Alzheimer Testbericht
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Erfahrungsbericht von Lachesis
Alzheimer - absolut kein Witz!
Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Haha, solche und ähnliche Witze über Alzheimer gibt es zuhauf. Und obwohl ich ja eigentlich über so einiges lachen kann, sind solche Dinge in meinen Augen absolut nicht witzig! Ich sage das aus gutem Grund...
Was ist Alzheimer?
Alzheimer ist die häufigste Ursache für Demenz, d.h. den fortschreitenden Verlust von Gehirnfunktionen. Sie trifft zum Großteil Menschen, die das 65. Lebensjahr überschritten haben.
Alzheimer hat jedenfalls nichts positives. Es ist eine chronische Erkrankung des Gehirns, bei der langsam nach und nach Nervenzellen absterben. Die Erkrankung beginnt schleichend und nimmt einen langsamen, aber unaufhaltsamen Verlauf. Fehlerhafte Eiweißstrukturen lagern sich in und an den Nervenzellen ab und führen zu Ablagerungen im Gehirn - Plaque und fadenartige Neurofibrillen.
Symptome:
Die Krankheit beginnt mit zunächst wenig auffälligen Symptomen. Die Betroffenen wiederholen beispielsweise soeben gesagtes häufig mehrmals und es gibt Einschränkungen in der Wortfindung, bei Schlussfolgerungen oder der Orientierung. Diese Symptome verschlimmern sich zunehmends. Die Patienten erinnern sich oft nicht mehr an die Namen von Bekannten oder erkennen die eigenen Angehörigen nicht. Wahrnehmungen und Sinneseindrücke sind getrübt. Es kommt zu Sinnestäuschungen, dem Verlust von Interessen, der Tag-Nacht-Rhythmus geht verloren, und auch die bei der eigenen Körperpflege und Toilette haben die Betroffenen zunehmende Schwierigkeiten. Oft sind sie sehr unruhig und laufen ziellos durch die Gegend.
Schließlich kommt es zum völligen Persönlichkeitsverlust und eine große Zahl körperlicher Funktionen sind stark eingeschränkt. Die Patienten werden zum absoluten Pflegefall und sind ganz und gar von ihren Angehörigen oder Bezugspersonen abhängig.
Behandlung:
Alzheimer ist nach wie vor unheilbar, da zerstörte Nervenzellen nicht reparabel sind. Es gibt lediglich eine Reihe von Medikamenten, die die Patienten für eine gewisse Zeit stabilisieren oder die geistige Leistungsfähigkeit steigern können. Medikamentös lassen sich auch die Begleiterscheinungen wie Aggressivität oder Stimmungsschwankungen behandeln.
Meine Erfahrungen:
Ihr fragt euch vielleicht schon, wie ich dazu komme, hier ausgerechnet über die Demenz zu schreiben. Der Grund ist, dass ich den Verlauf der Krankheit über mehrere Jahre mit angesehen habe. Meine Omi litt darunter, und das war eine verdammt schwere Zeit. Sie war eine unheimlich liebe Frau, an die ich mich gern erinnere, aber die Krankheit veränderte ihre Persönlichkeit unwiederbringlich. Ihr Kurzzeitgedächtnis ließ zuerst stark nach. Sie erinnerte sich, was ja typisch ist, nicht mehr an soeben gesagtes, wiederholte viele Dinge häufig und gewann einen immer stärkeren Bezug zur Vergangenheit. Im späteren Stadium erkannte sie ihre Familienangehörigen nicht mehr. Es war sehr komisch wenn sie mich dann nach meinem Namen fragte. Irgendwann war es nicht mehr möglich die Haustür offen oder einen Schlüssel in der Nähe zu lassen. Sie wollte oft gehen - nach Hause zu ihren Eltern, denn wir, ihre Familie, waren plötzlich Fremde. Nur waren ihre Eltern schon vor 30 Jahren gestorben. Deshalb lief sie oft ruhelos und aggressiv im Flur umher, und man wusste sich nicht zu helfen.
Meine Eltern und meine Brüder haben alle mitgeholfen, diese Zeit meiner Omi so angenehm zu machen, wie es noch möglich war. In ein Heim wollten wir sie auf keinen Fall geben. Deshalb war es undenkbar in den Urlaub zu fahren, oder für meine Mutti, ihre Hauptbezugsperson, auch nur mal auswärts zu übernachten. Meine Omi brauchte ihre Tabletten, Essen, musste gewaschen angezogen werden. Zusätzlich war sie Diabetikerin und brauchte täglich ihr Insulin. Hut ab nochmal vor meiner Mutti, dass sie das alles organisiert und mitgemacht hat.
Vor 2 1/2 Jahren ist meine Omi verstorben. Auch wenn seitdem vieles einfacher geworden ist, fehlt sie mir immernoch manchmal. Es gab auch schöne Momente in der schwierigen Zeit und ich bin froh darüber, dass sie nicht, wie viele anderen, die an fortschreitender Demenz leiden, diese letzten Jahre in einem Heim oder Krankenhaus verbringen musste.
26 Bewertungen, 8 Kommentare
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12.06.2002, 22:21 Uhr von trenker26
Bewertung: sehr hilfreichMeine Oma leidet auch darunter! Die kennt auch niemanden mehr! Schreckliches Schicksal!
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31.05.2002, 14:27 Uhr von henni33
Bewertung: sehr hilfreichendlich mal ein ernstgemeinter Beitrag zum Krankheitsbild
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08.05.2002, 19:37 Uhr von Babba
Bewertung: sehr hilfreichIch habe so etwas einmal aus Entfernung mitbekommen, ist wirklich eine böse Sache und niemanden zu wünschen
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08.05.2002, 14:28 Uhr von blauersafir
Bewertung: sehr hilfreichHallo du hast bei mir eine Bew. geschr.! Du solltest den Bericht Bew. und nicht die Kath.! Und ausserdem hatte ich schon einen Bericht in der anderen Kath.! Trotzdem !!DANKE!! für das GEHT SO! Habe die ein sehr nützlich gegeben. Gruss Blauersafir
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08.05.2002, 04:35 Uhr von Kayah
Bewertung: sehr hilfreichIch habe das Gleiche erlebt, nur hatte mein Opa Alzheimer. Es ist so schlimm, wenn sich ein geliebter Mensch so ändert - viel schlimmer als die meisten anderen Krankheiten.
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07.05.2002, 21:52 Uhr von walez
Bewertung: sehr hilfreichHabe auf einem Ziviseminar darüber gehört Guter Bericht !
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07.05.2002, 21:52 Uhr von hotte07
Bewertung: sehr hilfreichich habe auch bei ein paar Fällen meiner näheren und ferneren Verwandschaft solche Fälle mit anschauen müssen. :o(
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07.05.2002, 21:50 Uhr von dani___
Bewertung: sehr hilfreichCool, ausführlicher Bericht... ciao die dani *;)
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