A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn (VHS) Testbericht
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Erfahrungsbericht von bert0302
Genie und Wahnsinn liegen manchmal eng beinander
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Am Osterwochenende 2002 ging ich wieder nach längerer Zeit ins Kino und habe mir dort den mit 4 Oscars ausgezeichneten Film angeschaut. Normalerweise gehöre ich eher zu denen die wegen derartiger Filme nichts ins Kino gehen, sondern darauf warten, daß der Film im Fernsehen erscheint bzw. auf Video erscheint. In diesem Fall war es anders, weil mich das Thema des Films selbst interessiert.
Gliederung:
1.Mein persönliches Interesse an diesem Film
2.Handlung
3.Darsteller
4.Auszeichnung mit dem Oscar
5.Nash’s Theorie und John F. Nash
6.Kritik
7.Persönliches Resümee
1. Mein persönliches Interesse an diesem Film:
Alles was ich vor meinem Kinobesuch von diesem Film wußte, war die ungefähre Handlung und die Tatsache, daß er für mehrere Oscars nominiert wurde und auch tatsächlich vier Oscars erhalten hatte. Mir war lediglich bekannt, daß dieser Film von einem Wissenschaftler handelt, der unter Schizophrenie leidet und darstellt wie er gegen seine Krankheit ankämpft. Meine beste Freundin hat in den letzten Jahren ähnliche Probleme gehabt, was mich dazu gezwungen hat, mich auch damit auseinanderzusetzen. Für einen Außenstehenden ist es jedoch sehr schwierig das Ganze zu verstehen, weshalb ich zusammen mit dieser Freundin ins Kino gegangen bin.
Nachdem ich den Film gesehen habe, ist dieses Interesse noch mehr gestiegen, da ich Anfang der 90er Jahre selbst Ökonomie studiert und auch erfolgreich abgeschlossen habe. Ein Schwerpunkt meines Studiums war die sog. „Theory of Industrial Organization“ (dt. Industrioökonomie), ein Fach, das mit den Unvollkommenheit der Märkte beschäftigt und nicht wie die Mikrookonomie gemeinhin von der Vollkommenheit der Märkte ausgeht. In der Oligopoltheorie wird seit Ende der 80er Jahre der spieltheoretische Ansatz gelehrt und hier kam ich zum ersten Mal mit dem Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen von John F. Nash in Berührung. Als ich gleich zu Beginn den Namen Nash hörte stieg in mir mehr und mehr der schließlich bestätigte Verdacht hoch, daß es sich um den von mir geschätzten Wissenschaftler handelt, der 1994 zusammen mit – übrigens als 1. deutschen Wirtschaftswissenschaftler - Reinhard Selten (für die Dynamisierung der Spieltheorie) und John C. Harsanyi für die Einbindung unvollkommener Information zu Recht den Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1994 erhielt.
2. Handlung:
Der Film beginnt mit der Einführung der neuen Mathematik-Studenten an der Princeton Univiversity. Hier wird den angehenden Jungakademikern die Bedeutung der Mathematik anhand der Entschlüsselung der japanischen Geheimcodes während des zweiten Weltkrieges und anderer mathematischer Glanzleistungen dargestellt. Der junge John Forbes Nash (Russell Crowe) sitzt eher am Rande, lauscht aber dennoch aufmerksam. Auf der Party werden erste Spannungen zwischen den Studenten deutlich und Nash entpuppt sich hier nicht gerade als idealer Gesellschafter, ja geradezu als Zyniker. Dementsprechend ist er eher ein Außenseiter und dementsprechend einsam.
Während seines Studiums erhält er in dem Lebemann Charles Herman (Paul Bettany) einen Zimmergenossen, der ihm die angenehmen Seiten des Studentenlebens aufzeigt. Da Nash ständig nach einer bahnbrechenden Idee sucht, Vorlesungen meidet und nichts veröffentlicht gerät er mehr und mehr unter Druck. Seine Kommilitonen verhöhnen ihn und beim ersten Annäherungsversuch an die holde Weiblichkeit, bei dem er vom Austausch von Körperflüssigkeiten spricht, handelt er sich folgerichtig eine Ohrfeige ein. Auf der Suche nach einer Idee für eine wissenschaftliche Arbeit geht er sogar so weit, daß er die Wege von Tauben im Park aufzeichnet, um daraus eine Logik ableiten zu können, was natürlich zu nichts führt. Auch sein Professor setzt ihn ob seiner Passivität unter Druck und führt ihm eines Tages in der Aula vor, wie ein erfolgreicher Wissenschaftler von seinen Kollegen mit der Überreichung von Füllfederhaltern geehrt wird. Sein einziger echter Freund ist der getreue Charles, dem er sich wirklich anvertrauen kann.
Als Genie, welches er jedoch ist, kommt ihm bei einem Kneipenbesuch mit Studienkollegen die bahnbrechende Idee. Nachdem eine dralle Blondine mit ihren Freundinnen betritt, sind seine Kameraden dementsprechend spitz und spekulieren alle auf die Attraktivste. Allein Nash bleibt cool und erkennt, daß wenn sich alle auf die Blondine stürzen, sich alle also nicht-kooperativ verhalten, keiner die Blondine bekommt und die auch keine von deren Freundinnen irgendetwas von den Studenten wissen will. Genau das ist die Idee, die Nash gebraucht hat und er entwickelt sein Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen, welches die Theorie des Stammvaters der Ökonomie Adam Smith vollkommen auf den Kopf stellt. Mit einer der kürzesten Doktorarbeiten erhält Nash die Stelle am Wheeler Institute und kann sich sogar seine Mitarbeiter aussuchen.
Inzwischen anerkannter Akademiker und Professor hilft er im Pentagon bei der Entschlüsselung eines Geheimcodes. Nachdem er sein Ergebnis bekannt gegeben hat, sieht er im Hintergrund einen ihm unbekannten Mann und er fordert der große Bruder möge sich doch zeigen. Zurück am Wheeler Institute geht er zunächst weiter seiner Arbeit nach, hält Vorlesungen und begegnet zum ersten Mal seiner künftigen Frau Alicia (Jennifer Conelly).
Eines Abends wird Nash von William Parcher (Ed Harris), dem großen Bruder den er schon im Pentagon gesehen hat, beim Verlassen des Büros abgefangen und in ein Gebäude neben dem Wheeler Institute geführt. Hier erfährt er, daß die Sowjets planen sog. Schläfer in den USA haben und planen, Atombomben ins Land zu schmuggeln. Man erklärt ihm die Sowjets verkehren über Codes, die in verschiedenen Zeitungen eingebaut sind mit ihren Agenten und man brennt ihm eine Markierung in den linken Unterarm ein, die er als Zugang zum Briefkasten braucht.
Nash macht sich mit Feuereifer an seine neue Aufgabe und scheint alles um sich herum zu vergessen. Er vergißt sogar eine Vorlesungen zu halten und wird erst von Alicia daran erinnert. Sein Privatleben scheint sich gut zu entwickeln, Alicia begleitet ihn sogar zu einem Empfang mit dem Gouverneur und der nüchterne Mathematiker Nash entwickelt sogar romantische Tendenzen. Die beiden heiraten und Alicia ist kurz darauf schwanger.
Aufgrund jetztigen Verantwortung als Familienvater gerät Nash noch mehr unter Druck. Es kommt sogar zu Meinungsverschiedenheiten mit Parcher, Nash setzt seine Arbeit jedoch weiter fort. Bei einer Arbeit im Park begegnet Nash der kleinen Becky (Tanya Clarke), die sich als Nichte seines Zimmergenossen Charles entpuppt. Als Nash eines Abends wieder seinen Briefkasten füllt, wird er kurz dannach von Parcher mit dem Auto abgefangen und es kommt zu einer für - eher für Actionfilme typischen – Verfolgungsjagd, in dessen Verlauf das Auto mit den Verfolgern in einen Fluß stürzt. Zurück zu Hause, erklärt er seiner besorgten Frau, sie solle besser wieder zu ihrer Mutter ziehen, da sie alle in Gefahr wären.
Bei einer Vorlesung in Princeton kommt es schließlich zum Eklat. Nachdem Nash kurz vor der Vorlesung wieder Charles und dessen Nichte begegnet, fühlt er sich während der Vorlesung von zwei ihm ungekannten Personen verfolgt, woraufhin er panikartig den Saal verläßt. Schnell eingeholt, entpuppt sich einer der Verfolger als Psychiater Dr. Rosen (Christopher Plummer), der ihm nach einem weiteren Fluchtversuch erst einmal ein Beruhigungsmittel verabreicht.
In der Klinik von Dr. Rosen kommt das ganze Ausmaß der Tragödie zum Vorschein. Nash entpuppt sich als Schizophrener, der dringend ärztliche Hilfe notwendig hat. Seine Frau Alicia erkennt erst jetzt, daß ihr Mann schwer krank ist, obwohl sie schon länger den Verdacht es würde etwas nicht stimmen, hatte. Nachdem sie von Dr. Rosen unterrichtet wurde und sie durch die Infragestellung der Echtheit von Nash’s Zimmergenossen Charles sehr verunsichert ist, geht sie zu dem Briefkasten und zieht dort das letzte von ihrem Mann eingeworfene Dokument heraus.
Während der Besuchsstunde in der Klinik konfrontiert sie ihren Mann mit ihren Entdeckungen, und legt ihm alle von ihm eingeworfenen Briefumschläge vor. Nash wird inzwischen mit Medikamenten behandelt und entdeckt, daß der Geheimcode auf seinem Unterarm verschwunden ist.
Wegen Nash’s Krankheit muß Alicia jetzt allein die Familie durchbringen, da er wegen der Medikamente zu einer vernünftigen Arbeit nicht imstande ist. Die medikamentöse Behandlung seiner Krankheit hat auch Auswirkungen auf sein Sexualleben, was Alica verzweifeln läßt. Nash, betroffen von dieser Verzweiflung, setzt daraufhin die Medikamente ab, was seine Krankheit erneut aufflackern läßt.
Wieder meldet sich der nur in seiner Einbildung existierende Parcher und Nash beginnt in einer Gartenlaube erneut mit dem Ausschneiden von Zeitungsartikeln. Zunächst von Alicia nicht bemerkt, kommt sie während eines Gewitters sehr schnell dahinter. Während einer heftigen Szene erscheinen Parcher, Charles und Becky, woraufhin Alicia flüchten will, nachdem sie von ihrem Mann gehindert wurde Dr. Rosen anzurufen. Nash hält sie auf, in dem er ihr seine Entdeckung, daß Becky nicht älter wird kundtut.
In einem Gespräch mit Dr. Rosen und Alicia verweigert Nash den Gang in die Klinik und beginnt aktiv gegen seine Krankheit zu kämpfen. Er geht auch wieder an die Princeton University und beginnt wieder zu arbeiten. Auf dem Campus kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung, während der er den nicht existierenden Parcher, Charles und Becky immer wieder zuruft sie wären nicht echt. Dies sorgt natürlich für Aufsehen, da nur der schizophrene Nash die drei sieht, aber Nash schafft es einen Weg zu finden mit seiner Schizophrenie zu leben. Er erkennt, daß seine Krankheit lebenslang sein wird, findet aber in dem Ansatz die drei einfach zu ignorieren und nicht mehr verbal mit ihnen zu kommunizieren einen Ausweg.
Er beginnt wieder zu unterrichten und wird nach einer Vorlesung von einem Herrn besucht, der sich als Vertreter des schwedischen Nobelkommittees entpuppt. Sie begeben sich beide in die Aula, in der Nash jahrzehntelang nicht gesehen wurde. Nash erfährt, daß er für den Nobelpreis vorgeschlagen ist, die Akademie aber befürchtet er könnte sie mit seiner Krankheit blamieren. Während dieses Gesprächs überreicht ein Professor Nash seinen Füllfederhalter, was eine Kettenreaktion auslöst und er noch weitere erhält. Bei der Verleihung des Nobelpreises in Stockholm dankt er seiner Frau für ihre Treue und Unterstützung. Als beide die Halle verlassen sieht er wieder die nur in seiner Einbildung existierenden Gestalten, weiß aber, daß es niemals zu schlimmeren Auswüchsen kommen wird, da er einen Weg gefunden hat, mit seiner Krankheit zu leben.
3. Darsteller:
Russell Crowe in der Rolle von John F. Nash verkörpert den schizophrenen und genialen Wissenschaftler auf überzeugende Weise. Vor allem in Ausdruck und Mimik zeigt er sich den Anforderungen dieser überaus schwierigen Rolle gewachsen und schafft es den Wissenschaftler auch in fortgeschrittenem Alter überzeugend darzustellen. Seine Nominierung für den Oscar erfolgte sicher zu Recht.
Jennifer Connelly in der Rolle von Nash’s Ehefrau Alicia war sicher der beste Griff, den Ron Howard bei der Besetzung dieser Rolle machen konnte. Sie war schon optisch für die Rolle prädistiniert, da Nash’s Ehefrau Alicia in El Salvador geboren wurde und sie schon aufgrund ihrer äußeren Erscheinung da lateinamerikanische Element sehr gut zum Ausdruck bringen konnte. Aber sie spielt ihre Rolle als treue, besorgte Ehefrau sehr überzeugend und bringt sehr gut die Empfindungen der Angehörigen von an Schizophrenie erkrankten Menschen rüber. Sie wurde zu Recht mit dem Oscar für die beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
Daneben brillieren noch die Altstars Christopher Plummer als Dr. Rosen und Ed Harris als William Parcher, die beide eine handwerklich sehr gute Leistung abliefern.
4. Auszeichnung mit dem Oscar
Insgesamt wurde der Film für 8 Oscars nominiert und zwar in folgenden Kategorien:
Bester Film, Russell Crowe als bester Hauptdarsteller, Jennifer Connelly als beste Nebendarstellerin, die beste Regie (Ron Howard), Akiva Goldsman für das beste adaptierte Drehbuch, James Horner für die beste Filmmusik, das beste Makeup und den besten Schnitt.
Davon erhielt der Film 4 Oscars, neben Jennifer Connelly wurde er als bester Film, Ron Howard für die Regie und Akiva Goldman für das beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet.
