Altstadt Spandau Testbericht

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Erfahrungsbericht von maertens

Alle Jahre wieder Geschiebe und Gedrängel

Pro:

gute Verkehrsanbindung

Kontra:

Rummel, überlaufen

Empfehlung:

Ja

Irgendwo habe ich gelesen, dass es in Berlin in diesem Jahr 80 größere Weihnachtsmärkte gibt. Ob da die Glühweinbude vor der Staatsoper auch schon zählt ist mir dabei allerdings nicht klar. Jedenfalls gibt es genug dieser ominösen Rummel-Bimmel-Ramsch-Märkte und den Leuten scheint es auch zu gefallen, ansonsten wären sie ja nicht so gut besucht. Mittlerweile gibt es auf dem Gendarmenmarkt sogar einen Weihnachtsmarkt für den gehobeneren Standard, mit Eintrittsgeld versteht sich.
So reihten wir uns auch in die Schar der Besucher des berlinweit bekanntesten und wie mir scheint auch größten Weihnachtsmarktes in der Altstadt von Spandau.

Am schnellsten zu erreichen ist die Altstadt von Spandau aus der City mit dem Regionalexpress, der sowohl in Ostbahnhof, Alexanderplatz, Friedrichstraße als auch Zoologischer Garten hält. Zweitschnellste Verbindung ist die mit der S-Bahn, Aussteigen an der Station Rathaus Spandau. Dazu muss amn die Ringbah nehmen, da die direkte Verbindung über Charlottenburg derzeit gesperrt ist. Am längsten dauert es mit der U-Bahn (U-7). Hier kann man allerdings schon an der Station „Altstadt Spandau“ aussteigen. Das Auto sollte man eh’ stehen lassen, ansonsten verdirbt einem die sinnlose Parkplatzsuche eh’ die Freude.

In diesem Jahr findet der 30. Markt statt, welcher gern als „mittelalterlicher Weihnachtsmarkt“ tituliert wird, aber dazu später. Er findet in diesem Jahr vom 24.11.bis zum 23.12. statt und öffnet Mo.-Sa. von 9 bis 20 Uhr, Sonntag von 9 bis 19 Uhr. Er erstreckt sich über nahezu die gesamte Altstadt zwischen Rathaus und Straße \"Am Juliusturm\".

Wer sich weiter informieren möchte kann das auch auf der Homepage des Marktes tun: http://www.weihnachtsmarkt-spandau.de/swm.html . Dort findet man neben einem Veranstaltungskalender auch ein Gewinnspiel, die Geschichte des Marktes und einen Souvenirshop.

Der Anspruch, historisch zu sein, ist ein wenig übertrieben. 1974 fand die Glühweinbuden-veranstaltung das erste mal in Spandau statt. Das historisch bezieht sich offensichtlich auch auf einige mittelalterliche Schaustände rund um den Reformationsplatz und die Nikolaikirche, wo man Korbflechtern, Schmieden, Kerzengießern zusehen kann und allerhand esoterischen Schnickschnack erwerben kann. Auch sonst ist einiges zu sehen, beispielsweise lebende Schafe und Esel auf dem Marktplatz „die lebende Krippe“, für Großstadtkinder offensichtlich immer noch etwas Besonderes.

Ansonsten überwiegt der Eindruck eines Jahrmarktes, Schausteller mit ihren Fahrgeschäften versuchen, sich Ihr Stück am Kuchen abzuschneiden. Dazwischen Besäufnisse an Glühweinständen, Lebkuchenherzen und heißer Met, Schafwollsocken, Keramik, Schmuck, eine Bühne für allerlei weihnachtliche Darbietungen. Und das Ganze wiederholt sich alle 50 Meter. Ich fand es einfach furchtbar. Am schlimmsten ist jedoch die drangvolle Enge in den Altstadtgassen. Menschen mit Klaustrophobie sollten diese Plätze meiden. Weit über eine Million Besucher zählt die Veranstaltung jährlich, und dementsprechend geht das Flair auch verloren. Von Besinnung und Andacht kann hier keine Rede sein.

Fazit: Wohl immer noch der schönste Weihnachtsmärkte Berlins, aber zu überlaufen, wie überall zuviel Kommerz, der keine „heimelige Stimmung“ aufkommen lässt. Für Speis und Trank ist überall gesorgt, Verkehrsanbindung ist gut. Da ich aber eigentlich ein Hasser des Weihnachtsrummels bin gibts von mir nur eine mittelmäßige Bewertung.

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