50 erste Dates (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Klara_19

Zum Heulen komisch - 50 erste Dates

Pro:

Darsteller, Das Ende, gute Gratwanderung zwischen Tragik und Komik

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

*****Worum geht es?*****
Henry Roth ist Tierarzt in einer Art Seaworld auf Hawaii, und ein Playboy wie er im Buche steht. Seine Masche ist genauso billig wie simpel:
Leichtgläubigen Touristinnen lügt er das blaue vom Himmel um sie ins Bett zu kriegen; Mit ihnen Schluss machen muss er nicht,
schliesslich fährt jede Touristin irgendwann mal nach Hause, und wenn doch nicht, dann ist er eben
ein Geheimagent, der unterwegs zu seiner nächsten Mission ist, und die schöne Linda leider verlassen muss.

Eines Tages begegnet Henry allerdings etwas, was er in dieser Form wohl noch nie gekannt hat; Die wahre Liebe.
Nach einem \"Unfall\" mit seinem Boot frühstückt er in einem Café auf einem Teil von Hawaii, auf dem er noch nie war.
Dort trift er sie, Lucy, ein blonder Engel mit einem bezaubernden Lächeln, die offensichtlich Spass daran hat, aus
ihren bestellten Waffeln Häuser zu bauen. Henry ist baff und hingerissen.
Er setzt sich zu ihr, die beiden reden, lachen, und haben eine Menge Spass, man sieht: Hier hat es gefunkt.
Sie verabreden sich für den nächsten Tag, gleicher Platz gleiche Zeit.
Doch als sich Henry am nächsten Tag zu ihr setzt, hat Lucy anscheinend keine Ahnung wer Henry ist und fühlt sich
von ihm belästigt, und rennt schliesslich weg.
Der irritierte Henry wird von der Cafébesitzerin aufgeklärt: Vor über einem Jahr hatte Lucy einen schlimmen Autounfall mit ihrem
Vater; seitdem hat sie ihr Kurzzeitgedächtnis verloren, was bedeutet: Sie kann sich nichts länger als einen Tag behalten, was nach
dem Unfall passiert ist. Für sie ist jeder Tag der gleiche Sonntag im Oktober, der Geburtstag ihres Vaters.

Henry will trotzdem versuchen, Lucys Herz für sich zu gewinnen. Jeden Tag denkt er sich eine neue Idee aus, wie er sie kennenlernen kann, denn:
Ging Lucy auf die eine \"Masche\" an einem Tag noch ein, so findet sie die gleiche \"Masche\" am nächsten Tag doof.
Anfangs erntet er dafür noch Ablehnung, besonders von Lucys Vater und ihrem
Bruder, er schafft es aber die beiden für sich zu gewinnen.

Mehr von der Handlung will ich euch jetzt nicht verraten, da es (wie immer) spannender ist, wenn man nicht allzviel weiss

*****Die Darsteller*****

Allen voran überzeugen Drew Barrymore und Adam Sandler in den Hauptrollen, sie beweisen, das die Chemie zwischen ihnen
einfach stimmt.
Es gibt ja immer noch Leute die behaupten, Sandler könne nicht schauspielern. Aber spätestens seit Punch Drunk Love sollte man
davon überzeugt sein.
Rob Schneider spielt Henrys besten Freund Ula, ein hawaiianischer Kauz mit 6 Kindern, und einem Haufen genialer Sprüche im petto; herrlich schrullig und skurill, einfach klasse.
Sean Astin (einigen vielleicht nur als Hobbit Sam bekannt) spielt Lucys Bruder, der ein Faible für Kraftraining, und für
das wippen und wackeln mit seinen Brust- bzw. Pomuskeln hat. Er sorgt eindeutig für die meissten Lacher, und spielt seine Rolle überzeugend.
Im Original lispelt er ziemlich, ob dies jetzt auch in der Synchronisation übernommen wurde weiss ich leider nicht, wäre schön
wenn man jemand darüber aufklären könnte ;)



*****Die Inszenierung*****

Der Film ist sehr schön gemacht. \"Böse Zungen\" behaupten, das der Film nur eine Plattform sei um sich über Behinderte lustig zu machen.
Dies ist immer ein Thema, das mit Vorsicht zu geniessen ist, und man kann es immer zweideutig sehen:
In diesem Film lernen wir zb 10 Sekunden Tom kennen; er verliert sein Kurzzeitgedächtnis schon immer nach 10 Sekunden.
Ob man jetzt darüber lacht oder nicht, ist dem Zuschauer selbst überlassen, es wird jedenfalls nicht so dargestellt, als wolle man
dem Zuschauer sagen \"DA!! Ein Behinderter!! Los, du musst lachen!!!!!!!!!!\"
Der Film kommt mit vielen unverbrauchten Witzen daher, zb macht es einfach Spass zuzusehen, was für eine schöne Idee Henry sich
für den nächsten Tag ausgedacht hat, um Lucy kennenzulernen.
Ebenso würde ich den Film aber ebenso in das Genre Drama stecken. Ich fand es eher traurig als lustig mit anzusehen,
was die Menschen die Lucy lieben jeden Tag durchmachen, und wie sie unter der ganzen Situation leiden.
Da ich folgenden Punkt schon von mehreren gehört habe, möchte ich ihn hier aufführen:
Viele fragen, warum Lucys Familie jeden Tag genau den gleichen Tagesablauf macht (den Geburtstag von Lucys Vater feiern, jeden Tag den gleichen
Film ansehen, usw), wenn sie es doch sowieso am nächsten Tag vergessen hat. Ich denke, sie tun das, weil sie hoffen, das Lucy sich
irgendwie erinnert, das ihr Kurzzeitgedächtnis wieder richtig funktioniert, wenn sie jeden Tag so gestalten wie den Tag nach dem Unfall. Es
ist einfach etwas, woran sie sich klammern.


