A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn (VHS) Testbericht
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Erfahrungsbericht von Magistix
Von wahnsinnigen Genies...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Kinotag ist Donnerstag und doch habe ich es erst am Freitag geschafft mit meiner Freundin in den momentan bestbesuchten Film Hollywoods zu gehen und mir selbst ein Bild vom für acht Oskars nominierten Werk zu machen. Beste Kinozeit, voller Saal im Kino meines Vertrauens (Metropol Bonn), 7,50€ Eintritt und Vorfreude auf rund zwei Stunden gutes (?) Kino. Klar, wenn man so viel Ehre wie die Oskar-Nominierungen im Voraus weiß, erwartet man schon Einiges...
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.:| A beautiful mind –Inhaltsbeschreibung ohne Spannungsraub |:.
“A beautiful mind“ ist ein Film, bei dem es im Grunde unmöglich ist, den Inhalt zu benennen, ohne einen ganzen Teil des Reizes beim Zuschauer zu nehmen. Es fällt auch mir schwer, Euch einen Einblick in das WAS zu geben, ohne alles oder auch nur das Wichtige zu verraten. Ich weiß nicht, ob das möglich ist, werde es aber versuchen, damit ihr nicht schon das Beste verpasst, weil ich meinen Mund zu weit aufgemacht habe...
Die Hauptperson in „A beautiful mind“ (es gibt mehrere Übersetzungen hierfür von denen mir frei die Variante „Ein schöner Gedanke“ am ehesten zutreffend erscheint) ist John Nash. Der Film blendet ein und man sieht ihn und andere scheinbare Nachwuchsgenies in Sachen Mathematik auf einem altertümlichen Campus. Sie bilden die amerikanische Elite und haben zum großen Teil bereits beträchtliche Erfolge in Form neuer Theorien oder Beweise erbracht und obwohl Nash allseits als ungewöhnlich talentiert gilt, hat er noch keine besonderen oder besser gesagt einzigartigen Errungenschaften vorzuweisen.
Er gilt als Außenseiter, scheint keinen Bezug zu anderen aufbauen zu können und grübelt ob der Tatsache trotz seine Genies Nichts erbracht zu haben, Tag und Nacht umso mehr nach. Die ersten Filmsequenzen drehen sich dann auch um Nash, wie er im Studium (deren Vorlesungen er immer schwänzt) im Grunde voll Elan seinen Forschungen nachgeht. Bald schon verzweifelt er darin und setzt sich selbst immer mehr unter Druck. Sein scheinbarer Zimmerkollege hilft ihm da wenig – Nash versteift sich und isoliert sich noch mehr. Er wird hypernervös und sensibel und dreht beinahe durch, beim Gedanken an seine Erfolglosigkeit..
Die wenigen Male, die er mit den anderen verbringt und ausgeht, sind da wenig zuträglich. Jedweder Versuch beim weiblichen Geschlecht zu landen, scheitert kläglich, was im Grunde nicht anders zu erwarten ist, stellt er sich doch dermaßen ungelenk und hölzern an, dass ihn wohl niemand haben möchte. Ein Beispiel? Nun, anstelle einem ihm zulächelnden Mädchen einen Drink zu spendieren, kommt er „direkt“ zur Sache und spricht aus, was sein mathematisches Denkerhirn ihm sagt: „Sorry Madam, wenn ich direkt werde, aber können wir das übliche Vorgeplänkel nicht weglassen? Es ist rein logisch wenig effektiv und eine Sache von Zeitverschwendung. Ich meine, wir lächeln uns zu, und wissend och letztlich beide, dass es nur auf das Eine hinausläuft... ein Austausch von Körperflüssigkeiten“. Klar, dass da die Angebtete nur zur Ohrfeige greifen kann und Nash stehen lässt.
Nun, kürzen wir die Sache ein wenig, trotz Misserfolgen auf dem zwischenmenschlichen Sektor, schafft Nash schlussendlich mit einem genialen Einfall die Umwerfung einstiger Wirtschaftstheorien. Es ist 1947 und er hat sein Ziel, eine neue Erkenntnis zu schaffen, mit seiner Doktorarbeit geschafft. Sein Triumph lässt nicht lange auf sich warten und seine Vorliebe für Muster und Abläufe (er untersucht die Gesetzmäßigkeit bei der Kopfbewegung einer Taube) bringt ihm den Ruf eines exzellenten und mit seiner neuen Theorie auch bewährten Genies ein.
