About Schmidt (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von rengert

Schmidt ist nicht wirklich der Hit

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Schmidt ist nicht wirklich der Hit

Hallo Community, ich war wieder einmal im Kino und möchte euch mal davon erzählen.
Also meine Freundin war mal wieder in der Stadt und wenn sie da ist dann gehen wir immer am Donnerstag in das UFA-Kino zur Sneak Preview.
Für alle, die nicht wissen was das ist: Sneak Preview ist die Überraschungspremiere. Man weiß bis zum Anfang des Film nicht, was man sehen wird. Dafür bezahlt man dann aber auch nur 3,50 €. Die Sneak Preview findet bei uns um 23.00 statt, meist im obersten Kino.

Wie das immer so ist, diskutierten wir wieder vor dem Film was kommen wird. Meine Freundin hat da immer die Bedenken, dass ein Horrorfilm kommen könnte. Das Glück hatte wir schon oft. Erst kürzlich sahen wir Ghostship (na gut, gegruselt habe ich mich nicht, Swimmingpool (fast 2 mal), the hole ...). Aber das dieser Film kommt, hätte ich nicht gedacht, bzw. hab ich nicht an diesen Film gedacht.

Der harte Einstieg
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Nun ich will hier an dieser Stelle doch noch einige Dinge vorwegnehmen. Der Film ist nicht wirklich für jeden was schönes. Er spiegelt den Alltag eines Rentners wieder, es ist schon was besonders dran an dem Leben, aber für manche könnte dies ziemlich öde wirken. Mein Nachbar im Kino (also nicht meine Freundin sie saß auf der anderen Seite von mir) hat viel gelacht, aber irgendwelchen Müll, er hatte schon reichlich getrunken und hatte immer noch ne Bierflasche in der Hand. Ich hätte gewettet, dass er sogar über den Abspann lacht, aber er wollte mit seinen Kumpels schnell weg, Bier war dann wohl alle.
Ach jetzt bin etwas abgeschweift, also nun zum Film.

Der Zuschauer wird völlig unvorbereitet mit einem Stillleben konfrontiert. Die Kamera zeigt ein Zimmer, ziemlich leer, so als würde jemand ausziehen oder umziehen. In dem Zimmer stand noch ein Schreibtisch. In dem Stillleben saß auch eine Person, aber sie bewegte sich nicht (deswegen wählte ich die Bezeichnung Stillleben). Dem Betrachter wird ein Blick auf die Uhr gestattet, kurz vor Feierabend denkt sich ein jeder. Und siehe da, punkt 6 und Schmidt steht auf. Schmidt das ist besagte Person in dem Raum. Alles wirkt trostlos und öde, sein letzter Arbeitstag, er ist alt, er wird nicht mehr gebraucht.
Schmidt schnappt sich seinen Mantel, der an der Tür hing, macht das Licht aus und geht.
Wir sind nun auf einer kleinen Feier. Eigentlich kann man es nicht Feier nennen. Die Leute versuchen nur krampfhaft sich zu unterhalten. Der Nachfolger von Schmidt ist auch da, sagt sogar ein paar Worte, die unpassenden wie ich finde.
Schmidt war der Vizepräsident einer großen Versicherungsfirma und ist nun von seinem Amt zurückgetreten, um in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Trotzdem scheint ihm die Sache nicht wirklich zu gefallen. Er schaut ein wenig zurück und betrachtet sich jetzt. Er denkt er hätte nichts erreicht, zu mindestens nicht das, was er wollte. Er wollte mal eine eigene Firma gründen, aber seine Frau hätte es ihm nicht erlaubt. Ja komen wir zu seiner Frau. So oder zu mindestens so ähnlich stelle ich mir die us-amerikanische Rentnerin, klein und etwas dicklich und ... ja man kann es nicht beschreiben, aber wenn man sie sieht, denkt man, man schaue in eine echte Familie.
Schmidt weiß nichts so richtig mit sich anzufangen, geht sogar mal in die Firma und fragt seinen Nachfolger, ob dieser noch Hilfe braucht, aber dieser lehnt nur dankend ab. Seiner Frau erzählt er natürlich, dass er noch was wichtiges gemacht hat.
Dann schaut Schmidt Fernsehen und sieht eine Sendung einer Hilfsorganisation. Für ein paar Dollar kann man Kindern in Afrika helfen. Schmidt ruft dort an. Und einige Tage später bekommt er doch glatt Post. Sein Schützling heißt Ngudu und ist ein sechsjähriges Waisenkind. Das Geld schickt man als Scheck direkt zu Kind und man soll einen persönlichen Brief bei legen und dies macht das Schmidt auch.

