3tägige Jeepsafari Testbericht

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Erfahrungsbericht von Rym2210

Südtunesien auf eigene Faust

Pro:

Sonne, Strand, Palmen, Kamele, Wüste, Oasen

Kontra:

3 Tage sind etwas kurz

Empfehlung:

Ja

Ganz zweifellos war es die schönste Tour in Tunesien- DER SÜDEN.

Wie immer sind wir in Hammamet gestartet. Mit unserem alten Peugout sind wir einfach losgefahren, ohne zu wissen, wo wir übernachten werden und wann wir wiederkommen. Etwas Angst, dass unser Auto unterwegs den Geist aufgeben würde, hatten wir schon. Immerhin wussten wir nichts über die Strassen. Mit so guten Strassen, habe ich überhaupt nicht gerechnet, selbst in die abgelegenen Dörfer kamen wir ohne Probleme.

Früh morgens haben wir uns auf den Weg nach KAIROUAN, der heiligen Stadt mir ihren vielen Moscheen (ca 150) und einer wunderschönen Medina gemacht. Die Fernstrasse dorthin ist gut und von viel grün umsäumt.
Kurzer Stop in Kairouan bei der grössten Moschee Tunesiens- Sidi Oqba mit ihrer herausragenden weißen Kuppel. Schon der Maler Paul Klee war von ihr begeistert.
Wer sich aus Tunesien einen der beliebten, handgeknüpften Teppiche mitbringen möchte, ist in Kairouan an der richtigen Stelle. Dort gibt es die schönsten Teppiche und die meisten Knüpfereien.
Noch ein Kaffee im Café Halfaouine mitten in der Altstadt und es geht weiter nach

GABES
Kurz vor Gabes bin ich das erste mal so richtig von der Umgebung beeindruckt. Riesige Palmengärten mit sattgrünen Wiesen. Die Gelegenheit sollte sich keiner entgehen lassen und in einem der zahlreichen Anlagen eine Pause einlegen. Als 5 grösste Stadt Tunesiens hat Gabes natürlich noch mehr zu bieten. Das Stadtzentrum lädt zum bummeln ein und die Strände sind fast noch überall naturbelassen und sehr breit. Hier haben wir doch tatsächlich einen Platz am Strand für uns alleine gefunden!

Am Strand frische Energie getankt geht es weiter über Medenine nach ZARZIS, die Halbinsel vor Djerba.
Auf dem Weg nach Zarzis verändert sich das Landschaftsbild erheblich. Weite Steppen, durchtrennt von einigen Olivenhainen und Palmen. Beliebt ist Zarzis genau wie Djerba wegen der schönen Strände, die mit Palmen geschmückt sind.
Nach ein paar kleinen Einkäufen geht es weiter über den Römerdamm nach DJERBA.

Eigentlich sollte ich mich schämen, so oft in Tunesien und noch nie auf Djerba gewesen! Auf der Insel angekommen sind wir erst einmal etwas ratlos, wohin wir nun fahren sollen. Nur Sand und Palmen. Der Wind weht ziemlich heftig und wir sehen am Strand einige Surfer. Für Wassersport ist die Insel wirklich ideal.
Wir fahren nach Midoun, das Stadtzentrum mit seinen vielen Souvenirläden macht einen netten Eindruck und ich als "Kaufsüchtige" stürze mich erst einmal auf die Geschäfte.
Ziemlich müde kommen wir dann in der Inselhauptstadt Houmt Souk an.
Um für die Tour nicht zu viel auszugeben,suchen wir uns ein günstiges Hotel, aber all zu schäbi soll es auch nicht sein. Das Grand Bleu liegt direkt an der Promenade und wir bekommen das Doppelzimmer für 50 Dinar- ca 32 Euro) mit Frühstück. Die Zimmer sind sauber und haben sogar TV. Egal, wir wollen nur noch schlafen, damit wir für die Weitereise fit sind.
Am nächsten morgen bummeln wir etwas durch die Souks von Houmt Souk ( wie sich das anhört :-)) ) und ich kann mich kaum von den vielen Ständen auf dem Trödelmarkt losreissen. Nun aber schnell zur Fähre bei Ajim.
Für ein paar Cent kommt man in ein paar Minuten wieder auf das Festland.

Um nicht zu viel Zeit zu verlieren fahren wir auf direktem Weg über Amchoum nach Gabes zurück. Da wir morgens ziemlich getrödelt hatten, mussten wir leider auf den Abstecher nach Matmata verzichten. Das würde ich aber jedem empfehlen. Es sind nur 43 km von Gabes und zu sehen , wie die Menschen in "Löchern" ( so nennen wir es immer) wohnen ist sehr beeindruckend- ok- ich verrate mal hier, dass sie dafür vom Staat bezahlt werden und nur wegen der Touristen da bleiben, aber beeindruckend ist es trotzdem.

