Schmidt Spiele Acquire Testbericht

Schmidt-spiele-acquire
ab 8,29
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Erfahrungsbericht von Miril

Acquire und die Variante MegaAcquire

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Acquire ist ein Brettspiel für 2 bis 6 Personen, bei dem es (wie bei vielen Spielen) darum geht, am Ende das meiste Geld zu besitzen (mit 2 Personen macht es allerdings nicht viel Spaß). Dazu gründet man Hotels, baut diese aus, lässt Hotelketten fusionieren und sieht zu, dass man Aktienmehrheiten an möglichst vielen Hotelketten besitzt. Geeignet ist Acquire laut Verpackung für Spieler ab 12 Jahren, man kann es aber meiner Ansicht nach auch schon mit jüngeren Kindern (vielleicht ab 8 Jahren) spielen. Wie die Firma Schmidt zu der Altersbeschränkung bis 88 Jahre kommt ist mir schleierhaft.

Das Spiel Acquire ist schon sehr alt und wurde von der amerikanischen Firma 3M im Jahr 1968 auf den Markt gebracht. Eine zweite amerikanische Ausgabe gab es von Avalon Hill. Die deutsche Ausgabe erschien erstmals von der Firma Schmidt-Spiele unter dem Namen Acquire (die hab ich gebraucht gekauft, ein Erscheinungsjahr findet man in der Packung leider nicht). Eine spätere Schmidt-Version hieß dann Hotel-Haie (ein ziemlich verunglückter Titel). Vor einigen Jahren kam dann eine neue Version, diesmal wieder unter dem Namen Acquire heraus, die aber damals zum stolzen Preis von 40,- Euro mit einer etwas anderen Ausstattung als die Originalversion erschien. Auf der letzten Spielemesse gab es dann wieder eine neue Ausgabe von Acquire, die ca. 30 Euro kostet.

Ich beziehe mich in meinem Bericht auf die beiden älteren Versionen Acquire und Hotel-Haie der Firma Schmidt-Spiele, die man heute nur noch auf dem Gebrauchtmarkt beziehen kann. Das Spielprinzip unterscheidet sich jedoch nicht von der neuen Version.

DIE SPIELAUSSTATTUNG
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Öffnet man die Schachtel des Spiels, so kann man folgende Gegenstände entdecken:

- Ein Spielbrett aus blauem Kunststoff mit 108 Feldern, die (genau umgekehrt wie in einer Excel Tabelle) von A bis I (Zeilen) und 1 bis 12 (Spalten) durchnummeriert sind.

- 108 Spielsteine aus Kunststoff auf denen sich Nummern von A1 bis I12 befinden. Diese lassen sich in die Felder auf dem Spielbrett legen, so dass sie gegen Verrutschen gesichert sind.

- Geld (Währung unklar, nennen wir sie mal SD wie Schmidt-Dollar) in folgenden Einheiten:
100 SD, 500 SD, 1000 SD, 5000 SD

- Jeweils 25 Aktienkarten folgender Hotelketten (von billig bis teuer): Airport (heißt bei uns immer Aldi), Festival, Luxor und Imperial (meine Lieblingsketten), Oriental (das mag ich aus unerfindlichen Gründen nicht ©miril), Continental und Prestige.

- 7 Spielsteine aus Kunststoff mit den Logos der einzelnen Hotelketten

- 6 Bänkchen aus Kunststoff (leider nicht unkaputtbar), auf die man seine Spielsteine ähnlich wie bei Scrabble ablegt

- 6 Informationskarten mit Preisen für Aktien und Ausschüttungsbeträgen bei Fusionen (für jeden Spieler)

- Eine ausführliche und verständliche Spielanleitung, deren Lektüre etwa 10 Minuten beansprucht.

In der Version von Avalon-Hill heißen einige (aber nicht alle) Hotelketten anders als in der deutschen Version., was für unsere später erläuterte Spielvariante recht interessant ist.