Er lernt an der Universität – mittlerweile als Angestellter der Princeton University – die Frau, die ihn trotz seiner Eigenart und seiner unübertrefflichen Gier nach Fettnäpfchen und dem genauen Gegenteil von Romantik zu lieben scheint. Und, eines Tages fragt auch das Wheeler Institut für Verteidigungsaufgaben bei ihm an, sie doch zu unterstützen.
Fortan enttarnt er Geheimkodes der militärischen Gegner und durchforscht Zeitungen nach einer verschlüsselten Botschaft, die angeblich dazu dienen soll, eine Atombombe der Russen auf amerikanischem Gebiet zu zünden. Die Atombombe soll möglichst Viele töten und so wird aus dem begabtem mathematischen Genie ohne Sinn für Zwischenmenschliches ein Geheimagent für das Wohl des Volks...
Ich breche hier ab, denn der Fortlauf des Filmes ist so abrupt wie genial, so wunderbar wie banal und doch so fesselnd und schön, dass man es nicht vorweg nehmen sollte. Nur soviel: „A beautiful mind“ ist kein Agententhriller sondern ein echter Problemfilm, der im Fortlauf die schreckliche Krankheit Schizophrenie enttarnt und gnadenlos aufzeigt – allerdings in Hollywood-Manier mit Happyend.
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.:| A beautiful mind – mein Erleben |:.
War es Zufall, dass uns der Kassierer (ein Student) noch kurz hat einen Fragebogen vor dem Film hat ausfüllen lassen, in dem unter Anderem die Frage aufkam, ob man sich nach einem Film noch damit beschäftigt und ihn diskutiert?! Ich glaube an Schicksal und so gesehen war es wohl einfach vorhergesehen, dass diese Frage passender und treffender nicht hätte beantwortet werden können, als mit JA!
Der Film ist in großen Teilen authentisch zum Fall des auch heute noch lebenden Wissenschaftlers John Nash. Trotz meiner inhaltlichen Fassung, stellt sich der anfängliche Studentenfilm mit späterem Wandel zum Agententhriller, im nachhinein als Problemfilm dar, der schneller als man erwartet oder je gedacht hat, die Geschichte einer Geisteskrankheit, die Geschichte eines persönlichen Kampfes gegen ihre selbst zerstörerische Macht aufzeigt.
Der Film ist anfangs lahm, dauert es doch einfach gähnend lange, bis es mit dem Agententeil losgeht und beginnt spannend zu werden. Schnell hat man seinen Blick geschärft und erkannt, dass Nash ein introvertierter und äußerst unnetter Zeitgenosse ist, der allerdings über ein besonderes bis geniales Gespür für Zahlen und Formeln verfügt. Im Alleingang und abseits der Anderen geht Nash (von Crowe überzeugend gespielt) seinen eigenen Weg und wird in meinen Augen schon überzogen verbissen dargestellt. Alles in seinem Leben ist für die Findung einer Idee, einer neuen Erkenntnis und man merkt schneller als man eigentlich will, dass hier ein Verrückter handelt.
Nach langer Zeit du dem Wendepunkt im Film, wird aber dieser Eindruck behände revidiert. Die Faszination, die eine Krankheit auslösen kann, war mir bis dahin nie so allgegenwärtig, wie in „A beautiful mind“. Sicher gibt es Filme wie „Schlafes Bruder“ die böse Dinge, Schicksale und Krankheiten darstellten, doch ist mir das hier angesprochene Phänomen so unerklärlich wie rätselhaft und (vielleicht aufgrund dessen?!) fesselnd. Es bewegt, stellt man sich doch unweigerlich auf eine Seite – die von Nash oder seiner heldenhaften und beinahe überzeichnet idealen Ehefrau Alicia.
Man beginnt zu verstehen, auch das, was im Studium passierte und begreift, worum es im und dem Film geht. Ein roter Faden webt sich in die Geschichte und alles macht plötzlich Sinn. Man fiebert wieder mit und ist gefangen in einem bewegenden Einzelschicksal und dem Kampf gegen das eigene Ich, mit Rückschläge, Tiefschlägen und dem finalen und heroischen Ende – der Anerkennung des Nobelpreises sowie einer herzzerreißenden Rede über die Liebe zu seiner Frau.
