Alzheimer Testbericht

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Erfahrungsbericht von minni2

Alzheimer

Pro:

Für eine Krankheit gibt es kein PRO

Kontra:

Alles !

Empfehlung:

Nein

Ich möchte aber allen Menschen , die einen älteren Menschen um sich herum haben auf das Thema "Alzheimer" aufmerksam machen !


Nachdem mein Opa am 5.Juli 2001 gestorben war , zog meine Oma in die kleine Wohnung , die sie sich zu Lebzeiten gemeinsam gekauft hatten , damit derjenige der "überbleibt" den Haushalt auch weiterhin alleine schaffen kann ! ( Anmerkung : Meine Großeltern hatten ein großes Haus mit 2000 m² Garten ! )
Das Haus überschrieb sie meinen Eltern !

Anfangs schien noch alles in Ordnung !
Oma freute sich darauf in die Wohnung zu ziehen , verkündete uns , daß sie froh darüber ist , nun nicht mehr so viel Gartenarbeit zu haben und daß es sicher besser so ist , denn eine 36m² kleine Wohnung läßt sich leichter in Schuß halten , als ein etwa 200m² großes Haus !

Mit der Zeit bemerkten wir , daß Oma immer öfter auf Sachen vergisst , oder daß sie viel zu viel eingekauft hat !
Sprachen wir sie darauf an , hatte sie immer eine Ausrede parat !
Mal wollte sie das am nächsten Tag erledigen , mal hatte sie die Sachen nicht für sich , sondern für uns eingekauft ,...

Daß sie die Wochentage verwechselte schoben wir zur der Zeit noch auf die Tatsache , daß sie ja den ganzen Tag zuhause ist und man dabei vielleicht ein anderes Zeitgefühl entwickelt !
Daß sie mit dem Euro nicht klar kam , schoben wir auf die Tatsache , daß sich viele ältere Menschen damit nicht anfreunden konnten ,...

An ALZHEIMER dachte zu der Zeit noch niemand !

Als unsere Oma dann eines Tages plötzlich bei meinen Eltern im Garten stand und sich wunderte , was die dort machen und der Meinung war , daß sie immer noch dort lebe schrillten bei uns die Alarmglocken !

Wie es mein Papa schaffte , sie dazu zu überreden mit ihm in´s Spital zu fahren , weiß ich bis heute nicht !
Auf jeden Fall hatte sie kurz nach ihren "Besuch" einen Termin bei einen Neurologen !
Sie bekam in einen seperaten Raum Fragen gestellt , die sie mehr oder weniger richtig beantwortet hatte und beschwerte sich dannch im Beisein des Arztes über den "Trottel" der ihr "depperte" Fragen gestellt hat !

Der Arzt verkündete dann meinen Vater und natürlich auch meiner Oma , daß sie an Alzheimer leide !
An den genauen Untersuchungsablauf kann ich mich nicht mehr erinnern , auf jeden Fall wurde diese Krankheit festgestellt und sie bekam Pulver , die sie jeden Tag schlucken mußte !

Nachdem unsere Familie berufstätig ist , war es natürlich nicht leicht zu überprüfen , ob sie die Tabletten auch tatsächlich nimmt , denn ihre Ablehnung Medikamenten gegenüber hatte sie immer noch und ihrer Meinung nach brauchte sie die Pulver nicht , weil sie keine Alzheimer hat !

Anfangs riefen wir sie zu den Zeitpunkt an , an den sie die Pulver nehmen sollte und sie versicherte entweder sie schon genommen zu haben , oder sie sagte sie nimmt sie sofort !
Sagten wir ihr , daß sie soch bitte noch mal nach sehen solle , ob das Pulver in der "FRÜH"-Unterteilung tatsächlich schon weg ist , bekamen wir schnippische Antworten !
Genauso empört war sie , wenn wir sie einige Minuten nachdem sie versprochen hatte , die Tablette zu nehmen nochmals anriefen um uns zu vergewissern , ob sie sie jetzt schon genommen hat !