5. Nash’s Theorie und John F. Nash
Die Theorie von John F. Nash beschäftigt sich mit Gleichgewichten in nicht-kooperativen Spielen. Ausgangspunkt ist dabei das sog. Gefangenendilemma (Prisoners Dilemma). Nach Nash’s Theorie kann nur dann ein stabiles Gleichgewicht zustande kommen, wenn kein Spieler sich durch eine Änderung seiner Strategie verbessern kann, wenn der andere seine Strategie beibehält (Nash Gleichgewicht). Diese Theorie überträgt Nash auf das Duopol, d.h. einen Markt in dem zwei gleich starke Unternehmen tätig sind. Beide Unternehmen könnten sich absprechen, aber jedes Unternehmen erliegt der Versuchung das Abkommen zu brechen, um damit die ganze Nachfrage auf sich zu ziehen und den ganzen Gewinn zu erhalten. Als Ergebnis werden in diesem Markt nicht die Monopolmenge und der Monopolpreis gesetzt, sondern eine höhere Menge und ein niedriger Preis.
Für die Übertragung des Gefangenendilemmas auf die Wirtschaftswissenschaften und die daraus abgeleiteten Folgerungen erhielt Nash den Nobelpreis. Nash war bereits mehrere Jahre für den Nobelpreis im Gespräch, aber er erhielt ihn lange nicht, weil er eben kein Wirtschaftswissenschaftler, sondern Mathematiker ist und man wohl nicht lange nicht einsehen wollte, welchen Einfluß die Mathematik auf die Ökonomie hat.
Der Charakter von John F. Nash wird im Film nur teilweise korrekt dargestellt. Laut seiner Biographin Sylvia Nasar war Nash Antisemit, bisexuell und zu Gewaltausbrüchen neigend. Seine beiden Ehefrauen behandelte er schlecht und er war kein guter Vater. Seine wissenschaftliche Leistung steht auf einem anderen Blatt.
6. Kritik:
Auch wenn von Nash’s wahrem Charakter in Ron Howards Film nicht viel übrig geblieben ist, so ist ihm dennoch eine brilliante Darstellung von Schizophrenie und deren Auswirkungen gelungen. Man hat bewußt die bisexuellen und antisemitischen Neigungen von Nash nicht dargestellt, weil man wohl unnötige Parallelen vermeiden wollte.
Als Zuschauer erlebt man den Film erst rein aus der persönlichen Sicht von Nash und erst nach seiner Einweisung in die Klinik ändert sich der Blickwinkel. Ab diesem Zeitpunkt sieht man den Film aus der Sicht seiner Umgebung, wobei man immer wieder in die Wahrnehmung von Nash überwechselt.
Jedoch wird der Film, nachdem die Krankheit Nash’s zutage tritt zunehmend hollywoodlike und der weitere Gang der Dinge wird mehr und mehr vorhersehbar, wobei dies auch durch die Biographie des Genies bedingt ist. Gegen Ende des Films wird mehr und mehr Schmalz aufgetragen, weil es natürlich einzig und allein die Liebe seiner Frau Alicia war, die Nash geholfen hat.
Howard ist jedoch eine sehr gute Darstellung der Krankheit gelungen und man bekommt durch den Film eine Vorstellung wie ein Mensch, der unter Schizophrenie leidet, empfindet. Der Film zeigt weiterhin auf, wie die Angehörigen und das nähere Umfeld diese Krankheit sehen und macht die Schwierigkeiten, eine solche Krankheit zu erkennen deutlich. Daß dies so gut gelungen ist, liegt wohl vor allem daran, daß sowohl Regisseur Howard als auch Drehbuchauthor Goldsmann beide persönliche Erfahrungen mit diesem Thema haben. Goldsman’s Eltern waren Psychologen, die ein Heim für schizophrene Kinder unterhielten und Howard hatte einen Fall in seiner eigenen Familie.
Daß über das Thema die wissenschaftliche Leistung zu kurz kam, ist zu bedauern. Vor allem wirken die Szenen mit den Füllfederhaltern kurios und es kommt aus dem Film nicht heraus, wofür Nash den Nobelpreis erhielt.
7.Persönliches Resümee
Wie schon anfangs gesagt, habe ich bei einer Freundin von mir ähnliches erlebt. Es ist für einen Laien sehr schwierig, so etwas überhaupt zu erkennen, geschweige denn zu begreifen. Man merkt zwar, daß irgendetwas nicht stimmen kann, aber sich in einen solchen Menschen hineinzuversetzen ist äußerst schwierig. Sehr viel Einfühlungsvermögen ist notwendig, man muß viel zuhören, um solche Menschen überhaupt verstehen zu können. Durch den Film habe ich einen Eindruck gewonnen, wie ein schizophrener Mensch überhaupt empfindet und ich sehe das Ganze in einem anderen Licht.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-12 22:40:59 mit dem Titel Genie und Wahnsinn liegen manchmal eng beinander
Am Osterwochenende 2002 ging ich wieder nach längerer Zeit ins Kino und habe mir dort den mit 4 Oscars ausgezeichneten Film angeschaut. Normalerweise gehöre ich eher zu denen die wegen derartiger Filme nichts ins Kino gehen, sondern darauf warten, daß der Film im Fernsehen erscheint bzw. auf Video erscheint. In diesem Fall war es anders, weil mich das Thema des Films selbst interessiert.
Gliederung:
1.Mein persönliches Interesse an diesem Film
2.Handlung
3.Darsteller
4.Auszeichnung mit dem Oscar
5.Nash’s Theorie und John F. Nash
6.Kritik
7.Persönliches Resümee
1. Mein persönliches Interesse an diesem Film:
Alles was ich vor meinem Kinobesuch von diesem Film wußte, war die ungefähre Handlung und die Tatsache, daß er für mehrere Oscars nominiert wurde und auch tatsächlich vier Oscars erhalten hatte. Mir war lediglich bekannt, daß dieser Film von einem Wissenschaftler handelt, der unter Schizophrenie leidet und darstellt wie er gegen seine Krankheit ankämpft. Meine beste Freundin hat in den letzten Jahren ähnliche Probleme gehabt, was mich dazu gezwungen hat, mich auch damit auseinanderzusetzen. Für einen Außenstehenden ist es jedoch sehr schwierig das Ganze zu verstehen, weshalb ich zusammen mit dieser Freundin ins Kino gegangen bin.
Nachdem ich den Film gesehen habe, ist dieses Interesse noch mehr gestiegen, da ich Anfang der 90er Jahre selbst Ökonomie studiert und auch erfolgreich abgeschlossen habe. Ein Schwerpunkt meines Studiums war die sog. „Theory of Industrial Organization“ (dt. Industrioökonomie), ein Fach, das mit den Unvollkommenheit der Märkte beschäftigt und nicht wie die Mikrookonomie gemeinhin von der Vollkommenheit der Märkte ausgeht. In der Oligopoltheorie wird seit Ende der 80er Jahre der spieltheoretische Ansatz gelehrt und hier kam ich zum ersten Mal mit dem Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen von John F. Nash in Berührung. Als ich gleich zu Beginn den Namen Nash hörte stieg in mir mehr und mehr der schließlich bestätigte Verdacht hoch, daß es sich um den von mir geschätzten Wissenschaftler handelt, der 1994 zusammen mit – übrigens als 1. deutschen Wirtschaftswissenschaftler - Reinhard Selten (für die Dynamisierung der Spieltheorie) und John C. Harsanyi für die Einbindung unvollkommener Information zu Recht den Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1994 erhielt.
2. Handlung:
Der Film beginnt mit der Einführung der neuen Mathematik-Studenten an der Princeton Univiversity. Hier wird den angehenden Jungakademikern die Bedeutung der Mathematik anhand der Entschlüsselung der japanischen Geheimcodes während des zweiten Weltkrieges und anderer mathematischer Glanzleistungen dargestellt. Der junge John Forbes Nash (Russell Crowe) sitzt eher am Rande, lauscht aber dennoch aufmerksam. Auf der Party werden erste Spannungen zwischen den Studenten deutlich und Nash entpuppt sich hier nicht gerade als idealer Gesellschafter, ja geradezu als Zyniker. Dementsprechend ist er eher ein Außenseiter und dementsprechend einsam.
Während seines Studiums erhält er in dem Lebemann Charles Herman (Paul Bettany) einen Zimmergenossen, der ihm die angenehmen Seiten des Studentenlebens aufzeigt. Da Nash ständig nach einer bahnbrechenden Idee sucht, Vorlesungen meidet und nichts veröffentlicht gerät er mehr und mehr unter Druck. Seine Kommilitonen verhöhnen ihn und beim ersten Annäherungsversuch an die holde Weiblichkeit, bei dem er vom Austausch von Körperflüssigkeiten spricht, handelt er sich folgerichtig eine Ohrfeige ein. Auf der Suche nach einer Idee für eine wissenschaftliche Arbeit geht er sogar so weit, daß er die Wege von Tauben im Park aufzeichnet, um daraus eine Logik ableiten zu können, was natürlich zu nichts führt. Auch sein Professor setzt ihn ob seiner Passivität unter Druck und führt ihm eines Tages in der Aula vor, wie ein erfolgreicher Wissenschaftler von seinen Kollegen mit der Überreichung von Füllfederhaltern geehrt wird. Sein einziger echter Freund ist der getreue Charles, dem er sich wirklich anvertrauen kann.
Als Genie, welches er jedoch ist, kommt ihm bei einem Kneipenbesuch mit Studienkollegen die bahnbrechende Idee. Nachdem eine dralle Blondine mit ihren Freundinnen betritt, sind seine Kameraden dementsprechend spitz und spekulieren alle auf die Attraktivste. Allein Nash bleibt cool und erkennt, daß wenn sich alle auf die Blondine stürzen, sich alle also nicht-kooperativ verhalten, keiner die Blondine bekommt und die auch keine von deren Freundinnen irgendetwas von den Studenten wissen will. Genau das ist die Idee, die Nash gebraucht hat und er entwickelt sein Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen, welches die Theorie des Stammvaters der Ökonomie Adam Smith vollkommen auf den Kopf stellt. Mit einer der kürzesten Doktorarbeiten erhält Nash die Stelle am Wheeler Institute und kann sich sogar seine Mitarbeiter aussuchen.
Inzwischen anerkannter Akademiker und Professor hilft er im Pentagon bei der Entschlüsselung eines Geheimcodes. Nachdem er sein Ergebnis bekannt gegeben hat, sieht er im Hintergrund einen ihm unbekannten Mann und er fordert der große Bruder möge sich doch zeigen. Zurück am Wheeler Institute geht er zunächst weiter seiner Arbeit nach, hält Vorlesungen und begegnet zum ersten Mal seiner künftigen Frau Alicia (Jennifer Conelly).
Eines Abends wird Nash von William Parcher (Ed Harris), dem großen Bruder den er schon im Pentagon gesehen hat, beim Verlassen des Büros abgefangen und in ein Gebäude neben dem Wheeler Institute geführt. Hier erfährt er, daß die Sowjets planen sog. Schläfer in den USA haben und planen, Atombomben ins Land zu schmuggeln. Man erklärt ihm die Sowjets verkehren über Codes, die in verschiedenen Zeitungen eingebaut sind mit ihren Agenten und man brennt ihm eine Markierung in den linken Unterarm ein, die er als Zugang zum Briefkasten braucht.
Nash macht sich mit Feuereifer an seine neue Aufgabe und scheint alles um sich herum zu vergessen. Er vergißt sogar eine Vorlesungen zu halten und wird erst von Alicia daran erinnert. Sein Privatleben scheint sich gut zu entwickeln, Alicia begleitet ihn sogar zu einem Empfang mit dem Gouverneur und der nüchterne Mathematiker Nash entwickelt sogar romantische Tendenzen. Die beiden heiraten und Alicia ist kurz darauf schwanger.
Aufgrund jetztigen Verantwortung als Familienvater gerät Nash noch mehr unter Druck. Es kommt sogar zu Meinungsverschiedenheiten mit Parcher, Nash setzt seine Arbeit jedoch weiter fort. Bei einer Arbeit im Park begegnet Nash der kleinen Becky (Tanya Clarke), die sich als Nichte seines Zimmergenossen Charles entpuppt. Als Nash eines Abends wieder seinen Briefkasten füllt, wird er kurz dannach von Parcher mit dem Auto abgefangen und es kommt zu einer für - eher für Actionfilme typischen – Verfolgungsjagd, in dessen Verlauf das Auto mit den Verfolgern in einen Fluß stürzt. Zurück zu Hause, erklärt er seiner besorgten Frau, sie solle besser wieder zu ihrer Mutter ziehen, da sie alle in Gefahr wären.
Bei einer Vorlesung in Princeton kommt es schließlich zum Eklat. Nachdem Nash kurz vor der Vorlesung wieder Charles und dessen Nichte begegnet, fühlt er sich während der Vorlesung von zwei ihm ungekannten Personen verfolgt, woraufhin er panikartig den Saal verläßt. Schnell eingeholt, entpuppt sich einer der Verfolger als Psychiater Dr. Rosen (Christopher Plummer), der ihm nach einem weiteren Fluchtversuch erst einmal ein Beruhigungsmittel verabreicht.
In der Klinik von Dr. Rosen kommt das ganze Ausmaß der Tragödie zum Vorschein. Nash entpuppt sich als Schizophrener, der dringend ärztliche Hilfe notwendig hat. Seine Frau Alicia erkennt erst jetzt, daß ihr Mann schwer krank ist, obwohl sie schon länger den Verdacht es würde etwas nicht stimmen, hatte. Nachdem sie von Dr. Rosen unterrichtet wurde und sie durch die Infragestellung der Echtheit von Nash’s Zimmergenossen Charles sehr verunsichert ist, geht sie zu dem Briefkasten und zieht dort das letzte von ihrem Mann eingeworfene Dokument heraus.
Während der Besuchsstunde in der Klinik konfrontiert sie ihren Mann mit ihren Entdeckungen, und legt ihm alle von ihm eingeworfenen Briefumschläge vor. Nash wird inzwischen mit Medikamenten behandelt und entdeckt, daß der Geheimcode auf seinem Unterarm verschwunden ist.
