A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn (VHS) Testbericht

A-beautiful-mind-genie-und-wahnsinn-vhs-drama
ab 11,13
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004

5 Sterne
(20)
4 Sterne
(8)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(1)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von bachelor

Durch eine Blondine inspiriert ...!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Gestern war nicht gerade schönes Wetter und so begann die Überlegung, was man denn machen könnte. Da schoss mir doch plötzlich eine Idee durch den Kopf: Kino! Also war die Entscheidung schnell getroffen. Nicht besonders originell, aber macht doch immer wieder Spass. :-)
Etwas schwieriger wurde dann die Entscheidung, welchen Film wir denn jetzt sehen wollen. Also habe ich 3 Vorschläge "erarbeitet": "Zoolander" (Komödie), "Panic Room" (Thriller) und "A beautiful Mind" (Drama)
"Blade 2" (Action) konnte ich mir abschminken. Das war mir schon bewusst. ;-)
"Stolz" präsentierte ich also meine Vorschläge, die "Blade 2" gekonnt umgingen und schon ergab sich eine weitere Einschränkung: "Heute bitte keinen anstrengenden Film".
Also schloss ich gedanklich für mich "A beautiful Mind" schonmal aus. Doch die Wahl fiel dann genau auf eben diesen Film. Ich hatte wohl etwas vorschnell anspruchsvoll mit "anstrengend" in Verbindung gesetzt. ;-)
Gedanklich immer noch mit dieser "Frauen-Logik" beschäftigt machten wir uns dann auf den Weg ins Kino.
Als wir dann im Kinosaal platzt genommen hatten, beschloss ich die vorgenannten Gedanken bei den anderen mir schwer zugänglichen Fragestellungen wie z.B. "wie gross ist das All?" usw. abzulegen, weil ich mich ja auf den Film konzentrieren wollte. ;-) Und die Konzentration erwies sich als hilfreich, da der Film doch recht anspruchsvoll ist.

Inhalt:
John Nash (Russel Crowe) beginnt 1947 sein Mathematik-Studium an der Princeton-University. Eigenbrödlerisch und "von Haus aus" mit wenig Sozialkompetenz ausgestattet, hat er kein Interesse an den Vorlesungen und auch sein Interesse Kontakt mit den Studienkollegen zu haben, beschränkt sich auf ein Minimum. Er hat nur ein Ziel vor Augen. Er will möglichst schnell eine bahnbrechende Theorie aufstellen, die ihm Ruhm und vor allem Anerkennung einbringen soll. Von diesem Gedanken zwanghaft getrieben, beginnt er "isoliert" mit seinen eigenen Studien. So untersucht er z.B. die zurückgelegten Wege einiger Tauben bei der Nahrungsaufnahme, eines Footbalteams und sogar einer Frau, die einen Dieb verfolgt, der ihr die Tasche geklaut hat. Mathematisch will er aus diesen augenscheinlich zufällig zurückgelegten Wegen eine gewisse Ordnung herleiten. Seinen gedanklichen Durchbruch hat er eines Abends, als er entgegen seiner ursprünglichen Gewohnheiten einmal eine Kneipe aufsucht. Hier bringt ihn das Wettbuhlen um die einzige Blondine im Raum auf eine Idee, aus der er eine Theorie entwickelt, die alle bisherigen Wirtschaftstheorien in Frage stellt. 1953 arbeitet Nash, mittlerweile in Besitz des Doktortitels, im Sicherheitsministerium. Seine Aufgaben hier sind nach eigener Aussage eher trivial. Einzig die wenigen Einsätze für das Pentagon sorgen für Abwechslung. Aufgrund seines erworbenen Ansehens und seiner außerordentlichen mathematischen Fähigkeiten wird er hier ab und an zum dekodieren feindlicher Codes eingesetzt. Während seiner unliebsamen Tätigkeit des Unterrichtens junger Studenten lernt er die junge Alicia (Jennifer Connelly) kennen, die das Herz des schüchternen und introvertierten Nashs gewinnt und die er bald darauf heiratet. In dieser Zeit werden seine Einsätze für das Pentagon immer häufiger, die Nash mehr und mehr in ihren Bann ziehen. Zielsetzung ist es den Weg, der Russen, die planen eine Atombombe auf amerikanischem Boden zu zünden, aus verschlüsselten Nachrichten abzuleiten und somit das Sterben tausender von Menschen zu verhindern. Dann wird Nash in eine psychatrische Klinik eingewiesen und die Handlung erfährt eine dramatische Wendung. Alles was bislang war und was ab da an folgt, wird in Frage gestellt. Die Diagnose des behandelnden Arztes lautet: "John Nash ist schizophren!"

Weitere Details zur Handlung zu verraten, würde aus meiner Sicht, die Spannung des Films und die überraschenden Wendungen kaputt machen. Daher möchte ich dies an dieser Stelle abschliessen.