Das Drehbuch und die Story sind im Nachhinein betrachtet durchweg als positiv zu bewerten, sollte man doch auch anmerken, dass die Zeichnung der Charaktere der Hauptpersonen überdreht und übermäßig ist und bei mir so kontraproduktiv wirkte. Die Geschichte und das Einzelschicksal des John Nash sind bewegend – ohne Frage – aber bedürfen doch eigentlich keiner Schönfärberei durch Hollywood. Hier und da hätte ich mir gewünscht, dass die Personen menschlicher werden – die Ehefrau die in den schlimmsten Zeiten eigener Bedrohung ruhig und sachlich bleibt und nie Zweifel an sich oder der Sache kriegt wirkt auf mich unglaubwürdig.
Ein Nash, der seine Vergangenheit so zielstrebig aufarbeitet, was in Zeitsprüngen gezeigt wird, ist zwar denkbar aber in dieser Form ebenso idealisiert wie die Streichung einiger Details aus dem „echten Leben“ des Genies. Was ich mich zudem bis heute frage, ist die Sache der Entdeckung, welche er gemacht haben soll. War es Absicht, ihn als genialen und unverständlichen Mathematiker darzustellen, der nur von Seinesgleichen fachlich anerkannt wird, oder ist es Unvermögen rein technische Sachfragen in einem kommerziellen Hollywood-Streifen unterzubringen?!
Was bleibt zu sagen? Nun, nachdem wir Beide wieder das Kino verließen, wussten wir wenig zu sagen, begannen uns aber zu überschlagen, als wir das Freie erblickten. Der Film ist bewegend und doch nicht, fesselnd und doch fehlt etwas, verständlich und doch Fragen aufwerfend. Ich fühlte mich angesprochen und bewegt, meine Freundin eher problematisiert und intellektuell angesprochen. Mir fehlte ein wenig Sache und Realitätsnähe, ihr fehlte der emotionale Einstieg zu den Charakteren – letztlich meinten wir das Gleiche: Hollywood hat aus einem Einzelschicksal und einem Ehepaar, das bewegende Zeiten durchgemacht hat, einen ohne Frage gelungenen aber nicht perfekten Reißer gemacht.
Eine Moral lässt sich schwer ableiten, aber Mut für die Betroffenen macht er mit Sicherheit. Mir hat er die Problematik und den Umgang mit einer solchen Krankheit gezeigt und einen doch alles in Allem gelungenen (Vor-)Abend ermöglicht.
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.:| Fazit: Anschauen, aber nicht zu viel erwarten! |:.
Mir hat der Film gefalle und doch bleibt ein „...aber“. Der Misanthrop und das Genie Nash bietet der Film eine Menge Raum. Seine Frau kommt dabei zu kurz und Teile werden überspitzt dargestellt. Die Effekte sind gewohnt perfekt, was bei der Maske beginnt und über die stets angemessene musikalische Untermalung bis hin zur Auswahl der Szenarien und Orte geht.
Verständlich wird ein schwieriges Thema, das zum Ende hin aber zu empathisch wird. Nicht zu vergessen ist der langatmige Einstieg, der aber durch den rasanten und wunderschönen Mittelteil wieder wettgemacht wird. Etwas mehr Menschlichkeit und Vielseitigkeit, hätte den Charakteren aber doch gut getan und auch seine Neuentdeckung blieb mir trotz Veranschaulichungen unbegreiflich.
Der Film ist ab 12 Jahren freigegeben, was von der nichtgegebenen Brutalität passt, aber für mich unverständlich ist. Niemand in dem Alter wird es begreifen können – 16-jährige, die mit uns im Kino waren, schienen zumindest wenig bewegt und unterhielten sich durchweg über ihre Handys.
Was soll man zum Abschluss, dem Fazit, sagen?! Nun, „A beautiful mind“ ist ein guter aber nicht weltbewegender Film, der den Erwartungen und dem Anspruch auf 8 Oscars in meinen Augen nicht gerecht wird. Mein „Bester Film des Jahres“ bleibt binnen zwölf Monatsfrist bei „Der fabelhaften Welt der Amélie“!
