A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von -=CrUsHeR=-
A Beautiful Mind - And the Oskar goes to...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
...so und nicht anders wird es in diesem Monat zu früher Morgenstunde in unserer Zeit im Fernsehen verkündet werden. Zuvor hat Russel Crowe berieits den Oscar für die beste männlich Hauptrolle bekommen und vielleicht gab es auch noch ein paar andere, denn der beste Film in diesem zur Bewertung anstehenden Jahr ist nun mal "A Beautiful Mind".
Ein Vorzeichen war schon die Verleihung der Golden Globes.
Ich kann mir schon die langen Gesichter und den gezwungenen Beifall der Crew vom Herrn der Ringe vorstellen, die bekommen vielleicht den Spezial Effekt Oscar und einen für die Filmmusik, den Schnitt, die Kostüme oder was auch immer.
Dieser Film über den Mathematiker und Nobelpreisträger John Nash bietet so vieles was heute im Kino eher selten ist. Er verzichtet aber auf irgendwelche spektakulären Showszenen und selbst die Autoverfolgungsjagd ist eher bieder geraten.
Der Film bietet aber dafür enorm viel Emotionalität und Atmosphäre. Ich weiß nicht, ob es halbwegs realistisch ist wie hier diese Krankheit dargestellt wird.
Im ARD Morgenmagazin wurde der Film ziemlich schlecht bewertet, aber gemeinhin ist das ein eher gutes Zeichen. Alle erfolgreichen und allgemein faszinierenden Filme werden dort schlecht bewertet, gut sind nur erfolglose Filme von polnischen oder koreanischen Regisseuren die in Originalsprache mit schwedischen Untertiteln laufen und Normalkinogängern eher Schauer des Unverständnis den Rücken runter laufen lassen.
Inhalt:
Kurz nach dem zweiten Weltkrieg kommt der junge John Nash nach Princeton, eine der US-amerikanischen Eliteuniversitäten, auf Grund eines Stipendiums. Er ist ein junger Mathematiker, der aber noch nichts veröffentlicht hat, im Gegensatz zu vielen seiner Studienkollegen. Er hatte wie er sagt auch früher schon keine Freunde und er ist ein typischer Einzelgänger, der mit dem 'normalen' Leben und zwischenmenschlichen Beziehungen auf Kriegsfuß steht.
Allem Anschein nach ist er hoch - besser höchst intelligent. Wer sich schon einmal mit solchen Menschen beschäftigt hat, der wird wissen, welche Probleme sie im Umgang mit Durchschnittsmenschen haben. Leider stellt sich bei John Nash bald die Frage, was ist Genie, was ist Wahnsinn. Dabei werden seine für anderen unsichtbaren Freunde erst im Laufe des Films für andere als solche enttarnt. Auch der unbedarfte Kinozuschauer erliegt erst einmal dieser Täuschung, denn die Personen erscheinen durchaus real in einem plausiblen oder zumindest vorstellbaren Zusammenhang.
Besonders im Umgang mit dem anderen, auch in den 50ern, schöneren Geschlecht stolpert er von einem in den nächsten Fettnapf. Das ändert sich erst, als eine junge dunkelhaarige Schönheit weiblichen Geschlechts sich für ihn interessiert. Im Laufe des Films wird sie auch noch seine Ehefrau und Mutter seines Sohns, aber am Anfang zeigt sie ein vollkommen untypisches Rollenverhalten, indem sie ihn zum Essen einlädt und auch sonst eher der aktivere Part in der Beziehung ist. Das passiert aber erst nachdem er schon Professor geworden ist. Auf dem Weg dahin sammelt er noch so manche Ohrfeige für ungebührliches Benehmen ein. Nicht jede Frau mag es, wenn ein Mann aus rational, logischen Gründen ohne lange Vorrede das Thema Geschlechtsverkehr als nächste Option nach "Hallo, wie gehts!" anbietet. Immerhin, das sind die 50er, damals war man viel prüder und allein dieses Wort war eigentlich in Gesprächen mit Fremden schon tabu. Wer mal in einen Band mit Bildern aus alten 'Playboy' Magazinen schaut, der wird sehen was ich meine.