Wegen Nash’s Krankheit muß Alicia jetzt allein die Familie durchbringen, da er wegen der Medikamente zu einer vernünftigen Arbeit nicht imstande ist. Die medikamentöse Behandlung seiner Krankheit hat auch Auswirkungen auf sein Sexualleben, was Alica verzweifeln läßt. Nash, betroffen von dieser Verzweiflung, setzt daraufhin die Medikamente ab, was seine Krankheit erneut aufflackern läßt.
Wieder meldet sich der nur in seiner Einbildung existierende Parcher und Nash beginnt in einer Gartenlaube erneut mit dem Ausschneiden von Zeitungsartikeln. Zunächst von Alicia nicht bemerkt, kommt sie während eines Gewitters sehr schnell dahinter. Während einer heftigen Szene erscheinen Parcher, Charles und Becky, woraufhin Alicia flüchten will, nachdem sie von ihrem Mann gehindert wurde Dr. Rosen anzurufen. Nash hält sie auf, in dem er ihr seine Entdeckung, daß Becky nicht älter wird kundtut.
In einem Gespräch mit Dr. Rosen und Alicia verweigert Nash den Gang in die Klinik und beginnt aktiv gegen seine Krankheit zu kämpfen. Er geht auch wieder an die Princeton University und beginnt wieder zu arbeiten. Auf dem Campus kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung, während der er den nicht existierenden Parcher, Charles und Becky immer wieder zuruft sie wären nicht echt. Dies sorgt natürlich für Aufsehen, da nur der schizophrene Nash die drei sieht, aber Nash schafft es einen Weg zu finden mit seiner Schizophrenie zu leben. Er erkennt, daß seine Krankheit lebenslang sein wird, findet aber in dem Ansatz die drei einfach zu ignorieren und nicht mehr verbal mit ihnen zu kommunizieren einen Ausweg.
Er beginnt wieder zu unterrichten und wird nach einer Vorlesung von einem Herrn besucht, der sich als Vertreter des schwedischen Nobelkommittees entpuppt. Sie begeben sich beide in die Aula, in der Nash jahrzehntelang nicht gesehen wurde. Nash erfährt, daß er für den Nobelpreis vorgeschlagen ist, die Akademie aber befürchtet er könnte sie mit seiner Krankheit blamieren. Während dieses Gesprächs überreicht ein Professor Nash seinen Füllfederhalter, was eine Kettenreaktion auslöst und er noch weitere erhält. Bei der Verleihung des Nobelpreises in Stockholm dankt er seiner Frau für ihre Treue und Unterstützung. Als beide die Halle verlassen sieht er wieder die nur in seiner Einbildung existierenden Gestalten, weiß aber, daß es niemals zu schlimmeren Auswüchsen kommen wird, da er einen Weg gefunden hat, mit seiner Krankheit zu leben.
3. Darsteller:
Russell Crowe in der Rolle von John F. Nash verkörpert den schizophrenen und genialen Wissenschaftler auf überzeugende Weise. Vor allem in Ausdruck und Mimik zeigt er sich den Anforderungen dieser überaus schwierigen Rolle gewachsen und schafft es den Wissenschaftler auch in fortgeschrittenem Alter überzeugend darzustellen. Seine Nominierung für den Oscar erfolgte sicher zu Recht.
Jennifer Connelly in der Rolle von Nash’s Ehefrau Alicia war sicher der beste Griff, den Ron Howard bei der Besetzung dieser Rolle machen konnte. Sie war schon optisch für die Rolle prädistiniert, da Nash’s Ehefrau Alicia in El Salvador geboren wurde und sie schon aufgrund ihrer äußeren Erscheinung da lateinamerikanische Element sehr gut zum Ausdruck bringen konnte. Aber sie spielt ihre Rolle als treue, besorgte Ehefrau sehr überzeugend und bringt sehr gut die Empfindungen der Angehörigen von an Schizophrenie erkrankten Menschen rüber. Sie wurde zu Recht mit dem Oscar für die beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
Daneben brillieren noch die Altstars Christopher Plummer als Dr. Rosen und Ed Harris als William Parcher, die beide eine handwerklich sehr gute Leistung abliefern.
4. Auszeichnung mit dem Oscar
Insgesamt wurde der Film für 8 Oscars nominiert und zwar in folgenden Kategorien:
Bester Film, Russell Crowe als bester Hauptdarsteller, Jennifer Connelly als beste Nebendarstellerin, die beste Regie (Ron Howard), Akiva Goldsman für das beste adaptierte Drehbuch, James Horner für die beste Filmmusik, das beste Makeup und den besten Schnitt.
Davon erhielt der Film 4 Oscars, neben Jennifer Connelly wurde er als bester Film, Ron Howard für die Regie und Akiva Goldman für das beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet.
5. Nash’s Theorie und John F. Nash
Die Theorie von John F. Nash beschäftigt sich mit Gleichgewichten in nicht-kooperativen Spielen. Ausgangspunkt ist dabei das sog. Gefangenendilemma (Prisoners Dilemma). Nach Nash’s Theorie kann nur dann ein stabiles Gleichgewicht zustande kommen, wenn kein Spieler sich durch eine Änderung seiner Strategie verbessern kann, wenn der andere seine Strategie beibehält (Nash Gleichgewicht). Diese Theorie überträgt Nash auf das Duopol, d.h. einen Markt in dem zwei gleich starke Unternehmen tätig sind. Beide Unternehmen könnten sich absprechen, aber jedes Unternehmen erliegt der Versuchung das Abkommen zu brechen, um damit die ganze Nachfrage auf sich zu ziehen und den ganzen Gewinn zu erhalten. Als Ergebnis werden in diesem Markt nicht die Monopolmenge und der Monopolpreis gesetzt, sondern eine höhere Menge und ein niedriger Preis.
Für die Übertragung des Gefangenendilemmas auf die Wirtschaftswissenschaften und die daraus abgeleiteten Folgerungen erhielt Nash den Nobelpreis. Nash war bereits mehrere Jahre für den Nobelpreis im Gespräch, aber er erhielt ihn lange nicht, weil er eben kein Wirtschaftswissenschaftler, sondern Mathematiker ist und man wohl nicht lange nicht einsehen wollte, welchen Einfluß die Mathematik auf die Ökonomie hat.
Der Charakter von John F. Nash wird im Film nur teilweise korrekt dargestellt. Laut seiner Biographin Sylvia Nasar war Nash Antisemit, bisexuell und zu Gewaltausbrüchen neigend. Seine beiden Ehefrauen behandelte er schlecht und er war kein guter Vater. Seine wissenschaftliche Leistung steht auf einem anderen Blatt.
6. Kritik:
Auch wenn von Nash’s wahrem Charakter in Ron Howards Film nicht viel übrig geblieben ist, so ist ihm dennoch eine brilliante Darstellung von Schizophrenie und deren Auswirkungen gelungen. Man hat bewußt die bisexuellen und antisemitischen Neigungen von Nash nicht dargestellt, weil man wohl unnötige Parallelen vermeiden wollte.
Als Zuschauer erlebt man den Film erst rein aus der persönlichen Sicht von Nash und erst nach seiner Einweisung in die Klinik ändert sich der Blickwinkel. Ab diesem Zeitpunkt sieht man den Film aus der Sicht seiner Umgebung, wobei man immer wieder in die Wahrnehmung von Nash überwechselt.
Jedoch wird der Film, nachdem die Krankheit Nash’s zutage tritt zunehmend hollywoodlike und der weitere Gang der Dinge wird mehr und mehr vorhersehbar, wobei dies auch durch die Biographie des Genies bedingt ist. Gegen Ende des Films wird mehr und mehr Schmalz aufgetragen, weil es natürlich einzig und allein die Liebe seiner Frau Alicia war, die Nash geholfen hat.
Howard ist jedoch eine sehr gute Darstellung der Krankheit gelungen und man bekommt durch den Film eine Vorstellung wie ein Mensch, der unter Schizophrenie leidet, empfindet. Der Film zeigt weiterhin auf, wie die Angehörigen und das nähere Umfeld diese Krankheit sehen und macht die Schwierigkeiten, eine solche Krankheit zu erkennen deutlich. Daß dies so gut gelungen ist, liegt wohl vor allem daran, daß sowohl Regisseur Howard als auch Drehbuchauthor Goldsmann beide persönliche Erfahrungen mit diesem Thema haben. Goldsman’s Eltern waren Psychologen, die ein Heim für schizophrene Kinder unterhielten und Howard hatte einen Fall in seiner eigenen Familie.
Daß über das Thema die wissenschaftliche Leistung zu kurz kam, ist zu bedauern. Vor allem wirken die Szenen mit den Füllfederhaltern kurios und es kommt aus dem Film nicht heraus, wofür Nash den Nobelpreis erhielt.
7.Persönliches Resümee
Wie schon anfangs gesagt, habe ich bei einer Freundin von mir ähnliches erlebt. Es ist für einen Laien sehr schwierig, so etwas überhaupt zu erkennen, geschweige denn zu begreifen. Man merkt zwar, daß irgendetwas nicht stimmen kann, aber sich in einen solchen Menschen hineinzuversetzen ist äußerst schwierig. Sehr viel Einfühlungsvermögen ist notwendig, man muß viel zuhören, um solche Menschen überhaupt verstehen zu können. Durch den Film habe ich einen Eindruck gewonnen, wie ein schizophrener Mensch überhaupt empfindet und ich sehe das Ganze in einem anderen Licht.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-12 22:41:14 mit dem Titel Genie und Wahnsinn liegen manchmal eng beinander
Am Osterwochenende 2002 ging ich wieder nach längerer Zeit ins Kino und habe mir dort den mit 4 Oscars ausgezeichneten Film angeschaut. Normalerweise gehöre ich eher zu denen die wegen derartiger Filme nichts ins Kino gehen, sondern darauf warten, daß der Film im Fernsehen erscheint bzw. auf Video erscheint. In diesem Fall war es anders, weil mich das Thema des Films selbst interessiert.
Gliederung:
1.Mein persönliches Interesse an diesem Film
2.Handlung
3.Darsteller
4.Auszeichnung mit dem Oscar
5.Nash’s Theorie und John F. Nash
6.Kritik
7.Persönliches Resümee
1. Mein persönliches Interesse an diesem Film:
Alles was ich vor meinem Kinobesuch von diesem Film wußte, war die ungefähre Handlung und die Tatsache, daß er für mehrere Oscars nominiert wurde und auch tatsächlich vier Oscars erhalten hatte. Mir war lediglich bekannt, daß dieser Film von einem Wissenschaftler handelt, der unter Schizophrenie leidet und darstellt wie er gegen seine Krankheit ankämpft. Meine beste Freundin hat in den letzten Jahren ähnliche Probleme gehabt, was mich dazu gezwungen hat, mich auch damit auseinanderzusetzen. Für einen Außenstehenden ist es jedoch sehr schwierig das Ganze zu verstehen, weshalb ich zusammen mit dieser Freundin ins Kino gegangen bin.
Nachdem ich den Film gesehen habe, ist dieses Interesse noch mehr gestiegen, da ich Anfang der 90er Jahre selbst Ökonomie studiert und auch erfolgreich abgeschlossen habe. Ein Schwerpunkt meines Studiums war die sog. „Theory of Industrial Organization“ (dt. Industrioökonomie), ein Fach, das mit den Unvollkommenheit der Märkte beschäftigt und nicht wie die Mikrookonomie gemeinhin von der Vollkommenheit der Märkte ausgeht. In der Oligopoltheorie wird seit Ende der 80er Jahre der spieltheoretische Ansatz gelehrt und hier kam ich zum ersten Mal mit dem Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen von John F. Nash in Berührung. Als ich gleich zu Beginn den Namen Nash hörte stieg in mir mehr und mehr der schließlich bestätigte Verdacht hoch, daß es sich um den von mir geschätzten Wissenschaftler handelt, der 1994 zusammen mit – übrigens als 1. deutschen Wirtschaftswissenschaftler - Reinhard Selten (für die Dynamisierung der Spieltheorie) und John C. Harsanyi für die Einbindung unvollkommener Information zu Recht den Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1994 erhielt.
2. Handlung:
Der Film beginnt mit der Einführung der neuen Mathematik-Studenten an der Princeton Univiversity. Hier wird den angehenden Jungakademikern die Bedeutung der Mathematik anhand der Entschlüsselung der japanischen Geheimcodes während des zweiten Weltkrieges und anderer mathematischer Glanzleistungen dargestellt. Der junge John Forbes Nash (Russell Crowe) sitzt eher am Rande, lauscht aber dennoch aufmerksam. Auf der Party werden erste Spannungen zwischen den Studenten deutlich und Nash entpuppt sich hier nicht gerade als idealer Gesellschafter, ja geradezu als Zyniker. Dementsprechend ist er eher ein Außenseiter und dementsprechend einsam.
Während seines Studiums erhält er in dem Lebemann Charles Herman (Paul Bettany) einen Zimmergenossen, der ihm die angenehmen Seiten des Studentenlebens aufzeigt. Da Nash ständig nach einer bahnbrechenden Idee sucht, Vorlesungen meidet und nichts veröffentlicht gerät er mehr und mehr unter Druck. Seine Kommilitonen verhöhnen ihn und beim ersten Annäherungsversuch an die holde Weiblichkeit, bei dem er vom Austausch von Körperflüssigkeiten spricht, handelt er sich folgerichtig eine Ohrfeige ein. Auf der Suche nach einer Idee für eine wissenschaftliche Arbeit geht er sogar so weit, daß er die Wege von Tauben im Park aufzeichnet, um daraus eine Logik ableiten zu können, was natürlich zu nichts führt. Auch sein Professor setzt ihn ob seiner Passivität unter Druck und führt ihm eines Tages in der Aula vor, wie ein erfolgreicher Wissenschaftler von seinen Kollegen mit der Überreichung von Füllfederhaltern geehrt wird. Sein einziger echter Freund ist der getreue Charles, dem er sich wirklich anvertrauen kann.
