A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von aldobar
Film des Jahres...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
... meinte jedenfalls die Oscar – Jury und dekorierte Ron Howards Opus über den schizophrenen Nobelpreisträger John Forbes Nash so reich wie (bei der starken Konkurrenz) irgend möglich.
Und wie jedes Jahr aufs Neue rätselt aldobar in seinem Kämmerlein, was wohl besagte Jury zu ihrer Entscheidung veranlaßt haben mag.
Bevor wir aber dazu kommen, ein Blick auf die Story des Films.
Story
Als John Nash an die Universität Princeton kommt, agiert er haargenau so, wie man sich einen Mathematikstudenten vorstellt – ein Nerd wie er im Buche steht, mit einem Sozialverhalten, das als \"eigenwillig\" noch sehr zurückhaltend beschrieben ist.
Von Vorlesungen hält er gar nichts, aber auch dem Studentenleben kann er wenig abgewinnen; Tag ein, Tag aus steht er vor dem Fenster seines Zimmers (das er mit Formeln verschönert hat, um es als eine Art Tafelwerk zu verwenden), einzig sein Mitbewohner schafft es mit einer gehörigen Portion Hartnäckigkeit ab und an, Nash mal zu einem Besuch im Studentenclub zu überreden.
Aber – \"lernen, lernen und nochmals lernen\" sagte schon Lenin – der Ehrgeiz wird von Erfolg gekrönt, Nash entwickelt seine Systemtheorie (für die er Jahrzehnte später den Nobelpreis erhalten wird) und eine glänzende akademische Laufbahn nimmt ihren – nun ja – Lauf.
So ganz nebenbei gelingt es ihm auch noch, die bezaubernde Alicia (Jennifer Conelly) für sich zu gewinnen und in den Hafen der Ehe zu lotsen.
Als Jahre später der Geheimdienstmann Parcher (Ed Harris) mit der Bitte, für den CIA sowjetische Codes zu knacken, an ihn herantritt, willigt er ein.
Bis zu diesem Punkt ist die Geschichte ausschließlich aus der Sicht der Hauptperson erzählt – mit der Verschiebung der Perspektive erkennt der Zuschauer, daß nichts so ist, wie es scheint.
Kritik
Regisseur (und Produzent) Ron Howard ist ein wahres Multitalent – sein Schaffen umfaßt neben Blockbuster - Spektakeln wie APOLLO 13 beispielsweise auch die fast schon anarchistische Komödie DER GRINCH. All seinen Filmen ist aber eines gemeinsam: welches Genre auch immer, die eigentliche Geschichte wird mit einer dicken Schicht Zuckerguß glasiert.
Das mag manchmal durchaus legitim sein, bei A BEAUTIFUL MIND sind es aber genau jene grausig banalen Kitsch - Szenen, die verhindern, daß der Film wirklich bewegen kann. Sie stören die Geschichte, widersprechen ihr sogar. Als Beispiel sei eine Szene genannt, in der Alicia und John zusammen über die Chancen sprechen, die Schizophrenie ohne Medikamente zu überwinden:
Alicia – \"Vielleicht kann man ja den Unterschied zwischen Phantasie und Realität nicht hiermit [sie zeigt auf Nashs Kopf], sondern hiermit [ihre Hand wandert – natürlich – auf sein Herz] erkennen.\"
Himmel hilf! Die Geschichte des Films ist doch eben gerade, daß der Mann es mit Hilfe seines brillanten Verstandes schafft, eine (zum Zeitpunkt der Handlung) unheilbare Krankheit so weit unter Kontrolle zu bringen, daß er ohne Elektroschocks und Medikamente leben kann.
Tatkräftige Unterstützung bei seinem Vorhaben, die Tränendrüsen auch des letzten Zuschauers zum Überfließen zu bewegen, erhält Howard von Komponist James Horner der die Tonspur mit selten herzzerreißenden Streicher - Klängen geradezu pflastert.
Nun sind das tatsächlich nur einzelne Szenen, während der Großteil des Films zwar auch nicht gerade zurückhaltend, aber doch deutlich weniger penetrant inszeniert ist.
Was den Film allerdings tatsächlich über den Hollywood – Durchschnitt hebt, sind die Leistungen der Schauspieler bis in die Nebenrollen hinein.
Vor allem Russel Crowe meistert seine anspruchsvolle Rolle mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre er nie etwas anderes gewesen als Charakterdarsteller.
Irgendwie drängt sich das Gefühl auf, daß keiner der am Film Beteiligten sich wirklich für so schwere Themen wie Schizophrenie und Systemtheorie interessiert hat – Indizien dafür sind die unzähligen kleinen und größeren Fehler (akribisch aufgelistet auf: www.imdb.com). Sehr lustig beispielsweise, daß während der Nobelpreisverleihung auf dem Rednerpult eben nicht Nobel, sondern Noble steht.
Mit Sicherheit kein schlechter Film, aber ebenso eindeutig um Längen hinter dem großen Konkurrenten um die Oscars LORD OF THE RINGS.
Regie: Ron Howard
Darsteller: Russel Crowe, Jennifer Conelly, Ed Harris, Christopher Plummer...
Musik: James Horner
IMAGINE ENTERTAINMENT
Und wie jedes Jahr aufs Neue rätselt aldobar in seinem Kämmerlein, was wohl besagte Jury zu ihrer Entscheidung veranlaßt haben mag.
Bevor wir aber dazu kommen, ein Blick auf die Story des Films.
