A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn (VHS) Testbericht
ab 11,13 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
Erfahrungsbericht von Filmfreund
Hollywood grüsst Euch
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Vorwort:
********
Es soll mal wieder soweit sein, daß ich einen neuen Bericht poste. Auch diesmal wieder einmal ein Filmbericht. Und obwohl ich ein Verächter von Russell Crowe bin, habe ich mich von dazu überreden lassen, mir diesen Film anzusehen.
Vielleicht finde ich den Film daher auch nur durchschnittlich und kann besten Willens nicht verstehen, warum Russell Crowe überhaupt für den Oscar (Bester Hauptdarsteller) nominiert worden ist. Aber egal. Die Sitzplätze waren bequem (zumindest die erste Stunde – danach taten mir Knie und Rücken weh) und der Saal füllte sich langsam mit Zuschauern. Auffallend hierbei fand ich auch, daß die (fast) komplette Alterspyramide vertreten war. Also wohl ein Film, den jeder sehen will *g*. Nicht umsonst, weil er bei den diesjährigen Oscarverleihungen so „abgeräumt“ hat.
Inhalt:
*****
Der exzentrische junge Mann John Forbes Nash, Jr. (Russell Crowe) ist Mathematiker und Genie gleichermaßen. In seinen jungen Jahren macht er bereits eine erstaunliche Entdeckung und erlebt dadurch einen Aufstieg seiner Karriere. Doch diese erfährt einen Niedergang, als Nashs Schizophrenie sein Genie bedroht.
Wo andere mit Gewissheit untergehen, kämpft Nash gegen an. Mit Hilfe seiner Frau Alicia (Jennifer Connelly) schafft er es und wird 1994 sogar mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.
Meinung:
********
A Beautiful Mind soll wohl ein Film sein, der dem Zuschauer psychisch wehtun soll. Ein Film, der nicht den Charakter Nashs aufzeigen soll, sondern vielmehr das Thema der Schizophrenie aufgreift. Dieses wurde meines Erachtens nicht sensibel genug angegangen. Sei es durch die Dialoge der Hauptdarsteller, als auch durch die Kameraführung (die stellenweise sehr sehr gut war). Die meiste Zeit habe ich das dargestellte als Real hingenommen. Ich habe nicht darüber nachgedacht, um was es überhaupt geht. Es war mir auch egal. Und als man endlich erfährt, welches Thema Gegenstand des Films ist, da war es mir auch egal. Normalerweise denke ich gerade in diesen Momenten über vergangene Szenen im Film nach, um einen geistigen Faden zu bekommen und den Film im ganzen verstehen zu können. Nicht aber hier. Musste man aber auch nicht.
Das Thema der Schizophrenie für einen Film zu wählen, bedeutet für mich, behutsam und vorsichtig damit umzugehen. Das Denken und Fühlen einzelner Menschen kann nicht durch einen Film bearbeitet werden.
Ich glaube nicht, daß ein „normaler“ Mensch beurteilen und/oder verstehen kann, wie bei Geisteskranken die Welt zwischen Real und Schizophrenie dargestellt wird (erscheinen mag). Die Denkprozesse scheinen andere zu sein und dadurch kommt der Film für mich einem Drahtseilakt gleich. Und das nach eigenen Angaben Russell Crowe seine Traumrolle mit diesem Film gefunden hat, das nehme ich ihm sofort ab :-)
Ob der Film all seine Oscarpreise zu Recht bekommen hat, möchte und kann ich nicht beurteilen. Was ich allerdings denke, ist, das dieser Film ohne seine Preise nicht so vom Publikum angesehen worden wäre. So war es auch schon mit dem Film „Der englische Patient“. Die Oscarverleihungen waren zu Ende, das Publikum reagiert und rennt ins Kino. Denn was die Jury für sehr gut erachtet, das muss einfach sehr gut sein. Für mich ein Trugschluss.