Wir sind nun kurz vor KEBILI
Endlich sehe ich , worauf ich mich die ganze Zeit gefreut habe. Weidende Dromedare am Strassenrand. Die Landschaft wird immer karger, bis nur noch vereinzelte Büsche aus dem Boden ragen. Diese Eindrücke bleiben hängen, gerade noch alles grün, nun nichts mehr- ausser dem weiten Land und Berge am Horizont. Durch die stark ansteigenden Temperaturen können wir fühlen, dass wir der Sahara näher kommen.
Kebili selber fand ich nicht so interessant, aber die Oasen vor und hinter der Stadt sind sehr schön anzusehen.
Voller Ungeduld konnte ich kaum abwarten nach DOUZ zu kommen. Mein erstes mal in der Wüste. Diese Eindrücke werde ich nie vergessen ( näheres im Bericht über Douz).
In Douz machten wir die längste Pause, eine Pause, die sich wirklich lohnt!
Eigentlich schade, dass wir weiter mussten. Aber ich wollte noch unbedingt den CHOTT EL JERID vor Sonnenuntergang sehen. Gut, dass ich das wollte!!! Die Strasse von Kebili nach Touzeur die mitten durch den Chott führt, ermöglicht eine fantastische Aussicht über den teilweise ausgetrockneten Salzsee.
Und was war das? Ein Kamel auf dem Salzsee oder eine Fatamorgana? Nein ein Kamel aus Salz gebaut-wie niedlich! Diese Kunstwerke wiederholen sich mehrmals bis langsam die erste Oase vor TOUZEUR sichtbar wird.
Den ersten Eindruck von Touzeur bekamen wir bei leichter Dämmerung. Die eigenwillige Bauweise fällt sofort auf. Alle Häuser sind braun mit Ziegelsteinen gebaut. Eine sehr schöne architektische Leistung! In Touzeur herrscht ein reges Leben auf den Strassen. Die warmen Temperaturen am Abend laden noch auf einen Spaziergang durch das Zentrum mit den vielen Geschäften ein.
Wir essen in einem kleinen tunesischen Restaurant. Es gibt Salat, Pommes, Brik (dünner Teig mit Ei) , Merguez ( stark gewürzte tunesische Würstchen) und Suppe mit Brot, dazu Cola und alles kostet uns nur 2 Euro.
Hier übernachten wir im Hotel Continental und zahlen 34 Euro für das Doppelzimmer mit Frühstück.
( Die Originalpreise sind meistens etwas höher, auch im Hotel kann man handeln! )
Das Hotel liegt nahe zur Innenstadt und hat einen schönen Garten, der am Ausläufer eines Wasserfalls liegt.
In Touzeur habe ich mich richtig wohlgefühlt. Die vielen Oasen, das Flair einer Wüstenstadt, die vielen traditionell gekleideten Tunesier und schliesslich die grossen Gärten, in denen man mit einer Kutsche spazieren fahren kann. Touzeur ist voll mit Kutschfahrern und so eine Fahrt lohnt sich auf jeden Fall, die wissen schliesslich am besten, wo die schönsten Plätze in Touzeur sind.
Die schönsten Adressen in Touzeur sind Ras el Ain (Kopf des Auges) und Belvedere. Hier sieht man das Wasser in die Oase fliessen und die Erfrischung suchenden Tunesier beim Bad in der Quelle.
Das Cafe kurz vor Ras el Ain mit dem grossen Berberzelt unter Palmen ist perfekt für eine Erfrischung.

ACHTUNG! Wer demnächst nach Touzeur fliegt , bitte bescheid sagen. Dort wohnt Fatma, das Babydromedar, die ihre Mutter verloren hat und noch mit dem Leben kämpft. Ich hoffe so sehr, dass es ihr gut geht und bin über Neugigkeiten dankbar!

So nun geht es am späten Vormittag weiter nach CHEBIKA, nahe an der algerischen Grenze.
Dort haben wir die nettesten Menschen von Tunesien getroffen. Chebika , ein sehr kleines Dorf mit atemberaubender Natur. Die Oase liegt zwischen hohen Felsen, von denen Wasser herunterfliesst. Dieses Farbspiel muss man gesehen haben.
Nun geht es die Berge noch weiter hinauf, dass mir bald schwindelig wird, bis wir in TAMERZA ankommen. Aus dieser Höhe bietet sich ein beeindruckender Anblick über die Oasen, Berge und die komplette Landschaft ringsherum.
Im Dorf angekommen bieten uns die Menschen frisches Wasser und Datteln an.
Tamerza ist bekannt für leckere Couscousgerichte und wirklich dort schmeckt es sogar in Restaurants wie zu Hause!

Mit vollem Magen brechen wir auf nach GAFSA.
Da wir so nah an der algerischen Grenze sind, wird uns ziemlich oft unsere kostbare Zeit von den Polizeikontrollen gestohlen. Jedesmal wird Name und Passnummer notiert und einmal wollte der Beamte sogar Geld- einfach so. Wir haben natürlich nichts bezahlt und man hat uns nach etwas reden weitergelassen.
Diese Kontrollen haben wirklich genervt!

