Abitur Testbericht
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Erfahrungsbericht von Gemeinwesen
Mach'n Abgang, ey (oder lass' es bleiben)
Pro:
- siehe Text -
Kontra:
- siehe Text -
Empfehlung:
Ja
Um in den Besitz des begehrten Abschlusszeugnisses zu gelangen, muss der geneigte Schüler a) ein Gymnasium besucht haben und b) im Laufe der Visite eine erkleckliche Anzahl von Punkten gesammelt haben. Die sammelt der Schüler, indem er seinen Golf brav und regelmäßig an einer Aral-Tankstelle betankt und am Kundenbindungsprogramm „Payback“ teilnimmt. Nach Kauf mehrerer Hundert Liter Kraftstoff gibt’s im Tausch gegen die gesammelten Punkte einen Fußball, ein Plüschtier oder eine Kühltasche. Die schenkt unser Schülerlein dann seiner Mathematiklehrerin, die im Gegenzug Nachlass auf die 5 in Mathe gewährt und die schlechte Note zu einer 3 rabattiert.
Ein gewisser Prozentsatz eines jeden Jahrganges erliegt dem Irrglauben, in Deutschland herrsche auch so etwas wie eine Allgemeine Hochschulpflicht und kommt der befürchteten Zwangsimmatrikulation zuvor, indem er sich unmittelbar nach Verlassen des Gymnasiums an der örtlichen Universität einschreibt. Andere haben mal etwas von Doktorentiteln läuten gehört, verlangen von ihrem Hausarzt, er möge sie an einen vermeintlichen Kollegen an der alma mater überweisen und scheitern kläglich. Wieder andere beginnen aus schierer Verlegenheit ein Studium der Frühen Ungarischen Kunsttischlerei oder fallen in Germanistik-Vorlesungen durch Fragen wie die danach auf, was denn das alles, bitteschön, mit Rhythmus und Sport zu tun habe. Einige wenige Unentwegte studieren so lange Exotenfächer wie Betriebwirtschaftslehre, Medizin oder Jura, bis sie auch den erfolgreichen Abschluss ihrer Hochschulzeit durch ein einschlägiges Zeugnis dokumentieren können. In der Folge werden sie Unternehmensberater, plastische Chirurgen und Staatsanwälte, lenken durch Kauf von Wagen gehobener Klassen das Interesse von Angehörigen des anderen Geschlechts auf sich und paaren sich, um den Fortbestand von Unternehmensberatern, plastischen Chirurgen und Staatsanwälten zu sichern.
Der Großteil der Studierendenschaft jedoch dämmert in von ewigem Zwieilicht erfüllten Hörsälen einem ungewissen Schicksal entgegen, versucht hie und da, Hochschullehrer mit Fußbällen, Plüschtieren und Kühltaschen zu bestechen oder durch kleine sexuelle Gefälligkeiten gewogen zu stimmen. Die, denen das gelingt, erhalten irgendwann im Gegenzug ein Prüfungszeugnis, dass ihnen quasi die Allgemeine Schulreife bescheinigt. Mit diesem Zeugnis stellen sie sich an einer Schule vor, werden selbst Lehrer und bringen ihren Schutzbefohlenen dann das bei, was sie auf ihrem Weg von der Grundschule über die weiterführende Schule und die Hochschule zurück an die Schule übers Leben gelernt haben und wundern sich darüber, dass sie bereits in dem Bemühen scheitern, ihren Schülern zu erklären, wozu, bitte sehr, eigentlich ein Abiturzeugnis gut ist. Nach ein paar Jahren rollen die Lehrer dann aus nichtigsten Anlässen mit den Augen, heben ungebeten zu langen Tiraden über die Dummheit ihrer Schüler an und bereiten sich irgendwann im Alter zwischen 40 und Mitte 50 darauf vor, nach den nächsten Großen Ferien nicht mehr in ihren Halbtagsjob zurückzukehren, sondern die Vakanz bis zum Lebensende auszudehnen und sich fortan dem Ausbau des Ferienhäuschens zu widmen.
