Allgemeines zu Piercings Testbericht

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Erfahrungsbericht von Pusteblume22

Es ist eine Sucht!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nachdem ich nun mein viertes Piercing trage, möchte ich Euch mitteilen, wie meine Erfahrungen mit dem so noch unbekannten Körperschmuck sind. Als erstes ein paar Informationen vorweg.

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Der Körperschmuck gewinnt in Deutschland immer mehr Akzeptanz und Interesse. Was vielleicht auch daran liegt, das immer mehr Menschen aus den unterschiedlichsten Herkünften sich zu ihrer Leidenschaft bekennen. Body-Piercing ist nämlich schon lange kein Sado-Maso-Thema mehr. Entstanden sind wohl die meisten Piercingideen aus einer Modewelle, denn so um die 70er herum empfand man es einfach als chic ein bisschen hier und da gepierct zu sein. In dieser Zeit hatte zum Beispiel auch die Sicherheitsnadel in der Wange einen Symbolcharakter für die Punkerszene. Sie wollten sich von der Gesellschaft abheben, wollten herausstechen. Und dann kam die Lawine ins Rollen. Immer öfter tauchten durchstochene Augenbrauen, Bauchnabel und Brustwarzen auf und mittlerweile ist das Piercen einfach angesagt.

Doch je größer die Menge an gepiercten, von Teens, die einfach auffallen wollen, bis hin zu heterosexuellen Pärchen, die sich im Intimbereich piercen lassen und damit mehr Spaß am Sex haben, desto weniger lässt sich feststellen, ob es noch überzeugte gibt.

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DOCH WOHER KOMMT DENN DER SCHMUCK?

Schon so lange es die Menschheit gibt, versuchen die einzelnen Menschen ihren Körper vorteilhaft zu verschönern und anderweitig zu gestalten. Fest steht, das dies von Kultur zu Kultur immer anders geschah. Schon damals gab es unterschiedliche Schönheitsideale. Doch eines war immer gleich: Körperschmuck bedeutete immer, und das ist noch heute so, dass durch künstliches Einwirken der Körper verändert wird. Nasenflügel, Ohrläppchen, Lippen und Kinn werden durchstochen und Schmuckstücke eingesetzt. Die Menschen wollten sich von der Gesellschaft von anderen abheben.

Diese Idee des Schmückens machten allerdings, wie schon erwähnt, erst die Punker bei uns so richtig populär. Punker einer Jugendbewegung, die sich gegen die Gesellschaft wehrten und schocken wollten. Provokation durch Lippenpiercing und andere durchstochene Körperteile. Gut war, was weh tat.

Spätestens seit 1994 war Bodypiercing einfach angesagt. Models und Musiker schwammen auf der Welle mit und machten alles noch viel populärer.
Das Bauchnabelpiercing war das wohl angesagteste und bekannteste. Es war aber einfach nur ein Mitschwimmen, was ohne jegliche Aussagekraft war. Doch aus dieser Welle bildeten sich auch bekennende Fans. Menschen, die sich nicht unbedingt der SM-Szene zusprachen sondern einfach großes Gefallen am Körperschmuck fanden.

Aber genug der langen Vorrede...


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WORAUF BEIM PIERCING ACHTEN?

Als aller erstes ist es wichtig, einen Piercer zu finden, der genug Erfahrungen hat. Ungünstig ist es natürlich, wenn man sich von jemanden stechen lässt, der gerade anfängt, sich in die ganze Szene einzuarbeiten. Denn nach wie vor ist es so, das beim Piercen auch ein gewisses Sicherheitsrisiko besteht. Und wenn dann ein Fehler gemacht wird, ist man nicht nur körperlich sonder auch seelisch verletzt und lässt sich sicherlich nicht so schnell noch mal piercen.

Doch im Grunde ist es erst einmal wichtig, das man sich darüber im Klaren ist, WO man sich eigentlich piercen lassen möchte, was das einzelne Piercing für den Körper bringt, welches Material sich eignet und und und. Je mehr Informationen man sammelt und darauf achtet, was wichtig ist, desto eher kann man entscheiden, ob man bei der Wahl des Piercers richtig liegt.