*****Meine Meinung*****

Mir persönlich gefiel der Film sehr gut. Zwar ist die Grundidee von \"Groundhog Day\" geklaut, zeigt aber doch viele wesentliche Unterschiede im Plot; ebenso
geht es nicht darum, das jemand seine lektion lernen, bzw ein besserer Mensch werden muss, sondern um eine Krankheit.
Wenn man von den Witzen absieht, die zum Teil sehr witzig sind, und dann auch wieder weniger gut, dann ist der Film einfach
eine wunderschöne Liebesgeschichte, mit einer guten Message. Normalerweise bin ich nicht gerade ein Fan von Liebesgeschichten, diese gefiel mir
aber sehr gut, da es nicht das gewohnte 08/15 Schema ist.
Der Film schafft es, sehr gut die Waage zwischen Tragik und Komik zu halten, ohne in den Kitsch abzutriften.
Die Charaktere des Films sind durch die Bank weg alle sehr sympathisch
Leider kann ich dem Film nicht absprechen, das er unrealistisch ist. Womit ich nicht die Krankheit in Frage stelle,
das es sie gibt ist mir bewusst.
Das sich Henry allerdings auf den ersten Blick in Lucy verliebt, und dann, als er über ihre Krankheit bescheid weiss,
trotzdem jeden Tag versucht sie zu erobern, finde ich doch ein bisschen zu übertrieben. Er scheint es ertragen zu können, das,
egal wie viel Mühe er sich auch gibt, und egal wie viel Herzblut er in die Sache investiert, er jeden Tag von neuem ein
Fremder für Lucy ist. Zwar schreibt sie Tagebuch, nachdem ihre Familie und Henry ihr die Wahrheit sagen (wie schon so oft, sie vergisst es ja wieder)
dennoch sind ihre Gefühle und Erinnerungen verschwunden. Das was man erlebt hat in einem Tagebuch zu lesen ist ja etwas anderes als wenn man die
Erinnerung an die Gefühle daran hat. Er gibt sein ganzes bisheriges Leben für sie auf (ausser seinem Job).
Hoffnungslose Skeptiker (wie ich eigentlich einer bin) werden also nach dem Film den Kopf schütteln und sich fragen, was das
für eine übertrieben romantische, und noch mit Zuckerguss obenauf, Liebesgeschichte war.
Vielleicht sollte man diesen Aspekt einfach ausblenden, und sich von dem Film berieseln lassen. Er langweilt in keiner Minute, und ist nicht
absolut vorhersehbar, was zur Spannung natürlich beiträgt.
Der Film stimmt aber auch sehr nachdenklich. Wie würde ich mich in Henrys Situation verhalten, wie würde ich damit umgehen.
Oder wie wäre es für mich Lucy zu sein, jeden Morgen aufzuwachen und meinen Freund nicht mehr zu kennen??
Diese Fragen habe ich mir gestellt, und da bin ich sicher nicht die Einzige.

Hawaii ist einfach perfekt ausgewählt, die wunderschöne landschaft, die Strände, das Meer, die Tiere, es passt alles zur Stimmung
des Filmes, und man könnte direkt fernweh kriegen.

Der Soundtrack ist ebenfalls sehr gut ausgewählt; Reggae, Oldies, einfach schöne gute Laune Musik, die dem Film den letzten Schliff geben.

Adam Sandler Filme haben es ja immer schwer; entweder man liebt seinen Humor, oder man hasst ihn. Ich mag die meissten seiner Filme (wobei auch
ein paar ziemliche Hänger dabei sind [Happy Gilmore, Big Daddy, Waterboy]) und kann nur sagen:
Dieser Film ist einer seiner besten Filme. Ich sehe mir Filme immer im Original an, habe aber schonmal einen Sandler Film auf deutsch gesehen, und
kann nur sagen: Seine Synchronstimme ist einfach SCHRECKLICH!! Man hat das Gefühl das man jede Sekunde einschläft, und die Stimme versaut auch
das restliche Bild, was man von Adam Sandler hat. Deswegen würde ich den Film wirklich nur im Original empfehlen!!

Was mir besonders am Film gefiel, war das Ende. Ich war mehr als positiv überrascht, meiner Meinung nach ist es das perfekte Ende für den Film, und sehr
untypisch, ich wette nur die wenigsten haben solch ein Ende erwartet. Ob es jetzt 100% nachvollziehbar ist sei dahingestellt, aber besser hätte man den
Film nicht enden lassen können. Ich bin normalerweise nicht so oft mit einem Filmende zufrieden, aber dieses ist wirklich eines der besten.



Fazit:

Ein wunderschöner Film, lustig und zugleich dramatisch, wenn auch nicht immer ganz logisch. Wenn man sich auf den Film und die Romantik einlässt
auf jeden Fall zu 100% ein bezauberndes Filmerlebnis. Überzeugende Darsteller, sympatische Charaktere, schöne Landschaftsaufnahmen.

19 Bewertungen, 1 Kommentar

  • robertö

    20.05.2004, 16:14 Uhr von robertö
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich hab den Film auch im Kino gesehen und ich find ihn einfach nur geil!!!! Deinen Bericht natürlich auch!