American Beauty (VHS) Testbericht

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ab 7,34
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Erfahrungsbericht von Selbsthilfegruppe

Die Schönheit des Lebens

Pro:

Einfach alles!

Kontra:

Bitte?

Empfehlung:

Ja

\"American Beauty\"
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Dieser Beitrag enthält einige Spoiler!

Ganz allgemein
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Da ich weiß, das ich nicht anders kann, als diesen Film wo es nur geht zu lobpreisen, werde ich dieses auch tun. \"American Beauty\" ist ja DER Award-Abräumer 1999 gewesen - 5 Oscars (Beste Regie (Sam Mendes), Bestes Drehbuch, Beste Kamera, Bester Hauptdarsteller (Kevin Spacey), Bester Film) und etliche andere renommierte Auszeichnungen. Warum? Das liegt auf der Hand, wenn man den Film erst ein paarmal gesehen hat. Meiner Meinung nach gibt es keine Auszeichnung, die gut genug ist, um das auszudrücken, was ich für diesen Film empfinde. Womöglich klingt das komisch für den einen oder anderen, für mich ist es das aber keineswegs. Ich habe den Film schon oft gesehen (hab nie gezählt, aber viele Male auf Deutsch und auch auf Englisch) und komme jedesmal wieder auf den Schluss dass es einer der besten Streifen ist die meine jungen Augen je erblickt haben. Zugegeben, \"Donnie Darko\" ist harte Konkurrenz, von daher stelle ich sie mal auf eine Ebene. Danach folgt erstmal eine Weile gar nichts. Um hier aber nicht weiter abzuschweifen zu detaillierteren Ausführungen.

Die Schauspieler und Charaktere
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Kevin Spacey als Lester Burnham in vielleicht der Rolle seines Lebens. Die anfängliche Lebensmonotonie - aufstehen, arbeiten, zurückkommen, schlafen, und sich zwischendurch ordentlich demütigen lassen von Frau und Tochter- verwandelt sich nicht plötzlich aber unaufhaltsam in ein Glück, welches sich nur durch die Lebensfreude erzielen lässt. Das Wissen, tun zu können, was man möchte, und das Wissen, dass einem die Welt offensteht - nur dies kann dem Menschen vollkommenes Glück bescheren. Oder ist es die Liebe? Lester Burnham verbindet das, als die Konstellationen es schaffen, ihn auf die beste Freundin seiner Tochter namens Angela Hayes trifft und sich unsterblich in jene verliebt. Das Glück ist nun fast vollendet, doch gewisse Umstände hindern ihn daran, es ausleben zu können. Soviel zum Charakter, nun aber zu Kevin Spaceys Leistung. Er spielt Lester Burnham so gelassen, cool und gleichzeitig selbstbewusst dass es mich einfach nur umgehauen hat. Für manche erscheint Lester bestimmt nicht übermäßig cool aber ich sehe in ihm einen absolut klasse Typen - was darauf schlußfolgern lässt das Kevin Spacey sogar verschiedene Deutungsmöglichkeiten erschafft. Gefühlvoll ist Lester und Spacey verdient den Oscar nicht nur, es wäre eine Schande gewesen, hätte man ihn für diese Rolle nicht ausgezeichnet.

Annette Benning als Carolyn Burnham mimt die verzweifelte Ehefrau, die nicht nur karrieregeil ist, sondern auch noch untreu wird. Sie sieht in Lester nicht mehr als ein unangenehmes Anhängsel, wo sie doch früher eine so glückliche Beziehung hatten. Nun geht es ihr nur noch darum, in der Karriereleiter ganz nach oben aufzusteigen und dabei lernt sie ihren Konkurrenten Buddy Kane persönlich kennen, der ihr die Grundlagen eines erfolgreichen Immobilienmaklers sehr intim erklärt. Als Lester beginnt, sein Leben wieder in ein frohes zu ändern, hält Carolyn sich für unterdrückt und sieht einen blutigen Ausweg als einzige Variante...Annette Benning ist die einzige die diese Rolle so spielen kann. Eingebildet, dabei aber traurig, mit dem Wunsch nach einem besseren Leben, obwohl sie ihre glückliche Zeit vergessen hat. Großes Kino liefert uns Mrs. Benning.

Thora Birch als Jane Burnham. Jane ist die Vorstadt-Rebellin in ihrer reinsten Form, sie hasst ihre Eltern, will ihre Brüste vergrößern lassen und versucht möglichst hässlich auszusehen (meiner Meinung nach sieht sie aber fantastisch aus, auch wenn es im Film anders ausgedrückt wird :-)). Ihre beste Freundin ist Angela, deren Sex-Geschichten sie sich ständig anhören muss. Sie beide verstehen sich prächtig, doch als Jane am Ende mit Ricky nach New York will, kommt es zu einem bösartigen Streit. Thora Birch ist ein neues Hollywoodtalent und ähnlich wie Mena Suvari stellt sie besonders in \"American Beauty\" ihr schauspielerisches Talent eindrucksvoll unter Beweis. Als Tochter, deren Eltern wenig von Erziehung verstehen, macht sie sich äußerst gut.

