FIF 4214 Testbericht

Fif-4214
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Summe aller Bewertungen
  • Qualität & Verarbeitung:  gut
  • Handhabung & Komfort:  gut
  • Saugkraft:  gut
  • Reinigungswirkung:  sehr gut
  • Lautstärke:  sehr leise
  • Design:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von schneeweisschen

Der Putzteufel

Pro:

perfekte Sauberkeit, einfach zu bedienen, sehr effektiv, entfernt auch hartnäckige Flecken, umfangreiches Zubehör, desinfizierende Wirkung

Kontra:

nicht sehr robust, Kabelaufwicklung, für kleine Reinigungsarbeiten lohnt sich der Aufbau selten

Empfehlung:

Ja

Bis vor kurzem wusste ich nicht, WIE schmutzig es eigentlich bei uns ist. Gut, alle 3 Tage mit dem Staubsauger durch die Wohnung, alle 3 bis 4 Monate Fenster putzen... Hausarbeit hat für mich noch nie zu den wichtigsten Dingen in meinem Leben gehört.

Doch mit der Anschaffung des FIF-Dampfreinigers kam ich mir bei den ersten Putztests vor wie das größte Dreckschwein der Welt. Hartnäckiger Schmutz in irgendwelchen Ritzen, Silikonspuren an den Fensterrahmen, gegen die schon unsere Vormieter wohl kapituliert hatten... All das wurde plötzlich sauber. Und zwar richtig sauber. Und das alles ohne Chemie, ohne zerstörerisches Spezialwerkzeug und fast ohne Anstrengung.

Wir hatten schon seit mehr als 2 Jahren mit dem Gedanken gespielt, einen Dampfreiniger zu kaufen, suggerierte doch die ständige Fernsehwerbung, dass Dampf das Allheilmittel gegen beinahe jede Art von Schmutz sei. Eindrucksvoll waren die Vorführungen in den meist so „wunderbar“ aus dem Amerikanischen synchronisierten Fernsehsendungen allemal. Von der kleinen Dampfente (ca. 30 €) über den Steam-Maxx zum Umhängen (ca. 140 €) bis hin zum Luxus-Kärcher (ab 250 €) – wir verschlangen förmlich jede Information, die wir kriegen konnten. Stefan hatte mich schon fast vom Kärcher überzeugt, als mir beim Bummel durch unsere Aldi-Filiale ein großer Karton ins Auge fiel. Der Inhalt: ein Dampfreiniger der Firma FIF, etwa von der Größe eines Bodenstaubsaugers. Der bombastische genaue Name: Dampfreiniger 2002. Der Preis: 129 Euro. Die Geräteigenschaften, die auf dem Karton angepriesen wurden, klangen vielversprechend, und so riskierten wir den Kauf.


Der Wunderreiniger?
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Der Dampfreiniger wird mit zahlreichem Zubehör geliefert, was sich aber leider nicht am/im Gerät aufbewahren lässt, sondern nur separat.

Der Aufbau des Gerätes ist sehr einfach. Vor der ersten Benutzung muss man allerdings mit Kraftaufwand 4 Rollen unter dem Gerät befestigen, die einen bequemen Transport des Dampfreinigers durch die Wohnung ermöglichen.

Etwas technisch veraltet wirkt die Kabelaufwicklung. Warum es hier nicht möglich ist (wie bei fast jedem handelsüblichen Staubsauger), das Kabel durch das Drücken einer Taste komplett einzuziehen, ist mir nicht wirklich klar.

Es gibt zwar kleinere Dampfreiniger, aber die haben unter anderem den Nachteil, dass sie nur einen sehr kleinen Tank haben. Der FIF Dampfreiniger hat einen großen Tank, in den ca. 2 Liter Wasser eingefüllt werden können. Und zwar ganz normales Leitungswasser. Bei der Menge dauert es natürlich einige Minuten, bis das Gerät einsatzbereit, sprich das Wasser heiß genug ist. Ein wenig beschleunigen kann man den Vorgang, indem man einfach schon heißes Wasser einfüllt. Eine Kontrollleuchte zeigt an, wann das Gerät bereit ist. Dank des großen Tanks kann man sehr lange arbeiten ohne Wasser nachfüllen zu müssen.