Die Ausstattung der Schmidt-Versionen ist in Ordnung, auch wenn man heutzutage vielleicht eher Holz für die Steine bevorzugen würde.


DER SPIELABLAUF
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Bevor wir nun zu spielen anfangen, müssen wir erst einmal ein Startkapital von 6000 SD an jeden Spieler verteilen. Außerdem erhält dieser ein Bänkchen, eine Informationskarte und darf einen der Spielsteine ziehen, die vorher in einem Beutel platziert wurden. Letzteres dient der Ermittlung des Startspielers, die Steine werden dann auf die ihrer Nummer entsprechenden Positionen des Bretts gesetzt. Nun zieht, angefangen beim Startspieler, jeder Spieler weitere 6 Steine und stellt sie auf sein Bänkchen (vorzugsweise so, dass die Mitspieler sie nicht sehen können).

Nachdem nun alle Vorbereitungen (es sind, wie ihr seht, nicht viele) abgeschlossen sind, kann das Spiel beginnen:

Oberste Regel (zumindest wenn wir spielen): Miril gewinnt immer :-), es sei denn wir spielen Mega-Acquire :-(

Na gut, die gilt bei euch schon mal nicht, lässt sich aber auf eure Bedürfnisse anpassen.

Der Startspieler beginnt seinen Zug, der wie alle anderen Züge folgende Aktionen beinhaltet:

AKTION1: SETZEN EINES STEINES AUF DAS BRETT:
Der Spieler setzt einen seiner Steine auf die entsprechende Position des Brettes.
Diese Aktion kann folgende Auswirkungen haben:
Setzt der Spieler seinen Stein neben einen einzelnen anderen Stein (nicht diagonal, nur waagrecht oder senkrecht), dann gründet er ein Hotel seiner Wahl und erhält eine Aktie dieses Hotels als Gründungsaktie. Er legt auf einen der beiden Steine den Stein mit dem entsprechenden Hotellogo. Sind schon alle Hotels gegründet, dann darf er keinen Stein neben einen einzelnen bereits liegenden Stein legen.
Setzt er den Stein auf eine Feld, das waagrecht oder senkrecht an ein bereits bestehendes Hotel angrenzt, so vergrößert er die Hotelkette und damit auch den Wert der Aktien dieser Kette.
Sollte der Stein sogar zwei bereits bestehende Hotelketten miteinander verbinden, so gibt es eine Fusion der beiden Hotels. In diesem Fall wird das kleinere (d.h. das aus weniger Spielsteinen bestehende) vom größeren Hotel geschluckt. Bei gleicher Größe entscheidet der Spieler, der den Stein gelegt hat, welches Hotel geschluckt wird.
Setzt der Spieler den Stein auf ein völlig freistehendes Feld, so passiert nichts besonderes.

AKTION2: AKTIEN ERWERBEN
Der Spieler darf nun insgesamt bis zu drei (niemals mehr) Aktien beliebiger bereits gegründeter Hotelketten kaufen. Die Preise hängen von der Größe und von der Art des Hotels ab. Airport und Festival sind die billigen, Luxor, Imperial und Oriental sind mittel und Prestige und Continetal sind die teuren Hotels. Beispiel: Eine Airportaktie kostet 200 SD, wenn Airport aus zwei Steinen besteht, eine Continentalakie kostet bei gleicher Größe 400 SD. Die Preise steigen zunächst linear, d.h. um 100 SD pro Stein, ab einer Größe über 6 Steine steigen sie dann langsamer.

AKTION3: STEIN ZIEHEN
Hm, ist wohl selbsterklärend. Wenn kein Stein mehr da ist, geht’s halt nicht mehr. Das Spiel ist beendet, sobald der letzte Stein gelegt wurde.