Schmidts Briefe ziehen sich durch die Geschichte wie ein roter Faden, immer wieder schreibt er einen Brief. Dem Betrachter wird so auch das Innere von Schmidt näher gebracht. Im ersten Brief erzählt er - vielleicht etwas unbewußt - wie traurig er ist, dass er nicht seine eigene Firma gegründet hat, dass ihn seine Frau - ich sag mal - auf den Geist geht, sie nervt ihn. Schmidt geht aus dem Haus um etwas zu erledigen, sagt seiner Frau nur schnell Bescheid und sie fährt ihn nur an, dass er nicht trödeln soll, da kann man Schmidt schon irgendwie verstehen.
Aber dann passiert das was wohl sein ganzes nachfolgendes Leben verändern wird. Also Schmidt zurückkommt, liegt seine Frau tot in der Küche. Er rennt heulend hin und versucht sie zu wecken, vergebens. Dieses schlimme Ereignis ist aber, so skurill das auch klingt, ein Grund, seine Tochter zu sehen. Sie wohnt weit weg, so dass sie sich selten gesehen haben - Vater und Tochter.
Aber auch diese Zeit vergeht und die Tochter reist wieder ab, obwohl Schmidt sie bittet länger zu bleiben. Schon eine blöde Szene, in der wohl die Psychologen das Verhältnis zwischen Vater und Tochter zerpflücken können. Die Tochter wirft dem Vater an den Kopf : Warum mußtest du den billigsten Sarg nehmen, alle haben das gesehen\". Nun gut mir ist es nicht aufgefallen, also falls ihr den Film noch schauen wollt trotz meines Berichtes so schaut al auf den Sarg.
Schmidt ist nun allein. Sehr allein. Er verkommt. Er rennt mit dreckigen Sachen rum, sieht aus wie ein Penner, das Haus ist dreckig, Sachen liegen rum, das Bad ist unrein. Jeder vermutet wohl das wars dann mit Schmidt, aber die Filmzeit ist doch noch nicht rum.

Der Rest in aller Kürze
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Es soll ja Leute geben, die sich den Film noch anschauen wollen. Dies ist jetzt nicht negativ gemeint. Deshalb werde ich ich nicht allzu viel verraten, nur aufzeigen, um was es sich dreht im Rest des Film.
Schmidt wird rausbekommen, dass seine Frau ihn betrogen hat. Er wird sich auf große Fahrt begeben - eigentlich wollte er schon zu seiner Tochter aber die sagte nein - mit dem Wohnmobil durch mehrere Bundesstaaten. Seine Tochter will heiraten, einen Wasserbettenverkäufer. Dies passt Schmidt nicht, seine Tochter habe besseres verdient. Also fährt Schmidt zur Tochter (aber dann wenn er soll). Dort lernt er dann die Familie des zukünftigen Schwiegersohnes kennen - welch ein Graus, keine Horrorfamilie, aber nun ja ;). Also versucht Schmidt die Hochzeit zu verhindern und seiner Tochter ins Gewissen zu reden.
Schmidt wird fast verführt, sucht aber rechtzeitig das weite.

Die Beteiligten
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Jack Nicholson die Titelperson Warren Schmidt. Er spielt seine Rolle wunderbar. Einen besseren hätten sie für die Rolle sicherllich nicht finden können. Er gilt für mich als Favorit für einen Academy Award. Er gewann den Preis schon mit \"as good as it\" (hat ich nicht gesehen - i think so), \"One flew over the cuckoo´s nest\" (dieser Film ist auch gut) und \"Terms of Endearment\". Auch aus Batman sollte er euch bekannt sein.
Kathy Bates ist in ihrer ersten Nacktrolle zu sehen. Für alle die sich schon freuen, sei noch gesagt, dass Kathy Bates nicht mehr die jüngste ist und auch nicht gerade wohlgeformt ist.
In weiteren Rollen: Hope Davis, Dermot Mulroney, Howard Hesseman, Len Cariou

Regie: Alexander Payne

Warner Brothers 2002

Mein abschließendes Fazit
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Der Film ist reine Geschmackssache. Mir hat er nur ein bißchen gefallen. Dies lag aber wahrscheinlich an der sehr guten Schauspielleistung von Jack Nicholson. Die Familie ist wohl eine Durchschnittsfamilie und aus diesem Grunde erscheint mir der Film doch etwas besonders, so zeigen doch andere Filme nie ein wahres Gesicht einer Gesellschaft. Nicholson hat kein Angst vor Alter, dies hat er in diesem Film bewiesen. So manch anderer läßt sich lange schminken und denen sind 20 jährige Filmtöchter zu alt, obwohl sie selbst über 50 sind.
In einigen Film von Nicholson war dies natürlich auch so, da machte er mit Frauen rum, die halb so alt waren wie er. Da muß man schon etwas schmunzeln, wenn man da seine Filmfrau sieht.
Nicholson kommt mit Bauch und schlaffem Gesicht, ihm nimmt man die Rolle ab, als wäre es real. Aber seine unsinnigen Gesichtsausdrücke sind der Hit. Und natürlich gibt es da ja noch Ngudu. Immer wenn es etwas öde wird, springt Ngudu ein, ich meine damit, es wird ein Brief geschrieben an ihn. Und um ihn dreht sich das Ende, welches schön ist, etwas traurig, zum Nachdenken anregend, aber doch offen.

Für Fans von Nicholson ist der Film ein muß. Alle anderen sollten sich den Besuch zweimal überlegen. Der Film hat was von Drama, Roadmovie (aber nur ein bissl), Komödie und Gesellschaftssatire (auch nur ein bissl).

Auf jeden Fall wünsche ich allen viel Spaß

RengerT 26.02.2003

P.S.: Zur Gesamtbewertung will ich noch sagen, dass es eine 3,5 ist ;)

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