Crazy Taxi (PS2 Spiel) Testbericht

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ab 10,24
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Summe aller Bewertungen
  • Grafik:  gut
  • Sound:  gut
  • Bedienung:  einfach
  • Wird langweilig:  nach wenigen Tagen
  • Suchtfaktor:  hoch
  • Spielanleitung:  gut

Erfahrungsbericht von sinfortuna

Kamikaze-Taxi

Pro:

Sorgt für gute Laune, knallbunte Optik, sehr cooler Sound und noch bessere Soundeffekte, unkomplizierter Einstieg möglich, abgedrehtes Spielprinzip, dichte Spielatmosphäre

Kontra:

Ab und an auftretende Slowdowns und Pop Ups trüben den ansonsten sehr guten Gesamteindruck, Richtungspfeile führen manchmal in die Irre, Auswendiglernen der Umgebung quasi Pflicht, kein Zweispielermodus, keine versteckten Extras, kein 60-Hz-Modus

Empfehlung:

Ja

Ein knappes Jahr nach der doch überaus erfolgreichen Version von „Crazy Taxi“ für den (heißgeliebten) Dreamcast von Sega kam hierzulande eines Tages endlich auch die Fassung für Sonys Playstation 2 auf den Markt. Allerdings übernahm in diesem Fall nicht Sega selbst, sondern die Firma Acclaim die Aufgabe, eine (hoffentlich) ansprechende Umsetzung auf Sonys Konsole zu zaubern..... und in der Tat kann dieses Unterfangen als gelungen bezeichnet werden. Die abgedrehte Fahrt als Taxifahrer im knallharten Kampf um die Dollars der Fahrgäste macht ordentlich Laune, zumindest kurzzeitig. Wichtig ist mir persönlich, dass solch ein „crazy“ Racer einfach gut aussieht und ich mich auch nicht allzu sehr mit einer unnötig verkomplizierten Steuerung herumschlagen muss. Sollten diese beiden Punkte in zufriedenstellender Weise erfüllt sein, ist es sehr gut möglich, dass ich mich wie besessen an einem solchen Game über mehrere Tage oder gar Wochen festbeiße, dann bin ich doch ziemlich schnell für den Rennsport zu begeistern. Als stolzer Besitzer einer Sony Playstation war es für mich im Jahr 2001 somit überhaupt gar keine Frage, dass „Crazy Taxi“ unbedingt in meine PS2-Sammlung aufgenommen werden musste. Der Vorteil dieses Spiels, wie übrigens bei vielen anderen Rennspielen auch, ist nämlich, dass Ihr so gut wie gar keine Eingewöhnungsphase braucht, schon nach spätestens 15 Minuten seid Ihr drin im Spiel, da macht dieser unkomplizierter (wenn auch gewollt chaotischer) Racer auch zum Glück überhaupt keine Ausnahme. Fans ernsthafter Rennspielsimulationen sei allerdings gesagt, dass dieser PS2-Racer es nicht so ganz genau mit dem Realismus nimmt, hier steht nämlich der Fun ganz eindeutig im Vordergrund, insofern ist diese DVD unzweifelhaft als Arcade-Racer zu bezeichnen.



Wir sind im vorliegenden Fall dieses doch ziemlich unorthodoxen Racers jedenfalls nicht als ambitionierter Profi-Rennfahrer am Werk, sondern machen als Taxifahrer die Straßen so richtig unsicher und avancieren innerhalb kürzester Zeit zum absoluten Hassobjekt eines jeden Fußgängers, was uns persönlich selbstverständlich null tangiert. Bevor wir uns in den bequemen Fahrersitz eines Taxis schmeißen, entscheiden wir uns zunächst für einen der insgesamt vier zur Verfügung stehenden Fahrer. Klar ist natürlich, dass die Fahrer sich dabei nicht nur durch ihr Äußeres deutlich voneinander unterscheiden, sondern auch durch ihren Fahrstil sowie durch die Eigenschaften ihres jeweiligen fahrbaren Untersatzes. Hierbei lohnt es sich, alle Fahrer irgendwann einmal angetestet zu haben, denn die Unterschiede werden schon nach kurzer Zeit schnell ersichtlich und sorgen für ein jeweilig stark variierendes fahrgefühl. Eines haben jedoch alle gemeinsam: sie sind wild auf Fahrgäste und dafür ist ihnen praktisch jedes Mittel recht, zumindest nehmen sie es mit den allgemeinen Verkehrsregeln nicht allzu genau. Dass wir ab und zu Geisterfahrer spielen, quer über den Bordstein fahren und auch einmal eine kleine aber feine Spritztour durch den Stadtpark machen, versteht sich dann quasi von selbst, ist sozusagen Ehrensache. Dass wir uns bei Passanten, Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern damit nicht gerade beliebt machen, deutete ich ja schon an, aber was soll’s, man kann’s ja eh nicht jedem recht machen. Also immer schön den Eisenfuß aufs Gaspedal und los geht’s. Vom Spielverlauf bzw. den enthaltenen Spielmodi her hat Acclaim im Vergleich zur DC-Variante allerdings nichts verändert, insofern waren sie nicht gerade besonders kreativ, dies will ich nicht verschweigen und ist im Grunde auch als zumindest leichter Negativpunkt zu verbuchen.