Bei einen seiner Besuche fand mein Papa heraus , daß sie KEINE der Tabletten geschluckt hatte und die volle Pillendose erklärte sie damit , daß sie sie schon wieder aufgefüllt habe !
Seither fuhr mein Vater immer zu ihr , um ihr ihre Tabletten zu geben , die sie in seinen Beisein nehmen mußte !

Doch es sollte erst der Anfang sein !
Nach und nach wurde die Krankheit immer schlimmer und so kam es , daß sie eines Tages wieder im Haus meiner Eltern stand und total aufgebracht über Opa schimpfte , weil sie ihn niergendwo fand !
Das Gefühl , ihr zu erklären , daß ihr Mann mit dem sie 52 Jahre verheiratet war schon 3 Jahre tot ist , war ein eigenes !
Ihre Antwort war aber noch schockierender , als die Tatsache , daß sie nicht wußte , daß er gestorben war :" Aha , na da kann ich ihn ja lange suchen !"

Der Neurologe erklärte uns dann , daß Gefühlskälte mit der Krankheit wohl zusammen hängt und daß viele Alzheimer-Patienten keine Gefühle zeigen / haben !

Natürlich litt auch der Reinlichkeitszustand ihrer Wohnung unter der Krankheit , denn Oma war ja im Glauben schon alles erledigt zu haben , was natürlich nicht der Fall war !
Über die von uns eingestellte Putzfrau war sie sehr verärgert und kaum war mein Vater aus der Tür warf sie die Putzfrau raus !
Irgendwann , mit viel Geduld und Erklärungsversuchen , klappte es dann doch da die Putzfrau ihr das Gefühl gab , ihr nur ein wenig zu helfen !
Sie drückte Oma einen Putzlappen in der Hand mit der Aufforderung dieses oder jenes zu putzen und sie machte dann die eigentliche Arbeit !

Irgendwann einmal kam es soweit , daß auch die körperliche Hygenie meiner Oma nach gelassen hat !
Sie weigerte sich zu baden , sich zu waschen , sich zu kämmen geschweige denn zum Friseur zu gehen ,....

Mit der Heimhilfe war es das Gleiche wie mit der Putzfrau !
Kaum war Papa aus der Türe , wurde auch die Heimhilfe nach draussen befördert !
Wieder viel reden , viel Überzeugungsarbeit ,...
Irgendwann klappte es auch mit der Heimhilfe , die mit ihr Frühstück machte , sie bei der Körperpflege behilflich war , ihr das Mittagessen gab ,...

Einkaufen ging zu der Zeit nur noch meine Eltern , denn Oma hätte wohl die Geschäfte leer gekauft mit Sachen , die sie gar nicht brauchte !
Papa teilte ihr auch ihr Geld ein , so daß sie es nicht merkte , denn das wollte sie nicht und so ging Papa mit ihr auf die Bank , wo sie immer Unsummen von Geld abhob , weil sie "das braucht " und als sie mal in einen anderen Zimmer war , nahm es Papa raus und hielt es in Verwahrung !
Sie bekam ihr Geld dann auf Raten wieder , mehr als €50,- brauchte sie nicht eingesteckt zu haben !

Irgendwann einmal ging es trotz der Heimhilfe nicht mehr wie gewohnt weiter , denn Oma machte sich nun immer öfter an , hatte auch immer öfter "Anfälle" wo sie gar nicht wußte was sie tat und so hielten wir es für besser , wenn sie in ein Pensionistenheim zieht !

Das Thema Pensionistenheim war anfangs schnell besprochen !
"Da geh ich nicht hin , da sind nur lauter Alte !"
Die Heimleiterin , die ja die Unterschrift von IHR brauchte , erklärte ihr ihren Heinaufenthalt aber so , wie wenn es ein Urlaub für sie wäre !
Sie brauche nicht mehr kochen , bügeln , waschen ,.... all die Sachen von denen Oma ja glaubte sie immer noch zu machen und die ihr am Nerv gingen und so willigte sie dann doch sehr schnell ein !