Natürlich sollte man auch nicht vergessen, darauf zu achten, dass der jeweilige Piercer auch die Hygienevorschriften einhält. Und worauf achtet man da am besten?

1. Einwegmaterialien (Nadeln, Handschuhe)
2. Instrumente sollten steril sein
3. Hände des Piercers und die zu piercende Haut sollte desinfiziert werden
4. Vor dem Piercen sollte sich der Piercer die Hände waschen


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Jetzt möchte ich die einzelnen möglichen Piercings einmal kurz vorstellen:

PIERCING AM OHR: Loope, Tragus, Fleshtunnel

Piercing im Ohr werden mit einer Hohlnadel gestochen. Meist ist dies ein wenig schmerzhafter, da am Ohr dicker Knorpel durchstochen werden muss. Die Wunde sollte während des Heilens regelmäßig mit einem Antiseptikum behandelt werden.

NASENFLÜGEL

Hierbei ist eigentlich nur zu beachten, das man das Piercing nicht zu früh entfernt, da hier die Wunde sehr schnell zuwachsen kann.

NASENSCHEIDENWAND

Hier wird das dünne Gewebe vor dem Knorpel durchstochen. Ein U-förmiger Stift, der mit einem Plastikstab verschlossen wird, wird hier so lange getragen, bis ein richtiger Ring eingesetzt werden darf. Die Verheilung verläuft eigentlich problemlos.

LIPPE

Hier ist zu sagen, das man sich im Grunde rund herum um die Lippen piercen lassen kann. Es kann zu Schwellungen kommen, aber in der Regel verläuft auch hier die Heilung problemlos.

AUGENBRAUE

Die Position sollte nicht zu dicht in Richtung Augenbrauenanfang gesetzt werden. Ansonsten... Meins ist super geworden und hat keinerlei Probleme gemacht. Es wurde vom Piercer von vorn herein mit Eisspray gekühlt, damit die Schmerzen sich ein wenig in Grenzen halten. Dadurch merkt man das eigentliche Durchstechen kaum - es ähnelt eher dem Ohrlochstechen.

ZUNGE

Dieses Piercing bedarf besonderer Vorsicht, denn nicht wie bei all den anderen Piercings wird nicht Haut durchstochen, sondern ein Muskel. Der Piercingstab sollte ein Drittel länger sein als die Zunge an ihrer dicksten Stelle, denn die Zunge schwillt nach dem Stechen stark an. Drei bis fünf Tage lang sollte man sich schonen und nur flüssige,lauwarme Nahrung und keine Milchprodukte zu sich nehmen.
Nach entfernen des Stiftes kann das Piercing sehr schnell zuwachsen. Das ich mir die Zunge habe Piercen lassen ist noch gar nicht so lange her. Der Piercer hat vorweg meine Zunge mit einer Lösung zum Spülen betäubt, aus diesem Grund war das Stechen überhaupt kein Problem. Das habe ich nicht mal gespürt. Die drei Tage nach dem Stechen sind allerdings die Hölle. Man hat das Gefühl, man hat eine Elefantenzunge und das mit dem Essen klappt auch nicht mehr so ganz. Aber im Großen und ganzen ist das eine tolle Sache, wenn es erst einmal abgeschwollen ist.

NABEL

Es ist im Grunde recht schwierig vorzunehmen. Das Problem bei dieser Piercingstelle ist, das es sehr schnell raus wachsen kann. Verschiedenen Faktoren kommen hier zusammen. Dicke der Haut, Sorgfalt beim Stechen, Alter der Person und ob man häufig daran spielt oder nicht...
Das Piercing selbst sollte ein gebogener Kugelstift sein. Wichtig ist auch noch, das man nach dem direkten Piercen keine enge Kleidung oder Gürtel trägt.

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GANZ INTIM

Ich selbst auch trage Pircings in beiden Brüsten, deshalb möchte ich auch dieses Thema des Piercens nicht auslassen.