Als Genie, welches er jedoch ist, kommt ihm bei einem Kneipenbesuch mit Studienkollegen die bahnbrechende Idee. Nachdem eine dralle Blondine mit ihren Freundinnen betritt, sind seine Kameraden dementsprechend spitz und spekulieren alle auf die Attraktivste. Allein Nash bleibt cool und erkennt, daß wenn sich alle auf die Blondine stürzen, sich alle also nicht-kooperativ verhalten, keiner die Blondine bekommt und die auch keine von deren Freundinnen irgendetwas von den Studenten wissen will. Genau das ist die Idee, die Nash gebraucht hat und er entwickelt sein Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen, welches die Theorie des Stammvaters der Ökonomie Adam Smith vollkommen auf den Kopf stellt. Mit einer der kürzesten Doktorarbeiten erhält Nash die Stelle am Wheeler Institute und kann sich sogar seine Mitarbeiter aussuchen.
Inzwischen anerkannter Akademiker und Professor hilft er im Pentagon bei der Entschlüsselung eines Geheimcodes. Nachdem er sein Ergebnis bekannt gegeben hat, sieht er im Hintergrund einen ihm unbekannten Mann und er fordert der große Bruder möge sich doch zeigen. Zurück am Wheeler Institute geht er zunächst weiter seiner Arbeit nach, hält Vorlesungen und begegnet zum ersten Mal seiner künftigen Frau Alicia (Jennifer Conelly).
Eines Abends wird Nash von William Parcher (Ed Harris), dem großen Bruder den er schon im Pentagon gesehen hat, beim Verlassen des Büros abgefangen und in ein Gebäude neben dem Wheeler Institute geführt. Hier erfährt er, daß die Sowjets planen sog. Schläfer in den USA haben und planen, Atombomben ins Land zu schmuggeln. Man erklärt ihm die Sowjets verkehren über Codes, die in verschiedenen Zeitungen eingebaut sind mit ihren Agenten und man brennt ihm eine Markierung in den linken Unterarm ein, die er als Zugang zum Briefkasten braucht.
Nash macht sich mit Feuereifer an seine neue Aufgabe und scheint alles um sich herum zu vergessen. Er vergißt sogar eine Vorlesungen zu halten und wird erst von Alicia daran erinnert. Sein Privatleben scheint sich gut zu entwickeln, Alicia begleitet ihn sogar zu einem Empfang mit dem Gouverneur und der nüchterne Mathematiker Nash entwickelt sogar romantische Tendenzen. Die beiden heiraten und Alicia ist kurz darauf schwanger.
Aufgrund jetztigen Verantwortung als Familienvater gerät Nash noch mehr unter Druck. Es kommt sogar zu Meinungsverschiedenheiten mit Parcher, Nash setzt seine Arbeit jedoch weiter fort. Bei einer Arbeit im Park begegnet Nash der kleinen Becky (Tanya Clarke), die sich als Nichte seines Zimmergenossen Charles entpuppt. Als Nash eines Abends wieder seinen Briefkasten füllt, wird er kurz dannach von Parcher mit dem Auto abgefangen und es kommt zu einer für - eher für Actionfilme typischen – Verfolgungsjagd, in dessen Verlauf das Auto mit den Verfolgern in einen Fluß stürzt. Zurück zu Hause, erklärt er seiner besorgten Frau, sie solle besser wieder zu ihrer Mutter ziehen, da sie alle in Gefahr wären.
Bei einer Vorlesung in Princeton kommt es schließlich zum Eklat. Nachdem Nash kurz vor der Vorlesung wieder Charles und dessen Nichte begegnet, fühlt er sich während der Vorlesung von zwei ihm ungekannten Personen verfolgt, woraufhin er panikartig den Saal verläßt. Schnell eingeholt, entpuppt sich einer der Verfolger als Psychiater Dr. Rosen (Christopher Plummer), der ihm nach einem weiteren Fluchtversuch erst einmal ein Beruhigungsmittel verabreicht.
In der Klinik von Dr. Rosen kommt das ganze Ausmaß der Tragödie zum Vorschein. Nash entpuppt sich als Schizophrener, der dringend ärztliche Hilfe notwendig hat. Seine Frau Alicia erkennt erst jetzt, daß ihr Mann schwer krank ist, obwohl sie schon länger den Verdacht es würde etwas nicht stimmen, hatte. Nachdem sie von Dr. Rosen unterrichtet wurde und sie durch die Infragestellung der Echtheit von Nash’s Zimmergenossen Charles sehr verunsichert ist, geht sie zu dem Briefkasten und zieht dort das letzte von ihrem Mann eingeworfene Dokument heraus.
Während der Besuchsstunde in der Klinik konfrontiert sie ihren Mann mit ihren Entdeckungen, und legt ihm alle von ihm eingeworfenen Briefumschläge vor. Nash wird inzwischen mit Medikamenten behandelt und entdeckt, daß der Geheimcode auf seinem Unterarm verschwunden ist.
Wegen Nash’s Krankheit muß Alicia jetzt allein die Familie durchbringen, da er wegen der Medikamente zu einer vernünftigen Arbeit nicht imstande ist. Die medikamentöse Behandlung seiner Krankheit hat auch Auswirkungen auf sein Sexualleben, was Alica verzweifeln läßt. Nash, betroffen von dieser Verzweiflung, setzt daraufhin die Medikamente ab, was seine Krankheit erneut aufflackern läßt.
Wieder meldet sich der nur in seiner Einbildung existierende Parcher und Nash beginnt in einer Gartenlaube erneut mit dem Ausschneiden von Zeitungsartikeln. Zunächst von Alicia nicht bemerkt, kommt sie während eines Gewitters sehr schnell dahinter. Während einer heftigen Szene erscheinen Parcher, Charles und Becky, woraufhin Alicia flüchten will, nachdem sie von ihrem Mann gehindert wurde Dr. Rosen anzurufen. Nash hält sie auf, in dem er ihr seine Entdeckung, daß Becky nicht älter wird kundtut.
In einem Gespräch mit Dr. Rosen und Alicia verweigert Nash den Gang in die Klinik und beginnt aktiv gegen seine Krankheit zu kämpfen. Er geht auch wieder an die Princeton University und beginnt wieder zu arbeiten. Auf dem Campus kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung, während der er den nicht existierenden Parcher, Charles und Becky immer wieder zuruft sie wären nicht echt. Dies sorgt natürlich für Aufsehen, da nur der schizophrene Nash die drei sieht, aber Nash schafft es einen Weg zu finden mit seiner Schizophrenie zu leben. Er erkennt, daß seine Krankheit lebenslang sein wird, findet aber in dem Ansatz die drei einfach zu ignorieren und nicht mehr verbal mit ihnen zu kommunizieren einen Ausweg.
Er beginnt wieder zu unterrichten und wird nach einer Vorlesung von einem Herrn besucht, der sich als Vertreter des schwedischen Nobelkommittees entpuppt. Sie begeben sich beide in die Aula, in der Nash jahrzehntelang nicht gesehen wurde. Nash erfährt, daß er für den Nobelpreis vorgeschlagen ist, die Akademie aber befürchtet er könnte sie mit seiner Krankheit blamieren. Während dieses Gesprächs überreicht ein Professor Nash seinen Füllfederhalter, was eine Kettenreaktion auslöst und er noch weitere erhält. Bei der Verleihung des Nobelpreises in Stockholm dankt er seiner Frau für ihre Treue und Unterstützung. Als beide die Halle verlassen sieht er wieder die nur in seiner Einbildung existierenden Gestalten, weiß aber, daß es niemals zu schlimmeren Auswüchsen kommen wird, da er einen Weg gefunden hat, mit seiner Krankheit zu leben.
3. Darsteller:
Russell Crowe in der Rolle von John F. Nash verkörpert den schizophrenen und genialen Wissenschaftler auf überzeugende Weise. Vor allem in Ausdruck und Mimik zeigt er sich den Anforderungen dieser überaus schwierigen Rolle gewachsen und schafft es den Wissenschaftler auch in fortgeschrittenem Alter überzeugend darzustellen. Seine Nominierung für den Oscar erfolgte sicher zu Recht.
Jennifer Connelly in der Rolle von Nash’s Ehefrau Alicia war sicher der beste Griff, den Ron Howard bei der Besetzung dieser Rolle machen konnte. Sie war schon optisch für die Rolle prädistiniert, da Nash’s Ehefrau Alicia in El Salvador geboren wurde und sie schon aufgrund ihrer äußeren Erscheinung da lateinamerikanische Element sehr gut zum Ausdruck bringen konnte. Aber sie spielt ihre Rolle als treue, besorgte Ehefrau sehr überzeugend und bringt sehr gut die Empfindungen der Angehörigen von an Schizophrenie erkrankten Menschen rüber. Sie wurde zu Recht mit dem Oscar für die beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
Daneben brillieren noch die Altstars Christopher Plummer als Dr. Rosen und Ed Harris als William Parcher, die beide eine handwerklich sehr gute Leistung abliefern.
4. Auszeichnung mit dem Oscar
Insgesamt wurde der Film für 8 Oscars nominiert und zwar in folgenden Kategorien:
Bester Film, Russell Crowe als bester Hauptdarsteller, Jennifer Connelly als beste Nebendarstellerin, die beste Regie (Ron Howard), Akiva Goldsman für das beste adaptierte Drehbuch, James Horner für die beste Filmmusik, das beste Makeup und den besten Schnitt.
Davon erhielt der Film 4 Oscars, neben Jennifer Connelly wurde er als bester Film, Ron Howard für die Regie und Akiva Goldman für das beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet.
5. Nash’s Theorie und John F. Nash
Die Theorie von John F. Nash beschäftigt sich mit Gleichgewichten in nicht-kooperativen Spielen. Ausgangspunkt ist dabei das sog. Gefangenendilemma (Prisoners Dilemma). Nach Nash’s Theorie kann nur dann ein stabiles Gleichgewicht zustande kommen, wenn kein Spieler sich durch eine Änderung seiner Strategie verbessern kann, wenn der andere seine Strategie beibehält (Nash Gleichgewicht). Diese Theorie überträgt Nash auf das Duopol, d.h. einen Markt in dem zwei gleich starke Unternehmen tätig sind. Beide Unternehmen könnten sich absprechen, aber jedes Unternehmen erliegt der Versuchung das Abkommen zu brechen, um damit die ganze Nachfrage auf sich zu ziehen und den ganzen Gewinn zu erhalten. Als Ergebnis werden in diesem Markt nicht die Monopolmenge und der Monopolpreis gesetzt, sondern eine höhere Menge und ein niedriger Preis.
Für die Übertragung des Gefangenendilemmas auf die Wirtschaftswissenschaften und die daraus abgeleiteten Folgerungen erhielt Nash den Nobelpreis. Nash war bereits mehrere Jahre für den Nobelpreis im Gespräch, aber er erhielt ihn lange nicht, weil er eben kein Wirtschaftswissenschaftler, sondern Mathematiker ist und man wohl nicht lange nicht einsehen wollte, welchen Einfluß die Mathematik auf die Ökonomie hat.
Der Charakter von John F. Nash wird im Film nur teilweise korrekt dargestellt. Laut seiner Biographin Sylvia Nasar war Nash Antisemit, bisexuell und zu Gewaltausbrüchen neigend. Seine beiden Ehefrauen behandelte er schlecht und er war kein guter Vater. Seine wissenschaftliche Leistung steht auf einem anderen Blatt.
6. Kritik:
Auch wenn von Nash’s wahrem Charakter in Ron Howards Film nicht viel übrig geblieben ist, so ist ihm dennoch eine brilliante Darstellung von Schizophrenie und deren Auswirkungen gelungen. Man hat bewußt die bisexuellen und antisemitischen Neigungen von Nash nicht dargestellt, weil man wohl unnötige Parallelen vermeiden wollte.
Als Zuschauer erlebt man den Film erst rein aus der persönlichen Sicht von Nash und erst nach seiner Einweisung in die Klinik ändert sich der Blickwinkel. Ab diesem Zeitpunkt sieht man den Film aus der Sicht seiner Umgebung, wobei man immer wieder in die Wahrnehmung von Nash überwechselt.
Jedoch wird der Film, nachdem die Krankheit Nash’s zutage tritt zunehmend hollywoodlike und der weitere Gang der Dinge wird mehr und mehr vorhersehbar, wobei dies auch durch die Biographie des Genies bedingt ist. Gegen Ende des Films wird mehr und mehr Schmalz aufgetragen, weil es natürlich einzig und allein die Liebe seiner Frau Alicia war, die Nash geholfen hat.
Howard ist jedoch eine sehr gute Darstellung der Krankheit gelungen und man bekommt durch den Film eine Vorstellung wie ein Mensch, der unter Schizophrenie leidet, empfindet. Der Film zeigt weiterhin auf, wie die Angehörigen und das nähere Umfeld diese Krankheit sehen und macht die Schwierigkeiten, eine solche Krankheit zu erkennen deutlich. Daß dies so gut gelungen ist, liegt wohl vor allem daran, daß sowohl Regisseur Howard als auch Drehbuchauthor Goldsmann beide persönliche Erfahrungen mit diesem Thema haben. Goldsman’s Eltern waren Psychologen, die ein Heim für schizophrene Kinder unterhielten und Howard hatte einen Fall in seiner eigenen Familie.
Daß über das Thema die wissenschaftliche Leistung zu kurz kam, ist zu bedauern. Vor allem wirken die Szenen mit den Füllfederhaltern kurios und es kommt aus dem Film nicht heraus, wofür Nash den Nobelpreis erhielt.
7.Persönliches Resümee
Wie schon anfangs gesagt, habe ich bei einer Freundin von mir ähnliches erlebt. Es ist für einen Laien sehr schwierig, so etwas überhaupt zu erkennen, geschweige denn zu begreifen. Man merkt zwar, daß irgendetwas nicht stimmen kann, aber sich in einen solchen Menschen hineinzuversetzen ist äußerst schwierig. Sehr viel Einfühlungsvermögen ist notwendig, man muß viel zuhören, um solche Menschen überhaupt verstehen zu können. Durch den Film habe ich einen Eindruck gewonnen, wie ein schizophrener Mensch überhaupt empfindet und ich sehe das Ganze in einem anderen Licht.