Die Stellen, die frei werden, bleiben frei, weil die Bundesbildungsministerin und die Kultusminister der Länder irgendwann die Parole ausgegeben haben, dass dem Staat nicht etwa Lehrer fehlen, sondern Unternehmensberater und Nuklearphysiker. Jener verschwindend geringe Teil der Studierendenschaft, der tatsächlich die Begabung dazu gehabt hätte, gute Lehrer zu werden, hat darauf umgesattelt und berät inzwischen Unternehmen oder fährt Mietdroschken. Weil das so ist, stehen nicht ausreichend Lehrer zur Verfügung, die ihren Schülern wenigstens soviel beibringen könnten, dass diese nach Erlangung des Abiturs die Grundrechenarten oder die Grammatik ihrer Muttersprache in wenigstens ausreichendem Maße beherrschten oder sich wenigstens bei Günther Jauch souverän einen sechsstelligen Betrag zusammenraten könnten. Die Folge: Junge Menschen mit Abitur stellen enttäuscht fest, dass nach dem Schulabschluss keine Festanstellung mit monatlicher Dotierung in Höhe von 4000 Euro winkt, solange die Frage nach brutto und netto ebenso mit verständlislosem Achselzucken quittiert wird wie die danach, warum Frankfurt manchmal mit dem Zusatz „a.M.“ und in anderen Fällen „O.“ erscheint. Sofern sich nichts Besseres findet, schiebt der junge Abiturient fürderhin auf dem Parkplatz von „Wal-Mart“ die Einkaufswagen zusammen und schürt den Neid jener Zeitgenossen ohne Abitur, die diesen Job bisher verrichtet haben oder studiert erst mal doch ein paar Semester Sozialkeramik und wartet auf bessere Zeiten.
Fazit: Abitur? Man möchte jungen Menschen zurufen: Werdet Bankräuber, Fünf-Sterne-General oder ergreift sonst einen ehrenwerten Beruf, für den ihr den Satz des Pythagoras ebenso wenig braucht wie den „Faust“.
46 Bewertungen, 23 Kommentare
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03.01.2007, 15:26 Uhr von hjid55
Bewertung: sehr hilfreichsh & lg Sarah
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15.04.2006, 17:04 Uhr von Sayenna
Bewertung: sehr hilfreichSh…...‹(•¿•)›…..LG Ela
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15.04.2006, 16:31 Uhr von Cicila
Bewertung: sehr hilfreichAbitur ist nur leider für fast jeden Beruf nötig... Einer aus meinem Jahrgang will Schreiner werden und wird mit der mittleren Reife nicht genommen... <br/>LG Cicila
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14.04.2006, 21:49 Uhr von doeter
Bewertung: sehr hilfreichSozialkeramik hatte ich nur übergangsweise als Nebenfach. Eigentlich wollte ich ja autogenes Schweißen in der Gruppe studieren...
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14.04.2006, 18:42 Uhr von katze370
Bewertung: sehr hilfreichJeder will es haben, aber nur wenige wissen, wofür sie es brauchen. LG Katze
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14.04.2006, 00:14 Uhr von topware2002
Bewertung: sehr hilfreich‹(•¿•)›~~~~~SH~~~~~‹(•¿•)›
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13.04.2006, 12:38 Uhr von schnitzel
Bewertung: sehr hilfreich*daumen hoch*
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13.04.2006, 11:38 Uhr von SuicideToday
Bewertung: sehr hilfreichsh und lg <br/> <br/>würde mich über FRückbewertung freuen
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12.04.2006, 16:14 Uhr von Kranich
Bewertung: sehr hilfreich<b>sh - * lg & thx 4 re * ;-))</b>
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12.04.2006, 15:00 Uhr von marina71
Bewertung: sehr hilfreichich hab keins, macht auch nix.. lg
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12.04.2006, 13:11 Uhr von luna1011
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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12.04.2006, 11:52 Uhr von t_durden
Bewertung: sehr hilfreichtoller bericht *lg rene
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12.04.2006, 11:00 Uhr von Baerlin
Bewertung: sehr hilfreichsh...liebe Grüße aus Berlin
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12.04.2006, 01:45 Uhr von TheLick
Bewertung: sehr hilfreichNaja. ein sh von einem "Maturanten"... <br/>LG
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12.04.2006, 01:38 Uhr von Natascha20
Bewertung: sehr hilfreichsh + nen lieben Gruß, Natascha
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12.04.2006, 01:06 Uhr von schokofan
Bewertung: sehr hilfreichLG Dagmar
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12.04.2006, 00:50 Uhr von IQIQIQ
Bewertung: sehr hilfreichOkay, hier erkenne ich wieder deinen Stil!
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12.04.2006, 00:46 Uhr von Flummi123
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich!
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12.04.2006, 00:25 Uhr von Tuffi2106
Bewertung: sehr hilfreichSolltest Comedian werden (klappt vielleicht auch ohne ABI) ;-)
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12.04.2006, 00:10 Uhr von schnekuesschen
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht...LG sandy :-)))
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12.04.2006, 00:08 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichsh & *lg* Alan :o))))
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12.04.2006, 00:05 Uhr von sindimindi
Bewertung: sehr hilfreich*loool* - der Beitrag ist jetzt aber nicht autobiographisch gemeint?*g*
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12.04.2006, 00:04 Uhr von Mogry1987
Bewertung: sehr hilfreichSH gibts dafür ;) LG Stefanie :)
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