American Pie 2 (DVD) Testbericht

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ab 7,30
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Erfahrungsbericht von mima007

Sex-Komödie: Warten auf die Göttin

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Nachdem schon die erste Ausgabe der US-Torte alle Komödienrekorde schlug, haut die zweite Auflage in die gleiche Kerbe - also weit unter der Gürtellinie. Dennoch: 5,7 Millionen Besucher wollten das Spektakel sehen, wie sich Collegejungs zum Affen machen. Schade, dass diesmal \"Stifler\'s Mum\", die sagenumwobene Jeannine, nur einen mikroskopisch kleinen Auftritt hat.

Filminfos

Originaltitel: American Pie 2 (USA 2001); DVD: ab 21.3.2002
FSK: ab 12 Jahren
Regie: James B. Rogers
Musik: David Lawrence
Laufzeit: 106 Minuten
Darsteller: Jason Biggs, Shannon Elizabeth, Sean William Scott, Mena Suvari u.a.

Handlung

In der Sommerpause nach ihrem ersten Collegejahr mieten die fünf Freunde Jim, Oz, Stifler, Kevin und Finch ein mondänes Sommerhaus am See. Dort wollen sie ungestört Partys feiern und dabei natürlich auch mit der jeweiligen Auserwählten anbandeln und mit ihr im Bett landen. Doch bevor es soweit ist, müssen die Jungs für eine Handvoll Dollars mehr peinliches Ungemach über sich ergehen lassen.

Als sie das Haus eines Auftraggebers anstreichen, springen ihre Antennen in Habachtstellung: zwei süße Mädels hausen in der Hütte. Zusammen? Dann müssen sie Lesben sein! Es gibt für Stifler nichts Aufregenderes, als das Intimleben der Sapphojüngerinnen. Doch schon bald haben die zwei Evastöchter den Spieß umgedreht und nötigen die versammelten Jungs zu geradezu obszön homoerotischen Kontakten mit dem gleichen Geschlecht. Yuck! Und über CB-Funk hört diesmal wieder die halbe Stadt zu - ähnlich wie damals bei Jims Striptease, der via Webcam übers Internet übertragen wurde.

Während sich Finch per Tantra-Meditation bis zur Halskrause mit Sperma auflädt, das er dann Stifler\'s Mum verehren möchte, übt Oz Telefonsex quer über den Atlantik mit Mena Suvari - was leider an gewissen Interferenzen ebenfalls scheitert. Jimbo (Jason Biggs) hat eine Begegnung der außerirdischen Sorte mit den Musik-Pfadfindern: \"Das wird sicher lustig\", würde seine Angebetete Michelle (Alyson Hannigan) sagen. Immerhin gibt sie ihm Nachhilfeunterricht in Frontal-, Oral- und Analsex, weil: er ist ja ihr \"Sklave\". Jim sucht immer noch nach dem peinlichsten Weg, ihr seine Liebe zu gestehen, und gewinnt dabei sicher 100 Punkte.

Austauschschülerin Nadja (Shannon Elizabeth) aus dem goldenen Prag schaut auf einen Quickie vorbei, wird aber schnöde abgewisen. Zum Ausgleich landet sie eine intergalaktische Begegnung mit Sherman, dem \"Sherminator\", der sie sicherlich in seine Untertasse entführen wird.

Für alle sexuellen Kapriolen hat Jims Vater (Eugene Levy) wie stets vollstes Verständnis: Schließlich war vermutlich auch einmal jung und ein Einzelkämpfer. Seine Loyalität zu seinem Sohnemann reicht sogar soweit, ihn ins lokale Hospital zu begleiten, weil sich Jim statt mit Gleitcreme mit Sekundenkleber den Schniedel eingesalbt hat. Jims Paps nimmt kein Blatt vor den Mund, die peinlichen Nöte seines Sohnes zu beschreiben, zu entschuldigen und lautstark zu verteidigen. Da kann eine Oma schon mal in Ohnmacht fallen.

Stifler bekommt Konkurrenz im eigenen Hause: Sein kleiner Bruder baggert wie blöd, aber die Variationsbreite seiner Komplimente passt auf einen Fliegenschiss. Zu guter Letzt schaut noch seine Mum Jeannine vorbei, und wenn Tantrajünger Finch angesichts seiner \"Göttin\" nicht auf der Stelle einen Orgasmus samt Ohnmacht hat, so grenzt dies an ein Wunder.