Gut, rund 2/3 des Filmes geht man „den richtigen“ Weg. Allerdings sollte man auch beachten, daß es sich um einen Hollywoodfilm dreht. Alles hat eine gewisse Routine. Und das ist auch so beim letzten Drittel des Filmes so. Am Ende zu kitschig und zu schnell. Als ob der Film unvollendet beendet werden musste. Alles wirkte irgendwie reingequetscht.
Das macht den Film jetzt auch nicht gerade schlecht. Aber dadurch, daß er sich im Kitsch großer Hollywoodstreifen verliert, so verliert er leider Gottes auch an guten Ideen.
Der Film enthält für mich leider zu viele Sentimentalitäten und ist von Grund auf zu Stereotype. Aber anderes habe ich von Ron Howard auch nicht erwartet. Vergleicht man nämlich die reale Geschichte Nashs, dann wird im Film vieles anders dargestellt, wie es im wahren Leben der Fall war/ist. Die Scheidung von Nashs Frau und der Schizophrenie des gemeinsamen Sohnes zum Beispiel. Das nenne ich dann auch mal typisch Hollywood.
Tränentriefende Seifenopermomente werden aneinander gereiht und gehen auf. Dies bewerte ich als großen Nachteil des Filmes. Es schmälerte bei mir den Gesamteindruck des Filmes.
Ron Howard scheute wie immer jedes Risiko. Er verfährt eher nach dem Motto: Beschäftige Dich mehr mit Mitleid und Gefühlen als dem Problem der Krankheit im Hinblick auf das Genie Nash.
Packt man die Musik heraus, dann bleibt nicht viel übrig. Aber wofür hat man einen James Horner, der durch die musikalische Untermalung zumindest die Emotionen am Kochen hält. Aber auch diese Musik spiegelt leider nur den Kitsch wieder, der die ganze Zeit den Film am Leben lässt.
Bei den Darsteller zolle ich Jennifer Connelly hohen Respekt. Eine brilliante Verkörperung ihrer Rolle. Und auch Russell Crowe ist nicht wirklich schlecht (so objektiv muss ich dann auch schon sein), aber zu einem Oscar fehlt m.E. noch eine Menge. Stellenweise gut gespielt, verliert er sich – wie der gesamte Film – in Klischees, das in Filmes oftmals ein Muss ist. Schade....
Besonderheiten:
*************
· Oscar bekommen für: „Bester Film, Beste Regie (Ron Howard), Beste Nebendarstellerin (Jennifer Connelly) und Beste Drehbuch-Adaption (Akiva Goldsman)“
· Weitere Nominierungen für: „Bester Hauptdarsteller (Russel Crowe), Bester Schnitt (Mike Hill, Dan Hanley), Bestes Make Up (Greg Cannom, Colleen Callaghan) und Bester Musik (James Horner)“
· Wahre Geschichte (Biographie Nash)
Filminformationen
***************
Land: USA
Jahr: 2001
Originaltitel: A Beautiful Mind
Laufzeit: 129 min
Darsteller: Russell Crowe, Jennifer Connelly, Ed Harris, Paul Bettany, Christopher Plummer, Adam Goldberg, Josh Lucas, Vivien Cardone, Anthony Rapp, Jason Gray-Stanford
Regie: Ron Howard
Produzenten: Brian Grazer, Ron Howard
Drehbuch: Akiva Goldsman
Musik: James Horner
Kamera: Roger Deakins
Ausstattung: Wynn Thomas
Schnitt: Mike Hill, Dan Hanley
Kostüme: Rita Ryack
Offizielle Seite: http://www.abeautifulmind.com
Fazit:
*****
Ich bin wohl einer der wenigen Personen, die den Film mit unter 3 Sternen bewertet. Aber was soll ich machen. Ich war enttäuscht. Aber mehr durch die Tatsache, daß der Film so viele Nominierungen bekommen und auch eine Menge Oscars erhalten hat, und für mich nicht glänzen konnte.
Aber das ist ja meine eigene Ansicht.
so long
Filmfreund
********
Es soll mal wieder soweit sein, daß ich einen neuen Bericht poste. Auch diesmal wieder einmal ein Filmbericht. Und obwohl ich ein Verächter von Russell Crowe bin, habe ich mich von dazu überreden lassen, mir diesen Film anzusehen.
Vielleicht finde ich den Film daher auch nur durchschnittlich und kann besten Willens nicht verstehen, warum Russell Crowe überhaupt für den Oscar (Bester Hauptdarsteller) nominiert worden ist. Aber egal. Die Sitzplätze waren bequem (zumindest die erste Stunde – danach taten mir Knie und Rücken weh) und der Saal füllte sich langsam mit Zuschauern. Auffallend hierbei fand ich auch, daß die (fast) komplette Alterspyramide vertreten war. Also wohl ein Film, den jeder sehen will *g*. Nicht umsonst, weil er bei den diesjährigen Oscarverleihungen so „abgeräumt“ hat.
Inhalt:
*****
Der exzentrische junge Mann John Forbes Nash, Jr. (Russell Crowe) ist Mathematiker und Genie gleichermaßen. In seinen jungen Jahren macht er bereits eine erstaunliche Entdeckung und erlebt dadurch einen Aufstieg seiner Karriere. Doch diese erfährt einen Niedergang, als Nashs Schizophrenie sein Genie bedroht.
Wo andere mit Gewissheit untergehen, kämpft Nash gegen an. Mit Hilfe seiner Frau Alicia (Jennifer Connelly) schafft er es und wird 1994 sogar mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.
Meinung:
********
A Beautiful Mind soll wohl ein Film sein, der dem Zuschauer psychisch wehtun soll. Ein Film, der nicht den Charakter Nashs aufzeigen soll, sondern vielmehr das Thema der Schizophrenie aufgreift. Dieses wurde meines Erachtens nicht sensibel genug angegangen. Sei es durch die Dialoge der Hauptdarsteller, als auch durch die Kameraführung (die stellenweise sehr sehr gut war). Die meiste Zeit habe ich das dargestellte als Real hingenommen. Ich habe nicht darüber nachgedacht, um was es überhaupt geht. Es war mir auch egal. Und als man endlich erfährt, welches Thema Gegenstand des Films ist, da war es mir auch egal. Normalerweise denke ich gerade in diesen Momenten über vergangene Szenen im Film nach, um einen geistigen Faden zu bekommen und den Film im ganzen verstehen zu können. Nicht aber hier. Musste man aber auch nicht.
Das Thema der Schizophrenie für einen Film zu wählen, bedeutet für mich, behutsam und vorsichtig damit umzugehen. Das Denken und Fühlen einzelner Menschen kann nicht durch einen Film bearbeitet werden.
Ich glaube nicht, daß ein „normaler“ Mensch beurteilen und/oder verstehen kann, wie bei Geisteskranken die Welt zwischen Real und Schizophrenie dargestellt wird (erscheinen mag). Die Denkprozesse scheinen andere zu sein und dadurch kommt der Film für mich einem Drahtseilakt gleich. Und das nach eigenen Angaben Russell Crowe seine Traumrolle mit diesem Film gefunden hat, das nehme ich ihm sofort ab :-)
Ob der Film all seine Oscarpreise zu Recht bekommen hat, möchte und kann ich nicht beurteilen. Was ich allerdings denke, ist, das dieser Film ohne seine Preise nicht so vom Publikum angesehen worden wäre. So war es auch schon mit dem Film „Der englische Patient“. Die Oscarverleihungen waren zu Ende, das Publikum reagiert und rennt ins Kino. Denn was die Jury für sehr gut erachtet, das muss einfach sehr gut sein. Für mich ein Trugschluss.
Gut, rund 2/3 des Filmes geht man „den richtigen“ Weg. Allerdings sollte man auch beachten, daß es sich um einen Hollywoodfilm dreht. Alles hat eine gewisse Routine. Und das ist auch so beim letzten Drittel des Filmes so. Am Ende zu kitschig und zu schnell. Als ob der Film unvollendet beendet werden musste. Alles wirkte irgendwie reingequetscht.
Das macht den Film jetzt auch nicht gerade schlecht. Aber dadurch, daß er sich im Kitsch großer Hollywoodstreifen verliert, so verliert er leider Gottes auch an guten Ideen.
