About Schmidt (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von bohtho

NAJA NICH SO PRICKELND...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Dem pensionierten Versicherungsagenten Warren Schmidt (Jack Nicholson) geht es wie nicht wenigen anderen seiner \"Leidensgenossen\": Einmal erreicht, wird der vielleicht lang ersehnte Ruhestand schnell zur Qual. Es fängt schon damit an, dass nun ein Jüngelchen auf seinem Platz sitzt, das seiner Meinung nach noch nicht trocken hinter den Ohren ist; den schlimmsten Schock erleidet Warren jedoch, als er bei einem letzten Besuch in der Firma feststellen muss, dass seine Akten bereits zur Entsorgung freigegeben wurden. Zu allem Überfluss muss er nach kurzer Zeit daheim feststellen, dass seine Frau (Hope Davis) ihm entsetzlich auf die Nerven geht.

Warren macht sich also auf die Suche nach einer neuen Aufgabe und übernimmt die Patenschaft für einen kleinen Jungen in Tansania, dem er in langen Briefen ausführlich von seiner Misere berichtet. Nach dem plötzlichen Tod seiner Frau beschließt er, zu seiner Tochter zu fahren, um ihr bei den Vorbereitungen für ihre bevorstehende Hochzeit zu helfen, obwohl sein zukünftiger Schwiegersohn keineswegs Gnade vor seinen Augen findet. Die Reise wird zu einer Suche nach einem neuen Sinn, mit dem er die ihm verbleibenden Jahre ausfüllen könnte.

Wenn ich den Namen \"Jack Nicholson\" höre, fallen mir zunächst eine ganze Reihe Rollen ein, in denen ich ihn ehrlich gesagt ausgesprochen widerlich fand. Doch Nicholson ist anscheinend immer wieder für eine Überraschung gut. Nicht, dass ich Warren Schmidt rundherum sympathisch fände – ich habe im Gegenteil die ganze Zeit geschwankt, ob ich ihn umarmen oder doch lieber in den Hintern treten soll –, aber letztendlich überwog die menschliche, gute Seite, und die alltäglichen Situationen entbehrten keineswegs der (erwarteten) Situationskomik. Der ganze Film ist ein Schwanken zwischen Lachen und Weinen, alles ist wie im realen Leben: Der paranoide Vater, dem kein Mann gut genug für seine Tochter erscheint, schon gar nicht dieser verweichlichte, langhaarige Bettenverkäufer, und die Suche nach menschlicher Zuwendung, die unser Held bezeichnenderweise aus zwei verschiedenen Perspektiven erlebt, nämlich sowohl aus der des Bedrängenden und als auch aus der des Bedrängten. Letztendlich bleibt Warren nichts anderes übrig, als das zu tun, was die meisten von uns in ähnlichen Fällen auch tun, man findet sich ab und arrangiert sich so gut es geht mit den neuen Lebensumständen. Bis Warren nach zwei Stunden an diesen Punkt gelangt, hat man als Zuschauer nicht nur einmal herzlich gelacht und einen höchst vergnüglichen Nachmittag verbracht.

5 Bewertungen