem Frühstück saßen wir schon um 5 wieder im Bus und es ging, noch im Stockedunkeln, wieder los.

Wir verlassen Douz und durchfahren recht viele kleinere Oase, sehen hin und wieder einen Einheimischen noch vor Sonnenaufgang zur Moschee eilen.

Hier und da sehe ich schemenhaft im seitlichen Scheinwerferlicht des Busses vereinzelt stehende Bäume und Sträucher. Aber meist ist es wohl und Sand der vom Wind aufgehäuft rechts und links vorbeizieht. Aber manchmal frage ich ich, ob es sich nicht um Schnee handeln könnte, denn das ist bei dieser Beleuchtung eigentlich kein Unterschied. Dieses Gefühl wird später in der Salzwüste noch verstärkt werden und das selbst im Hellen.

In der nun heraufziehenden Dämmerung hat sich die Landschaft nahezu unmerklich verändert.

Es scheint kein Sand mehr am Bus vorbeizuziehen, aber immer wieder fahren wir auch hier durch kleine Oasen und in diesen ist auch Vegetation zu erkennen, während ansonsten der Boden vegetationslos zu sein scheint.

Dann bemerke ich, im stärker werdenden Tageslicht, dass auf den weißschimmernden Fläschen die am Bus vorbeiziehen, dass darauf keinerlei Vegetation mehr wächst. Wir befinden uns mitten im Chott-el-Djerid, dem drittgrößten Salzsee der Erde, einem so gut wie vegetationsfeindlichen Gebiet, nur einige sehr harte Salzpflanzen können hier gedeihen. Der 100 Kilometer lange und 70 Kilometer breite Salzsee war einmal ein Teil des Mittelmeeres. Nach Ansicht von Geologen war der Boden zweimal vom Wasser des Meeres bedeckt. Einmal vor etwa 1,5 Millionen Jahren und ein zweites Mal vor 10.000 -12.000 Jahren. Dann floss das Wasser durch eine Gebirgsverschiebung zum heutigen Mittelmeer ab. Der Boden des nun trockengefallenen Gebiets ist aber bis auf den heutigen Tal “salzdurchtränkt”. Diese Austrocknung dauert bis heute noch an, denn durch die Verdunstung, die bis zu 25mal stärker ist, als die vorhandenen Zuflüsse von Frischwasser, lagern sich die im Wasser enthaltenen Mineralstoffe ab und hinterlassen oft bizarre Kristallfiguren.

Unter und zwischen dieser brüchigen Oberfläche hat sich jedoch Wasser gesammelt, was die Chotts unberechenbar macht. Eine solche Durchquerung sollte nur mit einem Führer unternommen werden. Noch heute sieht man abseits der Straße in den Boden geschlagene Pflöcke. Rommel ließ diese Markierungen anbringen um ein sicheres Durchqueren des Chotts zu ermöglichen. Heute bietet die auf einem Damm erbaute Straße die Möglichkeit sicher durch diese beeindruckende Landschaft zu fahren.

Bis zu 17m liegen diese Gebiete unter dem Meeresspiegel und können sich nach starken Regenfällen in riesige Seen verwandeln, die bis zu 1,20m tief sein können. Oft sind sie dann von tausenden von Watvögeln unter anderem auch von Flamingos bevölkert, die auch zum Brüten hierherkommen. Aber in der starken Hitze ist auch dieses Wasser meist schnell wieder verdunstet.

Als wir dann am Rande der Straße anhalten, kann man das Salz deutlich erkennen. Dazwischen schimmert Wasser, aber soweit das Auge reicht, scheint sich scheinbar endlos diese Wüste fortzusetzen. Zwar wird das Salz auch abgebaut, aber ob der schlechten Qualität, es ist stark mit Sand und Kalium durchsetzt kann es nicht als Speisesalz vermarktet werden. Es wird daher als Industrie- oder Streusalz verwandt.

Noch während wir uns umschauen schiebt sich die Scheibe der Sonne über den Horizont und lässt die Umgebung in einem rötlichen Licht erscheinen. Nach nicht einmal zweieinhalb Minuten ist sie ganz aufgegangen.

Dann fahren wir weiter durch die scheinbar lebensfeindliche Umgebung. Ab und zu weist ein Warnschild auf, nein nicht auf Rehe oder Hirsche, wie bei uns, sondern auf kreuzende Dromedare hin, und tatsächlich zieht eine kleine Herde von 6-8 Tieren in Richtung Westen.