Die einzelnen Teile werden durch ein cleveres Aufstecksystem miteinander verbunden. Nur der Anschluss an die Elektroeinheit des Gerätes macht einen etwas unprofessionellen und instabilen Eindruck, was sich beim Gebrauch auch schon zweimal bestätigt hat.
Wenn man (wie bei einem Staubsauger üblich) das Gerät hinter sich herzieht, kann es auch passieren, dass das Verbindungsstück des Schlauchs mit dem Gerät nicht fest hält und herausspringt. Klingt schlimmer als es ist, aber es ist irgendwie nervig.
Es gibt zwei Verlängerungsstangen, die man gleichzeitig oder jede einzeln verwenden kann - je nachdem, wie kurz die eigenen Arme oder wie weit entfernt oder hoch das zu reinigende Etwas ist.
Ein Druck auf den Hebel an der Dampfpistole, und los geht’s. Ganz am Anfang kann es passieren, dass etwas Wasser heraus gespritzt wird, das ist nicht weiter schlimm... nur ziemlich heiß. Die Dampfdüse dampft übrigens nur, wenn der Hebel an der Pistole gedrückt wird. Sobald man diesen loslässt, wird der Dampfausstoß gestoppt.

Unser liebstes Teil ist die Dampfdüse, mit der man gezielt kleinere Stellen bearbeiten kann. Durch die runde Bürste auf dem Aufsatz bekommt man auch sehr hartnäckigen Schmutz weg, z.B. die nicht sehr appetitlichen Schmutzrillen in der Dusche oder zwischen den Fliesen.

Für größere Flächen, wie z.B. Fußböden oder große geflieste Wände, eignet sich am besten die große Bürste oder die mittlere. Bei beiden Bürsten sollte man unbedingt ein Tuch über die Bürste legen (1 großes, dass durch spezielle Klappen befestigt wird und 1 kleines Tuch mit Gummizug werden mitgeliefert). Gerade bei Teppichen sammeln sich sonst so viele Fusseln in den Borsten, dass die Bürste sich nicht mehr ohne harte Arbeit, einen großen Zeitaufwand und vielfaches Fluchen reinigen lässt.

Dumm nur, dass die mitgelieferten Lappen sehr schnell durchnässt sind. Nähbegeisterte können aus alten Handtüchern ja selbst Ersatzbezüge herstellen, aber das ist doch recht mühselig. Wir verwenden fast immer nur die Spritzdüse und wischen mit einem normalen Lappen nach. Sonst wäre ein kompletter Haushaltsputz nicht wirklich ohne ein paar Stunden Tücher-Trocken-Pause möglich.

Der Dampf ist heiß, sehr heiß. Da die Temperatur bis zu 120°C betragen kann, sollte man seine Hände lieber am Gerät lassen und beim Nachwischen die Dampftaste kurz loslassen. Mit ein wenig Übung hat man den Dreh schnell raus. Die behandelten Stellen kann man aber sofort problemlos anfassen. Das ist natürlich von Material zu Material unterschiedlich, aber Verbrennungen haben wir uns noch nicht zugezogen. Außerdem kann man die Intensität des Dampfausstoßes auch separat einstellen.

Wichtig ist, dass man sofort nach der Dampfeinwirkung mit einem Lappen (am besten mit einem Frotteehandtuch) nachwischt. Denn bei hartnäckigem Schmutz oder z.B. bei Silikon an Fensterrahmen sorgt der Dampf nur dafür, dass die Schmutzschicht gelöst wird, aber der Schmutz wird an diesen Stellen nicht einfach weggepustet.
Anders bei Fliesen und ähnlich glatten Flächen. Der Dampfstrahl schiebt den Schmutz einfach vor sich her, und man muss nur ab und zu die Feuchtigkeit wegwischen. Da es für glatte Flächen eine Extrabürste mit einem Frotteelappen gibt, kann man sich das aber in den meisten Fällen sogar sparen.
Besonders die Toilettenreinigung wird mit dem Dampfreiniger zum Kinderspiel. An den schwer erreichbaren Stellen, z.B. an der Stelle wo der Toilettendeckel mit der Kloschüssel verbunden ist, kann man den Ekeldreck einfach hervorpusten.