Mena Suvari als Angela Hayes spielt das notgeile Mädchen dass gerne Model werden möchte. Diesen Traum, erzählt sie Jane, will sie sich erfüllen, indem sie mit sovielen Männern wie möglich schläft, wenn es sein muss. Angela wird geliebt von Lester und sie ist Lester auch keineswegs abgeneigt. Das überraschende Ergebnis der Beziehung der Beiden ist ernüchternd und kommt unerwartet. Mena Suvari kennt man eher aus Teeniestreifen wobei man hier sieht, dass sie zu weitaus niveauvollerem berufen ist. Ich sehe in ihrem Spiel der zarten Maus mit grober Fassade eine Glanzleistung.

Wes Bentley als Ricky Fitts. Dieser nimmt ja eine entscheidende Rolle ein, da er Lester Drogen verkauft und dabei von seinem Vater beobachtet wird - nur das dieser etwas ganz anderes durch zwei Fenster hindurch sieht. Das minimalistische aber dadurch erst recht intensive Spiel von Wes Bentley ist beeindruckend und ich bin gespannt, wie seine Karriere weiter verlaufen wird.

Chris Cooper als Col. Frank Fitts - er bildet den Wendepunkt in Lesters Leben bzw. Ableben. Frank Fitts ist verheiratet mit einer Frau die Alzheimer hat (oder eine ähnliche Krankheit) und ließ seinen Sohn in eine Militärschule und in ein spezielles Krankenhaus einweisen, da Ricky Drogen- und Gewaltprobleme hatte. Frank zieht regelmäßig über Schwule her - am Ende sieht man, dass er das nur tat, um seine eigene Homosexualität zu verbergen. Ricky nennt ihn \"traurigen, alten Mann\" - wir sehen dass das ziemlich der Wahrheit entspricht. Chris Cooper ist ja nun ein altgestanderer Schauspieler und bringt eine Meisterleistung nach der anderen, auch hier mimt er seinen Charakter wieder zweifellos perfekt.

Regie, Drehbuch, Kamera
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Da \"American Beauty\" ja auch in diesen drei Kategorien den Oscar abräumte, würde ich mich dazu auch gerne etwas äußern. Die Leistung eines Regisseurs ist ja nicht immer nachvollziehbar wie ich finde, da man ja nicht direkt sieht, was genau der Regisseur eigentlich erreichen wollte, es sei denn, man hört sich Audiokommentare an oder sieht sich Interviews an etc. Bei diesem Film aber denke ich hebt sich deutlich hervor, was Sam Mendes wollte: Seine Crew und die Cast sollten etwas vermitteln. Dinge wie das typische Vorstadtleben sollten satirisch durch den Kakao gezogen werde ohne dabei jemanden persönlich zu beleidigen. Das Leben einer typischen amerikanischen Familie sollte auf den Kopf gestellt werden, ohne jemanden anzugreifen. Visionen von der Schönheit in für die meisten absurden Dingen sollten demonstriert werden - Ricky\'s Aufnahmen sind dafür das Mittel. \"American Beauty\" ist wie eine ultimative Studie über das Leben, mit allem drum und dran: Freundschaft, Liebe, Leid, Hass, Spaß, all dies konnte ich in jeder Szene entdecken. Es gibt sovieles zu entdecken an diesem Film, was mein Herz höher schlagen lässt...ich denke, das habe ich irgendwo Sam Mendes zu verdanken. Und ja, ich verdanke es ihm, da mir dieser Film wirklich unendlich viel bedeutet.

Den Begriff das Drehbuch verwende ich hier mal für die Dialoge und den Handlungsablauf. Die Gespräche sind nicht immer tiefsinnig, aber haben doch Bedeutungen, die sich nicht gleich offenbaren wollen. Am meisten hat mich allerdings das Gespräch zwischen Ricky und Jane umgehauen, welches sie führen (oder besser gesagt welches Ricky monologiert), als sie sich das Video mit der Plastiktüte ansehen - schaut dabei mal in die Augen der Beiden. Ihr werdet euch davon nicht mehr lösen können, soviel sei euch versichert. Es ist einfach fantastisch, dabei zuzuhören, was Ricky für eine Ansicht der Dinge hat und wie andere darauf reagieren. Allgemein die Dialoge sind große Klasse geworden, oder auch die Monologe am Anfang und Ende des Films von Lester. Was die Story betrifft gibt es nichts zu nörgeln, so wie es passiert, ist es richtig und zufriedenstellend. Der Zufall der Dinge verwandelt sich unaufhörlich in ein trauriges Schicksal, welches aber nicht unbedingt für jeden traurig ist. Lester lächelt als er stirbt und Ricky erkennt die Schönheit. Eine Abfolge der Dinge, die mir sehr gefällt.