Dann wachsen urplötzlich rechts und links der Straße Grasbüschel und nahezu übergangslos sind wir von hohen Dattelpalmen umgeben. Wir haben Tozeur am nördlichen Ufer des Salzsees erreicht.

Es ist immer noch kühl, als wir in Kutschen umsteigen und durch die sehr fruchtbare Oase fahren. Mein Sohn sitzt vorne mit auf der Kutschbank und darf sogar die Zügel übernehmen. Ich sitze mit 3 weiteren Teilnehmern hinten. Bei einem kurzen Spaziergang erkennen wir, dass im Schatten der riesigen Dattelpalmen Zitrusbäume, Bananenstauden (Minibananen), Henna, Feigen, Rosen und Aprikosen gedeihen und selbst der Boden grün ist, wo unter anderem Peperoni wachsen. Zum Abschluss der Fahrt schenkt der Fahrer jedem von uns einen Granatapfel.

Inzwischen ist es warm geworden und so lege ich nur noch meine Jacke in den Bus, greife mir einen neuen Film und sitze schon auf dem Beifahrersitz eines Landrovers. Bald darauf befinden wir uns in einem riesigen Tal, welches auf 3 Seiten von Bergen umschlossen scheint. Der Boden ist kärglich gewachsen, Geröll ist dominierend.

Immer enger rücken die Berge rechts und links nun zusammen, während wir westlich auf die Ausläufer des Atlasgebirges zuhalten und uns schließlich hinaufwinden.

Immer noch begleitet uns nur spärliche Vegetation.

Dann erreichen wir Chebika die erste der Bergoasen. Wir steigen aus und wandern durch eine enge Schlucht mit einem Wasserfall, das Wasser sammelt sich in einem Becken und nur hier ist es fruchtbar, vieles wächst und gedeiht hier, während die Berghänge selbst und auch die Ebene davor bis zum Horizont, es ist nicht weit bis zur algerischen Grenze, vegetationslos zu sein scheint.

Nach kurzer Fahrt den Berg hinunter und wieder hinauf mit 10% igem Gefälle erreichen wir Tamerza, die größte der Bergoasen, sie ist regelrecht von Bergen umgeben, richtiggehend eingeschlossen. Wir durchwandern den alten Teil des Dorfes, welches nach Überschwemmungen in den 60iger Jahres des letzten Jahrhunderts von den Bewohnern verlassen wurde. Es liegt in einem riesigen Canyon und man hat einen weiten Blick bis hin zum Chott und auch hier wird uns deutlich, dass es nur dort Vegetation gibt, wo Wasser aus dem Boden dringt, hier sprudelt sogar recht warmes Wasser aus dem Fels. Der Berg speichert die Wärme der Sonne, was dazu führt, dass das Wasser im Sommer kühler ist als im Herbst und im Winter. Es ist erstaunlich wie es den Menschen gelingt, dort wo es Wasser gibt, den Boden, oder besser gesagt die Pflanzen zum Wachsen und Blühen zu bringen.

Es ist eine wirklich tolle Landschaft, die sich unserem Auge bietet und mirgeht, wie schon mehrmals auf dieser Tour durch den Kopf, dass ich mir wünsche Schriftstelle oder Geologe oder besser noch beides zu sein, um ausdrücken zu können, was ich sehe.

Außerdem sind die Eindrücke so vielfältig, dass ich beginne, ich schreibe dies Stunden später, während der Bus ca. 300 km südlich von Tunis entfernt durch Gafsa und einige kleinere Orte fährt, die Etappen und ihre Sehenswürdigkeiten durcheinander zuwerfen. Ich muss dies später anhand der Bilder noch nachvollziehen. (Ich hoffe, es ist mir gelungen)

Eine Zeitlang fahren wir nahezu parallel zur nahen algerischen Grenze und biegen dann nach Osten ab, Richtung Metlaoui des Phosphatabbaus. Irgendwie erinnert mich das Industriegebiet, durch welches wir nun fahren, an Szenen aus Sience Fictonfilmen wo auf fernen Planeten Bergbau betriebe wird. Ein Förderband, auf hohen Stelzen erbaut und größtenteils blechern überdacht, begleitet uns auf mehreren Kilometern. Dazwischen immer wieder altmodisch wirkende Industrieanlagen und Baraken; es riecht scharf und chemisch.