Eines ist jedoch etwas ärgerlich: damit wir bei der doch oft hektischen Raserei nicht total den Überblick verlieren, zeigt uns zwar generell ein Richtungspfeil immer schön brav den Weg bzw. die Richtung an, in welche wir schleunigst düsen sollten, doch auch bei dieser PS2-Umsetzung ist dies wie schon bei der DC-Fassung nicht so ganz geglückt, denn die eingeblendeten Pfeile sind oftmals eben keine Hilfe und zeigen nicht exakt in die richtige Richtung, sondern führen Euch hingegen sogar manchmal total in die Irre. Das A und O ist hier bei Crazy Taxi somit die genaue Kenntnis der Abkürzungen, in diesen Fällen folgt Ihr eben nicht brav dem Markierungspfeil, sondern kreiert Eure eigene Ideallinie zum Ziel und das quer durch die Walachei und ohne Rücksicht auf Verluste, versteht sich. Das Gehupe, Aufschreien und Rumfluchen unserer Umgebung juckt uns natürlich wenig, viel mehr Aufmerksamkeit erregen die brav am Straßenrand stehenden Passanten, die gerne mitgenommen werden möchten und nett mit den Dollarscheinen winken. Der Farbkreis über ihren Köpfen signalisiert dabei, ob es sich beim Wunsch des jeweiligen potentiellen Fahrgastes um eine längere Tour oder doch nur um eine wenig lukrative Fahrt um die Ecke handelt. Selbstverständlich bevorzugen wir diejenigen, die einen grünen Farbkreis über ihrem Schädel leuchten haben, denn das steht stellvertretend für schöne lange Touren, schließlich müssen wir als armer Taxifahrer ja auch irgendwie überleben. Der eisenharte Kampf um die Dollars der potentiellen Fahrgäste steht über alles, hier gilt eben ausschließlich „nur Bares ist Wahres“ und davon bitteschön recht viel, wenn’s irgendwie geht.


Einen zweiten Negativpunkt (neben den schon erwähnten teils irreführenden Richtungspfeilen) ist die Tatsache, dass ärgerlicherweise nur eine einzige Stadt existiert, die wir unsicher machen dürfen, dies finde ich höchst bedauerlich. Was schon bei der Dreamcastfassung ein negativer Aspekt war, ist auch hier der Fall, der Langzeitmotivation förderlich ist dies ganz sicher nicht, schätze ich. Das Stadtgebiet ist dafür aber erstaunlich groß, was dann allerdings eine Selbstverständlichkeit sein dürfte, versteht sich. Selbst nach mehreren Fahrten entdeckte ich immer noch Wege und kleine Abzweigungen, die mir bis dato unbekannt waren oder zumindest erkannte ich diese nicht wieder. Jedenfalls dürfte somit nicht ganz so schnell Langeweile aufkommen, wie es anfänglich zu befürchten war, ich war jedenfalls gute 15 Stunden bestens unterhalten, es hätten aber ruhig noch eine Stadt mehr und somit einige Spielstunden zusätzlich sein dürfen. Die vereinzelten Minispiele sind allerdings durchweg gelungen, welche teilweise sehr lehrreich sind und uns zudem zur Jagd auf die Bestzeiten einladen. Die Stadt an sich wird hervorragend präsentiert, unglaublich detailliert und erstaunlich realistisch kommt das Straßen-Flair rüber, ich konnte mich zu Beginn meiner Taxifahrer-Karriere gar nicht genug satt sehen an den vielen kleinen Details und überhaupt an der brillanten Darstellung des Straßennetzes, womit ich praktisch auch schon zur Art und Weise der Präsentation von Crazy Taxi kommen möchte. Denn diese ist hier ganz eindeutig ein dicker Pluspunkt, trotz unübersehbarer kleiner Macken.


