AS Gefrierbeutel Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 03/2005
- Funktionalität:
- Qualität & Verarbeitung:
- Handhabung & Komfort:
- Preis-Leistungs-Verhältnis:
Erfahrungsbericht von topfmops
Vorsicht !! Nicht immer logisch
Pro:
Alle sind zufrieden
Kontra:
Diese unsägliche Sprache der Werbung
Empfehlung:
Ja
Sicher, man kann nahezu alles einfrieren, nur manchmal macht es keinen Sinn. Es mag effektiv sein, aber so manches Mal ist es nicht effizient. Der Unterschied zwischen ‚effektiv’ und ,effizient’? Ich nehme die Hilfe von Bastian Sick in Anspruch. Das ist der mit ‚Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod’ (siehe auch den Bericht „Pflichtlektüre für Schreiberlinge“ vom 27.12.2005 ):
;Wer zu Weihnachten einen Tischbrand mit einem Glas Champagner löscht, der handelt effektiv: Das Feuer ist aus. Effizient ist diese Handlungsweise jedoch nicht: Ein Glas Wasser hätte es ja auch getan.’
An der Technik des Einfrierens lässt sich sehr schön zeigen wie vermeintlicher Fortschritt und der Glauben daran weitere Industrien schafft und wie Abfallprodukte der chemischen Industrie in Geld verwandelt werden.
Zuerst wird uns die Vorratshaltung ans Herz gelegt. Es macht durchaus Sinn, Nahrungsmittel dann, wenn sie sehr preisgünstig sind, zu kaufen, um sie haltbar zu machen. Das fördert den Verkauf von Tiefkühlgeräten. Die Mehrzahl der bundesdeutschen Haushalte dürfte inzwischen mit einer Tiefkühltruhe ausgerüstet, zumindest mit dem integrierten Tiefkühlfach im Kühlschrank. Allerdings sollte man einzelne Produkte nicht wild über- oder nebeneinander verstauen. Also müssen sie verpackt werden.
Und jetzt schlägt die Stunde der Spezialisten und Wortschöpfer. Denn dazu ‚darf’ der Verbraucher nicht irgendeine Verpackung benutzen. Wir brauchen also eine Begründung, warum tiefgekühlte Nahrung so und nicht anders verpackt werden soll. Kann ein tiefgekühltes Lebensmittel nicht doch verderben?
Jawohl, kann es, denn wir erfinden den ‚Gefrierbrand’. Geschickte Werbefachleute reden dem Verbraucher ein: Wenn die Kälte an ungeschützte Lebensmittel kommt, dann sind diese zwar halt- aber nicht mehr genießbar. Also müssen wir die verpacken. Und jetzt kommt die ‚notleidende’ Erdölchemie ins Spiel. Die haben ein Abfallprodukt, das bei bestimmten chemischen Prozessen anfällt und das sehr arbeitsintensiv und kostenaufwändig entsorgt werden muss: Polyethylen.
Frage an die Vorläufer des Verpackungskünstlers Christo: „Könnt Ihr damit was anfangen?“ Die sagen: „Ja, können wir. Da machen wir Tüten und Beutel draus. Und damit sich das auch lohnt, machen wir für jeden Verwendungszweck eine Extra-Verpackung!“
Damit wir auch alle vom selben Stoff reden, zitiere ich aus ‚wikipedia’:
„Polyethylen wurde 1898 von dem Chemiker Hans von Pechmann entdeckt. Polyethylen wurde am 27. März 1933 zum ersten Mal durch Reginald Gibson und Eric Fawcett in den ICI-Laboratorien in England industriell unter einem Druck von ca.1400 bar und bei einer Temperatur von 170 °C hergestellt, das Polyethylen befand sich auf der Innenwand des Autoklaven es war ein weiß wachsartiger Belag. Erst 1940 konnte ein wirtschaftlich rentables Verfahren entwickelt werden. 1953 entwickelten der Deutsche Karl Ziegler und der Italiener Giulio Natta den Ziegler-Natta-Katalysator, mit dessen Hilfe eine Polymerisation von Ethen auch bei Normaldruck möglich wurde. Die beiden erhielten dafür 1963 den Nobelpreis in Chemie. Kommerziell wird Polyethylen in großen Mengen seit 1957 - vor allem in Rohrleitungssystemen für die Gas- und Wasserversorgung und in Verpackungsmaterialien – eingesetzt.“
Und jetzt ist der Gefrierbeutel geboren und alle sind zufrieden.