Ich halte nicht viel von antibakteriellen Reinigungsmitteln, aber in jedem Haushalt gibt es doch ein paar Stellen, die man ab und an desinfizieren sollte. Dampf ist das ideale Mittel und vor allen Dingen – im Gegensatz zu vielen scharfen Reinigern – menschen- und umweltverträglich. Mein Sohn erledigt ab und ein sein Geschäft auf dem Töpfchen, und da erweist sich der Dampfreiniger als sehr gut einsetzbar.. natürlich nicht, um meinen Sohn zu desinfizieren, sondern seinen Topf. Jedes Mal tue ich das allerdings nicht, da sich der Zusammenbau und die Inbetriebnahme des Gerätes nur für eine kleine Aufgabe nicht lohnen.

Ideal lassen sich auch Heizkörper reinigen. Unsere Heizungen sind oben und unten offen. Wir haben einfach den Dampfausstoß auf die höchste Stufe gestellt und kräftig von unten pusten lassen. Ihr glaubt gar nicht, was dabei für Dreck nach oben geflogen kam.

Weniger begeistert bin ich vom mitgelieferten Fenster-Reiniger-Aufsatz. Von wegen streifenfrei.... Das Fensterputzen geht zwar ziemlich schnell, aber was nutzt das, wenn die Fenster hinterher zwar sauber, aber nicht wirklich gut aussehen? Hässliche Streifen sind nun wirklich nicht das, was ich mir von einem guten Fensterputz-System verspreche. Da bleibe ich doch lieber bei meinen geliebten Mikrofasertüchern und trockne die Scheiben mit Küchenpapier nach. Einzig und allein die Rahmen lassen sich hervorragend mit dem Dampfreiniger behandeln.

Und noch etwas hat meine Freude an diesem Gerät etwas getrübt: als ich die Stange mit dem Dampfaufsatz kurz auf den Teppich legen wollte, fiel sie mir aus ca. 10 cm Höhe aus der Hand, teilweise auf unseren gefliesten Boden. Ein unangenehmes Splittergeräusch weckte mich aus meinen Putzträumen. Beim Aufprall (und der war wirklich nicht sehr stark) war die an der Düse angebrachte Kindersicherung abgebrochen und in mehrere Einzelteile zerbrochen. Soviel zum Thema Kindersicherung. Kulanterweise durfte ich mir bei Aldi ein Ersatzgerät nehmen und nun passe ich höllisch auf, dass nicht wieder eines der Teile abbricht.

Als wirklich robust kann man das Gerät also insgesamt nicht unbedingt bezeichnen.

Aber es tut seinen Dienst ausgezeichnet, sprich: es beseitigt hartnäckigen Schmutz an allen nur erdenklichen Stellen in der Wohnung, auf dem Balkon, am Auto, ach – einfach fast überall. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.
Unsere Erwartung in Hinsicht auf die Effektivität eines solchen Gerätes sind eindeutig erfüllt, ja sogar übererfüllt. Auch Flecken, die ich (mein Mann findet das immer lustig) als „echt“ bezeichne, nahmen plötzlich Reißaus.
Unser Sofa, auf dem sich im Laufe der Zeit (speziell in den 22 Monaten seit Janeks Geburt) zahlreiche Milchflecken angesammelt hatten, sieht seit der Dampfbehandlung wieder aus wie neu.

Die Information, dass sich in Matratzen Millionen von winzigen, nicht zahlenden Untermietern der Familie Milbe angesiedelt haben, dürfte inzwischen fast jeden lesenden oder fernsehschauenden Menschen erreicht haben. Ab und an eine Dampfbehandlung wirkt angeblich Wunder. Mangels Elektronenmikroskop konnte ich die Wirksamkeit allerdings selbst noch nicht nachprüfen.

Fazit
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Wenn man nicht höllisch aufpassen müsste, dass im Eifer des Gefechts nicht auseinander fällt oder kaputt geht... dieser Dampfreiniger wäre perfekt. Aber für 129 Euro darf man beides – Funktion und Haltbarkeit - wohl nicht in Kombination erwarten. Aufgrund der umwerfenden Sauberkeit in unserer Wohnung, zumindest zeitweise *räusper*, vergebe ich glatte 4 Sterne, auch wenn das Gerät sicher noch durchdachter und weniger empfindlich sein könnte.

Nun macht aber mal Dampf...
Euer Schneeweisschen

erstmalig veröffentlicht bei ciao.de im Mai 2003 (Zeitangaben im Bericht sind nicht aktualisiert ;-) )

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