Schauspieler:
Ich denke, Russel Crowe spielt die nicht gerade einfache Rolle des genialen und kranken John Nash recht überzeugend, was den schauspielerischen Aspekt betrifft Optisch empfinde ich ihn nicht unbedingt als die ideale Besetzung dafür. Ich habe den Film "Gladiator" zwar nicht gesehen, aber in einem solchen Film kann ich ihn mir besser vorstellen. Er wirkt für mich einfach viel zu bullig, um in diesem Film glaubhaft schüchtern und teilweise fast kindlich ein Genie zu verkörpern, welches unter Schizophrenität leidet.

Sehr positiv ist mir in diesem Film jedoch Jennifer Connelly aufgefallen, die mir bis dato unbekannt war und die die Rolle der Alicia absolut glaubwürdig verkörpert hat. Facettenreich spielt sie eine starke Frau, die sich nicht durch die weltfremde und unromantische Art ihres zukünftigen Mannes abschrecken lässt und die später als seine Frau bedingungslos zu ihm hält, obwohl die Krankheit ihres Mannes sie oftmals weit über ihre eigenen Grenzen führt. Ich bin jetzt schon gespannt, ob Sie in anderen Filmen, von denen ganz sicher viele folgen werden, dieses Niveau halten kann.

Musik:
In anderen Meinungen habe ich bereits darauf hingewiesen, dass ich Musik nicht unbedingt immer bewusst wahrnehme, es sei denn sie reisst mich wirklich vom Hocker. Aber in diesem Film habe ich ja so gar keine Musik wahrgenommen. Gab es da überhaupt welche!? Vielleicht war ich einfach zu sehr von der Handlung gefesselt. :-) Also entschuldigt bitte, dass ich zu diesem Punkt nichts sagen kann.

Meinung:
Wenn man meine Einleitung aufmerksam gelesen hat, konnte man doch gut "zwischen den Zeilen" herauslesen, dass ich am liebsten eigentlich "Blade 2" gesehen hätte. Und der hier beschriebene Film ist natürlich was ganz anderes. Aber ich muss sagen, ich habe es kein Stück bereut. Denn dieser Film ist wirklich klasse. Auch wenn dieser Film nicht durch rasante Handlungsverläufe besticht, so wirkt er doch zu keinem Zeitpunkt langatmig.

Etwas störend habe ich jedoch die deutsche Synchronstimme empfunden, da Nash dadurch von Beginn an so sprach, als hätte er ein Stück Papier im Mund. Hätte ich Regieanweisungen gegeben, dann hätte ich sicher des öfteren gerufen: "Bitte deutlicher sprechen und komm mal aus dem Quark!" :-)

Aber was macht den Film wirklich sehenswert!? Aus meiner Sicht ist es die Darstellung, wie nah Genie und Wahnsinn doch manchmal bei einander liegen. Die Glaubhaftigkeit dieser landläufigen Meinung wird ja dadurch untermauert, dass es sich hierbei um die wahre Geschichte des 1994 mit einem Nobelpreis ausgezeichneten John Nash handelt. Interessant ist auch die Darstellung seines Krankheitsverlaufs und die damit verbundenen Erscheinungsformen. Es gelingt dem Regisseur Ron Howard eine komplexe Krankheit wie Schizophrenität dem Zuschauer plastisch und leicht verständlich näher zu bringen.

Was allerdings auf der Strecke bleibt, ist eine Beschreibung dessen, was für eine Theorie Nash denn jetzt eigentlich aufgestellt hat. Das wird nur ganz oberflächlich skizziert. Etwas mehr Informationen hätte ich mir darüber schon gewünscht.

Noch etwas Positives zum Schluss. Bei aller Ernsthaftigkeit des Stoffes, gibt es auch ein paar sehr lustige Szenen, z.B. Nashs Versuch das Balzritual auf ein Minimum zu beschränken und die Selbstironie mit der Nash seine Krankheit teilweise betrachtet. Das lockert zwischendurch immer mal wieder auf.

Fazit:
Dieser Film ist ernsthaft, anspruchsvoll, interessant, informativ, teilweise sogar humorvoll. All dies sind gute Voraussetzungen für einen ansprechenden und erfolgreichen Film. Die Voraussetzungen sind also gegeben und die Umsetzungen weitesgehend gelungen. Daraus kann ich nur eine Schlussfolgerung ziehen: Ansehen lohnt sich! Auch für die Leute, die eigentlich lieber "Blade 2" sehen würden. Das eine schliesst das andere ja nicht aus! ;-)

19 Bewertungen, 2 Kommentare

  • liiiiindaaaaa

    29.03.2006, 14:53 Uhr von liiiiindaaaaa
    Bewertung: sehr hilfreich

    über gegenlesungen würde ich mich freuen;)

  • elektronaut

    06.05.2002, 16:59 Uhr von elektronaut
    Bewertung: sehr hilfreich

    gut geschrieben ;)