Mein Eindruck

Fetzige Musik, ansehnliche Akteure und Aktricen, hochnotpeinliche Dialoge um das Thema Nummer 1 - dieser Film hat, wie seine Vorgänger, fast alles, um ein Teenagerhit zu werden. In puncto Sex behandeln Regisseur James B. Rogers und seine bewährten Darsteller Jason Biggs, Chris Klein, Mena Suvari, Sean William Scott und Shannon Elizabeth fast alle Schmuddelthemen, die sich das prüde weiße Amerika aus Suburbia in dunklen Nächten zusammenträumt: Lesben- und Homo-Sex, Sexspielzeug in allen Formen und Farben, Natursekt, Sexsklaverei, Sex mit älteren Frauen, Tantra- und Telefonsex und noch viele andere schöne Dinge.

Wie Verschwörungstheorien gibt es auch Sextheorien im WASP**-Amerika wie Sand am Meer: Diesmal wird die Dreier-Regel durchgenommen. Man muss alle Angaben des andersgeschlechtlichen Gegenübers durch 3 teilen oder damit multiplizieren. Lustiger wäre sicherlich die Regel \"Neue Kuh, alte Kuh\" aus dem Film \"Männerzirkus\" gewesen. Aber vor deren Anwendung müssen die fünf Freunde noch etwas Erfahrung sammeln.

Der Film bemüht sich um good clean fun: Say no to drugs, lautet die Parole. Die einzigen Drogen, die hier konsumiert werden, sind Bier und Testosteron in rauen Mengen. Die Naivität, mit der hier die peinlichsten Szenen absolviert werden - besonders von Jim - ist wohl das einzige, was den Zuschauer davon abhält, sich mit Grausen abzuwenden. Man darf sich auf Kosten der Figuren amüsieren.

Positiv fällt auf, dass für richtig guten Sex nicht nur junge hübsche Ladies in Frage kommen, sondern auch gereiftere Damen. Tatsächlich findet die einzige Sexszene vor der Kamera im ganzen Film nur mit Stifler\'s Mum statt (wenn auch hinter getönten Autoscheiben). Ansonsten müssen wir uns das intime Geschehen vorstellen.

Dass Sex auch etwas mit Krankenheit und ärztlicher Behandlung zu tun haben könnte, mit diesem Gedanken macht die unaufgeklärte Jugend die Szene von Jims Behandlung beim Onkel Doktor (nein, keine Spielchen hier!) vertraut. In Zeiten von AIDS und wiederkehrenden anderen Wehwehchen könnte das eine gewisse Schwellenangst herabsetzen.

Das Einzige, was fehlt, ist der Tiefgang, mit dem der Vorgänger seine Figuren bedachte und vorstellte. Das Schicksal der Menschheit schien vom privaten und intimen Glück der fünf Freunde abzuhängen. AP 2 bleibt viel mehr an der Oberfläche und liefert Pro Minute mehrere Gags. Das ist eigentlich schade, denn es setzt die Kenntnis des ersten Teil voraus.

Die DVD

Technische Infos
Bildformate: 1:1,85 anamorph
Tonformate: DD 5.1, DTS
Sprachen: Deutsch, Englisch
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch

Extras:
- Audiokommentare: Regisseur, Autor, Darsteller
- Making-of
- Nicht verwendete Szenen
- Hinter den Kulissen
- Castingszenen
- Musikvideo
- Doku: \"Dein Lieblingsstück vom Apfelkuchen\"
- Musik-Highlights
- Die besten Filmzitate (zum Auswendiglernen für jedermann?!)
- Produktionsnotizen
- Kinotrailer
- DVD-Rom-Teil

Mein Eindruck: Die DVD

Diesmal ist der Audiokommentar nicht allein Regisseur James B. Rogers vorbehalten, sondern auch Drehbuchautor Adam Herz und Besetzungsmitglieder dürfen mitreden. Ansonsten lassen ein Making-of, Casting-Szenen, Produktionsnotizen und ein Behind-the-Scenes-Feature einen netten Blick hinter die Kulissen zu. Nicht verwendete Szenen zeigen, dass uns das Langweiligste oder Gröbste erspart geblieben ist. Das war schon auf der DVD des Vorgängers nicht anders, das heißt ebenfalls angenehm und willkommen.

Erstaunlich prominent beim Bonusmaterial ist die Musik: Musikvideo und Musik-Highlights ersetzen fast die Sountrack-CD. Auch bei den besten Filmzitaten dürften AP-Fans mitmachen. Der Rest besteht hauptsächlich aus Werbung. Von der gibt es nochmal eine Extraportion, wenn man sich auf die Website begibt.

Insgesamt macht die ungekürzte DVD-Fassung des Films rundum gute Laune, wenn man sich an good clean fun mit dirty old jokes nicht stört. Für eine Teenie-Party wahrscheinlich genau das Richtige.

Michael Matzer (c) 2003ff

Info: American Pie 2, 2001, DVD: 3/2002

** WASP: White Anglo-Saxon Protestant = weißer Protestant von angelsächsischer Abkunft. Im ganzen Film kommt kein einziger Farbiger vor!

20 Bewertungen