Grundsätzlich: Ist es anormaler ein Piercing in der Brust zu tragen als im Ohr? Diese Frage stelle ich mir oft, gerade wenn ich z.B. im Schwimmbad unter der Gruppendusche mit verstohlenen Blicken beäugt werde. J Den alten Omas sei es verziehen, sie kommen mit dem heutigen Körperkult eh nicht klar.
Liegt es vielleicht liegt es ja daran, dass sich noch zu wenig Menschen zu solchen Sachen bekennen. Ich selbst fand es auch erst komisch, so „anders“ zu sein, doch mittlerweile trage ich meine Ringe voller Stolz.

NIPPEL-PIERCING

Normaler Weise wird hier die Unterseite der Brustwarze gepierct mit Hilfe einer Hohlnadel. Bei kleinen Brustwarzen oder sehr flachen, so wie bei manchen Männern, wird neben der Warze, also durch den Warzenvorhof, gepierct.
Das einzige Risiko was es hier gibt, ist, das es eventuell heraus wachsen kann.
Die Funktionsfähigkeit der Brust bei der Frau wird bei sachgemäßer Durchführung nicht beeinträchtigt. Allerdings sollte spätestens in dem sechsten Schwangerschaftsmonat das Piercing entfernt werden. Drei Monate nach dem Abstillen kann er aber schon wieder eingesetzt werden, sofern der Stichkanal nicht komplett zugewachsen ist.


INTIM FÜR SIE – Möglich ist fast alles



PIERCING DURCH DIE INNEREN LABIEN (kleine Schamlippen)

Dies ist eine sehr beliebte Spielart des Intimschmucks. Das Piercing sollte nicht zu nah am äußeren Rand druchgeführt werden, da hier die Haut sehr dünn ist. In der oberen Hälfte ist das Tragen des Schmucks angenehmer. Die wirklich richtige Stelle ist allerdings von der einzelnen Anatomie abhängig.
Die Wunde heilt hier relativ schnell, vorausgesetzt es wird richtig gepflegt und die Kleidung ist in der ersten Zeit nicht zu eng.

PIERCING DURCH DIE ÄUSSEREN LABIEN (große Schamlippen)

Hier wird in der oberen Hälfte gepiert. Am besten eignen sich Kugelstifte, aus einfachem Grund, denn Ringe bewegen sich während der Heilungsphase einfach mehr.

PIERCING DURCH DIE KLITORIS

Dies ist eines der heikleren Piercings. Allein schon, weil der Piercingvorgang sehr schmerzhaft ist. Des weiteren kann dieser Schmuck anatomisch bedingt nicht von allen Frauen getragen werden, da der Schmuck bei der Erregung unter der Klitoriskappe verschwinden kann. Außerdem ist die Klitoris hoch sensibel und mit vielen Nerven durchzogen und das Piercen erfordert einen erfahrenen Piercer.

PIERCING DURCH DIE KLITORISKAPPE

Dies ist ein leicht vorzunehmendes Piercing, da die Haut dort sehr dünn ist. Diese Piercings tragen sich sehr angenehm. Eigene Erfahrung: Nun habe ich auch diesen Schritt gewagt und habe mich weit südlich meines Äquators piercen lassen. Also unter uns: Den stechenden Schmerz, den es beim Piercen gibt, wünsche ich keinem. Aber das positive ist, das ist auch alles was dabei weh tut. Das Stechen und dann ist nichts mehr unangenehm. Eingesetzt ist ein kleiner Ring, den ich beim gehen oder Sitzen gar nicht spüre. Verheilt ist die ganze Sache auch sehr schnell. Behandelt habe ich es ganz normal mit Wasser und Seife ohne Antiseptikum. Nach drei Tagen konnte ich dann auch wieder an Sex denken :-). Aller in allem ein total unkompliziertes Piercing.

INTIM FÜR IHN – auch fast alles möglich

PIERCING DURCH DAS FRENULUM (Vorhautbändchen)

Hier wird die sehr dünne Haut unter der Eichel durchstochen. Es ist ein wenig mehr schmerzhaft als normale Piercings.