Jetzt fragt ihr euch wohlmöglich: Und was ist mit Los, d.h. wann kommt man über Los?
Äh, ich meine:

WIE KOMME ICH AN NEUES MOOS?
Tja, da liegt das Problem: Geld bekommt man, abgesehen von den 6000 SD am Anfang, die nach ungefähr 5 Runden weg sind, nur durch geschicktes Fusionieren von Hotels.

Das funktioniert folgendermaßen (genau zuhören, denn sonst macht ihr den gleichen Fehler wie alle, die es zum ersten Mal spielen):
Der Hauptaktionär und zweitgrößte Aktionär des Hotels, das GESCHLUCKT wurde und somit nicht mehr existiert, bekommt bei der Fusion Geld. Wie viel dies ist, hängt von der Hotelkette ab und davon, wie groß das geschluckte Hotel war. Der Hotellogostein des geschluckten Hotels wird vom Brett entfernt und das andere Hotel ist nun um einige Steine größer geworden. Was passiert nun mit den Aktien des nicht mehr existenten Hotels? Es gibt drei Möglichkeiten: Man tauscht sie 2:1 gegen die Aktien des großen Hotels ein oder man behält sie für den Fall, dass dieses Hotel noch einmal gegründet wird (das geht jetzt wieder, wenn noch Platz auf dem Spielbrett ist) oder man verkauft sie zu dem Kurs, der vor der Fusion aktuell war. Je nachdem wie weit das Spiel fortgeschritten ist oder wie groß die aktuellen Geldsorgen sind, muss jeder entscheiden, was er macht. Hierbei beginnt immer der Hauptaktionär. Dies ist wichtig, falls nicht mehr genügend Aktien des großen Hotels übrig sind, um alle Aktien einzutauschen.

WIE WERDE ICH HAUPTAKTIONÄR?
Tja, hier liegt vielleicht die Antwort auf die Frage, wieso Schmidt das Spiel nur bis 88 Jahre empfiehlt. Man benötigt ein gutes Gedächtnis, vor allem Kurzzeitgedächtnis (was man meines Erachtens nach auch noch mit 100 haben kann). Denn man sollte nach Möglichkeit behalten haben, wer wie viele Aktien von welchem Hotel gekauft hat. Naja, also man muss es nicht für alle Hotels im Kopf behalten, aber zumindest für die, bei denen man selber investiert hat. Als Gründer hat man (wie ihr vielleicht schon bemerkt habt) einen kleinen Vorteil, da man eine Aktie mehr haben kann. Die Beschränkung, dass man pro Runde insgesamt nur drei Aktien kaufen darf, aber beim Gründen eine Aktie geschenkt bekommt, ist hier sehr wichtig. Sie führt dazu, dass der Gründer immer eine Aktie Vorsprung hat, falls er jedes Mal kauft, auch wenn ein anderer ebenfalls diese Aktien gekauft hat.

DAS ENDE DES SPIELS
Irgendwann im Laufe des Spiels wird es Hotelketten geben, die eine Größe über 10 Steinen erreicht haben. Diese Hotels bleiben dann bis zum Ende des Spiels bestehen, sie können nicht mehr geschluckt werden (Tja, nicht sehr realistisch. Denkt man an Mannesmann zurück, so schützt Größe eigentlich auch nicht davor). Dies bedeutet aber auch, dass man Steine, die solche Hotels verbinden würden, nicht mehr legen darf. Sie werden statt dessen umgekehrt auf das Brett gelegt und man zieht dafür einen neuen. Aber auch das wird nach ca. 90 Minuten nicht mehr möglich sein, da die Steine dann alle gelegt wurde, bzw. umgedreht auf dem Brett liegen. Nun ist das Spiel zu Ende und die Endabrechnung kommt:
Jeder Haupt- und Zweitaktionär der noch bestehenden Hotelketten erhält jetzt eine Ausschüttung ähnlich der bei einer Fusion. Da die Hotels nun sehr groß geworden sind, geht es hier um beträchtliche Summen.
Anschließend werden alle Aktien der noch bestehenden Hotels zu dem aktuellen Preis an die Bank verkauft und die Spieler zählen ihr Geld, um den Sieger zu ermitteln.