Gliederung:
1.Mein persönliches Interesse an diesem Film
2.Handlung
3.Darsteller
4.Auszeichnung mit dem Oscar
5.Nash’s Theorie und John F. Nash
6.Kritik
7.Persönliches Resümee
1. Mein persönliches Interesse an diesem Film:
Alles was ich vor meinem Kinobesuch von diesem Film wußte, war die ungefähre Handlung und die Tatsache, daß er für mehrere Oscars nominiert wurde und auch tatsächlich vier Oscars erhalten hatte. Mir war lediglich bekannt, daß dieser Film von einem Wissenschaftler handelt, der unter Schizophrenie leidet und darstellt wie er gegen seine Krankheit ankämpft. Meine beste Freundin hat in den letzten Jahren ähnliche Probleme gehabt, was mich dazu gezwungen hat, mich auch damit auseinanderzusetzen. Für einen Außenstehenden ist es jedoch sehr schwierig das Ganze zu verstehen, weshalb ich zusammen mit dieser Freundin ins Kino gegangen bin.
Nachdem ich den Film gesehen habe, ist dieses Interesse noch mehr gestiegen, da ich Anfang der 90er Jahre selbst Ökonomie studiert und auch erfolgreich abgeschlossen habe. Ein Schwerpunkt meines Studiums war die sog. „Theory of Industrial Organization“ (dt. Industrioökonomie), ein Fach, das mit den Unvollkommenheit der Märkte beschäftigt und nicht wie die Mikrookonomie gemeinhin von der Vollkommenheit der Märkte ausgeht. In der Oligopoltheorie wird seit Ende der 80er Jahre der spieltheoretische Ansatz gelehrt und hier kam ich zum ersten Mal mit dem Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen von John F. Nash in Berührung. Als ich gleich zu Beginn den Namen Nash hörte stieg in mir mehr und mehr der schließlich bestätigte Verdacht hoch, daß es sich um den von mir geschätzten Wissenschaftler handelt, der 1994 zusammen mit – übrigens als 1. deutschen Wirtschaftswissenschaftler - Reinhard Selten (für die Dynamisierung der Spieltheorie) und John C. Harsanyi für die Einbindung unvollkommener Information zu Recht den Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1994 erhielt.
2. Handlung:
Der Film beginnt mit der Einführung der neuen Mathematik-Studenten an der Princeton Univiversity. Hier wird den angehenden Jungakademikern die Bedeutung der Mathematik anhand der Entschlüsselung der japanischen Geheimcodes während des zweiten Weltkrieges und anderer mathematischer Glanzleistungen dargestellt. Der junge John Forbes Nash (Russell Crowe) sitzt eher am Rande, lauscht aber dennoch aufmerksam. Auf der Party werden erste Spannungen zwischen den Studenten deutlich und Nash entpuppt sich hier nicht gerade als idealer Gesellschafter, ja geradezu als Zyniker. Dementsprechend ist er eher ein Außenseiter und dementsprechend einsam.
Während seines Studiums erhält er in dem Lebemann Charles Herman (Paul Bettany) einen Zimmergenossen, der ihm die angenehmen Seiten des Studentenlebens aufzeigt. Da Nash ständig nach einer bahnbrechenden Idee sucht, Vorlesungen meidet und nichts veröffentlicht gerät er mehr und mehr unter Druck. Seine Kommilitonen verhöhnen ihn und beim ersten Annäherungsversuch an die holde Weiblichkeit, bei dem er vom Austausch von Körperflüssigkeiten spricht, handelt er sich folgerichtig eine Ohrfeige ein. Auf der Suche nach einer Idee für eine wissenschaftliche Arbeit geht er sogar so weit, daß er die Wege von Tauben im Park aufzeichnet, um daraus eine Logik ableiten zu können, was natürlich zu nichts führt. Auch sein Professor setzt ihn ob seiner Passivität unter Druck und führt ihm eines Tages in der Aula vor, wie ein erfolgreicher Wissenschaftler von seinen Kollegen mit der Überreichung von Füllfederhaltern geehrt wird. Sein einziger echter Freund ist der getreue Charles, dem er sich wirklich anvertrauen kann.
Als Genie, welches er jedoch ist, kommt ihm bei einem Kneipenbesuch mit Studienkollegen die bahnbrechende Idee. Nachdem eine dralle Blondine mit ihren Freundinnen betritt, sind seine Kameraden dementsprechend spitz und spekulieren alle auf die Attraktivste. Allein Nash bleibt cool und erkennt, daß wenn sich alle auf die Blondine stürzen, sich alle also nicht-kooperativ verhalten, keiner die Blondine bekommt und die auch keine von deren Freundinnen irgendetwas von den Studenten wissen will. Genau das ist die Idee, die Nash gebraucht hat und er entwickelt sein Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen, welches die Theorie des Stammvaters der Ökonomie Adam Smith vollkommen auf den Kopf stellt. Mit einer der kürzesten Doktorarbeiten erhält Nash die Stelle am Wheeler Institute und kann sich sogar seine Mitarbeiter aussuchen.
Inzwischen anerkannter Akademiker und Professor hilft er im Pentagon bei der Entschlüsselung eines Geheimcodes. Nachdem er sein Ergebnis bekannt gegeben hat, sieht er im Hintergrund einen ihm unbekannten Mann und er fordert der große Bruder möge sich doch zeigen. Zurück am Wheeler Institute geht er zunächst weiter seiner Arbeit nach, hält Vorlesungen und begegnet zum ersten Mal seiner künftigen Frau Alicia (Jennifer Conelly).
Eines Abends wird Nash von William Parcher (Ed Harris), dem großen Bruder den er schon im Pentagon gesehen hat, beim Verlassen des Büros abgefangen und in ein Gebäude neben dem Wheeler Institute geführt. Hier erfährt er, daß die Sowjets planen sog. Schläfer in den USA haben und planen, Atombomben ins Land zu schmuggeln. Man erklärt ihm die Sowjets verkehren über Codes, die in verschiedenen Zeitungen eingebaut sind mit ihren Agenten und man brennt ihm eine Markierung in den linken Unterarm ein, die er als Zugang zum Briefkasten braucht.
Nash macht sich mit Feuereifer an seine neue Aufgabe und scheint alles um sich herum zu vergessen. Er vergißt sogar eine Vorlesungen zu halten und wird erst von Alicia daran erinnert. Sein Privatleben scheint sich gut zu entwickeln, Alicia begleitet ihn sogar zu einem Empfang mit dem Gouverneur und der nüchterne Mathematiker Nash entwickelt sogar romantische Tendenzen. Die beiden heiraten und Alicia ist kurz darauf schwanger.
Aufgrund jetztigen Verantwortung als Familienvater gerät Nash noch mehr unter Druck. Es kommt sogar zu Meinungsverschiedenheiten mit Parcher, Nash setzt seine Arbeit jedoch weiter fort. Bei einer Arbeit im Park begegnet Nash der kleinen Becky (Tanya Clarke), die sich als Nichte seines Zimmergenossen Charles entpuppt. Als Nash eines Abends wieder seinen Briefkasten füllt, wird er kurz dannach von Parcher mit dem Auto abgefangen und es kommt zu einer für - eher für Actionfilme typischen – Verfolgungsjagd, in dessen Verlauf das Auto mit den Verfolgern in einen Fluß stürzt. Zurück zu Hause, erklärt er seiner besorgten Frau, sie solle besser wieder zu ihrer Mutter ziehen, da sie alle in Gefahr wären.
Bei einer Vorlesung in Princeton kommt es schließlich zum Eklat. Nachdem Nash kurz vor der Vorlesung wieder Charles und dessen Nichte begegnet, fühlt er sich während der Vorlesung von zwei ihm ungekannten Personen verfolgt, woraufhin er panikartig den Saal verläßt. Schnell eingeholt, entpuppt sich einer der Verfolger als Psychiater Dr. Rosen (Christopher Plummer), der ihm nach einem weiteren Fluchtversuch erst einmal ein Beruhigungsmittel verabreicht.
In der Klinik von Dr. Rosen kommt das ganze Ausmaß der Tragödie zum Vorschein. Nash entpuppt sich als Schizophrener, der dringend ärztliche Hilfe notwendig hat. Seine Frau Alicia erkennt erst jetzt, daß ihr Mann schwer krank ist, obwohl sie schon länger den Verdacht es würde etwas nicht stimmen, hatte. Nachdem sie von Dr. Rosen unterrichtet wurde und sie durch die Infragestellung der Echtheit von Nash’s Zimmergenossen Charles sehr verunsichert ist, geht sie zu dem Briefkasten und zieht dort das letzte von ihrem Mann eingeworfene Dokument heraus.
Während der Besuchsstunde in der Klinik konfrontiert sie ihren Mann mit ihren Entdeckungen, und legt ihm alle von ihm eingeworfenen Briefumschläge vor. Nash wird inzwischen mit Medikamenten behandelt und entdeckt, daß der Geheimcode auf seinem Unterarm verschwunden ist.
Wegen Nash’s Krankheit muß Alicia jetzt allein die Familie durchbringen, da er wegen der Medikamente zu einer vernünftigen Arbeit nicht imstande ist. Die medikamentöse Behandlung seiner Krankheit hat auch Auswirkungen auf sein Sexualleben, was Alica verzweifeln läßt. Nash, betroffen von dieser Verzweiflung, setzt daraufhin die Medikamente ab, was seine Krankheit erneut aufflackern läßt.
Wieder meldet sich der nur in seiner Einbildung existierende Parcher und Nash beginnt in einer Gartenlaube erneut mit dem Ausschneiden von Zeitungsartikeln. Zunächst von Alicia nicht bemerkt, kommt sie während eines Gewitters sehr schnell dahinter. Während einer heftigen Szene erscheinen Parcher, Charles und Becky, woraufhin Alicia flüchten will, nachdem sie von ihrem Mann gehindert wurde Dr. Rosen anzurufen. Nash hält sie auf, in dem er ihr seine Entdeckung, daß Becky nicht älter wird kundtut.
In einem Gespräch mit Dr. Rosen und Alicia verweigert Nash den Gang in die Klinik und beginnt aktiv gegen seine Krankheit zu kämpfen. Er geht auch wieder an die Princeton University und beginnt wieder zu arbeiten. Auf dem Campus kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung, während der er den nicht existierenden Parcher, Charles und Becky immer wieder zuruft sie wären nicht echt. Dies sorgt natürlich für Aufsehen, da nur der schizophrene Nash die drei sieht, aber Nash schafft es einen Weg zu finden mit seiner Schizophrenie zu leben. Er erkennt, daß seine Krankheit lebenslang sein wird, findet aber in dem Ansatz die drei einfach zu ignorieren und nicht mehr verbal mit ihnen zu kommunizieren einen Ausweg.
Er beginnt wieder zu unterrichten und wird nach einer Vorlesung von einem Herrn besucht, der sich als Vertreter des schwedischen Nobelkommittees entpuppt. Sie begeben sich beide in die Aula, in der Nash jahrzehntelang nicht gesehen wurde. Nash erfährt, daß er für den Nobelpreis vorgeschlagen ist, die Akademie aber befürchtet er könnte sie mit seiner Krankheit blamieren. Während dieses Gesprächs überreicht ein Professor Nash seinen Füllfederhalter, was eine Kettenreaktion auslöst und er noch weitere erhält. Bei der Verleihung des Nobelpreises in Stockholm dankt er seiner Frau für ihre Treue und Unterstützung. Als beide die Halle verlassen sieht er wieder die nur in seiner Einbildung existierenden Gestalten, weiß aber, daß es niemals zu schlimmeren Auswüchsen kommen wird, da er einen Weg gefunden hat, mit seiner Krankheit zu leben.
3. Darsteller:
Russell Crowe in der Rolle von John F. Nash verkörpert den schizophrenen und genialen Wissenschaftler auf überzeugende Weise. Vor allem in Ausdruck und Mimik zeigt er sich den Anforderungen dieser überaus schwierigen Rolle gewachsen und schafft es den Wissenschaftler auch in fortgeschrittenem Alter überzeugend darzustellen. Seine Nominierung für den Oscar erfolgte sicher zu Recht.
Jennifer Connelly in der Rolle von Nash’s Ehefrau Alicia war sicher der beste Griff, den Ron Howard bei der Besetzung dieser Rolle machen konnte. Sie war schon optisch für die Rolle prädistiniert, da Nash’s Ehefrau Alicia in El Salvador geboren wurde und sie schon aufgrund ihrer äußeren Erscheinung da lateinamerikanische Element sehr gut zum Ausdruck bringen konnte. Aber sie spielt ihre Rolle als treue, besorgte Ehefrau sehr überzeugend und bringt sehr gut die Empfindungen der Angehörigen von an Schizophrenie erkrankten Menschen rüber. Sie wurde zu Recht mit dem Oscar für die beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
Daneben brillieren noch die Altstars Christopher Plummer als Dr. Rosen und Ed Harris als William Parcher, die beide eine handwerklich sehr gute Leistung abliefern.
4. Auszeichnung mit dem Oscar
Insgesamt wurde der Film für 8 Oscars nominiert und zwar in folgenden Kategorien:
Bester Film, Russell Crowe als bester Hauptdarsteller, Jennifer Connelly als beste Nebendarstellerin, die beste Regie (Ron Howard), Akiva Goldsman für das beste adaptierte Drehbuch, James Horner für die beste Filmmusik, das beste Makeup und den besten Schnitt.
Davon erhielt der Film 4 Oscars, neben Jennifer Connelly wurde er als bester Film, Ron Howard für die Regie und Akiva Goldman für das beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet.
