Abtshof Absinth 66 Testbericht

Abtshof-absinth-66
ab 126,52
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Summe aller Bewertungen
  • Geschmack:  sehr gut
  • Geruch:  sehr gut
  • Wirkungsgrad:  hoch
  • Nachwirkungen:  gering
  • Kultstatus:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von darkunit

Der haut euch aus den Latschen

3
  • Geschmack:  gut
  • Geruch:  sehr gut
  • Wirkungsgrad:  hoch
  • Nachwirkungen:  gering
  • Kultstatus:  hoch
  • Kaufanreiz:  Preis

Pro:

mir schmeckt er, aber nur in Maßen, denn wie gesagt...

Kontra:

Vorsicht it´s hot

Empfehlung:

Ja

Nach über 80 Jahren gibt es ihn wieder. Früher sehr beliebt wegen seiner Wirkung wurde Absinth 1915 in vielen europäischen Ländern verboten. Ursprünglich sollte dieser scharfe, giftgrüne Alkohol die Soldaten vor Bazillen und Bakterien schützen und glaubt mir wegen Unsauberkeit ist dann garantiert auch keiner gestorben. Er sollte auch die Entschlossenheit und Kampfmoral der Soldaten fördern, doch wer ihn schon einmal gekostet hat, weiß das man davon nicht allzu viel verträgt, denn bei 50 % Alkoholanteil kann man regelrecht auf die Wirkung warten.
Aus den verschiedensten Kräutern wird Absinth „gebraut“ wie Anis, deshalb erinnert er ein bisschen an Ouzo, Fenchel, Pfefferminz, Kamille, Ysop, Salbei, Sternanis und Melisse. Außer dem hohen Alkoholgehalt ist in Absinth vor allem das Nervengift Thujon, einem Inhaltsstoff des Wermutextraktes, enthalten, deshalb schmeckt er vielleicht ein klitzekleines bisschen bitterlich, doch mir als alter Martinitrinkerin macht das natürlich nicht aus. In wie weit sich das nun schädlich auf unseren Organismus auswirkt, glaube ich, bleibt abzuwarten, wirken soll es ähnlich wie Cannabis, jedoch ehrlich gesagt bei mir konnte ich keine besondere Wirkung ausmachen, außer der beschwingten Stimmung die auf den hohen Alkoholgehalt zurück zu führen ist. Oder ich habe nur nicht genug getrunken? Nein ich glaube das muss nicht sein... davon vertrage ich maximal nur ein ganz Kleinen....

Jedenfalls hat Dr. Pierre Ordinaire, welch passender Name, den Absinth 1792 erstmals „gebraut“. Immer beliebter wurde der Absinth im Laufe der Jahre, trotz das für seine Herstellung oft minderwertiger Alkohol verwendet wurde, aber dafür war er billig und berauschend und das im wahrsten Sinne des Wortes wahrscheinlich...
Ich denke auch, dass gerade wegen des schlechten Alkohols viele Folgeschäden wie „Absinthblindheit“ auftraten und wer weiß was noch alles. Deshalb wurde so um 1923 der Absinth auch in Deutschland verboten, da sich hartnäckig Gerüchte hielten, dass Menschen vom Absinthgenuss verrückt geworden seien, sich ein Ohr abgeschnitten haben wie der Maler Vincent van Gogh, sich selbst getötet haben oder auch einfach nur die Abhängigkeit vom Absinth. Henri Toulouse-Lautrec, Paul Gaugin, Oscar Wilde, Picasso und noch viele Andere sollen Schaden durch Absinth genommen haben. Und die Bilder von van Gogh und Gaugin oder Picasso erzählen sowieso die eigene Absinthgeschichte. Dichter wie Oscar Wilde, Ernest Hemingway, Edgar Allan Poe, Emile Zola, Voltaire, alle zelebrierten dem Absinth und litten unter den Folgen.
Oscar Wilde hat einmal über Absinth geschrieben:

“Das erste Stadium ist wie normales Trinken,
im zweiten fängt man an, ungeheuerliche, grausame Dinge zu sehen,
aber wenn man es schafft, nicht aufzugeben,
kommt man in das dritte Stadium, in dem man Dinge sieht,
die man sehen möchte, wundervolle, sonderbare Dinge\".


Das sagt meiner Meinung nach schon alles...
Nach dem Verbot hatten die Franzosen, pfiffig wie sie waren, schon bald Ersatz, der Pastis, ein Anisschnaps nur ohne Wermut, war „geboren“.

Seit 1998 ist Absinth wieder innerhalb der Europäischen Union zugelassen, jedoch zum Glück auch viel harmloser. Jetzt ist nur noch ein Zehntel des damaligen Thujongehaltes im Absinth, ich bin zwar kein Wissenschaftler, aber ich denke das ist völlig harmlos und macht nicht krank oder wirr im Kopf. Man sagt zwar, auch jetzt soll er noch berauschend und stimulierend wirken, aber ich habe davon noch nichts gemerkt und wir haben schon alle möglichen „Rituale“ ausprobiert. Ich finde Absinth ist heute nur noch eine Art Modegetränk, dass sich nicht mal besonders gut für Mixgetränke eignet wegen seines hervorschmeckenden Anisgeschmackes.
Ich weiß in Spanien und Portugal werden regelrechte Absinthpartys zelebriert. Auch ist der Schnaps dort viel günstiger zu kaufen als in Deutschland alleine schon wegen der Alkoholsteuer hier. Aber auch hier in Deutschland habe ich die 0,7 Liter Flasche schon ab 35 DM gesehen, doch es gibt ihn nicht überall und viele Händler versuchen natürlich jetzt mit diesem Modetrend Geld zu schneiden.

Nun noch abschließend ein paar Tipps, wie man Absinth genießen kann...vorher muss ich aber unbedingt noch betonen, dass Alkohol sowie andere Rauschmittel schädlich auf den Organismus des Menschen auswirken.

Die klassische Methode, wie sie fast jeder kennt:
4-6 cl Absinth in ein Glas geben, zwei Stück Würfelzucker in Absinth tränken auf einem Löffel, dann wird der Zucker angezündet. Sobald der Zucker jetzt anfängt zu karamellisieren rein damit ins Glas, er darf aber nicht mehr brennen! Ein Schlückchen Eiswasser drüber, fertig.

Hemingway zum Beispiel hat Absinth mit Champagner gemocht, so hat er 2 cl Absinth auf gestoßenes Eis gegossen und dann mit 8 cl Champagner oder Sekt aufgefüllt. Das schmeckt wirklich nicht schlecht, gerade denen die den Anisgeschmack nicht so mögen.

Und für die die denken, sie haut nichts um:
Absinth pur, nur so 4-6 cl in ein Glas, anzünden, mit der Hand abdecken aber nicht die Flamme ersticken, einfach mal durch ein Löchlein in der Hand die Dämpfe einatmen... Das befreit die Nase, jeder Schnupfen ist verschwunden....
So wenn ihr das ein paar Mal gemacht habt, ich will ja nicht das ihr jetzt schon anfangt zu singen, erst fertig lesen!

Die Flamme ersticken und den von der Flamme erwärmten Absinth trinken...
Und könnt ihr schon Feuer spucken?


Ich hatte euch doch versprochen, dass er euch aus den Latschen haut!

35 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Gemeinwesen

    09.04.2008, 20:17 Uhr von Gemeinwesen
    Bewertung: off topic

    Leider lese ich hier nur Allgemeines - und kein Wort zur Marke Abtshof, um deren Absinth es gehen sollte. Beste Grüße vom Gemeinwesen.