Dann erreichen wir die Ortschaft und wir verlassen die Landrover zur Mittagspause nach der es mit dem Bus weiter Richtung Küste geht.

Auf der Fahrt dorthin ist die Landschaft meist karg, öd und steinig. Rechts begleiten uns noch lange die letzten Ausläufer des Atlas, die nach und nach immer mehr zum westlichen Horizont zurückweichen. Nur selten gedeihen kleine Olivenplantagen und Kakteen die man dann, zum Schutz der Olivenbäume als Zäune gepflanzt hat um Tiere daran zu hindern in die Plantagen einzudringen. Aber auch wo es keine Olivenbäume gibt, hat man die hier häufigen Feigenkakteen angepflanzt. Ab und zu sieht man auch ein paar Eukalyptusbäume, die ursprünglich aus Australien stammen. Die Erhebungen des Atlas sind jetzt nur noch schemenhaft zu erkennen, dafür wird westlich die niedrigere Kette des Küstengebirges immer deutlicher erkennbar.

Als wir i Metlaoui zum Bus kamen, hatte der Fahrer auf der Sonnenseite die Vohänge zugezogen und heute waren wir auch über die eingeschaltete Klimaanlage froh, denn es diesmal deutlich heißer als auf der Hinfahrt und nahezu wolkenlos.

Auf der Fahrt weiter nordwärts nehmen diese allerdings wieder zu, einige Schäfchenwolken und Zirren erscheinen am Himmel und im Nordosten, Richtung Küste scheinen auch dickere Wolken zu hängen.

Je näher wir Kairouan kommen um so fruchtbarer wird der immer noch trocken wirkende Boden. Teilweise ist er grau, teilweise hellbraun. Aber die Olivenhaine und Mandelbäume werden größer und häufiger. Wir fahren inzwischen wieder durch den nördlichen Teil der Steppe. Bald erkennt man, dass hier unter anderem auch Peperoni kultiviert wird.

In Kairouan, der viertheiligsten Stadt des Islam, haben wir nicht mehr viel Zeit, sie reicht nur damit wir von einer Dachterrasse in den Innenhof der n Moschee blicken können. Zwar ist die Große, oder Sidi-Oqba-Moschee eine der wenige in Tunesien die man auch als Nichtmohamedaner betreten darf, aber dies ist nur bis 14:00 (und im Ramadan nur bis 13:00 Uhr) möglich. Aber auch von außen bietet sie uns ein imposantes Beispiel islamischer Baukunst.

Wieder im Bus, ein Teil der Gruppe ist von hier separat in Richtung Madhia gefahren,setzen wir unsere Fahrt fort, fahren Richtung Sousse und fahren ehe wir die Stadt erreichen auf die Küstenautobahn und erreichen unser Hotel, es ist bereits dunkel rechtzeitig zum Abendessen.

Diese Tour wird noch lange in meinem Gedächnis bleiben und diesen Bericht werde ich sicher immer mal wieder lesen


PS dieser Bericht erschien auch bei Ciao

14 Bewertungen, 9 Kommentare

  • Fluetie

    29.11.2005, 20:58 Uhr von Fluetie
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr nützlich ( Sprache: Altyopi ) :-) lg Dirk

  • MasterT86

    28.11.2005, 14:18 Uhr von MasterT86
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht und wirklich interessant. Lg

  • animaldream

    28.11.2005, 07:20 Uhr von animaldream
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh LG animaldream

  • Dr.Claudia

    27.11.2005, 22:09 Uhr von Dr.Claudia
    Bewertung: sehr hilfreich

    Den Bericht kenne ich ja schon ;-) LG Claudia

  • campimo

    27.11.2005, 20:22 Uhr von campimo
    Bewertung: sehr hilfreich

    Absolut interessant!

  • carina05

    27.11.2005, 19:08 Uhr von carina05
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh! lg carina <33

  • sindimindi

    27.11.2005, 18:40 Uhr von sindimindi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein starker Bericht, den ich unterstreichen kann: <br/>Eine ähnliche Safari habe ich anno '89 auch gemacht. <br/>Was mich und viele andere meiner Gruppe unendlich genervt hat, waren die aufdringlichen Berber auch deren Kinder, die einen sogar mehrere

  • irmi1967

    27.11.2005, 18:19 Uhr von irmi1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    was für ein Bericht, super !

  • morla

    27.11.2005, 18:17 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schöner bericht