Amores perros (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von Filmfreund
La Vida
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Vorwort:
*******
Viele von Euch wissen, daß ich mir gerne Filme anschaue. Blockbuster müssen bzw. sollten es aber nicht unbedingt sein. Vielmehr stehe ich auf trashige Filme, die dann noch einen gewissen Stil beibehalten haben. So ist es auch mit „Amores Perros“, den ich mir vor einiger Zeit auf Video ausgeliehen hatte. Und ich muss ehrlich sagen, da habe ich mir schon einen nicht so schlechten Film ausgesucht. Unscheinbar in der Aufmachung und auch vom Inhalt (zumindest auf den ersten Blick) hielt ich ihn in meinen Händen und bin glücklich gewesen, ihn gesehen zu haben. Aber nun geht es endlich los...
Inhalt:
*****
3 Geschichten fügen sich zu einer gesamten großen Handlung zusammen – ähnlich wie bei dem Film „Pulp Fiction“.
In der ersten Geschichte geht es um die Liebe zwischen Octavio und der Frau seines Bruders. Um sie aus „den Fängen“ seines Bruders zu bekommen, braucht er Geld. Dies bekommt er durch illegale Hundkämpfe, in denen er den Hund seines Bruders (ein Rottweiler) kämpfen lässt. Und er verdient nicht schlecht daran. Bis an den Tag, an den ein Kontrahent Rache schwört und den Hund anschiesst – so beginnt denn dann schliesslich auch der Film. Ein in Panik geratener Octavio am Steuer eines Fahrzeuges – auf der Rückbank ein Freund und der Blutüberströmte Hund.
Bei der zweiten Geschichte dreht sich alles um ein ehemaliges Modell, die durch einen Autounfall ihren Beruf nicht mehr ausüben kann – und ihren Kampf mit ihrem „neuen“ Leben. Ein neuer Mann (er ist noch verheiratet), ein neuer Hund, ein neues Appartement und ihr neuer Rollstuhl.
Die letzte Geschichte handelt von einem Berufskiller, der sich ansonsten um seine vierbeinigen Freunde aufopferungsvoll kümmert und der seine Tochter so liebt, obwohl sie ihn für Tod hält.
Meinung:
*******
Wir erleben hier also 3 Geschichten aus der Weltmetropole Mexico-City. Einer Stadt, die bekannt ist für die sozialen Gegensätze und dem allgegenwärtigen Tod und Leid der Menschen, die in ihr Leben. Dies vermag González Inarritu wirklich treffend ausgewählt zu haben. Man kann sich von Beginn an ein Bild machen. Klischeedenken ist hier eigentlich fehl am Platz, man erwischt sich aber immer wieder dabei, dass man diese Bilder mit anderen Bildern aus Dokumentationen vergleicht. Und sie wirken echt. Sehr real. Ob die klägliche Gegend, in der Octavio lebt oder der krasse Gegensatz, das gehobene Extra für die besser verdienenden. Das mexikanische Leben kann man gut nachvollziehen und man lebt für kurze Augenblicke mit den Akteuren.
Und auch wenn diese sozialen Unterschiede vorherrschen, haben doch alle einzelne Personen einen Wunsch gleich. Den Wunsch nach Veränderung. Dies bleibt aber wirklich nur ein Wunsch. Die einzelnen Welten, die González Inarritu hier abbildet, zeigen Gefühle, Emotionen bis hin zur rohen Gewalt. Diese finden sich zu aller erst in den blutigen Hundekämpfen wieder, dessen Szenen ich hier lieber nicht weiter ausführen will. Mir als Tierfreund ist fast schlecht geworden und ich habe mich ständig gefragt, wie sie diese Szenen gedreht haben. Alles wirkte mehr als echt. Aber nicht nur zwischen den Hunden wurde die Gewalt hineingebracht. Auch bei den Akteuren findet man in Liebe und Hass einen untrennbaren Faden. Sei es zwischen Valeria (dem Modell) und ihrem Freund, dessen Liebe an für sich sehr stark ist, aber aufgrund des Unfalles sehr leidet. Als Valerias Schoßhund dann auch noch in einem Loch im Parkett verschwindet und nachts nur durch sein Winseln zu hören ist, rückt der Wahnsinn immer näher.
Eine einzige Sache verbindet aber alle Geschichten. Die Liebe zu den Hunden. Und jeder einzelne dieser Hunde erlebt das selbe wie ihre Besitzer. Und auch durch ihre Hunde wird den Akteuren bewusst, wie es um ihr eigenes Leben bestellt ist. Sehr gut vermittelt dies der obdachlose Auftragsmörder, der den kranken Hund von Octavio mit zu sich nimmt und Gesund pflegen will. Der Rottweiler kennt – wie auch er selbst – kein Erbarmen und streckt alle anderen Hunde von ihm nieder. In einem kurzen Augenblick der nachträglichen Ruhe bemerkt man die Anteilnahme des Berufsmörders und man bekommt ein Gefühl, das man einfach weiss, was genau er in diesem Moment denkt.
Die Art und Weise, wie Inarritu die einzelnen Geschichten miteinander verknüpft, hat er gewiss von Tarantinos „Pulp Fiction“ übernommen. Aber anders als in diesem Film ist die Gewalt hier nicht Mittel zur Spannungssteigerung oder gar Unterhaltung, sondern vielmehr ein Mittel, um die Realität und den Schmerz näher zu bringen – die Wirklichkeit abzulichten. Die Probleme und das Leben der Personen dem Zuschauer besser darzustellen. Um die Geschichten zu einem einheitlichen Ende zu führen, bedarf sich Inarritu direkt zu Anfang des Filmes - die erst zum Ende des Filmes ein Ganzes ergibt – der rasanten Autoverfolgungsjagd mit Octavio. Jede einzelne Person ist am Unfallort. Und der Zuschauer merkt nicht, daß dieser Unfall der zentrale Aufziehpunkt im Film ist.
Zentralste Person ist für mich allerdings nicht – wie bei manchen anderen, mit denen ich über den Film sprach – Octavio, sondern vielmehr der Auftragskiller und Penner El Chivo. Er als anteilslosen und stiller Beobachter immer am Rand des Geschehens verbindet alle Geschichten.
Schicksal, dumme Zufälle und Fehleinschätzungen bringen die Charaktere nicht in einen Moment ihrem Wunsch näher. Der Film verbreitet keinen Optimismus. Ganz im Gegenteil. Die wenig optimistische Stimmung von „Amores Perros“ zeichnet sich auch in den Bildern ab. Kalte Farben prägen den Film und zeigen daher auch ein ganz anderes Mexiko als das, was man aus Traffic her kennt. Die Kamera ist mittendrin (statt nur dabei). Der Blickwinkel oft verwackelt und von unten, bringt nur selten eine orientierende Totale. So mancher Schlenker der Kamera ist - wie auch das eine oder andere Detail der Geschichten - überflüssig, verdeutlicht aber gekonnt die Welt der Personen und ihrer Tiere.
Und obwohl die Zeitsprünge – zwischen den einzelnen Geschichten - auch anstrengend anzuschauen sind, so sind diese elegant gelöst worden und daher ist die unlineare Erzählstruktur für den Zuschauer keineswegs störend oder langweilig. Nur konzentrieren sollte man sich schon ein wenig.
Die Moral hat man den Zuschauern überlassen. Ein Gut und Böse steckt in jedem von diesen Personen und jeder hat sein eigenes Schicksal zu erleiden.
Filminformationen:
*************
Land: Mexiko
Jahr: 2000
Originaltitel: Amores Perros
Laufzeit: ca. 150 min
Darsteller: Emilio Echevarría, Gaël García Bernal, Goya Toledo, Álvaro Guerrero, Vanessa Bauche
Regie: Alejandro González Inarritu
Drehbuch: Guillermo Arriaga Jordan
Musik: Gustavo Santaolaya
Offizielle Seite:
http://lionsgatefilms.com/amoresperros/html/ bzw. http://www.amoresperros.com/
Dieses Mal kann ich kein Fazit schreiben. Ein Fazit sollte ja immer kurz und bündig sein. Bei diesem Film ist mir das aber nicht möglich. Aber schaut ihn Euch an. Harte Kost für die, die Kino und Film der etwas anderen Art mögen....
so long Euer Filmfreund
*******
Viele von Euch wissen, daß ich mir gerne Filme anschaue. Blockbuster müssen bzw. sollten es aber nicht unbedingt sein. Vielmehr stehe ich auf trashige Filme, die dann noch einen gewissen Stil beibehalten haben. So ist es auch mit „Amores Perros“, den ich mir vor einiger Zeit auf Video ausgeliehen hatte. Und ich muss ehrlich sagen, da habe ich mir schon einen nicht so schlechten Film ausgesucht. Unscheinbar in der Aufmachung und auch vom Inhalt (zumindest auf den ersten Blick) hielt ich ihn in meinen Händen und bin glücklich gewesen, ihn gesehen zu haben. Aber nun geht es endlich los...
Inhalt:
*****
3 Geschichten fügen sich zu einer gesamten großen Handlung zusammen – ähnlich wie bei dem Film „Pulp Fiction“.
In der ersten Geschichte geht es um die Liebe zwischen Octavio und der Frau seines Bruders. Um sie aus „den Fängen“ seines Bruders zu bekommen, braucht er Geld. Dies bekommt er durch illegale Hundkämpfe, in denen er den Hund seines Bruders (ein Rottweiler) kämpfen lässt. Und er verdient nicht schlecht daran. Bis an den Tag, an den ein Kontrahent Rache schwört und den Hund anschiesst – so beginnt denn dann schliesslich auch der Film. Ein in Panik geratener Octavio am Steuer eines Fahrzeuges – auf der Rückbank ein Freund und der Blutüberströmte Hund.
Bei der zweiten Geschichte dreht sich alles um ein ehemaliges Modell, die durch einen Autounfall ihren Beruf nicht mehr ausüben kann – und ihren Kampf mit ihrem „neuen“ Leben. Ein neuer Mann (er ist noch verheiratet), ein neuer Hund, ein neues Appartement und ihr neuer Rollstuhl.
Die letzte Geschichte handelt von einem Berufskiller, der sich ansonsten um seine vierbeinigen Freunde aufopferungsvoll kümmert und der seine Tochter so liebt, obwohl sie ihn für Tod hält.
Meinung:
*******
Wir erleben hier also 3 Geschichten aus der Weltmetropole Mexico-City. Einer Stadt, die bekannt ist für die sozialen Gegensätze und dem allgegenwärtigen Tod und Leid der Menschen, die in ihr Leben. Dies vermag González Inarritu wirklich treffend ausgewählt zu haben. Man kann sich von Beginn an ein Bild machen. Klischeedenken ist hier eigentlich fehl am Platz, man erwischt sich aber immer wieder dabei, dass man diese Bilder mit anderen Bildern aus Dokumentationen vergleicht. Und sie wirken echt. Sehr real. Ob die klägliche Gegend, in der Octavio lebt oder der krasse Gegensatz, das gehobene Extra für die besser verdienenden. Das mexikanische Leben kann man gut nachvollziehen und man lebt für kurze Augenblicke mit den Akteuren.
Und auch wenn diese sozialen Unterschiede vorherrschen, haben doch alle einzelne Personen einen Wunsch gleich. Den Wunsch nach Veränderung. Dies bleibt aber wirklich nur ein Wunsch. Die einzelnen Welten, die González Inarritu hier abbildet, zeigen Gefühle, Emotionen bis hin zur rohen Gewalt. Diese finden sich zu aller erst in den blutigen Hundekämpfen wieder, dessen Szenen ich hier lieber nicht weiter ausführen will. Mir als Tierfreund ist fast schlecht geworden und ich habe mich ständig gefragt, wie sie diese Szenen gedreht haben. Alles wirkte mehr als echt. Aber nicht nur zwischen den Hunden wurde die Gewalt hineingebracht. Auch bei den Akteuren findet man in Liebe und Hass einen untrennbaren Faden. Sei es zwischen Valeria (dem Modell) und ihrem Freund, dessen Liebe an für sich sehr stark ist, aber aufgrund des Unfalles sehr leidet. Als Valerias Schoßhund dann auch noch in einem Loch im Parkett verschwindet und nachts nur durch sein Winseln zu hören ist, rückt der Wahnsinn immer näher.
Eine einzige Sache verbindet aber alle Geschichten. Die Liebe zu den Hunden. Und jeder einzelne dieser Hunde erlebt das selbe wie ihre Besitzer. Und auch durch ihre Hunde wird den Akteuren bewusst, wie es um ihr eigenes Leben bestellt ist. Sehr gut vermittelt dies der obdachlose Auftragsmörder, der den kranken Hund von Octavio mit zu sich nimmt und Gesund pflegen will. Der Rottweiler kennt – wie auch er selbst – kein Erbarmen und streckt alle anderen Hunde von ihm nieder. In einem kurzen Augenblick der nachträglichen Ruhe bemerkt man die Anteilnahme des Berufsmörders und man bekommt ein Gefühl, das man einfach weiss, was genau er in diesem Moment denkt.
Die Art und Weise, wie Inarritu die einzelnen Geschichten miteinander verknüpft, hat er gewiss von Tarantinos „Pulp Fiction“ übernommen. Aber anders als in diesem Film ist die Gewalt hier nicht Mittel zur Spannungssteigerung oder gar Unterhaltung, sondern vielmehr ein Mittel, um die Realität und den Schmerz näher zu bringen – die Wirklichkeit abzulichten. Die Probleme und das Leben der Personen dem Zuschauer besser darzustellen. Um die Geschichten zu einem einheitlichen Ende zu führen, bedarf sich Inarritu direkt zu Anfang des Filmes - die erst zum Ende des Filmes ein Ganzes ergibt – der rasanten Autoverfolgungsjagd mit Octavio. Jede einzelne Person ist am Unfallort. Und der Zuschauer merkt nicht, daß dieser Unfall der zentrale Aufziehpunkt im Film ist.
Zentralste Person ist für mich allerdings nicht – wie bei manchen anderen, mit denen ich über den Film sprach – Octavio, sondern vielmehr der Auftragskiller und Penner El Chivo. Er als anteilslosen und stiller Beobachter immer am Rand des Geschehens verbindet alle Geschichten.
Schicksal, dumme Zufälle und Fehleinschätzungen bringen die Charaktere nicht in einen Moment ihrem Wunsch näher. Der Film verbreitet keinen Optimismus. Ganz im Gegenteil. Die wenig optimistische Stimmung von „Amores Perros“ zeichnet sich auch in den Bildern ab. Kalte Farben prägen den Film und zeigen daher auch ein ganz anderes Mexiko als das, was man aus Traffic her kennt. Die Kamera ist mittendrin (statt nur dabei). Der Blickwinkel oft verwackelt und von unten, bringt nur selten eine orientierende Totale. So mancher Schlenker der Kamera ist - wie auch das eine oder andere Detail der Geschichten - überflüssig, verdeutlicht aber gekonnt die Welt der Personen und ihrer Tiere.
Und obwohl die Zeitsprünge – zwischen den einzelnen Geschichten - auch anstrengend anzuschauen sind, so sind diese elegant gelöst worden und daher ist die unlineare Erzählstruktur für den Zuschauer keineswegs störend oder langweilig. Nur konzentrieren sollte man sich schon ein wenig.
Die Moral hat man den Zuschauern überlassen. Ein Gut und Böse steckt in jedem von diesen Personen und jeder hat sein eigenes Schicksal zu erleiden.
Filminformationen:
*************
Land: Mexiko
Jahr: 2000
Originaltitel: Amores Perros
Laufzeit: ca. 150 min
Darsteller: Emilio Echevarría, Gaël García Bernal, Goya Toledo, Álvaro Guerrero, Vanessa Bauche
Regie: Alejandro González Inarritu
Drehbuch: Guillermo Arriaga Jordan
Musik: Gustavo Santaolaya
Offizielle Seite:
http://lionsgatefilms.com/amoresperros/html/ bzw. http://www.amoresperros.com/
Dieses Mal kann ich kein Fazit schreiben. Ein Fazit sollte ja immer kurz und bündig sein. Bei diesem Film ist mir das aber nicht möglich. Aber schaut ihn Euch an. Harte Kost für die, die Kino und Film der etwas anderen Art mögen....
so long Euer Filmfreund
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