Der Film beginnt aber kurz nach der Hochzeit schon zu verwirren, denn die Personen die John Nash sieht sind zumindest in Form des angeblichen Geheimagenten recht obskur. Der Auftrag bei dem er angeblich für die Regierung nach geheimen Codes der Russen in Zeitungen und Magazinen suchen soll ist allein schon recht seltsam. Nashs Methode welche zu finden ist es nicht minder. Als er sich eines Abends in einen Raum seiner Wohnung verbarrikadiert und vor dem Fenster lauter gegnerische Agenten vermutet, ruft seine Frau am Telefon um Hilfe, wie sich kurz darauf herausstellt kommt Nash in eine psychiatrische Anstalt zur Beobachtung. Die Ergebnisse sind niederschmetternd. Er leidet an Wahnvorstellungen und gilt als schizophren. Mit Hilfe brutaler Insulinschocks bemüht man sich, ihn davon abzubringen, aber das gelingt nur bedingt. Er wird zwar wieder entlassen, aber er kann nicht mehr arbeiten. Mittlerweile ist auch sein Sohn geboren worden. Das Baby im recht vergammelten Wohnhaus der Familie ist dann auch ein Grund, warum es zu weiteren Problemen kommt, nachdem er wegen Potenzstörungen die Medikamente zum ruhigstellen heimlich abgesetzt hat. Seine Fantasiegestalten tauchen wieder auf und damit auch eine Gefahr für Frau und Kind. Zuerst vergisst er das Kind in der sich langsam mit Wasser füllenden Badewanne, so daß es fast ertrinkt und danach schubst er seine Frau mit dem Kind gegen eine wand, weil er sie davor schützen will, von dem nicht existierenden Geheimagent erschossen zu werden.
Die Frau muß abermals den Psychiater anrufen aber hier kommt es zu einer weiteren Schlüsselszene, er will nicht wieder zu diesen grausamen Behandlungsmethoden zurückkehren und er erkennt selbst seine eingebildeten Bekannten als solche, sie altern nicht und das ist halt unlogisch.
Mathematiker können sicher vieles ertragen, aber garantiert keine Unlogik. An jetzt beginnt er aus eigener Kraft gegen dir Trugbilder anzukämpfen. Er sagt ihnen sie sollen nicht wiederkommen und er würde nicht mehr auf sie eingehen. Sie versuchen ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Es beginnt ein zäher Kampf eines kranken, alternden Mannes gegen die Feinde in seinem eigenen Hirn. Er darf wieder als Gast an die Universität und verbringt dort viel Zeit in der Bibliothek. Wie zu Beginn benutzt er die Fenster als Tafelersatz, nach einiger Zeit kommt zum ersten mal ein junger Student auf ihn zu und bittet ihn sich seine Arbeit anzusehen. Das scheint das Eis zu brechen, es kommen weitere hinzu und er diskutiert mit ihnen an einem Tisch in der Bibliothek. Er bittet seine alten (realen) Freund, wieder unterrichten zu dürfen. Der verspricht ihm darüber nachzudenken. Schließlich wird ihm die Bitte gewährt.
Eines Tages taucht vor seinem Hörsaal ein älterer Herr auf und Nash bittet eine Studentin, ihm zu sagen, ob sie ihn auch sieht. Als sie das bejaht ist er bereit mit ihm zu reden. Er kommt im Auftrag des Nobelpreis-Komitees weil Nash den Nobelpreis für Mathematik bekommen soll. Er bittet ihn in den Aufenthaltsraum der Professoren, Nash will da nur ungern reingehen, er meidet solche Orte lieber. Aber er wird schließlich überzeugt mitzugehen. Es ist Brauch einem erfolgreichen Professor als Kollege seinen Füllfederhalter auf den Tisch zu legen um damit Anerkennung für dessen Leistungen auszudrücken. Man hat das am Anfang des Films schon einmal gesehen und als jetzt der erste Montblanc Füller auf dem Tisch liegt, weiß man was geschehen wird. Diese kleine Geste überwältigt mehr als viele Worte es tun könnten, denn es werden immer mehr Füller.
Danach sieht man die Verleihung des Preises und Nash hält eine sehr gefühlvolle Rede, wer nicht schon bei den Füller geweint hat, der wird es spätestens hier tun. Das ist absolut ernst gemeint und ich stehe dazu.
A Beautiful Mind ist einfach ein wunderschöner Film.
