Allgemeines zu Stoffwechselerkrankungen Testbericht

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Erfahrungsbericht von kami9

Das Prolaktionom, Entdeckung und Behandlung

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Hallo Liebe Yopi-user,

ich möchte euch dieses mal eine Meinung schreiben über eine relativ seltene Krankheit. Es handelt sich um ein sogenanntes Prolaktinom.

Ein Prolaktinom gehört zur Gruppe der Adenome. Adenom bedeutet übersetzt Geschwülst und diese Art von Geschwülsten sind meist an irgendwelchen Drüsen des menschlichen Körpers zu finden. Das Prolaktinom ist ein geschwülst der Hirnanhangdrüse, im Fachausdruck Hypophyse genannt. Die Hypophyse befindet sich ziemlich zentral im Kopf und ist einer der Verbindungen des Hirns zur Aussenwelt. Die Hypophyse überwacht einen Grossteil der Hormonproduktion.

Der zweite Namensbestandteil kommt vom Prolaktin. Das bedeutet wie es auch der Name sagt pro= für und Laktin = Milch also ür Milch oder anders ausgesagt zuständig für die Milchproduktion im Menschen. Das Prolaktin ist also ein überwiegend weibliches Hormon, welches aber auch bei Männern produziert wird.

Bei dem Prolaktinom handelt es sich um ein hormonaktives Adenom. Das heist, dieses Adenom prodziert bzw. gibt den Auftrag zur Produktion des hormones Prolaktin. Und das über den Bereich hinaus, welches die Hypophyse noch regeln kann. Dies führt zu unangenehmen Nebenerscheinungen. Z.b. Vergrösserung der Brust (auch beim Mann), Müdigkeit um nur zwei davon zu nennen.

Es gibt zweierlei Arten von Prolaktinomen, die anhand der Grösse unterschieden werden. Das sogenannte Microprolaktinom und das Macroprolaktinom. Während das ersters nur wenige millimeter gross wird, nimmt das zweitere beachtliche Ausmasse an. 2cm Durchmesser sind kleine und 4 cm Durchmesser schon die grösseren Exemplare.

Wie merkt man nun, das man an einem Prolaktinom erkrankt ist? Die Entdeckung eines Microprolaktinoms ist meist nur durch den Zufall bestimmt. Man hat vielerlei Symtome, der Müdigkeit usw. die auf viele anderen Krankheiten schliesen lassen. Nur selten ist ein normaler Arzt in der Lage so etwas zu diagnostizieren. Hier hilft nur ein ausgebildeter Endokrinologe weiter, die aber sehr selten sind.

Bei einem Macroprolaktinom ist die Entdeckung schon etwas einfacher. Meist beginnt es damit, das man einen Druck auf einem Auge verspürt, der von innen kommt. Das liegt daran, das ein Macroprolaktinm meist durch seine Grösse und Lage auf den Sehnerv drückt. Dieser zieht dann am Auge und es kommt zu dem Druckgefühl. Daraus resultierend kommt es sehr oft zu Gesichtsfeldstörungen. Man sieht schwarze Punkte auf dem Auge oder es fällt auf, das man irgendwelche Gegenstände aus einem bestimmten Winkel nicht mehr sieht obwohl man rechts und links davon etwas sieht. Zu diesem Zeitpunkt sollte man von einem Augenarzt dann in einen Kernspin zur Untersuchung geschickt werden, ausser der Arzt kann den Gesichtsfeldausfall durch anderweitige Diagnosen erklären.
Doch es muss nicht immer zu Sehfeldstörungen kommen. Dann wird dieser Druck auf das Auge immer schlimmer und irgendwann bekommt man urplötzlich Migräneanfälle, die an härte eine normale Migräne weit übersteigen. Ab diesem Zeitpunkt sollte man nicht zögern und seinem Arzt sofort um eine Kernspinuntersuchung bitten. Natürlich wird zuerst eine untersuchung bei einem Spezialisten erfolgen, der die hirnströme messen wird. Doch Vorsicht ist geboten, wenn die Diagnose normale Migräne lautet. Es ist mir nicht bekannt, das man bis zu 10 Migräneanfälle am Tag und das über mehrere Wochen hat.

Und nun zur Behandlung von Prolaktinomen. Glücklicherweise sind diese meist gutartig. Microprolaktinome können sehr gut mit sogenannten Dopaningosten behandelt behandelt werden. Dies sind z.b. Pravidel, Dostinex und Norprolac. Doch Vorsicht. Diese Mittel sind nichts für eine Behandlung ohne Aufsicht. Dabei müssen die Blutwerte regelmässig überprüft und die Dosis dementsprechend angepasst werden. Die Medikamente haben auch sehr unangenehme Nebenwirkungen, so das ein einschleichende Dosierung durchgeführt werden muss.

Bei Macroprolaktinomen sieht es allerdings etwas anders aus. Bei diesen ist es meist zu spät für eine Behandlung mit Medikamenten. Eine Operation ist meist unerlässlich.
So eine OP kann auf mehrere Arten erfolgen. Die gebräuchlichste dürfte dabei die OP durch die Nase sein. In extremen fällen muss jedoch ein OP durch die Stirn erfolgen.

Diese OP´s werden an vielen Kliniken durchgeführt. Mein tip an diejenigen, die vor solch einer OP stehen. Seht euch einfach den Arzt an, der die OP durchführen soll. Lasst euch von ihm über die Risiken der OP aufklären. Nimmt er sich dabei Zeit für euch, beantwortet er auch jede noch so dumm gestellte Frage höflich und belibt dabei freundlich. Und dann stellt euch selber die Frage ist das der Arzt zu dem ich Vertrauen habe. Wenn ihr diese Frage mit ja beantworten könnt, habt ihr eine gute Entscheidung getroffen. Denn dann könnt ihr später auch damit leben Falls die OP nicht ganz so verlaufen ist wie gewünscht.

Das Risiko das etwas schief läuft ist nicht mal so klein. In den meisten Fällen, bei denen etwas schief geht, kommt es zu einer Hypophyseninsuffizienz. D.H. die Hirnanhangdrüse ist ganz oder zum Teil geschädigt und kann die Funktionen die sie hat nicht mehr ausführen. Dann müssen ein oder mehrere Hormone durch Medikamente ersetzt (substituiert) werden. Allerdings ist nicht gesagt, das daran der Arzt schuld ist, sondern das Prolaktinom kann die Hypophyse bereits soweit geschädigt haben, das es nach der Entfernung einfach zu diesem Ausfall kommt. Weitere Risiken sind die Beschädigung des Sehnervs, der zentralen Blutzufuhr des Hirns sowie des Hirns selbst. Doch ich glaube diese Risiken sind nicht so gross, da ein vernünftiger Arzt lieber etwas Resttumor nicht entfernen wird, als dieses Risiko einzugehen.

Nach einem zwei bis vierwöchigen Aufenthalt kann man dann das Krankenhaus meist wieder verlassen. Auf jeden Fall ist der Besuch einer Rehaklinik zu empfehlen. Auch sollte ein Antrag auf Schwerbehinderung gestellt werden, in den seltsten Fällen wird ein Grad der Behinderung von 50% erreicht werden. Doch auch wenn man nur 30% erhält ist die Gleichstellung möglich, verbunden mit einem daraus resultierenden Kündigungsschutz.

Wer jetzt noch Fragen dazu hat darf mir gerne seine Mailadresse im Kommentar hinterlassen. Oder besser mir in mein Gästebuch schreiben..

Cu kami9

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