Das Heim war ein kleines , helles , freundliches Heim !
Die Zimmern waren sehr groß , hatten ein eigenes Klo und Bad und verfügten sogar über zwei getrennt begehbare Balkone und pro Zimmer wohnten nur zwei Leute darin !
Zum Nikolo bekamen ALLE Bewohner ein Nikolo-Sackerl und auch das Essen war dort wirklich sehr gut !

Ein weiterer positiver Effekt war , daß das Heim ganz in unserer Nähe war und so immer jemand nach Oma sehen konnte , denn wir wollten sie nur gut aufgehoben wissen und sie nicht einfach abschieben !

Leider verbrachte sie nur 2 Wochen in ihren neuen Zuhause !
Am 23.Dezember 2005 bekam ich um 7 Uhr Früh einen Anruf in dem mir meine Mama mitteilte , daß Oma in der Nacht gestorben sei !

Auch wenn unser Verhältnis nie das Beste war , war es natürlich dennoch ein Schock , denn einige Tage zuvor habe ich mit ihr noch gescherzt und gelacht und kein Mensch wäre auf die Idee gekommen , daß sie Weihnachten 2005 nicht mehr mit uns feiert !

Beruhigend war aber zu hören , daß sie wohl in der Nacht einfach im Schlaf gestorben ist !
Um etwa 23 Uhr machte die Nachtschwester noch einen Rundgang und da lag Oma im Bett und pfiff ein Liedchen !
Am Morgen dachte die Schwester , sie schlafe ganz normal und wollte sie aufwecken , damit sie ihr beim Anziehen helfen kann !
Ihr Gesichtsausdruck war ganz entspannt und friedlich - Schmerzen hatte sie sicher keine !

Die Untersuchung ergab , daß sie in der Nacht eine Lungenembolie hatte ....

Ich wünsche allen , die einen Alheimerkranken Menschen in ihrer Verwandtschaft und Bekanntschaft haben , viel Geduld , Ausdauer und Kraft !
Nehmen Sie nicht alles persönlich , was der Patient Ihnen vielleicht an den Kopf wirft , denn die meisten Sachen sind nicht so gemeint , wie sie gesagt werden !

25 Bewertungen, 12 Kommentare

  • Jolchen

    15.03.2007, 11:32 Uhr von Jolchen
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich kenn das...mein opa kannte mich irgendwann nicht mehr und hat mir gesiezt, meinen bruder aber herzlich umarmt!

  • LadySimara

    11.03.2007, 16:18 Uhr von LadySimara
    Bewertung: sehr hilfreich

    ~°~Liebe Grüße Steffi~°~

  • hjid55

    10.03.2007, 11:09 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh & lg Sarah

  • Django006

    10.03.2007, 01:52 Uhr von Django006
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & *lg* Alan ;>))))

  • anonym

    09.03.2007, 22:41 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße :o)

  • kathyblue

    08.03.2007, 14:18 Uhr von kathyblue
    Bewertung: sehr hilfreich

    ^^~~ sh & lg kathy ~~^^

  • anonym

    08.03.2007, 10:37 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht dafür ein SH.LG Bernd

  • campimo

    08.03.2007, 10:35 Uhr von campimo
    Bewertung: sehr hilfreich

    ¸,ø¤º°`°º¤ø,¸ SH & LG ¸,ø¤º°`°º¤ø,¸

  • morla

    08.03.2007, 01:07 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • Sweeaty

    08.03.2007, 00:55 Uhr von Sweeaty
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter bericht! :) liebe grüße!!

  • Puenktchen3844

    08.03.2007, 00:53 Uhr von Puenktchen3844
    Bewertung: sehr hilfreich

    ‹^› ‹(•¿•)› ‹^› Liebe Grüße

  • TheLick

    08.03.2007, 00:45 Uhr von TheLick
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh und LG TheLick