Ja, die Kamera ist ebenfalls wahrlich etwas besonderes. Hier könnte ich das gleiche sagen wie bei der Regie. Mir fallen solche Dinge nicht immer auf aber bei \"American Beauty\" ist das etwas anderes. Die Charaktere werden sehr häufig stark fokussiert und über nicht kurze Zeitspannen beobachtet, sodass man sich intensiver mit ihnen befassen kann. So z.B. die Szene, in der Carolyn zusammenbricht, weil sie das Haus nicht verkaufen konnte, und dann heult und sich selbst schlägt - das meine ich damit. Die Kamera hält lange auf Personen um dem Zuschauer zu ermöglichen tiefere Einblicke zu bekommen. Auch die Szenen von der kleinen Vorstadt fand ich sehr schön, oder die Straße, auf der Jane und Ricky zusammen gehen. Die Schönheit der Umstände wird grandios eingefangen und die Kameraführung verdient ihren Oscar.

Die Musik
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Ein definitiver Grund 5 Sterne zu vergeben. Die Musik, dieses sanfte Geklimpere durch den ganzen Film, das fesselte mich noch mehr. Thomas Newman hat einen Score erschaffen, der die sanfte Grundstimmung der meisten Szenen gut unterstreicht und für mich zumindest die Atmosphäre endgültig abgerundet hat. Faszinierend auch bei der Schlüsselszene von Angela und Lester: Der Song \"Don\'t Let It Bring You Down\" von Neil Young wird von Annie Lennox gecovert und mit ihrer wunderschönen Stimme neu interpretiert. Also, diese Stelle könnte ich mir 100mal am Stück ansehen und ich wäre immer noch nicht satt. Das Lied passt da einfach so gut hin, dass mir nicht einfällt, was da sonst hinsollte. Große Stücke wie auch \"The Seeker\" von The Who bringen auch gute Laune in den Film, oder die Pink Floyd - Beiträge. Der Score und der Soundtrack erschaffen irgendwie ein Gesamtbild, dass mich umwirft. Egal, ob ich die ganze Zeit nur Wörter wie \"unglaublich\" \"umwerfend\" oder so benutze, ich meine es ernst, wenn ich das schreibe.

Unterhaltung/Action/Humor
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\"American Beauty\" ist vom Genre her denke ich mal in die Kategorien Melodram, Satire oder Gesellschaftsstudie einzuordnen. Der Film vertritt je nach Szene verschiedene Genres, ich konnte auch sehr häufig lachen - z.B. als Angela feststellt das Jane in Ricky verknallt ist :-) Es wird auch gern dramatisch, wenn Lester bemerkt, dass seine Frau eine Affäre hat, oder wenn Frank Fitts Gewalt an seinem Sohn anwendet ohne den wirklichen Grund zu kennen. Das satirische hier ist natürlich die Idee, dass Klein- oder Vorstadtleben der Amerikaner auf humorvolle Weise zu betrachten und um die Gesellschaft zu kritisieren, die sich selbst in ihre engen Korsett-Rollen schnürt und dann keine Luft mehr bekommt. Action in dem Sinne gibt es zwar in \"American Beauty\", aber der Zweck des Films wird nicht erreicht, indem man ständig explodierende Autos oder einstürzende Häuser sieht. Mich stört es nicht, dass es hier meistens langsamer zugeht, das ist genau richtig für mich. Unterhaltsam ist der Streifen sowieso grenzenlos - witzig, traurig, schön. Wie bereits erwähnt enthält jede Szene ein eigenes Muster, welches auf das geniale Ende hinsteuert und dabei ganz unterschiedlich rüberkommt. Nach vielfachem Sehen des Films würde ich aber sagen, was zu Lachen gibt es eher nur bei den ersten Malen, später empfand ich den Film eher als traurig und bestürzend. Es ist halt jedesmal ein neues Erlebnis, wenn ich den Film sehe und dadurch verändert sich meine Perspektive auch immer ein wenig.

Fazit
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Wozu brauch ich denn jetzt noch ein Fazit. Ich weiß nur, dass ich \"American Beauty\" liebte, liebe und immer lieben werden. Kein Film ist in seiner Gesamtheit so vollständig und bombastisch wie dieser. Wer ihn nicht sieht, ist wirklich selbst schuld. Ein Genuss wie es ihn kein zweites Mal gibt. !

18 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Duvie

    30.07.2004, 13:49 Uhr von Duvie
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das ist wirklich ein super Bericht, ich mag es sehr, wenn man ausführlich auf die Darsteller eingeht.

  • hlemmur

    26.07.2004, 18:27 Uhr von hlemmur
    Bewertung: sehr hilfreich

    wenn ein film, dann diesa.

  • nintscha

    26.07.2004, 13:27 Uhr von nintscha
    Bewertung: sehr hilfreich

    Find diesen Film auch genial und ich liebe ihn auch! *gg* Toller Bericht!Liebe Grüße Nina ;)