Das mir ehelich angetraute Weib benutzt welche von AS, vor allem im Spätsommer, wenn Gemüse preiswert ist, und sie verpackt verschiedene Gemüse in einzelne Beutel, was auch sehr praktisch ist. Wobei das Putzen des Gemüses in die Abteilung ‚niedere Arbeiten’ fällt, also in meinen Aufgabenbereich. Sie portioniert und verpackt mit wahrer Inbrunst und Leidenschaft. Allerdings hauptsächlich aus purem Widerspruchsgeist an meinen Gedankengängen.
Über die weibliche Fähigkeit zur Einsicht in großindustrielle Zusammenarbeit jedoch an anderer Stelle.
Der Vertreiber dieser Beutel - die Drogerie-Kette Anton Schlecker - beschreibt sie uns als:
„- aus hochwertigem Polyethylen
- gefriersicher
- geschmacks- und geruchsneutral
- aromatischer durch starke Spezialfolie
- reißfest, daher keine Gefrierbrand-Gefahr“
Und da geht die Volksverdummung weiter. Was, bitte, ist minderwertiges Polyethylen? Was bedeutet, bitte, „gefriersicher“? Und entweder sind die Beutel ‚geschmacks- und geruchsneutral’ oder sie sind ;aromatischer’! Beides zusammen geht nicht. Dass sie reißfest sind, bestätige ich aus eigener Anschauung.
Diese Beutel können angeblich bis zu 6 l fassen, aber dann bekommt man sie oben nicht mehr zu und die ‚Gefrierbrand-Gefahr’ feiert fröhliche Urständ.
Dennoch stelle ich alle sprachlichen Bedenken bei einem Preis 69 Eurocent für 100 Stück hinten an, vor allem, weil es ihr Spaß bereitet, nach der Eichhörnchen-Methode zu bunkern. Dass Eichhörnchen Nüsse knabbern, darüber auch an anderer Stelle.
Einem vermeintlichen Lob möchte ich noch entgegnen: Von guten Verkäufern wird oft behauptet: „Der kann einem Eskimo einen Kühlschrank verkaufen!“ Dabei ist das eine der einfachsten Übungen. Wer wissen will warum, fragt mich bitte im Gästebuch.
topfmops, der auch auf anderen Plattformen zu Gange ist, bedankt sich für’s Lesen und Bewerten und freut sich auf lesenswerte Kommentare.
58 Bewertungen, 17 Kommentare
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21.01.2006, 15:05 Uhr von hendo
Bewertung: sehr hilfreichwow ,klasse bericht,wie du schreiben kannst ;)
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20.01.2006, 14:32 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreichSuper Klasse Bericht LG Anita
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19.01.2006, 17:14 Uhr von Connector
Bewertung: sehr hilfreichDanke für deine Lesung und zur Belohnung folgt auch gleich eine Gegenlesung. LG an Dich!
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18.01.2006, 23:09 Uhr von marina71
Bewertung: sehr hilfreichDie benutz ich auch immer zum Einfrieren von Brot usw. lg
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18.01.2006, 22:39 Uhr von mandymom
Bewertung: sehr hilfreichDinge die die Welt nicht braucht.Aber einer find sich immer. :-) L.G.
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18.01.2006, 11:53 Uhr von Diva24
Bewertung: sehr hilfreichWas wären wir ohne Gefriertruhe?!
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17.01.2006, 22:34 Uhr von Miss_Piper
Bewertung: sehr hilfreichDie werden bei mir als Ersatz für Butterbrottüten zweckentfremdet ...
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17.01.2006, 20:56 Uhr von Barbara01
Bewertung: sehr hilfreichDa bin ich aber froh keine Blondine zu sein. LG Barbara
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17.01.2006, 20:07 Uhr von Lidlefood
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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17.01.2006, 19:05 Uhr von AngelikaBS
Bewertung: sehr hilfreichSuper Bericht :-) Würde mich freuen, wenn du bei mir auch mal vorbeischaust ;-) Grüßle von Angelika <br/>
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17.01.2006, 18:23 Uhr von waikiki22
Bewertung: sehr hilfreichWirklich super Bericht !!! Sehr Hilfreich !!! LG Waikiki22
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17.01.2006, 18:18 Uhr von Alusru
Bewertung: sehr hilfreichwill ich wissen, gruß uschi.
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17.01.2006, 18:04 Uhr von Mekki83
Bewertung: sehr hilfreichgruß melanie
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17.01.2006, 15:53 Uhr von HiRD1
Bewertung: sehr hilfreichSH. Gruß, Ralf
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17.01.2006, 15:50 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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17.01.2006, 15:45 Uhr von bumbo
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich, toller Bericht
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17.01.2006, 15:44 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich <br/>
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