5. Nash’s Theorie und John F. Nash
Die Theorie von John F. Nash beschäftigt sich mit Gleichgewichten in nicht-kooperativen Spielen. Ausgangspunkt ist dabei das sog. Gefangenendilemma (Prisoners Dilemma). Nach Nash’s Theorie kann nur dann ein stabiles Gleichgewicht zustande kommen, wenn kein Spieler sich durch eine Änderung seiner Strategie verbessern kann, wenn der andere seine Strategie beibehält (Nash Gleichgewicht). Diese Theorie überträgt Nash auf das Duopol, d.h. einen Markt in dem zwei gleich starke Unternehmen tätig sind. Beide Unternehmen könnten sich absprechen, aber jedes Unternehmen erliegt der Versuchung das Abkommen zu brechen, um damit die ganze Nachfrage auf sich zu ziehen und den ganzen Gewinn zu erhalten. Als Ergebnis werden in diesem Markt nicht die Monopolmenge und der Monopolpreis gesetzt, sondern eine höhere Menge und ein niedriger Preis.
Für die Übertragung des Gefangenendilemmas auf die Wirtschaftswissenschaften und die daraus abgeleiteten Folgerungen erhielt Nash den Nobelpreis. Nash war bereits mehrere Jahre für den Nobelpreis im Gespräch, aber er erhielt ihn lange nicht, weil er eben kein Wirtschaftswissenschaftler, sondern Mathematiker ist und man wohl nicht lange nicht einsehen wollte, welchen Einfluß die Mathematik auf die Ökonomie hat.
Der Charakter von John F. Nash wird im Film nur teilweise korrekt dargestellt. Laut seiner Biographin Sylvia Nasar war Nash Antisemit, bisexuell und zu Gewaltausbrüchen neigend. Seine beiden Ehefrauen behandelte er schlecht und er war kein guter Vater. Seine wissenschaftliche Leistung steht auf einem anderen Blatt.
6. Kritik:
Auch wenn von Nash’s wahrem Charakter in Ron Howards Film nicht viel übrig geblieben ist, so ist ihm dennoch eine brilliante Darstellung von Schizophrenie und deren Auswirkungen gelungen. Man hat bewußt die bisexuellen und antisemitischen Neigungen von Nash nicht dargestellt, weil man wohl unnötige Parallelen vermeiden wollte.
Als Zuschauer erlebt man den Film erst rein aus der persönlichen Sicht von Nash und erst nach seiner Einweisung in die Klinik ändert sich der Blickwinkel. Ab diesem Zeitpunkt sieht man den Film aus der Sicht seiner Umgebung, wobei man immer wieder in die Wahrnehmung von Nash überwechselt.
Jedoch wird der Film, nachdem die Krankheit Nash’s zutage tritt zunehmend hollywoodlike und der weitere Gang der Dinge wird mehr und mehr vorhersehbar, wobei dies auch durch die Biographie des Genies bedingt ist. Gegen Ende des Films wird mehr und mehr Schmalz aufgetragen, weil es natürlich einzig und allein die Liebe seiner Frau Alicia war, die Nash geholfen hat.
Howard ist jedoch eine sehr gute Darstellung der Krankheit gelungen und man bekommt durch den Film eine Vorstellung wie ein Mensch, der unter Schizophrenie leidet, empfindet. Der Film zeigt weiterhin auf, wie die Angehörigen und das nähere Umfeld diese Krankheit sehen und macht die Schwierigkeiten, eine solche Krankheit zu erkennen deutlich. Daß dies so gut gelungen ist, liegt wohl vor allem daran, daß sowohl Regisseur Howard als auch Drehbuchauthor Goldsmann beide persönliche Erfahrungen mit diesem Thema haben. Goldsman’s Eltern waren Psychologen, die ein Heim für schizophrene Kinder unterhielten und Howard hatte einen Fall in seiner eigenen Familie.
Daß über das Thema die wissenschaftliche Leistung zu kurz kam, ist zu bedauern. Vor allem wirken die Szenen mit den Füllfederhaltern kurios und es kommt aus dem Film nicht heraus, wofür Nash den Nobelpreis erhielt.
7.Persönliches Resümee
Wie schon anfangs gesagt, habe ich bei einer Freundin von mir ähnliches erlebt. Es ist für einen Laien sehr schwierig, so etwas überhaupt zu erkennen, geschweige denn zu begreifen. Man merkt zwar, daß irgendetwas nicht stimmen kann, aber sich in einen solchen Menschen hineinzuversetzen ist äußerst schwierig. Sehr viel Einfühlungsvermögen ist notwendig, man muß viel zuhören, um solche Menschen überhaupt verstehen zu können. Durch den Film habe ich einen Eindruck gewonnen, wie ein schizophrener Mensch überhaupt empfindet und ich sehe das Ganze in einem anderen Licht.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-12 22:40:59 mit dem Titel Genie und Wahnsinn liegen manchmal eng beinander
Am Osterwochenende 2002 ging ich wieder nach längerer Zeit ins Kino und habe mir dort den mit 4 Oscars ausgezeichneten Film angeschaut. Normalerweise gehöre ich eher zu denen die wegen derartiger Filme nichts ins Kino gehen, sondern darauf warten, daß der Film im Fernsehen erscheint bzw. auf Video erscheint. In diesem Fall war es anders, weil mich das Thema des Films selbst interessiert.
Gliederung:
1.Mein persönliches Interesse an diesem Film
2.Handlung
3.Darsteller
4.Auszeichnung mit dem Oscar
5.Nash’s Theorie und John F. Nash
6.Kritik
7.Persönliches Resümee
1. Mein persönliches Interesse an diesem Film:
Alles was ich vor meinem Kinobesuch von diesem Film wußte, war die ungefähre Handlung und die Tatsache, daß er für mehrere Oscars nominiert wurde und auch tatsächlich vier Oscars erhalten hatte. Mir war lediglich bekannt, daß dieser Film von einem Wissenschaftler handelt, der unter Schizophrenie leidet und darstellt wie er gegen seine Krankheit ankämpft. Meine beste Freundin hat in den letzten Jahren ähnliche Probleme gehabt, was mich dazu gezwungen hat, mich auch damit auseinanderzusetzen. Für einen Außenstehenden ist es jedoch sehr schwierig das Ganze zu verstehen, weshalb ich zusammen mit dieser Freundin ins Kino gegangen bin.
Nachdem ich den Film gesehen habe, ist dieses Interesse noch mehr gestiegen, da ich Anfang der 90er Jahre selbst Ökonomie studiert und auch erfolgreich abgeschlossen habe. Ein Schwerpunkt meines Studiums war die sog. „Theory of Industrial Organization“ (dt. Industrioökonomie), ein Fach, das mit den Unvollkommenheit der Märkte beschäftigt und nicht wie die Mikrookonomie gemeinhin von der Vollkommenheit der Märkte ausgeht. In der Oligopoltheorie wird seit Ende der 80er Jahre der spieltheoretische Ansatz gelehrt und hier kam ich zum ersten Mal mit dem Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen von John F. Nash in Berührung. Als ich gleich zu Beginn den Namen Nash hörte stieg in mir mehr und mehr der schließlich bestätigte Verdacht hoch, daß es sich um den von mir geschätzten Wissenschaftler handelt, der 1994 zusammen mit – übrigens als 1. deutschen Wirtschaftswissenschaftler - Reinhard Selten (für die Dynamisierung der Spieltheorie) und John C. Harsanyi für die Einbindung unvollkommener Information zu Recht den Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1994 erhielt.
2. Handlung:
Der Film beginnt mit der Einführung der neuen Mathematik-Studenten an der Princeton Univiversity. Hier wird den angehenden Jungakademikern die Bedeutung der Mathematik anhand der Entschlüsselung der japanischen Geheimcodes während des zweiten Weltkrieges und anderer mathematischer Glanzleistungen dargestellt. Der junge John Forbes Nash (Russell Crowe) sitzt eher am Rande, lauscht aber dennoch aufmerksam. Auf der Party werden erste Spannungen zwischen den Studenten deutlich und Nash entpuppt sich hier nicht gerade als idealer Gesellschafter, ja geradezu als Zyniker. Dementsprechend ist er eher ein Außenseiter und dementsprechend einsam.
Während seines Studiums erhält er in dem Lebemann Charles Herman (Paul Bettany) einen Zimmergenossen, der ihm die angenehmen Seiten des Studentenlebens aufzeigt. Da Nash ständig nach einer bahnbrechenden Idee sucht, Vorlesungen meidet und nichts veröffentlicht gerät er mehr und mehr unter Druck. Seine Kommilitonen verhöhnen ihn und beim ersten Annäherungsversuch an die holde Weiblichkeit, bei dem er vom Austausch von Körperflüssigkeiten spricht, handelt er sich folgerichtig eine Ohrfeige ein. Auf der Suche nach einer Idee für eine wissenschaftliche Arbeit geht er sogar so weit, daß er die Wege von Tauben im Park aufzeichnet, um daraus eine Logik ableiten zu können, was natürlich zu nichts führt. Auch sein Professor setzt ihn ob seiner Passivität unter Druck und führt ihm eines Tages in der Aula vor, wie ein erfolgreicher Wissenschaftler von seinen Kollegen mit der Überreichung von Füllfederhaltern geehrt wird. Sein einziger echter Freund ist der getreue Charles, dem er sich wirklich anvertrauen kann.
Als Genie, welches er jedoch ist, kommt ihm bei einem Kneipenbesuch mit Studienkollegen die bahnbrechende Idee. Nachdem eine dralle Blondine mit ihren Freundinnen betritt, sind seine Kameraden dementsprechend spitz und spekulieren alle auf die Attraktivste. Allein Nash bleibt cool und erkennt, daß wenn sich alle auf die Blondine stürzen, sich alle also nicht-kooperativ verhalten, keiner die Blondine bekommt und die auch keine von deren Freundinnen irgendetwas von den Studenten wissen will. Genau das ist die Idee, die Nash gebraucht hat und er entwickelt sein Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen, welches die Theorie des Stammvaters der Ökonomie Adam Smith vollkommen auf den Kopf stellt. Mit einer der kürzesten Doktorarbeiten erhält Nash die Stelle am Wheeler Institute und kann sich sogar seine Mitarbeiter aussuchen.
Inzwischen anerkannter Akademiker und Professor hilft er im Pentagon bei der Entschlüsselung eines Geheimcodes. Nachdem er sein Ergebnis bekannt gegeben hat, sieht er im Hintergrund einen ihm unbekannten Mann und er fordert der große Bruder möge sich doch zeigen. Zurück am Wheeler Institute geht er zunächst weiter seiner Arbeit nach, hält Vorlesungen und begegnet zum ersten Mal seiner künftigen Frau Alicia (Jennifer Conelly).
Eines Abends wird Nash von William Parcher (Ed Harris), dem großen Bruder den er schon im Pentagon gesehen hat, beim Verlassen des Büros abgefangen und in ein Gebäude neben dem Wheeler Institute geführt. Hier erfährt er, daß die Sowjets planen sog. Schläfer in den USA haben und planen, Atombomben ins Land zu schmuggeln. Man erklärt ihm die Sowjets verkehren über Codes, die in verschiedenen Zeitungen eingebaut sind mit ihren Agenten und man brennt ihm eine Markierung in den linken Unterarm ein, die er als Zugang zum Briefkasten braucht.
Nash macht sich mit Feuereifer an seine neue Aufgabe und scheint alles um sich herum zu vergessen. Er vergißt sogar eine Vorlesungen zu halten und wird erst von Alicia daran erinnert. Sein Privatleben scheint sich gut zu entwickeln, Alicia begleitet ihn sogar zu einem Empfang mit dem Gouverneur und der nüchterne Mathematiker Nash entwickelt sogar romantische Tendenzen. Die beiden heiraten und Alicia ist kurz darauf schwanger.
Aufgrund jetztigen Verantwortung als Familienvater gerät Nash noch mehr unter Druck. Es kommt sogar zu Meinungsverschiedenheiten mit Parcher, Nash setzt seine Arbeit jedoch weiter fort. Bei einer Arbeit im Park begegnet Nash der kleinen Becky (Tanya Clarke), die sich als Nichte seines Zimmergenossen Charles entpuppt. Als Nash eines Abends wieder seinen Briefkasten füllt, wird er kurz dannach von Parcher mit dem Auto abgefangen und es kommt zu einer für - eher für Actionfilme typischen – Verfolgungsjagd, in dessen Verlauf das Auto mit den Verfolgern in einen Fluß stürzt. Zurück zu Hause, erklärt er seiner besorgten Frau, sie solle besser wieder zu ihrer Mutter ziehen, da sie alle in Gefahr wären.
Bei einer Vorlesung in Princeton kommt es schließlich zum Eklat. Nachdem Nash kurz vor der Vorlesung wieder Charles und dessen Nichte begegnet, fühlt er sich während der Vorlesung von zwei ihm ungekannten Personen verfolgt, woraufhin er panikartig den Saal verläßt. Schnell eingeholt, entpuppt sich einer der Verfolger als Psychiater Dr. Rosen (Christopher Plummer), der ihm nach einem weiteren Fluchtversuch erst einmal ein Beruhigungsmittel verabreicht.
In der Klinik von Dr. Rosen kommt das ganze Ausmaß der Tragödie zum Vorschein. Nash entpuppt sich als Schizophrener, der dringend ärztliche Hilfe notwendig hat. Seine Frau Alicia erkennt erst jetzt, daß ihr Mann schwer krank ist, obwohl sie schon länger den Verdacht es würde etwas nicht stimmen, hatte. Nachdem sie von Dr. Rosen unterrichtet wurde und sie durch die Infragestellung der Echtheit von Nash’s Zimmergenossen Charles sehr verunsichert ist, geht sie zu dem Briefkasten und zieht dort das letzte von ihrem Mann eingeworfene Dokument heraus.
Während der Besuchsstunde in der Klinik konfrontiert sie ihren Mann mit ihren Entdeckungen, und legt ihm alle von ihm eingeworfenen Briefumschläge vor. Nash wird inzwischen mit Medikamenten behandelt und entdeckt, daß der Geheimcode auf seinem Unterarm verschwunden ist.
Wegen Nash’s Krankheit muß Alicia jetzt allein die Familie durchbringen, da er wegen der Medikamente zu einer vernünftigen Arbeit nicht imstande ist. Die medikamentöse Behandlung seiner Krankheit hat auch Auswirkungen auf sein Sexualleben, was Alica verzweifeln läßt. Nash, betroffen von dieser Verzweiflung, setzt daraufhin die Medikamente ab, was seine Krankheit erneut aufflackern läßt.
Wieder meldet sich der nur in seiner Einbildung existierende Parcher und Nash beginnt in einer Gartenlaube erneut mit dem Ausschneiden von Zeitungsartikeln. Zunächst von Alicia nicht bemerkt, kommt sie während eines Gewitters sehr schnell dahinter. Während einer heftigen Szene erscheinen Parcher, Charles und Becky, woraufhin Alicia flüchten will, nachdem sie von ihrem Mann gehindert wurde Dr. Rosen anzurufen. Nash hält sie auf, in dem er ihr seine Entdeckung, daß Becky nicht älter wird kundtut.
In einem Gespräch mit Dr. Rosen und Alicia verweigert Nash den Gang in die Klinik und beginnt aktiv gegen seine Krankheit zu kämpfen. Er geht auch wieder an die Princeton University und beginnt wieder zu arbeiten. Auf dem Campus kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung, während der er den nicht existierenden Parcher, Charles und Becky immer wieder zuruft sie wären nicht echt. Dies sorgt natürlich für Aufsehen, da nur der schizophrene Nash die drei sieht, aber Nash schafft es einen Weg zu finden mit seiner Schizophrenie zu leben. Er erkennt, daß seine Krankheit lebenslang sein wird, findet aber in dem Ansatz die drei einfach zu ignorieren und nicht mehr verbal mit ihnen zu kommunizieren einen Ausweg.
Er beginnt wieder zu unterrichten und wird nach einer Vorlesung von einem Herrn besucht, der sich als Vertreter des schwedischen Nobelkommittees entpuppt. Sie begeben sich beide in die Aula, in der Nash jahrzehntelang nicht gesehen wurde. Nash erfährt, daß er für den Nobelpreis vorgeschlagen ist, die Akademie aber befürchtet er könnte sie mit seiner Krankheit blamieren. Während dieses Gesprächs überreicht ein Professor Nash seinen Füllfederhalter, was eine Kettenreaktion auslöst und er noch weitere erhält. Bei der Verleihung des Nobelpreises in Stockholm dankt er seiner Frau für ihre Treue und Unterstützung. Als beide die Halle verlassen sieht er wieder die nur in seiner Einbildung existierenden Gestalten, weiß aber, daß es niemals zu schlimmeren Auswüchsen kommen wird, da er einen Weg gefunden hat, mit seiner Krankheit zu leben.
3. Darsteller:
Russell Crowe in der Rolle von John F. Nash verkörpert den schizophrenen und genialen Wissenschaftler auf überzeugende Weise. Vor allem in Ausdruck und Mimik zeigt er sich den Anforderungen dieser überaus schwierigen Rolle gewachsen und schafft es den Wissenschaftler auch in fortgeschrittenem Alter überzeugend darzustellen. Seine Nominierung für den Oscar erfolgte sicher zu Recht.
Jennifer Connelly in der Rolle von Nash’s Ehefrau Alicia war sicher der beste Griff, den Ron Howard bei der Besetzung dieser Rolle machen konnte. Sie war schon optisch für die Rolle prädistiniert, da Nash’s Ehefrau Alicia in El Salvador geboren wurde und sie schon aufgrund ihrer äußeren Erscheinung da lateinamerikanische Element sehr gut zum Ausdruck bringen konnte. Aber sie spielt ihre Rolle als treue, besorgte Ehefrau sehr überzeugend und bringt sehr gut die Empfindungen der Angehörigen von an Schizophrenie erkrankten Menschen rüber. Sie wurde zu Recht mit dem Oscar für die beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
Daneben brillieren noch die Altstars Christopher Plummer als Dr. Rosen und Ed Harris als William Parcher, die beide eine handwerklich sehr gute Leistung abliefern.
4. Auszeichnung mit dem Oscar
Insgesamt wurde der Film für 8 Oscars nominiert und zwar in folgenden Kategorien:
Bester Film, Russell Crowe als bester Hauptdarsteller, Jennifer Connelly als beste Nebendarstellerin, die beste Regie (Ron Howard), Akiva Goldsman für das beste adaptierte Drehbuch, James Horner für die beste Filmmusik, das beste Makeup und den besten Schnitt.
Davon erhielt der Film 4 Oscars, neben Jennifer Connelly wurde er als bester Film, Ron Howard für die Regie und Akiva Goldman für das beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet.
5. Nash’s Theorie und John F. Nash
Die Theorie von John F. Nash beschäftigt sich mit Gleichgewichten in nicht-kooperativen Spielen. Ausgangspunkt ist dabei das sog. Gefangenendilemma (Prisoners Dilemma). Nach Nash’s Theorie kann nur dann ein stabiles Gleichgewicht zustande kommen, wenn kein Spieler sich durch eine Änderung seiner Strategie verbessern kann, wenn der andere seine Strategie beibehält (Nash Gleichgewicht). Diese Theorie überträgt Nash auf das Duopol, d.h. einen Markt in dem zwei gleich starke Unternehmen tätig sind. Beide Unternehmen könnten sich absprechen, aber jedes Unternehmen erliegt der Versuchung das Abkommen zu brechen, um damit die ganze Nachfrage auf sich zu ziehen und den ganzen Gewinn zu erhalten. Als Ergebnis werden in diesem Markt nicht die Monopolmenge und der Monopolpreis gesetzt, sondern eine höhere Menge und ein niedriger Preis.
Für die Übertragung des Gefangenendilemmas auf die Wirtschaftswissenschaften und die daraus abgeleiteten Folgerungen erhielt Nash den Nobelpreis. Nash war bereits mehrere Jahre für den Nobelpreis im Gespräch, aber er erhielt ihn lange nicht, weil er eben kein Wirtschaftswissenschaftler, sondern Mathematiker ist und man wohl nicht lange nicht einsehen wollte, welchen Einfluß die Mathematik auf die Ökonomie hat.
Der Charakter von John F. Nash wird im Film nur teilweise korrekt dargestellt. Laut seiner Biographin Sylvia Nasar war Nash Antisemit, bisexuell und zu Gewaltausbrüchen neigend. Seine beiden Ehefrauen behandelte er schlecht und er war kein guter Vater. Seine wissenschaftliche Leistung steht auf einem anderen Blatt.
6. Kritik:
Auch wenn von Nash’s wahrem Charakter in Ron Howards Film nicht viel übrig geblieben ist, so ist ihm dennoch eine brilliante Darstellung von Schizophrenie und deren Auswirkungen gelungen. Man hat bewußt die bisexuellen und antisemitischen Neigungen von Nash nicht dargestellt, weil man wohl unnötige Parallelen vermeiden wollte.
Als Zuschauer erlebt man den Film erst rein aus der persönlichen Sicht von Nash und erst nach seiner Einweisung in die Klinik ändert sich der Blickwinkel. Ab diesem Zeitpunkt sieht man den Film aus der Sicht seiner Umgebung, wobei man immer wieder in die Wahrnehmung von Nash überwechselt.
Jedoch wird der Film, nachdem die Krankheit Nash’s zutage tritt zunehmend hollywoodlike und der weitere Gang der Dinge wird mehr und mehr vorhersehbar, wobei dies auch durch die Biographie des Genies bedingt ist. Gegen Ende des Films wird mehr und mehr Schmalz aufgetragen, weil es natürlich einzig und allein die Liebe seiner Frau Alicia war, die Nash geholfen hat.
Howard ist jedoch eine sehr gute Darstellung der Krankheit gelungen und man bekommt durch den Film eine Vorstellung wie ein Mensch, der unter Schizophrenie leidet, empfindet. Der Film zeigt weiterhin auf, wie die Angehörigen und das nähere Umfeld diese Krankheit sehen und macht die Schwierigkeiten, eine solche Krankheit zu erkennen deutlich. Daß dies so gut gelungen ist, liegt wohl vor allem daran, daß sowohl Regisseur Howard als auch Drehbuchauthor Goldsmann beide persönliche Erfahrungen mit diesem Thema haben. Goldsman’s Eltern waren Psychologen, die ein Heim für schizophrene Kinder unterhielten und Howard hatte einen Fall in seiner eigenen Familie.
Daß über das Thema die wissenschaftliche Leistung zu kurz kam, ist zu bedauern. Vor allem wirken die Szenen mit den Füllfederhaltern kurios und es kommt aus dem Film nicht heraus, wofür Nash den Nobelpreis erhielt.
7.Persönliches Resümee
Wie schon anfangs gesagt, habe ich bei einer Freundin von mir ähnliches erlebt. Es ist für einen Laien sehr schwierig, so etwas überhaupt zu erkennen, geschweige denn zu begreifen. Man merkt zwar, daß irgendetwas nicht stimmen kann, aber sich in einen solchen Menschen hineinzuversetzen ist äußerst schwierig. Sehr viel Einfühlungsvermögen ist notwendig, man muß viel zuhören, um solche Menschen überhaupt verstehen zu können. Durch den Film habe ich einen Eindruck gewonnen, wie ein schizophrener Mensch überhaupt empfindet und ich sehe das Ganze in einem anderen Licht.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-12 22:41:14 mit dem Titel Genie und Wahnsinn liegen manchmal eng beinander
Am Osterwochenende 2002 ging ich wieder nach längerer Zeit ins Kino und habe mir dort den mit 4 Oscars ausgezeichneten Film angeschaut. Normalerweise gehöre ich eher zu denen die wegen derartiger Filme nichts ins Kino gehen, sondern darauf warten, daß der Film im Fernsehen erscheint bzw. auf Video erscheint. In diesem Fall war es anders, weil mich das Thema des Films selbst interessiert.
Gliederung:
1.Mein persönliches Interesse an diesem Film
2.Handlung
3.Darsteller
4.Auszeichnung mit dem Oscar
5.Nash’s Theorie und John F. Nash
6.Kritik
7.Persönliches Resümee
1. Mein persönliches Interesse an diesem Film:
Alles was ich vor meinem Kinobesuch von diesem Film wußte, war die ungefähre Handlung und die Tatsache, daß er für mehrere Oscars nominiert wurde und auch tatsächlich vier Oscars erhalten hatte. Mir war lediglich bekannt, daß dieser Film von einem Wissenschaftler handelt, der unter Schizophrenie leidet und darstellt wie er gegen seine Krankheit ankämpft. Meine beste Freundin hat in den letzten Jahren ähnliche Probleme gehabt, was mich dazu gezwungen hat, mich auch damit auseinanderzusetzen. Für einen Außenstehenden ist es jedoch sehr schwierig das Ganze zu verstehen, weshalb ich zusammen mit dieser Freundin ins Kino gegangen bin.
Nachdem ich den Film gesehen habe, ist dieses Interesse noch mehr gestiegen, da ich Anfang der 90er Jahre selbst Ökonomie studiert und auch erfolgreich abgeschlossen habe. Ein Schwerpunkt meines Studiums war die sog. „Theory of Industrial Organization“ (dt. Industrioökonomie), ein Fach, das mit den Unvollkommenheit der Märkte beschäftigt und nicht wie die Mikrookonomie gemeinhin von der Vollkommenheit der Märkte ausgeht. In der Oligopoltheorie wird seit Ende der 80er Jahre der spieltheoretische Ansatz gelehrt und hier kam ich zum ersten Mal mit dem Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen von John F. Nash in Berührung. Als ich gleich zu Beginn den Namen Nash hörte stieg in mir mehr und mehr der schließlich bestätigte Verdacht hoch, daß es sich um den von mir geschätzten Wissenschaftler handelt, der 1994 zusammen mit – übrigens als 1. deutschen Wirtschaftswissenschaftler - Reinhard Selten (für die Dynamisierung der Spieltheorie) und John C. Harsanyi für die Einbindung unvollkommener Information zu Recht den Nobelpreis der Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1994 erhielt.
2. Handlung:
Der Film beginnt mit der Einführung der neuen Mathematik-Studenten an der Princeton Univiversity. Hier wird den angehenden Jungakademikern die Bedeutung der Mathematik anhand der Entschlüsselung der japanischen Geheimcodes während des zweiten Weltkrieges und anderer mathematischer Glanzleistungen dargestellt. Der junge John Forbes Nash (Russell Crowe) sitzt eher am Rande, lauscht aber dennoch aufmerksam. Auf der Party werden erste Spannungen zwischen den Studenten deutlich und Nash entpuppt sich hier nicht gerade als idealer Gesellschafter, ja geradezu als Zyniker. Dementsprechend ist er eher ein Außenseiter und dementsprechend einsam.
Während seines Studiums erhält er in dem Lebemann Charles Herman (Paul Bettany) einen Zimmergenossen, der ihm die angenehmen Seiten des Studentenlebens aufzeigt. Da Nash ständig nach einer bahnbrechenden Idee sucht, Vorlesungen meidet und nichts veröffentlicht gerät er mehr und mehr unter Druck. Seine Kommilitonen verhöhnen ihn und beim ersten Annäherungsversuch an die holde Weiblichkeit, bei dem er vom Austausch von Körperflüssigkeiten spricht, handelt er sich folgerichtig eine Ohrfeige ein. Auf der Suche nach einer Idee für eine wissenschaftliche Arbeit geht er sogar so weit, daß er die Wege von Tauben im Park aufzeichnet, um daraus eine Logik ableiten zu können, was natürlich zu nichts führt. Auch sein Professor setzt ihn ob seiner Passivität unter Druck und führt ihm eines Tages in der Aula vor, wie ein erfolgreicher Wissenschaftler von seinen Kollegen mit der Überreichung von Füllfederhaltern geehrt wird. Sein einziger echter Freund ist der getreue Charles, dem er sich wirklich anvertrauen kann.
Als Genie, welches er jedoch ist, kommt ihm bei einem Kneipenbesuch mit Studienkollegen die bahnbrechende Idee. Nachdem eine dralle Blondine mit ihren Freundinnen betritt, sind seine Kameraden dementsprechend spitz und spekulieren alle auf die Attraktivste. Allein Nash bleibt cool und erkennt, daß wenn sich alle auf die Blondine stürzen, sich alle also nicht-kooperativ verhalten, keiner die Blondine bekommt und die auch keine von deren Freundinnen irgendetwas von den Studenten wissen will. Genau das ist die Idee, die Nash gebraucht hat und er entwickelt sein Gleichgewicht in nicht-kooperativen Spielen, welches die Theorie des Stammvaters der Ökonomie Adam Smith vollkommen auf den Kopf stellt. Mit einer der kürzesten Doktorarbeiten erhält Nash die Stelle am Wheeler Institute und kann sich sogar seine Mitarbeiter aussuchen.