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.:| A beautiful mind –Inhaltsbeschreibung ohne Spannungsraub |:.
“A beautiful mind“ ist ein Film, bei dem es im Grunde unmöglich ist, den Inhalt zu benennen, ohne einen ganzen Teil des Reizes beim Zuschauer zu nehmen. Es fällt auch mir schwer, Euch einen Einblick in das WAS zu geben, ohne alles oder auch nur das Wichtige zu verraten. Ich weiß nicht, ob das möglich ist, werde es aber versuchen, damit ihr nicht schon das Beste verpasst, weil ich meinen Mund zu weit aufgemacht habe...
Die Hauptperson in „A beautiful mind“ (es gibt mehrere Übersetzungen hierfür von denen mir frei die Variante „Ein schöner Gedanke“ am ehesten zutreffend erscheint) ist John Nash. Der Film blendet ein und man sieht ihn und andere scheinbare Nachwuchsgenies in Sachen Mathematik auf einem altertümlichen Campus. Sie bilden die amerikanische Elite und haben zum großen Teil bereits beträchtliche Erfolge in Form neuer Theorien oder Beweise erbracht und obwohl Nash allseits als ungewöhnlich talentiert gilt, hat er noch keine besonderen oder besser gesagt einzigartigen Errungenschaften vorzuweisen.
Er gilt als Außenseiter, scheint keinen Bezug zu anderen aufbauen zu können und grübelt ob der Tatsache trotz seine Genies Nichts erbracht zu haben, Tag und Nacht umso mehr nach. Die ersten Filmsequenzen drehen sich dann auch um Nash, wie er im Studium (deren Vorlesungen er immer schwänzt) im Grunde voll Elan seinen Forschungen nachgeht. Bald schon verzweifelt er darin und setzt sich selbst immer mehr unter Druck. Sein scheinbarer Zimmerkollege hilft ihm da wenig – Nash versteift sich und isoliert sich noch mehr. Er wird hypernervös und sensibel und dreht beinahe durch, beim Gedanken an seine Erfolglosigkeit..
Die wenigen Male, die er mit den anderen verbringt und ausgeht, sind da wenig zuträglich. Jedweder Versuch beim weiblichen Geschlecht zu landen, scheitert kläglich, was im Grunde nicht anders zu erwarten ist, stellt er sich doch dermaßen ungelenk und hölzern an, dass ihn wohl niemand haben möchte. Ein Beispiel? Nun, anstelle einem ihm zulächelnden Mädchen einen Drink zu spendieren, kommt er „direkt“ zur Sache und spricht aus, was sein mathematisches Denkerhirn ihm sagt: „Sorry Madam, wenn ich direkt werde, aber können wir das übliche Vorgeplänkel nicht weglassen? Es ist rein logisch wenig effektiv und eine Sache von Zeitverschwendung. Ich meine, wir lächeln uns zu, und wissend och letztlich beide, dass es nur auf das Eine hinausläuft... ein Austausch von Körperflüssigkeiten“. Klar, dass da die Angebtete nur zur Ohrfeige greifen kann und Nash stehen lässt.
Nun, kürzen wir die Sache ein wenig, trotz Misserfolgen auf dem zwischenmenschlichen Sektor, schafft Nash schlussendlich mit einem genialen Einfall die Umwerfung einstiger Wirtschaftstheorien. Es ist 1947 und er hat sein Ziel, eine neue Erkenntnis zu schaffen, mit seiner Doktorarbeit geschafft. Sein Triumph lässt nicht lange auf sich warten und seine Vorliebe für Muster und Abläufe (er untersucht die Gesetzmäßigkeit bei der Kopfbewegung einer Taube) bringt ihm den Ruf eines exzellenten und mit seiner neuen Theorie auch bewährten Genies ein.
Er lernt an der Universität – mittlerweile als Angestellter der Princeton University – die Frau, die ihn trotz seiner Eigenart und seiner unübertrefflichen Gier nach Fettnäpfchen und dem genauen Gegenteil von Romantik zu lieben scheint. Und, eines Tages fragt auch das Wheeler Institut für Verteidigungsaufgaben bei ihm an, sie doch zu unterstützen.