Auf dem Weg nach Gafsa können wir wieder das abwechslungsreiche Spiel der Natur erleben. Weite Steppen mit weidenden Herden, Berge, Täler und kleine hübsche Dörfer und Dromedare ,die uns am Strassenrand begegnen.

Gafsa, eine lebendige Stadt mit hübschen Gärten. Hier ist man sich nun nicht mehr sicher, ist man noch in der Wüstenregion oder schon wieder im grünen Tunesien!
Nach einer kleinen Stadtrundfahrt und Einkaufsbummel ( Gafsa ist bekannt für die besonderen Teppiche mit Tiermotiven) fahren wir nun weiter nach SFAX.

Am frühen Abend können wir das riesige Lichtermehr der Stadt erblicken.
Im Zentrum angekommen bin ich beeindruckt von der Architektur und Sauberkeit der Stadt. Eine Mischung von modernen, stilvollen Gebäuden und typischen tunesischen Häusern umgeben die grosse Mauer der Medina mit dem prächtigem Eingangstor. Die Stadt wirkt sehr groß und doch gut sortiert und fortschrittlich.
Eigentlich schade, dass wir zu spät angekommen sind, um noch durch die vielen Einkaufsstrassen zu bummeln, aber die Gelegenheit wird bestimmt noch kommen!

Ziemlich erschöpft fahren wir gegen 23 Uhr über Sousse nach Hammamet zurück und fallen gegen 1Uhr30 zu Hause ins Bett.

Schlusswort:

Diese 3 Tage waren mit die schönsten in Tunesien.
Da ich hier nur die Route beschrieben habe, fehlen sicherlich noch viele Details der einzelnen Orte. Aber Ihr sollt ja auch noch etwas entdecken können :-)
Für kleine Kinder wäre es sicherlich etwas zu anstrengend, aber jedem anderen kann ich es empfehlen.
Die vielen Pausen lassen die Kilometer schnell vergessen!
Wer die Möglichkeit hat, sollte sich noch mehr Zeit für diese Tour nehmen, 3 Tage waren wirklich knapp! Gelohnt hat es sich aber trotzdem auf jeden Fall!

Um einen etwaigen Überblick zu bekommen, hier noch die Teilstrecken in Kilometern:

Hammamet- Kairouan 124 km
Kairouan - Gabes 212 km
Gabes- Zarzis 98km
Zarzis- Djerba 5km
Djerba- Gabes 100km
Gabes-Kebili 114km
Kebili -Douz 29km
Kebili- Touzeur 97km
Touzeur-Gafsa 160km (über Chebika)
Gafsa- Sfax 190km
Sfax- Hammamet 233km

Die Strassen waren alle gut bis sehr gut befahrbar und sehr gut ausgeschildert!

77 Bewertungen, 12 Kommentare

  • hjid55

    07.04.2007, 15:18 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh & lg Sarah

  • Estha

    26.05.2006, 18:34 Uhr von Estha
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh... @};----..lg susi

  • anonym

    07.05.2006, 15:28 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • RudiRe

    29.08.2005, 02:59 Uhr von RudiRe
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...habe ich zweimal gemacht, einmal fünftägig mit dem Mietwagen, und dann drei Wochen lang auf eigene Faust mit Zug, Luages usw. Immer von Sousse aus, aner dann auch mit Schlenkern nach Tataouine, Matmata und in die Sahara hinein. Werde ich unbed

  • nicky82

    28.05.2005, 19:50 Uhr von nicky82
    Bewertung: sehr hilfreich

    das würd ich auch gern machen :-) lg nicky

  • max4686

    27.05.2005, 20:15 Uhr von max4686
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schöner bericht! LG Julie p.s.:über gegenlesungen und gegenbewertungen freue ich mich immer! bewerte dann natürlich auch deine anderen berichte ;)

  • knudly

    27.05.2005, 20:06 Uhr von knudly
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht, schau mal bei mir vorbei ;)!

  • 2011emjott

    20.05.2005, 17:04 Uhr von 2011emjott
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr guter und interessanter Bericht!

  • Towelie

    14.05.2005, 16:58 Uhr von Towelie
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wie du deine Reise beschreibst hört sich das alles unheimlich interessant an! Man könnte grad glauben, dass man dabei war, super! LG

  • zuchtperle

    13.05.2005, 16:49 Uhr von zuchtperle
    Bewertung: sehr hilfreich

    ... super Bericht hast du hier hin(ter)gelegt. Finde keine anderen Worte, ausser sehr interessant und detailiert. Nicolé

  • anonym

    13.05.2005, 08:59 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    komm ich mit

  • novit

    13.05.2005, 00:18 Uhr von novit
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein sehr nützlicher und informationsreicher testbericht....klasse