Inzwischen anerkannter Akademiker und Professor hilft er im Pentagon bei der Entschlüsselung eines Geheimcodes. Nachdem er sein Ergebnis bekannt gegeben hat, sieht er im Hintergrund einen ihm unbekannten Mann und er fordert der große Bruder möge sich doch zeigen. Zurück am Wheeler Institute geht er zunächst weiter seiner Arbeit nach, hält Vorlesungen und begegnet zum ersten Mal seiner künftigen Frau Alicia (Jennifer Conelly).
Eines Abends wird Nash von William Parcher (Ed Harris), dem großen Bruder den er schon im Pentagon gesehen hat, beim Verlassen des Büros abgefangen und in ein Gebäude neben dem Wheeler Institute geführt. Hier erfährt er, daß die Sowjets planen sog. Schläfer in den USA haben und planen, Atombomben ins Land zu schmuggeln. Man erklärt ihm die Sowjets verkehren über Codes, die in verschiedenen Zeitungen eingebaut sind mit ihren Agenten und man brennt ihm eine Markierung in den linken Unterarm ein, die er als Zugang zum Briefkasten braucht.
Nash macht sich mit Feuereifer an seine neue Aufgabe und scheint alles um sich herum zu vergessen. Er vergißt sogar eine Vorlesungen zu halten und wird erst von Alicia daran erinnert. Sein Privatleben scheint sich gut zu entwickeln, Alicia begleitet ihn sogar zu einem Empfang mit dem Gouverneur und der nüchterne Mathematiker Nash entwickelt sogar romantische Tendenzen. Die beiden heiraten und Alicia ist kurz darauf schwanger.
Aufgrund jetztigen Verantwortung als Familienvater gerät Nash noch mehr unter Druck. Es kommt sogar zu Meinungsverschiedenheiten mit Parcher, Nash setzt seine Arbeit jedoch weiter fort. Bei einer Arbeit im Park begegnet Nash der kleinen Becky (Tanya Clarke), die sich als Nichte seines Zimmergenossen Charles entpuppt. Als Nash eines Abends wieder seinen Briefkasten füllt, wird er kurz dannach von Parcher mit dem Auto abgefangen und es kommt zu einer für - eher für Actionfilme typischen – Verfolgungsjagd, in dessen Verlauf das Auto mit den Verfolgern in einen Fluß stürzt. Zurück zu Hause, erklärt er seiner besorgten Frau, sie solle besser wieder zu ihrer Mutter ziehen, da sie alle in Gefahr wären.
Bei einer Vorlesung in Princeton kommt es schließlich zum Eklat. Nachdem Nash kurz vor der Vorlesung wieder Charles und dessen Nichte begegnet, fühlt er sich während der Vorlesung von zwei ihm ungekannten Personen verfolgt, woraufhin er panikartig den Saal verläßt. Schnell eingeholt, entpuppt sich einer der Verfolger als Psychiater Dr. Rosen (Christopher Plummer), der ihm nach einem weiteren Fluchtversuch erst einmal ein Beruhigungsmittel verabreicht.
In der Klinik von Dr. Rosen kommt das ganze Ausmaß der Tragödie zum Vorschein. Nash entpuppt sich als Schizophrener, der dringend ärztliche Hilfe notwendig hat. Seine Frau Alicia erkennt erst jetzt, daß ihr Mann schwer krank ist, obwohl sie schon länger den Verdacht es würde etwas nicht stimmen, hatte. Nachdem sie von Dr. Rosen unterrichtet wurde und sie durch die Infragestellung der Echtheit von Nash’s Zimmergenossen Charles sehr verunsichert ist, geht sie zu dem Briefkasten und zieht dort das letzte von ihrem Mann eingeworfene Dokument heraus.
Während der Besuchsstunde in der Klinik konfrontiert sie ihren Mann mit ihren Entdeckungen, und legt ihm alle von ihm eingeworfenen Briefumschläge vor. Nash wird inzwischen mit Medikamenten behandelt und entdeckt, daß der Geheimcode auf seinem Unterarm verschwunden ist.
Wegen Nash’s Krankheit muß Alicia jetzt allein die Familie durchbringen, da er wegen der Medikamente zu einer vernünftigen Arbeit nicht imstande ist. Die medikamentöse Behandlung seiner Krankheit hat auch Auswirkungen auf sein Sexualleben, was Alica verzweifeln läßt. Nash, betroffen von dieser Verzweiflung, setzt daraufhin die Medikamente ab, was seine Krankheit erneut aufflackern läßt.
Wieder meldet sich der nur in seiner Einbildung existierende Parcher und Nash beginnt in einer Gartenlaube erneut mit dem Ausschneiden von Zeitungsartikeln. Zunächst von Alicia nicht bemerkt, kommt sie während eines Gewitters sehr schnell dahinter. Während einer heftigen Szene erscheinen Parcher, Charles und Becky, woraufhin Alicia flüchten will, nachdem sie von ihrem Mann gehindert wurde Dr. Rosen anzurufen. Nash hält sie auf, in dem er ihr seine Entdeckung, daß Becky nicht älter wird kundtut.
In einem Gespräch mit Dr. Rosen und Alicia verweigert Nash den Gang in die Klinik und beginnt aktiv gegen seine Krankheit zu kämpfen. Er geht auch wieder an die Princeton University und beginnt wieder zu arbeiten. Auf dem Campus kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung, während der er den nicht existierenden Parcher, Charles und Becky immer wieder zuruft sie wären nicht echt. Dies sorgt natürlich für Aufsehen, da nur der schizophrene Nash die drei sieht, aber Nash schafft es einen Weg zu finden mit seiner Schizophrenie zu leben. Er erkennt, daß seine Krankheit lebenslang sein wird, findet aber in dem Ansatz die drei einfach zu ignorieren und nicht mehr verbal mit ihnen zu kommunizieren einen Ausweg.
Er beginnt wieder zu unterrichten und wird nach einer Vorlesung von einem Herrn besucht, der sich als Vertreter des schwedischen Nobelkommittees entpuppt. Sie begeben sich beide in die Aula, in der Nash jahrzehntelang nicht gesehen wurde. Nash erfährt, daß er für den Nobelpreis vorgeschlagen ist, die Akademie aber befürchtet er könnte sie mit seiner Krankheit blamieren. Während dieses Gesprächs überreicht ein Professor Nash seinen Füllfederhalter, was eine Kettenreaktion auslöst und er noch weitere erhält. Bei der Verleihung des Nobelpreises in Stockholm dankt er seiner Frau für ihre Treue und Unterstützung. Als beide die Halle verlassen sieht er wieder die nur in seiner Einbildung existierenden Gestalten, weiß aber, daß es niemals zu schlimmeren Auswüchsen kommen wird, da er einen Weg gefunden hat, mit seiner Krankheit zu leben.
3. Darsteller:
Russell Crowe in der Rolle von John F. Nash verkörpert den schizophrenen und genialen Wissenschaftler auf überzeugende Weise. Vor allem in Ausdruck und Mimik zeigt er sich den Anforderungen dieser überaus schwierigen Rolle gewachsen und schafft es den Wissenschaftler auch in fortgeschrittenem Alter überzeugend darzustellen. Seine Nominierung für den Oscar erfolgte sicher zu Recht.
Jennifer Connelly in der Rolle von Nash’s Ehefrau Alicia war sicher der beste Griff, den Ron Howard bei der Besetzung dieser Rolle machen konnte. Sie war schon optisch für die Rolle prädistiniert, da Nash’s Ehefrau Alicia in El Salvador geboren wurde und sie schon aufgrund ihrer äußeren Erscheinung da lateinamerikanische Element sehr gut zum Ausdruck bringen konnte. Aber sie spielt ihre Rolle als treue, besorgte Ehefrau sehr überzeugend und bringt sehr gut die Empfindungen der Angehörigen von an Schizophrenie erkrankten Menschen rüber. Sie wurde zu Recht mit dem Oscar für die beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.
Daneben brillieren noch die Altstars Christopher Plummer als Dr. Rosen und Ed Harris als William Parcher, die beide eine handwerklich sehr gute Leistung abliefern.
4. Auszeichnung mit dem Oscar
Insgesamt wurde der Film für 8 Oscars nominiert und zwar in folgenden Kategorien:
Bester Film, Russell Crowe als bester Hauptdarsteller, Jennifer Connelly als beste Nebendarstellerin, die beste Regie (Ron Howard), Akiva Goldsman für das beste adaptierte Drehbuch, James Horner für die beste Filmmusik, das beste Makeup und den besten Schnitt.
Davon erhielt der Film 4 Oscars, neben Jennifer Connelly wurde er als bester Film, Ron Howard für die Regie und Akiva Goldman für das beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet.
5. Nash’s Theorie und John F. Nash
Die Theorie von John F. Nash beschäftigt sich mit Gleichgewichten in nicht-kooperativen Spielen. Ausgangspunkt ist dabei das sog. Gefangenendilemma (Prisoners Dilemma). Nach Nash’s Theorie kann nur dann ein stabiles Gleichgewicht zustande kommen, wenn kein Spieler sich durch eine Änderung seiner Strategie verbessern kann, wenn der andere seine Strategie beibehält (Nash Gleichgewicht). Diese Theorie überträgt Nash auf das Duopol, d.h. einen Markt in dem zwei gleich starke Unternehmen tätig sind. Beide Unternehmen könnten sich absprechen, aber jedes Unternehmen erliegt der Versuchung das Abkommen zu brechen, um damit die ganze Nachfrage auf sich zu ziehen und den ganzen Gewinn zu erhalten. Als Ergebnis werden in diesem Markt nicht die Monopolmenge und der Monopolpreis gesetzt, sondern eine höhere Menge und ein niedriger Preis.
Für die Übertragung des Gefangenendilemmas auf die Wirtschaftswissenschaften und die daraus abgeleiteten Folgerungen erhielt Nash den Nobelpreis. Nash war bereits mehrere Jahre für den Nobelpreis im Gespräch, aber er erhielt ihn lange nicht, weil er eben kein Wirtschaftswissenschaftler, sondern Mathematiker ist und man wohl nicht lange nicht einsehen wollte, welchen Einfluß die Mathematik auf die Ökonomie hat.
Der Charakter von John F. Nash wird im Film nur teilweise korrekt dargestellt. Laut seiner Biographin Sylvia Nasar war Nash Antisemit, bisexuell und zu Gewaltausbrüchen neigend. Seine beiden Ehefrauen behandelte er schlecht und er war kein guter Vater. Seine wissenschaftliche Leistung steht auf einem anderen Blatt.
6. Kritik:
Auch wenn von Nash’s wahrem Charakter in Ron Howards Film nicht viel übrig geblieben ist, so ist ihm dennoch eine brilliante Darstellung von Schizophrenie und deren Auswirkungen gelungen. Man hat bewußt die bisexuellen und antisemitischen Neigungen von Nash nicht dargestellt, weil man wohl unnötige Parallelen vermeiden wollte.
Als Zuschauer erlebt man den Film erst rein aus der persönlichen Sicht von Nash und erst nach seiner Einweisung in die Klinik ändert sich der Blickwinkel. Ab diesem Zeitpunkt sieht man den Film aus der Sicht seiner Umgebung, wobei man immer wieder in die Wahrnehmung von Nash überwechselt.
Jedoch wird der Film, nachdem die Krankheit Nash’s zutage tritt zunehmend hollywoodlike und der weitere Gang der Dinge wird mehr und mehr vorhersehbar, wobei dies auch durch die Biographie des Genies bedingt ist. Gegen Ende des Films wird mehr und mehr Schmalz aufgetragen, weil es natürlich einzig und allein die Liebe seiner Frau Alicia war, die Nash geholfen hat.
Howard ist jedoch eine sehr gute Darstellung der Krankheit gelungen und man bekommt durch den Film eine Vorstellung wie ein Mensch, der unter Schizophrenie leidet, empfindet. Der Film zeigt weiterhin auf, wie die Angehörigen und das nähere Umfeld diese Krankheit sehen und macht die Schwierigkeiten, eine solche Krankheit zu erkennen deutlich. Daß dies so gut gelungen ist, liegt wohl vor allem daran, daß sowohl Regisseur Howard als auch Drehbuchauthor Goldsmann beide persönliche Erfahrungen mit diesem Thema haben. Goldsman’s Eltern waren Psychologen, die ein Heim für schizophrene Kinder unterhielten und Howard hatte einen Fall in seiner eigenen Familie.
Daß über das Thema die wissenschaftliche Leistung zu kurz kam, ist zu bedauern. Vor allem wirken die Szenen mit den Füllfederhaltern kurios und es kommt aus dem Film nicht heraus, wofür Nash den Nobelpreis erhielt.
7.Persönliches Resümee
Wie schon anfangs gesagt, habe ich bei einer Freundin von mir ähnliches erlebt. Es ist für einen Laien sehr schwierig, so etwas überhaupt zu erkennen, geschweige denn zu begreifen. Man merkt zwar, daß irgendetwas nicht stimmen kann, aber sich in einen solchen Menschen hineinzuversetzen ist äußerst schwierig. Sehr viel Einfühlungsvermögen ist notwendig, man muß viel zuhören, um solche Menschen überhaupt verstehen zu können. Durch den Film habe ich einen Eindruck gewonnen, wie ein schizophrener Mensch überhaupt empfindet und ich sehe das Ganze in einem anderen Licht.
5 Bewertungen, 2 Kommentare
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29.03.2006, 14:56 Uhr von liiiiindaaaaa
Bewertung: sehr hilfreichüber gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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13.04.2002, 00:47 Uhr von *Jayn*
Bewertung: sehr hilfreichhmm ich denke das 3 mal posting war keine absicht. lass die andern beiden einfach von yopi löschen das geht ruck zuck! MFG Die Jayn:o)
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