About Schmidt (VHS) Testbericht

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ab 10,34
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Erfahrungsbericht von DieEine

Das Leben des Herrn Jedermann

Pro:

regt zum Nachdenken an, hervorragende Schauspieler, sehr realistisch

Kontra:

traurig, so real

Empfehlung:

Ja

Die Osterfeiertage habe ich dazu genutzt, mir Filme anzugucken, die ich immer schonmal sehen wollte. Einer dieser Filme war \"About Schmidt\".

_Die Story
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Eigentlich könnte Warren Schmidt (Jack Nickelson) glücklich sein. Er ist frisch pensioniert, seine Tochter wird bald heiraten und mit seiner Frau Helen (June Squibb) plant er eine Reise durch Amerika in einem luxuriösen Wohnmobil.
Aber Warren Schmidt ist nicht glücklich, denn die Arbeit war sein Lebensinhalt und doch hat er in ihr nicht das erreicht, was er eigentlich erreichen wollte. Schmidt hätte sich in jungen Jahren gerne selbständig gemacht und seine eigene Firma an der Börse groß rausgebracht, aber über vergossene Milch zu trauern, ist es jetzt zu spät.
Schlimmer ist für ihn allerdings, dass seine Tochter Jeannie (Hope Davis) einen erfolglosen Wasserbettenverkäufer heiraten wird und seine Frau ihm eigentlich mit ihrer ganzen Art ziemlich auf die Nerven geht.

Als er eines Abends mal wieder gelangweilt vor dem Fernseher sitzt, sieht er einen Spot von ChildReach (Plan International) und beschließt einem Kind in der dritten Welt mit einem monatlichen Scheck zu helfen.
Ein paar Tage später kommt dann auch ein Brief von ChildReach, in dem Schmidt aufgefordert wird, seinem sechsjährigen Patenkind Ndugu neben dem Scheck ein paar persönliche Zeilen von sich zu schicken - und das macht Schmidt und kotzt sich in dem Brief an das unschuldige Kind gehörig über sein ach so schlimmes Leben aus.

Dann schlägt das Schicksal jedoch erst richtig zu, denn seine Frau Helen stirbt und Schmidt ist plötzlich ganz alleine und ohne Pläne für die Zukunft.

Da er es irgendwann zu Hause nicht mehr aushält, beschließt er früher zur Hochzeit seiner Tochter nach Denver zu fahren, doch die will ihn so früh gar nicht um sich haben, wo Schmidt ihr doch bei jeder Gelegenheit die Hochzeit mit ihrem Verlobten Randall (Dermot Mulroney) ausreden will.

Schmidt beschließt deshalb alleine mit seinem Wohnmobil durchs Land zu reisen und schreibt seine Gefühle wie in einem Tagebuch nieder - allerdings schickt er die Seiten als Briefe an Ndugu, der immer mehr zu seinem Beichtvater wird.

_Allgemeines
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Darsteller: Jack Nickelson, Hope Davis, Kathy Bates, Dermot Mulroney
Regie: Alexander Payne
Drehbuch: Alexander Payne, Jim Taylor
Produktion: Michael Besman, Harry Gittes
Verleih: Warner Bros.
Länge: 120 Minuten
FSK: 6 Jahre

_Meine Meinung
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Machen wir in unserem Leben alles richtig? Sind wir glücklich mit dem was wir tun und können wir auch in der Zukunft damit glücklich werden? Möchte ich wirklich studieren oder sollte ich vielleicht besser anfangen richtig zu arbeiten?

Das sind so die Fragen, die ich mir während \"About Schmidt\" gestellt habe. Der Film hat mich wirklich zum Nachdenken gebracht, denn das Leben von Schmidt wird so authentisch dargestellt, dass ich wirklich nachvollziehen kann, welche Probleme Schmidt hat und ich finde dem Regisseur ist es vollends gelungen das triste Leben Schmidts so darzustellen, dass man sich in ihn hineinversetzt. Allein der Name Schmidt ist schon so gewählt, dass er wirklich stellvertretend für viele normale Menschen steht. Schmidt ist eben ein Synonym für Jedermann.

Schmidts Leben nach der Pensionierung (und schon vor dem Ruhestand, nur wusste er es da noch nicht) ist trist und grau und ohne große Lichtblicke. Selbst die Hochzeit seiner einzigen Tochter, kann ihn nicht erfreuen, denn schließlich hält er ihren Bräutigam für einen Versager und will sein kleines Mädchen unter keinen Umständen hergeben.

Diese Tristesse wurde von Regisseur und Kameramann sehr gut eingefangen. Normalerweise stört es mich ja, wenn ein Film durchweg ohne knallige Farbe gedreht wurde, aber hier passt sich die Umgebung so perfekt Schmidts Seelenzustand an, dass Farben den Gesamteindruck und das Gespür für das Geschehen nur trüben würden.

\"About Schmidt\" ist aber kein richtig deprimierender Film, denn zwischendurch wird immer wieder mal für ein paar Lacher gesorgt. Besonders beeindruckend fand ich die Nahaufnahmen, wenn Schmidt über die Leute in seiner Umgebung spricht und man die dazugehörigen Bilder sieht. Beispielsweise, wenn er über seine Frau redet und den Zuschauer wissen lässt, dass er ihre Art zu essen hasst und die Art wie sie geht. Man sieht dabei in Großaufnahme Helens Mund in Kaubewegung und später dann wie die geht und schräg aus ihren Hausschuhen rausschlufft.
Mich haben diese Szenen zum Lachen gebracht, weil ich solche Situationen nur allzu gut kenne und mich in ihren wiedererkannt habe.

\"About Schmidt\" hat aber auch viele sehr traurige Momente und vor allem der Schluss hat mich richtig gepackt. Dort wird Schmidt nämlich bewusst, dass er sein ganzes Leben, seine ganzen Tiefs einem kleinen sechsjährigen Jungen anvertraut hat, der nicht lesen kann und für den es im Leben wichtigeres gibt als Schmidts Lebensbeichte. Ndugu ist ein unschuldiger Junge, was Schmidt am Ende bewusst wird und den Film in seiner Gesamtheit für mich zu etwas besonderem macht.

_Kurz zur DVD
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Dies ist ja keine DVD-Kategorie und deshalb werde ich mich hier auch kurz fassen.
Die Bild- und Tonqualität des Films ist angemessen, steht bei einem Film zum Nachdenken aber ohnehin mehr im Hintergrund.

Die Specials sind zwar nicht besonders reichhaltig, haben es aber trotzdem in sich. Es gibt 9 entfallene Szenen, die sehr ausführlich in einem Vorwort erklärt werden. Hier erfährt man auch sehr viel über den Film und vor allem auch über die Arbeit eines Cutters.
Dieses Feature ist sehr liebevoll gestaltet und wirklich hilfreich, um den Film besser verarbeiten und verstehen zu können.

Außerdem gibt es noch ein paar alternative \"Woodman-Towers\"-Kurzfilme. Das sind die Bilder, die man in der Anfangssequenz des Filmes sieht und die den Lebensraum Schmidts sehr gut darstellen.

_Mein Fazit
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Ob man sich die DVD kaufen muss, weiß ich nicht, denn \"About Schmidt\" ist in meinen Augen zwar ein großartiger Film, den man sich aber nicht allzu oft angucken kann.
Ausleihen in der Videothek ist da die Alternative, denn der Film ist wirklich sehenswert.

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