Ein Vorzeichen war schon die Verleihung der Golden Globes.
Ich kann mir schon die langen Gesichter und den gezwungenen Beifall der Crew vom Herrn der Ringe vorstellen, die bekommen vielleicht den Spezial Effekt Oscar und einen für die Filmmusik, den Schnitt, die Kostüme oder was auch immer.
Dieser Film über den Mathematiker und Nobelpreisträger John Nash bietet so vieles was heute im Kino eher selten ist. Er verzichtet aber auf irgendwelche spektakulären Showszenen und selbst die Autoverfolgungsjagd ist eher bieder geraten.
Der Film bietet aber dafür enorm viel Emotionalität und Atmosphäre. Ich weiß nicht, ob es halbwegs realistisch ist wie hier diese Krankheit dargestellt wird.
Im ARD Morgenmagazin wurde der Film ziemlich schlecht bewertet, aber gemeinhin ist das ein eher gutes Zeichen. Alle erfolgreichen und allgemein faszinierenden Filme werden dort schlecht bewertet, gut sind nur erfolglose Filme von polnischen oder koreanischen Regisseuren die in Originalsprache mit schwedischen Untertiteln laufen und Normalkinogängern eher Schauer des Unverständnis den Rücken runter laufen lassen.
Inhalt:
Kurz nach dem zweiten Weltkrieg kommt der junge John Nash nach Princeton, eine der US-amerikanischen Eliteuniversitäten, auf Grund eines Stipendiums. Er ist ein junger Mathematiker, der aber noch nichts veröffentlicht hat, im Gegensatz zu vielen seiner Studienkollegen. Er hatte wie er sagt auch früher schon keine Freunde und er ist ein typischer Einzelgänger, der mit dem 'normalen' Leben und zwischenmenschlichen Beziehungen auf Kriegsfuß steht.
Allem Anschein nach ist er hoch - besser höchst intelligent. Wer sich schon einmal mit solchen Menschen beschäftigt hat, der wird wissen, welche Probleme sie im Umgang mit Durchschnittsmenschen haben. Leider stellt sich bei John Nash bald die Frage, was ist Genie, was ist Wahnsinn. Dabei werden seine für anderen unsichtbaren Freunde erst im Laufe des Films für andere als solche enttarnt. Auch der unbedarfte Kinozuschauer erliegt erst einmal dieser Täuschung, denn die Personen erscheinen durchaus real in einem plausiblen oder zumindest vorstellbaren Zusammenhang.
Besonders im Umgang mit dem anderen, auch in den 50ern, schöneren Geschlecht stolpert er von einem in den nächsten Fettnapf. Das ändert sich erst, als eine junge dunkelhaarige Schönheit weiblichen Geschlechts sich für ihn interessiert. Im Laufe des Films wird sie auch noch seine Ehefrau und Mutter seines Sohns, aber am Anfang zeigt sie ein vollkommen untypisches Rollenverhalten, indem sie ihn zum Essen einlädt und auch sonst eher der aktivere Part in der Beziehung ist. Das passiert aber erst nachdem er schon Professor geworden ist. Auf dem Weg dahin sammelt er noch so manche Ohrfeige für ungebührliches Benehmen ein. Nicht jede Frau mag es, wenn ein Mann aus rational, logischen Gründen ohne lange Vorrede das Thema Geschlechtsverkehr als nächste Option nach "Hallo, wie gehts!" anbietet. Immerhin, das sind die 50er, damals war man viel prüder und allein dieses Wort war eigentlich in Gesprächen mit Fremden schon tabu. Wer mal in einen Band mit Bildern aus alten 'Playboy' Magazinen schaut, der wird sehen was ich meine.