Fortan enttarnt er Geheimkodes der militärischen Gegner und durchforscht Zeitungen nach einer verschlüsselten Botschaft, die angeblich dazu dienen soll, eine Atombombe der Russen auf amerikanischem Gebiet zu zünden. Die Atombombe soll möglichst Viele töten und so wird aus dem begabtem mathematischen Genie ohne Sinn für Zwischenmenschliches ein Geheimagent für das Wohl des Volks...
Ich breche hier ab, denn der Fortlauf des Filmes ist so abrupt wie genial, so wunderbar wie banal und doch so fesselnd und schön, dass man es nicht vorweg nehmen sollte. Nur soviel: „A beautiful mind“ ist kein Agententhriller sondern ein echter Problemfilm, der im Fortlauf die schreckliche Krankheit Schizophrenie enttarnt und gnadenlos aufzeigt – allerdings in Hollywood-Manier mit Happyend.
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.:| A beautiful mind – mein Erleben |:.
War es Zufall, dass uns der Kassierer (ein Student) noch kurz hat einen Fragebogen vor dem Film hat ausfüllen lassen, in dem unter Anderem die Frage aufkam, ob man sich nach einem Film noch damit beschäftigt und ihn diskutiert?! Ich glaube an Schicksal und so gesehen war es wohl einfach vorhergesehen, dass diese Frage passender und treffender nicht hätte beantwortet werden können, als mit JA!
Der Film ist in großen Teilen authentisch zum Fall des auch heute noch lebenden Wissenschaftlers John Nash. Trotz meiner inhaltlichen Fassung, stellt sich der anfängliche Studentenfilm mit späterem Wandel zum Agententhriller, im nachhinein als Problemfilm dar, der schneller als man erwartet oder je gedacht hat, die Geschichte einer Geisteskrankheit, die Geschichte eines persönlichen Kampfes gegen ihre selbst zerstörerische Macht aufzeigt.
Der Film ist anfangs lahm, dauert es doch einfach gähnend lange, bis es mit dem Agententeil losgeht und beginnt spannend zu werden. Schnell hat man seinen Blick geschärft und erkannt, dass Nash ein introvertierter und äußerst unnetter Zeitgenosse ist, der allerdings über ein besonderes bis geniales Gespür für Zahlen und Formeln verfügt. Im Alleingang und abseits der Anderen geht Nash (von Crowe überzeugend gespielt) seinen eigenen Weg und wird in meinen Augen schon überzogen verbissen dargestellt. Alles in seinem Leben ist für die Findung einer Idee, einer neuen Erkenntnis und man merkt schneller als man eigentlich will, dass hier ein Verrückter handelt.
Nach langer Zeit du dem Wendepunkt im Film, wird aber dieser Eindruck behände revidiert. Die Faszination, die eine Krankheit auslösen kann, war mir bis dahin nie so allgegenwärtig, wie in „A beautiful mind“. Sicher gibt es Filme wie „Schlafes Bruder“ die böse Dinge, Schicksale und Krankheiten darstellten, doch ist mir das hier angesprochene Phänomen so unerklärlich wie rätselhaft und (vielleicht aufgrund dessen?!) fesselnd. Es bewegt, stellt man sich doch unweigerlich auf eine Seite – die von Nash oder seiner heldenhaften und beinahe überzeichnet idealen Ehefrau Alicia.
Man beginnt zu verstehen, auch das, was im Studium passierte und begreift, worum es im und dem Film geht. Ein roter Faden webt sich in die Geschichte und alles macht plötzlich Sinn. Man fiebert wieder mit und ist gefangen in einem bewegenden Einzelschicksal und dem Kampf gegen das eigene Ich, mit Rückschläge, Tiefschlägen und dem finalen und heroischen Ende – der Anerkennung des Nobelpreises sowie einer herzzerreißenden Rede über die Liebe zu seiner Frau.
Das Drehbuch und die Story sind im Nachhinein betrachtet durchweg als positiv zu bewerten, sollte man doch auch anmerken, dass die Zeichnung der Charaktere der Hauptpersonen überdreht und übermäßig ist und bei mir so kontraproduktiv wirkte. Die Geschichte und das Einzelschicksal des John Nash sind bewegend – ohne Frage – aber bedürfen doch eigentlich keiner Schönfärberei durch Hollywood. Hier und da hätte ich mir gewünscht, dass die Personen menschlicher werden – die Ehefrau die in den schlimmsten Zeiten eigener Bedrohung ruhig und sachlich bleibt und nie Zweifel an sich oder der Sache kriegt wirkt auf mich unglaubwürdig.
