Alzheimer Testbericht

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Erfahrungsbericht von Beikilein

Alzheimer -> Du weißt doch, dass ich das nicht mehr weiß!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Auf die Idee bei Yopi über Alzheimer zu berichten bin ich gekommen, da mein Großvater seit Jahren an dieser Krankheit litt und vor einem guten Jahr auch daran starb. Davon aber später mehr zuerst möchte ich Euch ein wenig über die Krankheit selbst berichten.
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Alzheimer->Was ist das?

Alzheimer ist die wohl bekannteste Demenzerkrankung die es auf der Welt gibt. Sie tritt in der Regel erst nach dem 65. Lebensjahr auf und ist eine chronische Erkrankung des Gehirns. Bei dieser Krankheit gehen in bestimmten Bereichen des Gehirns allmählich Nervenzellen zugrunde.

Die Alzheimersche Krankheit hat einen schleichenden aber stetig steigenden Verlauf. Oft beginnt es damit, dass Alzheimer betroffene Menschen sich oft wiederholen, oder vergessen wo sie ihre Sachen abgelegt haben u.ä. Daran schließen sich dann häufig Wortfindungsschwierigkeiten und Orientierungsschwierigkeiten an. Auch wird die Wahrnehmung stark getrübt und die Sinneseindrücke verändert wahrgenommen. Alzheimer Patienten beginnen nun auch langsam Namen von Bekannten oder sogar Verwandten zu vergessen. Sie sind sehr oft unruhig und laufen ohne Sinn und Verstand durch die Gegend, haben Probleme sich noch selbst anzuziehen, zu waschen, zu pflegen und den Toilettengang zu bewältigen. Das endet mit dem Verlust der eigenen Persönlichkeit, sie sind dann völlig von ihren Mitmenschen abhängig. Wenn Angehörige oder Freunde nicht im Stande oder nicht Willig sind sich völlig eigenständig um den Alzheimer Patienten zu kümmern, gibt es folgende unterstützende Dienste:

-Ambulanter Pflegedienst
-Tagespflegeeinrichtungen
-Kurzzeitpflege (Im fall von Urlaub etc.)

Wenn die häusliche Betreuung allerdings gar nicht mehr möglich ist, können die Alzheimer Patienten in einem Pflegeheim rund um die Uhr versorgt werden.

Die Alheimersche Krankheit lässt sich bis heute leider nicht heilen, da man beschädigte oder kaputte Nervenzellen nicht einfach wieder reparieren kann. Es stehen aber Medikamente zur Verfügung, mit denen sich die Gedächtnisleistungen verbessern und Verhaltensstörungen lindern lassen.
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Meine Erfahrung mit Alzheimer:

Mein Großvater litt seit Jahren unter der Alzheimerschen Krankheit und trotzdem hatte ich das nie so wirklich mitbekommen, da ich nicht fand, dass er sich sonderlich veränderte. Er war schon immer sehr still gewesen, und ja Gott, dass er sich ab und zu versprach, oder seine Sachen nicht wieder fand oder einiges dreimal erzählte führte ich halt auf seinen Alltag zurück. Das ich nicht so viel von der Krankheit meines Großvaters mitbekam lag wohl aber auch daran, dass ich ihn nicht so oft besucht. Meiner Mutter die dort mindestens einmal in der Woche war ging es ganz anders. Sie berichtete fast jede Woche von einer Verschlimmerung seiner Krankheit. Eines Tages wurde mir die Krankheit meines Opas dann aber doch bewusst. Meine Großeltern waren zum Abendbrot bei uns und es gab Pfefferminztee zu trinken. Nach einer Weile griff mein Opa zum Salz und wollte sich diesen in seinen Tee schütten. Meine Oma konnte ihn im letzten Moment noch davon abhalten und fragte ihn völlig entsetzt: „Aber Vati (Sie nannte ihn immer Vati), was tust Du denn da?“ Er antwortete seelenruhig: „Wiso? Ich wollte mir doch bloß ein wenig Salz in meine Suppe schütten.“ Daraufhin erwiderte Ich: „Opa, dass ist doch keine Suppe, das ist Pfefferminztee.“ Opa: „Achso achso.“ 10 Minuten vergingen schweigend mit Essen, als mein Opa plötzlich fragte: „Was ist das hier noch mal in meiner Tasse?“ Und ich erwiderte abermals: „Opa, das ist Pfefferminztee.“ Opa: „Achja.“ Wieder vergingen ein paar Minuten als mein Opa plötzlich entrüstet ausrief: „Ich weiß eigentlich immer noch nicht, was ich hier trinke!“ Ein drittes mal erklärte ich ihm: „Opa, das ist Pfefferminztee.“ Worauf er schließlich sagte: „Achso, ja so schmeckt das auch!“ Wir haben alle herzlich gelacht und er am lautesten mit. Eine weitere Alzheimer-Episode meines Opas ereignete sich als meine Mutter morgens bei meinen Großeltern anrief und meinen Opa fragte, was sie denn den Vormittag über gemacht hätten und er völlig entrüstet erwiderte: „Du weißt doch, dass ich das nicht mehr weiß!“ Heute denke ich wie schön wäre es gewesen, wenn es bei solchen Episoden geblieben wäre und mein Opa irgendwann friedlich eingeschlafen wäre. Leider verschlimmerte sich sein Alzheimer aber von einer Woche auf die nächste drastisch. Meine Mutter fuhr täglich zu meinen Großeltern um zu helfen, und meine Oma überschlug sich fast in ihren Bemühungen um meinen Opa. Uns wurde aber allen schnell klar, dass es so nicht weitergehen konnte, denn dass würde meine Oma nicht mehr lange durchhalten können, sie war ja auch nicht mehr die jüngste. Also suchten wir einen Heimplatz für meinen Opa. Nach langem hin und her fanden wir auch einen. Wir besuchten ihn täglich in diesem Heim und blieben stundenlang bei ihm, lasen ihm vor sprachen mit ihm oder saßen einfach nur bei ihm und hielten seine Hand. Ich glaube in diesen Stunden war ich meinem Opa näher als in den ganzen Jahren zuvor. Von Tag zu Tag verschlechterte sich sein zustand und nur 8 Tage nach Umzug in das Heim starb mein Opa. Das einzig positive an der Alzheimer Krankheit war wahrscheinlich, dass wir und langsam auf seinen Tod vorbereiten und Abschied nehmen konnten. Ich kann nur hoffen, das niemand anderes aus meiner Familie oder einer meiner Freunde an dieser Krankheit erkrankt. (Ich könnte jetzt schreiben, dass niemand auf der Welt an dieser Krankheit erkrankt, aber da dass leider nicht möglich ist beschränke ich mich mit meiner Hoffnung erst mal auf die mir wichtigsten Menschen, meine Familie und meine Freunde.)

Ich hoffe mein Bericht hat Euch die Alzheimersche Krankheit ein bisschen Näher bringen können. Übrigens der Film „Iris“ veranschaulicht die Krankheit Alzheimer sehr ausführlich. Ein brillianter Film zu einem wichtigen Thema.

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