Der Film beginnt aber kurz nach der Hochzeit schon zu verwirren, denn die Personen die John Nash sieht sind zumindest in Form des angeblichen Geheimagenten recht obskur. Der Auftrag bei dem er angeblich für die Regierung nach geheimen Codes der Russen in Zeitungen und Magazinen suchen soll ist allein schon recht seltsam. Nashs Methode welche zu finden ist es nicht minder. Als er sich eines Abends in einen Raum seiner Wohnung verbarrikadiert und vor dem Fenster lauter gegnerische Agenten vermutet, ruft seine Frau am Telefon um Hilfe, wie sich kurz darauf herausstellt kommt Nash in eine psychiatrische Anstalt zur Beobachtung. Die Ergebnisse sind niederschmetternd. Er leidet an Wahnvorstellungen und gilt als schizophren. Mit Hilfe brutaler Insulinschocks bemüht man sich, ihn davon abzubringen, aber das gelingt nur bedingt. Er wird zwar wieder entlassen, aber er kann nicht mehr arbeiten. Mittlerweile ist auch sein Sohn geboren worden. Das Baby im recht vergammelten Wohnhaus der Familie ist dann auch ein Grund, warum es zu weiteren Problemen kommt, nachdem er wegen Potenzstörungen die Medikamente zum ruhigstellen heimlich abgesetzt hat. Seine Fantasiegestalten tauchen wieder auf und damit auch eine Gefahr für Frau und Kind. Zuerst vergisst er das Kind in der sich langsam mit Wasser füllenden Badewanne, so daß es fast ertrinkt und danach schubst er seine Frau mit dem Kind gegen eine wand, weil er sie davor schützen will, von dem nicht existierenden Geheimagent erschossen zu werden.
Die Frau muß abermals den Psychiater anrufen aber hier kommt es zu einer weiteren Schlüsselszene, er will nicht wieder zu diesen grausamen Behandlungsmethoden zurückkehren und er erkennt selbst seine eingebildeten Bekannten als solche, sie altern nicht und das ist halt unlogisch.
Mathematiker können sicher vieles ertragen, aber garantiert keine Unlogik. An jetzt beginnt er aus eigener Kraft gegen dir Trugbilder anzukämpfen. Er sagt ihnen sie sollen nicht wiederkommen und er würde nicht mehr auf sie eingehen. Sie versuchen ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Es beginnt ein zäher Kampf eines kranken, alternden Mannes gegen die Feinde in seinem eigenen Hirn. Er darf wieder als Gast an die Universität und verbringt dort viel Zeit in der Bibliothek. Wie zu Beginn benutzt er die Fenster als Tafelersatz, nach einiger Zeit kommt zum ersten mal ein junger Student auf ihn zu und bittet ihn sich seine Arbeit anzusehen. Das scheint das Eis zu brechen, es kommen weitere hinzu und er diskutiert mit ihnen an einem Tisch in der Bibliothek. Er bittet seine alten (realen) Freund, wieder unterrichten zu dürfen. Der verspricht ihm darüber nachzudenken. Schließlich wird ihm die Bitte gewährt.
Eines Tages taucht vor seinem Hörsaal ein älterer Herr auf und Nash bittet eine Studentin, ihm zu sagen, ob sie ihn auch sieht. Als sie das bejaht ist er bereit mit ihm zu reden. Er kommt im Auftrag des Nobelpreis-Komitees weil Nash den Nobelpreis für Mathematik bekommen soll. Er bittet ihn in den Aufenthaltsraum der Professoren, Nash will da nur ungern reingehen, er meidet solche Orte lieber. Aber er wird schließlich überzeugt mitzugehen. Es ist Brauch einem erfolgreichen Professor als Kollege seinen Füllfederhalter auf den Tisch zu legen um damit Anerkennung für dessen Leistungen auszudrücken. Man hat das am Anfang des Films schon einmal gesehen und als jetzt der erste Montblanc Füller auf dem Tisch liegt, weiß man was geschehen wird. Diese kleine Geste überwältigt mehr als viele Worte es tun könnten, denn es werden immer mehr Füller.
Danach sieht man die Verleihung des Preises und Nash hält eine sehr gefühlvolle Rede, wer nicht schon bei den Füller geweint hat, der wird es spätestens hier tun. Das ist absolut ernst gemeint und ich stehe dazu.
A Beautiful Mind ist einfach ein wunderschöner Film.
10 Bewertungen, 3 Kommentare
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03.06.2012, 17:51 Uhr von webcrush2011
Bewertung: sehr hilfreichHallo, sehr schöner Bericht =) Ich würde mich freuen, wenn du bei mir gegenlesen könntest =) Lg webcrush
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29.03.2006, 14:58 Uhr von liiiiindaaaaa
Bewertung: sehr hilfreichüber gegenlesungen würde ich mich freuen;)
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10.03.2002, 19:35 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsehr ausführlicher bericht! man liest sich, gruß mibod
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