Alte Nationalgalerie Testbericht

No-product-image
ab 46,62
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(2)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von maertens

neue "Alte Nationalgalerie"

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Am 4. Dezember 2001 wurde sie eröffnet, die „Neue“ Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel in Berlin. Schon schön anzusehen, der alte Bau im klassizistischen Stil und so schön überholt. Dreieinhalb Jahre hat seine Renovierung gedauert, und die Berliner haben dem Tag der Wiedereröffnung entgegengefiebert, betrachtet man die Schlangen vor dem Eingang. Der Architekt Friederich August Stüler, ein Schinkel-Schüler, hätte jedenfalls seine Freude dran, vermute ich.

Geschichte:

Selbst erlebt hat der Architekt weder den Beginn der Bauarbeiten noch die Eröffnung des Museums im Jahre 1876 durch König Wilhelm I. Der Monarch ließ die Jahreszahl 1871 einmeißeln, ein Indiz für den Zweck des Museums und der Museumsinsel, nämlich der neuen deutschen Nation einen vereinenden Kulturtempel zu geben. Den Grundstock der Sammlung bildete eine Schenkung von 262 Gemälden des Bankiers Wagener, die selbiger im Jahre 1861 dem Prinzregenten Wilhelm testamentarisch vermachte. Zukäufe vervollständigen die Sammlungen.
Im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude so stark zerstört, dass es bereits 1939 geschlossen werden musste. 1949 wurde in teilen des Gebäuses eine Notausstellung wiedereröffnet. Mitte der 50iger Jahre war der halbherzige Wiederaufbau durch die damalige DDR-Regierung abgeschlossen, für eine gründliche Wiederherstellung des Gebäudes fehlte das Geld. In jener Zeit erhielt das Museum auch seinen Namen, denn mit der Eröffnung der „Neuen Nationalgalerie“ im Westteil 1968 der Stadt war dieser Name einfach nur logisch.
Für 133 Millionen Mark wurde der Bau nun gründlichst überholt.

Gebäude:

Der Bau hat etwas tempelartiges, passend für einen „Museumstempel“, welcher wahre Schätze der Kunst des 19. Jahrhunderts beherbergt. Schon das Eintreten in den Bau ist ein Erlebnis. Marmorne Treppen führen an der Garderobe vorbei zur Eingangshalle mit Namen von Stiftern. Erst vor einigen Jahren erreichte ein Scheck einer mysteriösen Dame aus den Vereinigten Staaten in Höhe von 511.000 € per Post die Museumsrestauratoren. Die Ausstellungsräume befinden sich im Erd- Ober- und zweitem Geschoss. Im ersten Obergeschoss ist der Kuppelsaal mit einem imposanten Sternenhimmel ein Blickfang.

Ausstellung:

Zu Beginn seines Rundgangs betritt man den Skulpturensaal mit einer Reihe marmorner, klassizistischer Statuen. Danach folgen Gründerzeit-Gemälde sowie einige Werke des Realismus. (Philipp Otto Runge, Gottlieb Schick, Joseph Anton Koch ,Carl Rottmann, Eduard Gaertner ,Johann Erdmann Hummel, Carl Spitzweg und Ferdinand Georg Waldmüller.)

Im 1. Obergeschoss ist der Idealismus, Realismus und Impressionismus mit Werken von Liebermann, Edouard Manet, Claude Monet, Auguste Renoir, Edgar Degas, Paul Cézanne vertreten.

Im 2. Obergeschoss findet man Werke der Goethezeit und Malerei der Romantik (Karl Friedrich Schinkel, Caspar David Friedrich und Carl Blechen). Für mich bilden die beiden neuen Säle im Obergeschoss mit den phantasievollen Landschaftimpressionen Caspar David Friedrichs und den Architekturvisionen Schinkels den Höhepunkt des Rundgangs.

Präsentation:

In einigen kleineren Sälen oder Verbindungsgängen kann es auf Grund der Beengtheit zu Gedrängel kommen, Auch fiel mir in einigen Gängen schwer, den nötigen Abstand zu den Gemälden zu bekommen. Ein Umstand, der in diesem alten Gebäude wohl schwerlich abzustellen ist.
In den größeren Sälen hat man diese Schwierigkeiten nicht.
Die Ausleuchtung der Räume ist hervorragend gelungen, fast nie kommt es zu Spiegelungen, das indirekte Licht ist gut gelungen.

Die Museumsbediensteten sind sehr aufmerksam, fast zu aufmerksam finde ich. Mehrfach wurde man bei letzten Besuch auf das korrekte Tragen seiner Kleidung angesprochen, geöffnete Jacken zum Beispiel könnten Statuen umstoßen oder Gemälde beschädigen. Nun ja, ist schon richtig, aber teilweise etwas übertrieben.


Preise:

Nach der Neueröffnung konnte man den Bau für einige Wochen kostenlos betreten, ab Januar 2002 soll der Eintritt wohl 6 € betragen.

Anreise:

Adressalisch ist das Museum in der Bodestraße 1 in 10178 Berlin beheimatet.
Man gelangt zum Museum am besten mit der Straßenbahn. Entweder man fährt mit der Linie 1 bis zur Endstation direkt vor der Museumsinsel, oder steigt mit der Tram 13, 15, 50 oder 53 am Monbijouplatz aus und läuft durch den Park. Die Buslinien 100, 147, 157, 200, 257 oder 348 bis Lustgarten zu nutzen, ist auch möglich.
Weiterhin empfehlenswert sind die S-Bahn bis Hackescher Markt oder U-Bahn-Linie 6 bis Friedrichstraße.
Öffnungszeiten des Museums: Di - So 10 - 18 Uhr; Do 10 - 22 Uhr
Telefon: 030 / 20 90 55 55

Fazit:

Berlin hat einen neuen touristischen Höhepunkt. Der Besuch des Museums ist unbedingt empfehlenswert!

13 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Gernot2000

    28.03.2002, 09:38 Uhr von Gernot2000
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht. LG Gernot

  • InterCeptor

    05.03.2002, 22:04 Uhr von InterCeptor
    Bewertung: sehr hilfreich

    Auch rundum überzeugender Erfahrungsbericht ;) Inter