In „Crazy Taxi“ ist die knallig-bunte Grafik ist nicht nur gut gelungen und anfänglich sogar faszinierend, sondern in der Tat trotz des teilweise hohen Spieltempos brillant in Szene gesetzt worden und zumindest für damalige Verhältnisse – in der PS2-Frühzeit – von richtig guter Qualität. Die gesamte Szenerie wirkt durch die Unmengen an Autos, Fußgängern, Radfahrern, Geschäften und so weiter extrem realistisch, ja überaus lebendig. Ein paar kleine Grafikfehler wie beispielsweise kurz auftauchende hässliche Pop-Ups und Einbrüche in der Spielgeschwindigkeit sind mir auch nicht entgangen, trotzdem war ich von der optischen Präsentation dieses Rennspiels für die Sony Playstation 2 sehr angetan. Die Soundkulisse ist ebenfalls gelungen, peitscht Euch praktisch immer weiter voran, noch besser hat mir die gesamte Soundkulisse gefallen, denn coole Sprüche sowohl von Fahrer als auch Fußgängern und Fahrgästen, aber auch wilde Schreie der Verärgerung und richtige Flüche bis hin zum hektischen Hupkonzert einer Großstadt, die Spielatmosphäre wird durch die akustischen Mittel – sowohl Musikstücke als auch Soundeffekte - ganz hervorragend und wirklich sehr stimmungsvoll untermalt, genau so hatte ich mir es gewünscht. Nicht zu übersehen sind neben den Pop-Ups die kleinen schwarzen Pal-Balken und die Tatsache, dass bei unserer europäischen Pal-Version das Tempo phasenweise etwas reduziert werden musste, um größere Grafikpatzer zu vermeiden. Zudem fehlt leider auch ein 60-Hz-Modus, so dass man den Entwicklern von Acclaim Faulheit ruhig unterstellen darf, denke ich. Insofern würde ich die Grafik als „ noch gut“, die Akustik sogar als „sehr gut“ bezeichnen.


Trotz der genannten – und nicht gerade unwichtigen – vereinzelten Mängel kann dieser Fun-Racer für Sonys PS2 überzeugen und hat sich einen Platz noch über dem gehobenen Mittelfeld, also zumindest am Fuss der Spitzengruppe jenes Genres verdient. Logisch ist Crazy Taxi ein sehr gelungenes Rennspiel. Selbstverständlich sollte jeder von Euch dieses sehr kurzweilige Game in seiner Rennspielsammlung haben. Und natürlich ist es auch aus der heutigen Sicht immer noch ein empfehlenswertes Game, wenn auch die von mir erwähnte Brillanz im Hinblick auf Grafik und deren Detailreichtum mittlerweile auch etwas relativiert werden muss. Dieses sehr unterhaltsame Fun-Rennspiel sorgt einfach innerhalb kürzester Zeit für gute Laune, natürlich ist es ziemlich anspruchslos und habt Ihr es einmal durchgezockt, werdet Ihr es erst einmal für etwas längere Zeit verstauben lassen. Dass ein Zweispielermodus fehlt, ist allerdings ehr bedauerlich und kann nicht so einfach vergessen gemacht werden. Doch irgendwann kramt Ihr dieses Game eines Tages wieder hervor und zockt es ungefähr genauso vergnügt wie beim ersten Mal, schätze ich. Die ewige Jagd nach neuen Passanten, längeren Touren und somit nach möglichst viel Zaster wird uns hier sehr originell präsentiert, gerade in spieltechnischer Hinsicht wird Euch hier gute bis sehr gute Qualität geboten. Und Spielspass ist hier wahrlich kein Fremdwort, Crazy Taxi ist jedenfalls eines der klar besseren Games aus dem Hause Acclaim, doch mangelnde Kreativität muss man ihnen schon vorwerfen, denn bloß eine 1:1-Umsetzung vom DC auf die PS2 abzuliefern ist angesichts der Entwicklungszeit von locker über einem Jahr etwas zu wenig, finde ich, zumal die Patzer einfach beibehalten wurden und wir uns daher über dieselben Dinge ärgern müssen wie schon bei der DC-Fassung. Anhängern von Fun-Racern wird dies aber möglicherweise schrecklich egal sein, denn „Crazy Taxi“ macht einfach mächtig Laune, gar keine Frage. Meine Spielspaßwertung beträgt in diesem Fall daher gesunde 75%.

44 Bewertungen, 7 Kommentare

  • Düsseldorf

    20.11.2006, 10:06 Uhr von Düsseldorf
    Bewertung: sehr hilfreich

    :P bei dir steigen gerade so zahlenwerte

  • angie1977

    22.01.2006, 15:21 Uhr von angie1977
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse spiel, lg angie

  • Connector

    20.01.2006, 13:05 Uhr von Connector
    Bewertung: sehr hilfreich

    Danke für deine Lesung und zur Belohnung folgt auch gleich eine Gegenlesung. LG an Dich!

  • Lidlefood

    12.01.2006, 22:15 Uhr von Lidlefood
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • LilaLisa

    12.01.2006, 21:32 Uhr von LilaLisa
    Bewertung: sehr hilfreich

    hört sich toll an:-D <br/>Lg Lisa

  • tobbbbi

    12.01.2006, 12:36 Uhr von tobbbbi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das hab ich auch immer sehr gerne gespielt - geht shcon gut ab :) LG

  • morla

    12.01.2006, 12:23 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich