Amica Testbericht

Amica
ab 174,51
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Summe aller Bewertungen
  • Informationsgehalt:  gut
  • Qualität der Artikel & Reportagen:  sehr gut
  • Qualität der Bilder und Fotos:  sehr gut
  • Unterhaltungswert:  gut

Erfahrungsbericht von suppengirl

Noch ne Freundin...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich bin ja nicht unbedingt eine passionierte Zeitschriften-Leserin. Vor allem das klassische Frauenmagazin hat bei mir nix zu suchen. Abonniert habe ich nur die Cinema (die ich in der Regel auch von vorne bis hinten oder umgekehrt lese) und Öko-Test (wo ich *schäm* meist nur die Testergebnisse studiere). Nur ganz selten überkommt es mich und beim Einkauf landet ein mehr oder minder seriöses Blättchen in meinem Korb. Manchmal handelt es sich dabei um die Amica, bei der mich nicht selten das Cover-Bild anspricht, da es des öfteren ein schmuckes Mannbild zeigt. Und vor Kurzem war es mal wieder so weit. Obwohl Penelope Cruz im Allgemeinen nicht wirklich als schmuckes Mannsbild zu bewerten ist...

Inhalt
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Die Mai-Ausgabe der Amica umfasst fast dreihundert Seiten. Ich werde nun versuchen, die einzelnen Rubriken der Zeitschrift im Kurzdurchlauf am Beispiel dieser speziellen Ausgabe zu durchleuchten.

Express
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Auf den ersten Seiten der Amica werden – wie schon der Rubriktitel verrät – im Schnellverfahren Neuigkeiten aus verschiedenen Bereichen verwurstelt. Neue CDs, Bücher und Filme werden hier vorgestellt, ebenso die dazu gehörenden Interpreten, Autoren oder auch Darsteller. Hinzu gibt es Kurz-Portraits von Newcomern (in diesem Heft zum Beispiel Sophie Ellis Bextor). Eine Seite in der Rubrik „Express“ ist mit „Menschen“ betitelt und scheint das Auffangbecken für alles zu sein, was nicht so ganz auf die anderen Seiten passt. Eine Besonderheit ist die Seite „World Tour“. Hier werden verschiedenste Metropolen unter den Gesichtspunkten „Worüber man spricht“, „Wohin man geht“ und „Was man trägt“ miteinander verglichen. In der Mai-Ausgabe sind das im Speziellen Caracas in Venezuela, Wladiwostok in Sibirien, Oslo in Norwegen, Phoenix in Arizona und Gottenheim bei Freiburg.

Special
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Das Special der Mai-Ausgabe heißt „Sind sie normal?“. Ausgiebig und unter verschiedensten Aspekten kann die Leserin hier überprüfen wie normal sie ist. Sehr aufwändig und ausführlich ist dieses Special aufbereitet. Es beginnt mit einer Fotoserie von zehn nackten Frauen verschiedensten Alters, die nicht unbedingt dem Schönheitsideal entsprechen. Interessant sind die Äußerungen der Damen über ihr Verhältnis zu ihrem Körper.
Sehr interessant sind auch die folgenden Seiten. Unter der Überschrift „Total normal“ werden Daten und Fakten in Prozentzahlen aufgelistet, z.B. 11% aller Frauen tragen Wonder-Bras oder Push-Ups, 85% aller Frauen sind mit ihrem Busen zufrieden (!!!).
Passend zum Thema gibt es auch noch ein Interview mit Hella von Sinnen und einen Artikel von einer Redakteurin, die versucht hat, eine Woche lang nur das zu essen, was der Durchschnittsdeutsche in einer Durchschnittswoche zu sich nimmt (schrecklich, aber lustig!).

Mode
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Natürlich darf in einer Zeitschrift, die hauptsächlich für Frauen gemacht ist, die Rubrik Mode nicht fehlen. Diesmal gibt es Klamotten im Flamenco-Stil, Portemonnaies und andere Kleinigkeiten. Über die Preisklasse dieser Produkte möchte ich lieber schweigen, denn abgesehen von einigen eingestreuten H&M-Artikel liegt das alles jenseits dessen, was sich die durchschnittliche Leserin wohl leisten können dürfte. Oder kennt ihr jemanden, der für ein Portmonnaie mehr als 50 € ausgeben würde?

Menschen des Monats
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Die Menschen des Monats Mai sind laut Amica Jodie Foster, Penelope Cruz, Celine Dion und Richard Gere, von denen die beiden ersteren mit einem Portrait, letztere mit einem Interview gewürdigt werden. Wir lernen daraus, dass Celine Dion doof und Richard Gere ein Stinkstiefel ist... Naja. Die Interviews sind ganz in Ordnung, nicht weltbewegend, aber auch nicht so hohl wie in manch anderem Blättchen. Das Portrait von Jodie Foster ist durchaus informativ, die Liebeserklärung an Penelope Cruz finde ich persönlich eher befremdend, was aber eher daran liegen dürfte, dass ich die Dame nicht besonders leiden kann.

Reportagen
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Die Themen sind „20 Jahre Aerobic“, Flamenco und die Geschichte einer Frau, die ihr Kind abtreiben ließ.
Der Aerobic-Artikel ist ganz amüsant zu lesen. Vor allem die Fotos aus den Anfangszeiten sind wirklich nett anzusehen. Regelrecht schockiert war ich über die Neuigkeit, dass die Aerobic-Vorturnerin Jane Fonda – politische Kämpferin und Frauenrechtlerin – sich damals den Busen operieren und zwei Rippen entfernen ließ, um im Dress besser auszusehen! :-O

Die Flamenco-Reportage habe ich nicht gelesen, da sie mich nicht im Mindesten interessiert, wenn ich ehrlich sein soll.

Überrascht war ich von der Reportage über die Abtreibung. Die ist sehr dezent und objektiv gehalten. Die Frau wird nicht verurteilt, ihre Gründe werden genau beleuchtet und man muss Verständnis für sie haben (auch wenn man – wie ich – wirklich nicht zur „Mein Bauch gehört mir“-Fraktion gehört). Trotzdem bleibt ein kritischer Unterton bestehen, der die derzeitigen rechtlichen Ungenauigkeiten anprangert, die Abtreibungen zum Teil auch in Fällen, in denen es moralisch durchaus bedenklich ist, erlaubt. Eine Frauenzeitschrift also, die sich nicht rein populistisch zu diesem Brennpunkt-Thema äußert.


Die restlichen – relativ gebräuchlichen – Rubriken, die meist nur aus einem Artikel oder einer Seite bestehen, möchte ich nun nicht mehr genauer beleuchten und mich mit deren Aufzählung begnügen:

· verschiedene Kolumnen
· Gesundheit
· Job & Karriere
· Beauty
· Reise (diesmal Sizilien)
· Lifestyle (Auto, Technik, Food, Design)
· Lust und Liebe
· Standards (Leserbriefe, Horoskop, Gewinnspiel – welches ziemlich dämlich ist, genau so wieder Preis, den es zu gewinnen gibt...)

Und dann ist da natürlich noch das berühmte Single-Heftchen. In dieser Ausgabe beinhaltet es wegen des 5-jährigen Jubiläums sogar 500 statt nur 100 Singles, die auf der Suche sind. Das hätte man sich aber besser sparen sollen, denn die meisten von ihnen werden nur mit ein paar Zeilen – ohne Foto – gewürdigt. Das ist auch nicht besser als „normale“ Anzeigen dieser Art in anderen Zeitungen. Grundsätzlich finde ich aber das Single-Heft ganz witzig, auch wenn ich noch keinen idealen Kandidaten für mich gefunden habe. Für alle, die es noch nicht kennen: Hier werden die Suchenden nicht nur mit Größe, Alter und Beruf beschrieben, durch Fragen wie „Wie oft hätten sie gerne Sex?“, „Wovor haben Sie Angst?“ oder „Welche Fehler haben Sie?“ erfährt man eben mehr, als in der üblichen Anzeige. Vorausgesetzt natürlich, die Kandidaten sind ehrlich.


Fakten, Fakten Fakten
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Die Amica erscheint in der Verlagsgruppe Milchstraße (zu der unter Anderem auch die Cinema, die max und die TV-Spielfilm gehören). Sie umfasst in der Regel ca. 300 Seiten. Der Einzelpreis liegt bei günstigen 2 €. Die Amica erscheint monatlich, der Abonnement-Preis von 24 € im Jahr ist also weder günstiger noch teuerer als der Einzelkauf. In Österreich kostet die Zeitschrift 2,30 €, in der Schweiz 4,00 sfr.
Im Internet findet man die Zeitschrift unter der Adresse www.amica.de.

Fazit
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Ich habe diese Ausgabe der Amica bei Weitem nicht ganz gelesen, da mich zu vieles einfach nicht interessiert hat. Das, was ich aber gelesen habe, hat mir im Großen und Ganzen sehr gut gefallen. Die Artikel machen einen fundierten und gut recherchierten Eindruck, manche Ideen sind wirklich innovativ und sehr unterhaltsam.

Die Amica ist nicht unbedingt eine Zeitschrift, die ich immer kaufen und zu Hause archivieren würde (schon allein deshalb nicht, weil das Papier verhältnismäßig billig ist und nicht allzu lange überleben würde), aber von Zeit zu Zeit kann man sie sich schon mal kaufen. Die Themen sind abwechslungsreich und es ist sicherlich für jeden Leser etwas dabei.

Der Preis von günstigen 2,00 € für 300 Seiten lässt schon vermuten, dass der Anteil der Werbeseiten sehr hoch ist. Und das stimmt auch, jedoch habe ich die Werbung seltsamerweise als weniger störend empfunden als in anderen Zeitschriften dieser Art. Vielleicht ist es doch weniger (ich habe nicht nachgezählt), vielleicht ist sie nur geschickter platziert (nicht mitten in einem Artikel...).

Einen Punkt jedoch gibt es, in dem sich die Amica nicht von anderen Frauenzeitschriften abhebt, und den ich auch hier – und gerader in dieser Mai-Ausgabe – als sehr störend empfinde: Da wird seitenlang in einem Special über das Thema „Sind Sie normal“ referiert. Auf verschiedenste Arten soll wohl der Eindruck erweckt werden, man wolle Frauen unterstützen, die sich gerade auf Grund von Äußerlichkeiten als unnormal weil nicht dem Idealbild (dünn dünn dünn dünn) entsprechend empfinden. Durchaus ambitioniert und begrüßenswert... ABER: Blättert man nur ein paar Seiten weiter, dann kommt man zu den Modeseiten. Und was sieht man da? Ein Model in Flamenco-Kleidern, die ihr geradezu um den Körper wehen, weil sie so was von dünn ist, dass es wirklich nicht mehr schön ist... Da ist sie wieder, diese Bigotterie des „modernen“ Frauenmagazins. Wir Frauen wollen selbstbewusst sein, lesen nicht mehr nur über Mode, sondern auch über Sex, Technik und Karriere. Wir lassen uns nicht sagen, was gut und schlecht, was richtig und was falsch ist. Gleichzeitig aber gibt es kein Frauenmagazin dieser Art, das den Mut aufbringt, konsequenterweise auch im Bereich Mode und Schönheit den letzten Schritt zu nehmen und sich gängigen, aber unrealistischen Idealbildern zu widersetzen...

Schade eigentlich.

Schlusswort
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Also noch mal in einem Satz: Die Amica ist eine kurzweilige, abwechslungsreiche Angelegenheit, die man auf Grund ihres erschwinglichen Preises von Zeit zu Zeit durchaus mal lesen kann. Nicht mehr und nicht weniger.

© Suppengirl, 12.05.2002

30 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Melli*

    17.08.2002, 20:46 Uhr von Melli*
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich muss sagen, ich finde die Amica etwas sehr Männerfeindlich! :-)

  • Chris_ONeal

    12.05.2002, 15:39 Uhr von Chris_ONeal
    Bewertung: sehr hilfreich

    sauber! CHRIS