Ein Nash, der seine Vergangenheit so zielstrebig aufarbeitet, was in Zeitsprüngen gezeigt wird, ist zwar denkbar aber in dieser Form ebenso idealisiert wie die Streichung einiger Details aus dem „echten Leben“ des Genies. Was ich mich zudem bis heute frage, ist die Sache der Entdeckung, welche er gemacht haben soll. War es Absicht, ihn als genialen und unverständlichen Mathematiker darzustellen, der nur von Seinesgleichen fachlich anerkannt wird, oder ist es Unvermögen rein technische Sachfragen in einem kommerziellen Hollywood-Streifen unterzubringen?!
Was bleibt zu sagen? Nun, nachdem wir Beide wieder das Kino verließen, wussten wir wenig zu sagen, begannen uns aber zu überschlagen, als wir das Freie erblickten. Der Film ist bewegend und doch nicht, fesselnd und doch fehlt etwas, verständlich und doch Fragen aufwerfend. Ich fühlte mich angesprochen und bewegt, meine Freundin eher problematisiert und intellektuell angesprochen. Mir fehlte ein wenig Sache und Realitätsnähe, ihr fehlte der emotionale Einstieg zu den Charakteren – letztlich meinten wir das Gleiche: Hollywood hat aus einem Einzelschicksal und einem Ehepaar, das bewegende Zeiten durchgemacht hat, einen ohne Frage gelungenen aber nicht perfekten Reißer gemacht.
Eine Moral lässt sich schwer ableiten, aber Mut für die Betroffenen macht er mit Sicherheit. Mir hat er die Problematik und den Umgang mit einer solchen Krankheit gezeigt und einen doch alles in Allem gelungenen (Vor-)Abend ermöglicht.
______________________________________________________
.:| Fazit: Anschauen, aber nicht zu viel erwarten! |:.
Mir hat der Film gefalle und doch bleibt ein „...aber“. Der Misanthrop und das Genie Nash bietet der Film eine Menge Raum. Seine Frau kommt dabei zu kurz und Teile werden überspitzt dargestellt. Die Effekte sind gewohnt perfekt, was bei der Maske beginnt und über die stets angemessene musikalische Untermalung bis hin zur Auswahl der Szenarien und Orte geht.
Verständlich wird ein schwieriges Thema, das zum Ende hin aber zu empathisch wird. Nicht zu vergessen ist der langatmige Einstieg, der aber durch den rasanten und wunderschönen Mittelteil wieder wettgemacht wird. Etwas mehr Menschlichkeit und Vielseitigkeit, hätte den Charakteren aber doch gut getan und auch seine Neuentdeckung blieb mir trotz Veranschaulichungen unbegreiflich.
Der Film ist ab 12 Jahren freigegeben, was von der nichtgegebenen Brutalität passt, aber für mich unverständlich ist. Niemand in dem Alter wird es begreifen können – 16-jährige, die mit uns im Kino waren, schienen zumindest wenig bewegt und unterhielten sich durchweg über ihre Handys.
Was soll man zum Abschluss, dem Fazit, sagen?! Nun, „A beautiful mind“ ist ein guter aber nicht weltbewegender Film, der den Erwartungen und dem Anspruch auf 8 Oscars in meinen Augen nicht gerecht wird. Mein „Bester Film des Jahres“ bleibt binnen zwölf Monatsfrist bei „Der fabelhaften Welt der Amélie“!
23 Bewertungen, 2 Kommentare
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29.03.2006, 14:58 Uhr von liiiiindaaaaa
Bewertung: sehr hilfreichüber gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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25.07.2003, 13:53 Uhr von Rebba
Bewertung: sehr hilfreichMir hat der Film nicht gefallen. Außerdem hat die Drehbuchautorin bzw. Romanautorin sich viele "künstlerische" Freiheiten erlaubt. Ich glaube kaum , dass Nash sein eigenes Leben in diesem Film wiedererkannt hat. Auf mich wirkte dieser
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