Ergebnis: Siehe oberste Regel :-)

STRATEGIEN
Wichtig ist den Zeitpunkt im Spiel zu erkennen, bei dem man seine Aktien gegen die eines größeren Hotels eintauschen sollte. Verpasst man diesen, so hat man am Ende nicht genügend Anteile an den dann noch bestehenden Hotels, um von der großen Endausschüttung zu profitieren. Es kann passieren, dass ein Spieler über einen längeren Zeitraum hinweg kaum in des Spiel eingreifen kann. Dies ist dann der Fall, wenn er hauptsächlich Aktien von Hotels besitzt, die sehr schnell über die 10 Steine hinaus gewachsen sind und bis zum Ende übrigbleiben. Der Spieler erhält dann im Verlauf des Spiels kaum Geld. Er kann aber trotzdem am Ende sehr gut dastehen, da er dann viel Geld erhält.

Dadurch, dass Steine gezogen werden, hat das Spiel eine nicht unerhebliche Glückskomponente. Wenn man nun nicht den richtigen Stein zieht, um eine Fusion zum eigenen Vorteil durchführen zu können, dann ist das halt einfach Pech. Ebenso Pech ist es, wenn man keine Steine besitzt, die einem die Neugründung eines Hotels erlauben und den damit verbundenen Vorteil der Gründungsaktie gibt.

FAZIT
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Acquire ist ein interessantes aber nicht sehr kompliziertes Wirtschaftssimulationsspiel. Die Spieldauer liegt mit 90 Minuten im normalen Bereich. Das Spiel erfordert Konzentration, da man (im Kopf!) nachhalten sollte, welche Aktien von den Mitspielern gekauft wurden.

Die Anleitung ist verständlich aufgebaut und liest sich in ca. 10 Minuten. Die Spielausstattung ist dem Preis von ca. 50,-DM (für die nur noch gebraucht zu bekommenden Versionen) einigermaßen angemessen.

Als Familienspiel mit Kindern ab ca. 8 –10 Jahren ist es voll geeignet und macht auch Erwachsenen Spaß.

Ich kann es nur weiterempfehlen.

© Miril 09.10.2001

Für alle, die jetzt noch nicht genug gelesen haben, jetzt noch eine eigene Variante des Spiels:
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MEGAACQUIRE
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Hier noch eine Variante für Leute, die zwei Spiele besitzen oder jemanden kennen, der ein zweites mitbringen kann:
Man spielt auf zwei Brettern mit doppelter Anzahl Aktien und Steinen. Man kann sich aussuchen, auf welches Spielbrett man die Steine legt.
Jedes Hotel kann zweimal gegründet werden, d.h. hat dann eine zweite Filiale. Hat eine der beiden Filialen 11 Steine oder mehr, dann bleiben beide bis zum Ende auf dem Brett. Das bedeutet, dass die kleinere Filiale durchaus auch größere Hotels schlucken kann.
Die Strategie bei MegaAcquire ist etwas anders als im normalen Spiel, man hat z.B. die Möglichkeit zwei Aktien umsonst zu bekommen, wenn man das Hotel zweimal gründet.

Wir haben diese Variante häufiger gespielt und viel Spaß dabei gehabt. Die Spielzeit verdoppelt sich in etwa, d.h. beträgt dann 3 Stunden.

Man kann sich sicher noch andere Varianten mit mehr als zwei Spielen überlegen. (z.B. wenn man eine Avalon Hill und eine Schmidt Version kombiniert, da dann manche Hotels doppelt sind, andere aber nicht.) oder wenn man mit drei oder vier Spielen spielt und obige Regeln entsprechend erweitert.

Viel Spaß wünscht euch

Miril
Diese Meinung wurde von mir bereits auf anderen Plattformen veröffentlicht.
© Miril 27.08.2001 / 09.10.2001

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