Der Film enthält für mich leider zu viele Sentimentalitäten und ist von Grund auf zu Stereotype. Aber anderes habe ich von Ron Howard auch nicht erwartet. Vergleicht man nämlich die reale Geschichte Nashs, dann wird im Film vieles anders dargestellt, wie es im wahren Leben der Fall war/ist. Die Scheidung von Nashs Frau und der Schizophrenie des gemeinsamen Sohnes zum Beispiel. Das nenne ich dann auch mal typisch Hollywood.
Tränentriefende Seifenopermomente werden aneinander gereiht und gehen auf. Dies bewerte ich als großen Nachteil des Filmes. Es schmälerte bei mir den Gesamteindruck des Filmes.
Ron Howard scheute wie immer jedes Risiko. Er verfährt eher nach dem Motto: Beschäftige Dich mehr mit Mitleid und Gefühlen als dem Problem der Krankheit im Hinblick auf das Genie Nash.
Packt man die Musik heraus, dann bleibt nicht viel übrig. Aber wofür hat man einen James Horner, der durch die musikalische Untermalung zumindest die Emotionen am Kochen hält. Aber auch diese Musik spiegelt leider nur den Kitsch wieder, der die ganze Zeit den Film am Leben lässt.
Bei den Darsteller zolle ich Jennifer Connelly hohen Respekt. Eine brilliante Verkörperung ihrer Rolle. Und auch Russell Crowe ist nicht wirklich schlecht (so objektiv muss ich dann auch schon sein), aber zu einem Oscar fehlt m.E. noch eine Menge. Stellenweise gut gespielt, verliert er sich – wie der gesamte Film – in Klischees, das in Filmes oftmals ein Muss ist. Schade....
Besonderheiten:
*************
· Oscar bekommen für: „Bester Film, Beste Regie (Ron Howard), Beste Nebendarstellerin (Jennifer Connelly) und Beste Drehbuch-Adaption (Akiva Goldsman)“
· Weitere Nominierungen für: „Bester Hauptdarsteller (Russel Crowe), Bester Schnitt (Mike Hill, Dan Hanley), Bestes Make Up (Greg Cannom, Colleen Callaghan) und Bester Musik (James Horner)“
· Wahre Geschichte (Biographie Nash)
Filminformationen
***************
Land: USA
Jahr: 2001
Originaltitel: A Beautiful Mind
Laufzeit: 129 min
Darsteller: Russell Crowe, Jennifer Connelly, Ed Harris, Paul Bettany, Christopher Plummer, Adam Goldberg, Josh Lucas, Vivien Cardone, Anthony Rapp, Jason Gray-Stanford
Regie: Ron Howard
Produzenten: Brian Grazer, Ron Howard
Drehbuch: Akiva Goldsman
Musik: James Horner
Kamera: Roger Deakins
Ausstattung: Wynn Thomas
Schnitt: Mike Hill, Dan Hanley
Kostüme: Rita Ryack
Offizielle Seite: http://www.abeautifulmind.com
Fazit:
*****
Ich bin wohl einer der wenigen Personen, die den Film mit unter 3 Sternen bewertet. Aber was soll ich machen. Ich war enttäuscht. Aber mehr durch die Tatsache, daß der Film so viele Nominierungen bekommen und auch eine Menge Oscars erhalten hat, und für mich nicht glänzen konnte.
Aber das ist ja meine eigene Ansicht.
so long
Filmfreund
20 Bewertungen, 3 Kommentare
-
29.03.2006, 14:57 Uhr von liiiiindaaaaa
Bewertung: sehr hilfreichüber gegenlesungen würde ich mich freuen;)
-
10.04.2002, 16:38 Uhr von greinha
Bewertung: sehr hilfreichAuszeichnungen sind oft (zumindest von mir) nicht nachvollziehbar
-
10.04.2002, 16:33 Uhr von DrKnickely
Bewertung: sehr hilfreichda wollt ich auch noch reingehen ... naja, werde mir dann meine meinung bilden... grüsse
Bewerten / Kommentar schreiben