PRINZ ALBERT

Das wohl problematischste Piercing bei Männern. Der Stichkanal verläuft von der Harnröhrenöffnung bis zum Vorhautbändchen. Der Stich an sich ist einfach vor zunehmen. Sorgsam muss hierbei auf dies Größe des Ringes geachtet werden. Zu kurzer Schmuck kann die Eichel spalten. Bei zu großem Schmuck kann es passieren das Mann irgendwo hängen bleibt.

AMPALLANG

Wie das Prinz Albert Piercing ein kompliziertes Piercing. Das Durchstechen der Eichel ist sehr schmerzhaft und blutig und kann nur von einem erfahrenem Piercer vorgenommen werden. Problem ist, das beim Stechen ein Schwellkörper getroffen werden kann. Eine Blutung könnte hier nur schwer gestillt werden und die Erektionsfähigkeit kann verloren gehen. Es verheilt im Allgemeinen sehr langsam.

APADARAVYA

Dieser Stich geht vertikal durch die Eichel. Das Piercing ist schwierig vorzunehmen und erfordert ebenso einen erfahrenen Piercer. Auch hier dauert der Heilprozess sehr lange.

GUICHE

Dieses Piercing geht durch die Naht zwischen Hodensack und After.

DYODE

Das Piercing wird bevorzugt von beschnittenen Männern getragen. Der Stichkanal geht durch den Eichelrand und erfordert wie schon die vorherigen Piercings, einen Profi – Piercer.


EIGENEN ERFAHRUNGN

Bitte beachten: Die folgenden Infos beziehen sich auf meine zwei Brustpiercings. Pflege und anderes können von Piercing zu Piercin unterschiedlich sein.

Wie schon oben erwähnt trage ich zwei Brustpiercings. Mittlerweile sind beide sehr gut verheilt und ich habe den Schmuck gewechselt. Silberne Ringe mit goldenen Steinchen. Ich persönlich empfinde die Piercings als eine Verschönerung. Ähnlich wie bei Tattoos nur das es nicht so eine endgültige Sache ist.

Das Piercen:
Bei der rechten Seite wurde vor dem eigentlichen Stechen Eisspray benutzt. Das hat die ganze Sache weniger schmerzhaft gemacht. Ohne Eisspray hab ich es dann auf der anderen Seite mit gemacht, was ich auf keinem Fall empfehlen kann. Nun, wie auch immer, das Piercen dauert nicht lange und ist bei professioneller Durchführung kaum schmerzhaft und geht schnell. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist dann das Einsetzen des Schmucks und das Festdrehen der Kugel. Ziept hier und da noch ein wenig aber das war es dann auch. Empfehlen kann ich für die ersten sechst Wochen unbedingt einen Stab, da der nicht so schnell bewegt wird wie ein Ring. Nach dem Piercen habe ich mir aus der Apotheke ein Schmerzmittel für frisch genähte Wunden geholt. Das kann ich auch nur jedem Empfehlen, der ein wenig mehr schmerzempfindlich ist. Ich hatte keine Schmerzen und nachdem die Wirkung der Tabletten nachgelassen hatte, war auch nix mehr zu merken.

Rein optisch gesehen finde ich es so schmückend wie z.B. Ohrringe. Wobei die Brust ja doch eine erotischere Ausstrahlung hat als ein Ohr...

Die Pflege:
Die ersten zwei Wochen habe ich nach dem Waschen des Piercings eine antiseptische Lösung benutzt. Bethaisodona (oder ähnlich geschrieben) Ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Immer ordentlich und achtsam ein zwei Tropfen auf die offenen Stellen. Entzündet hat sich bei beiden Piercings nichts. Deshalb schwöre ich da drauf.

Jetzt nehme ich das Piercing ein mal im Monat raus und unterziehe es einer Grundreinigung. Mehr ist eigentlich nicht zu beachten.

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Ich hoffe ich konnte mit dem Bericht einige Fragen beantworten und wünsche Euch viel Spaß beim Entdecken des Körperschmucks. Sollte der ein oder andere noch Fragen haben: Keine Scheu! Ich beantworte jede Frage gern. Es gibt ja keine doofen Fragen

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