Story
Als John Nash an die Universität Princeton kommt, agiert er haargenau so, wie man sich einen Mathematikstudenten vorstellt – ein Nerd wie er im Buche steht, mit einem Sozialverhalten, das als \"eigenwillig\" noch sehr zurückhaltend beschrieben ist.
Von Vorlesungen hält er gar nichts, aber auch dem Studentenleben kann er wenig abgewinnen; Tag ein, Tag aus steht er vor dem Fenster seines Zimmers (das er mit Formeln verschönert hat, um es als eine Art Tafelwerk zu verwenden), einzig sein Mitbewohner schafft es mit einer gehörigen Portion Hartnäckigkeit ab und an, Nash mal zu einem Besuch im Studentenclub zu überreden.
Aber – \"lernen, lernen und nochmals lernen\" sagte schon Lenin – der Ehrgeiz wird von Erfolg gekrönt, Nash entwickelt seine Systemtheorie (für die er Jahrzehnte später den Nobelpreis erhalten wird) und eine glänzende akademische Laufbahn nimmt ihren – nun ja – Lauf.
So ganz nebenbei gelingt es ihm auch noch, die bezaubernde Alicia (Jennifer Conelly) für sich zu gewinnen und in den Hafen der Ehe zu lotsen.
Als Jahre später der Geheimdienstmann Parcher (Ed Harris) mit der Bitte, für den CIA sowjetische Codes zu knacken, an ihn herantritt, willigt er ein.
Bis zu diesem Punkt ist die Geschichte ausschließlich aus der Sicht der Hauptperson erzählt – mit der Verschiebung der Perspektive erkennt der Zuschauer, daß nichts so ist, wie es scheint.
Kritik
Regisseur (und Produzent) Ron Howard ist ein wahres Multitalent – sein Schaffen umfaßt neben Blockbuster - Spektakeln wie APOLLO 13 beispielsweise auch die fast schon anarchistische Komödie DER GRINCH. All seinen Filmen ist aber eines gemeinsam: welches Genre auch immer, die eigentliche Geschichte wird mit einer dicken Schicht Zuckerguß glasiert.
Das mag manchmal durchaus legitim sein, bei A BEAUTIFUL MIND sind es aber genau jene grausig banalen Kitsch - Szenen, die verhindern, daß der Film wirklich bewegen kann. Sie stören die Geschichte, widersprechen ihr sogar. Als Beispiel sei eine Szene genannt, in der Alicia und John zusammen über die Chancen sprechen, die Schizophrenie ohne Medikamente zu überwinden:
Alicia – \"Vielleicht kann man ja den Unterschied zwischen Phantasie und Realität nicht hiermit [sie zeigt auf Nashs Kopf], sondern hiermit [ihre Hand wandert – natürlich – auf sein Herz] erkennen.\"
Himmel hilf! Die Geschichte des Films ist doch eben gerade, daß der Mann es mit Hilfe seines brillanten Verstandes schafft, eine (zum Zeitpunkt der Handlung) unheilbare Krankheit so weit unter Kontrolle zu bringen, daß er ohne Elektroschocks und Medikamente leben kann.
Tatkräftige Unterstützung bei seinem Vorhaben, die Tränendrüsen auch des letzten Zuschauers zum Überfließen zu bewegen, erhält Howard von Komponist James Horner der die Tonspur mit selten herzzerreißenden Streicher - Klängen geradezu pflastert.
Nun sind das tatsächlich nur einzelne Szenen, während der Großteil des Films zwar auch nicht gerade zurückhaltend, aber doch deutlich weniger penetrant inszeniert ist.
Was den Film allerdings tatsächlich über den Hollywood – Durchschnitt hebt, sind die Leistungen der Schauspieler bis in die Nebenrollen hinein.
Vor allem Russel Crowe meistert seine anspruchsvolle Rolle mit einer Selbstverständlichkeit, als wäre er nie etwas anderes gewesen als Charakterdarsteller.
Irgendwie drängt sich das Gefühl auf, daß keiner der am Film Beteiligten sich wirklich für so schwere Themen wie Schizophrenie und Systemtheorie interessiert hat – Indizien dafür sind die unzähligen kleinen und größeren Fehler (akribisch aufgelistet auf: www.imdb.com). Sehr lustig beispielsweise, daß während der Nobelpreisverleihung auf dem Rednerpult eben nicht Nobel, sondern Noble steht.
Mit Sicherheit kein schlechter Film, aber ebenso eindeutig um Längen hinter dem großen Konkurrenten um die Oscars LORD OF THE RINGS.
Regie: Ron Howard
Darsteller: Russel Crowe, Jennifer Conelly, Ed Harris, Christopher Plummer...
Musik: James Horner
IMAGINE ENTERTAINMENT
24 Bewertungen, 4 Kommentare
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29.03.2006, 14:57 Uhr von liiiiindaaaaa
Bewertung: sehr hilfreichüber gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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12.06.2002, 13:20 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichALso ich fand den Film einfach klasse! ;-)
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16.04.2002, 14:18 Uhr von filmfacts
Bewertung: sehr hilfreichFehler hin oder her. Der Lord kann gegen diesen Film nicht anstinken. Die Oscars sind schon berechtigt. Allein der für Crowe fehlte noch. Das war schon fast frech, daß er ihn nicht bekommen hat.
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09.04.2002, 12:26 Uhr von Dorish96
Bewertung: sehr hilfreichDein Bericht ist sehr gut rüber gekommen.
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