Angststörungen Testbericht

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Erfahrungsbericht von Juliane18

Was ist Agoraphobie?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

1. Wie ihr schon bemerkt habt, befasse ich mich in meinen Berichten zur Zeit sehr viel mit dem Thema \"Angst\". Uch finde nämlich das Angst unser Leben sehr beeinflusst und deshalb beschäftige ich mich auch mit verschiedenen Angstformen.
In diesem Bericht möchte ich mit der Agoraphobie oder kurz Platzangst beschäftigen.

2.Was ist Agoraphobie?

Früher übersetzte man Agoraphobie ausschließlich mit Platzangst. Heute heißt es auch, Angst sich in große Menschenmassen zu begeben und Angst davor mit Flugzeugen zu reisen.
Angst besteht aus 3 Komponenten:
- körperliche Komponente
- gedankliche Komponente
- Verhaltenskomponente
Jede der 3 Komponenten kann eine unterschiedliche Gewichtung haben, alle drei sind notwendig zur Entstehung von Angst.
Der Teufelskreis der Angst
Wenn eine der 3 Komponenten überbewertet wird, z.B. Herzklopfen und man es als ein schlechtes Zeichen ansieht, als Warnung vor etwas, bekommt man dadurch noch mehr Angst, z.B. Angst einen Herzanfall zu erleiden. Durch die Angst reagiert der Körper z.B. mit Adrenalinausschüttung, dadurch werden die körperlichen Symptome noch stärker, man fängt an zu glauben, dass man verrückt wird und das einem keiner helfen kann. Man glaubt das dieser Zustand nie wieder vorbeigeht. Deswegen geht man zum Arzt, der aber nichts ungewöhnliches feststellen kann.
Daran sieht man das sich körperliche, gedankliche und Verhaltens Komponente gegenseitig aufschaukeln, so kommt es auch zu Panikanfällen.

Angst ist eine notwendige, lebenserhaltende Reaktion auf unbekannte Situationen. Agoraphobiker zeigen auch die ganz normale Angstreaktion, allerdings übertragen sie diese angemessene Reaktion auf Situationen in denen diese Reaktion völlig unangemessen und übertrieben ist.
Angst wird dann zum Problem, wenn sie das Erleben und Verhalten einer Person vorrangig bestimmt und beeinträchtigt.
Das erkannte auch schon Hermann Hesse: \"Über dem ängstlichen Gedanken, was etwa morgen uns zustoßen könnte, verlieren wir das Heute, die Gegenwart, und damit die Wirklichkeit.\"

Agoraphobiker wissen meist selber nicht genau wovor sie Angst haben, die Meisten haben Angst vor der Angst. Das heißt, das sie soviel Angst haben eine Panikattacke zu bekommen, dass aus dieser Angst selber eine Panikattacke werden kann. Die Angst kann nicht durch eine rationale Erklärung beseitigt werden.
Während einer Panikattacke haben sie das Gefühl einer Situation nicht entkommen zu können( keinen Fluchtweg zu haben) oder an keinem sicheren Ort zu sein(z.B. in der eigenen Wohnung).
Eine Panikattacke klingt meist nach kurzer Zeit von selbst wieder ab. Danach verspürt der Betroffene meist Todesangst und Hilflosigkeit, er fühlt sich ohnmächtig. Eine Panikattacke ist ein quälendes Erlebnis.
Die Panikattacken treten in Begleitung von körperlichen Symptomen wie Schwindelgefühl, Atemnot, Herzrasen/stechen, Verlust der Blasen- und Darmfunktion, Zittern, Unwirklichkeitsgefühl und Schluckbeschwerden auf.
Deswegen befürchten viele Betroffene, dass sie krank sind. Sie gehen zum Arzt, doch der kann nichts außergewöhnliches feststellen. Meistens gehen Agoraphobiker deswegen zu mehreren Ärzten, doch niemand kann etwas feststellen. Sie befürchten, weil die Symptome bei jeder Panikattacke wieder auftreten, dass sie an einer unbekannten Krankheit erkrankt sind.
Die meisten an Agoraphobie erkrankten Menschen haben keine Kontrolle über die Angst, sie kommt in plötzlichen Anfällen und scheinbar ohne Grund.
Agoraphobie ist die häufigste Angsterkrankung. Rund 60% aller an Angststörung leidenden Patienten leiden an Agoraphobie, das haben Studien in den USA gezeigt. In Deutschland leiden rund 1,6 Millionen Menschen unter einer Panikstörung und Agoraphobie




2.1. Wodurch entsteht Agoraphobie?

\" Eine Agoraphobie kann sich innerhalb von wenigen Tagen ausbilden, es kann aber auch Monate bis Jahre dauern\"
Das zeigt wie unterschiedlich eine Agoraphobie entstehen kann, bei manchen Menschen reicht eine Panikattacke, die sich in kürzester Zeit zu einer Agoraphobie entwickelt und bei anderen Menschen kann sich dieser Prozess über Jahre hinwegziehen. Wie anfällig man für eine Angsterkrankung ist, hängt also stark von der Persönlichkeit ab.

Eine Agoraphobie wird meistens durch einen länger andauernden, belastenden oder traumatischen Stresszustand hervorgerufen. Der Stresszustand führt nach einem längeren oder kürzerem Zeitraum zu einer Panikattacke und daraus kann, muß sich aber nicht, eine Agoraphobie entwickeln. Wie aus einer plötzlichen Panikattacke eine Agoraphobie werden kann, zeigen die folgenden Beispiele:

1.Eine hochschwangere Frau mit einer konfliktreichen Partnerschaft fällt bei sommerlicher Hitze auf der Straße beinahe ohnmächtig um, fängt sich jedoch gerade noch rechtzeitig. Einige Monate später fährt diese Frau mit dem Kinderwagen an derselben Stelle vorbei, erinnert sich an das frühere Ereignis und kann plötzlich aus Angst umzufallen nicht mehr allein mit dem Kind unterwegs sein.

2.Eine geschiedene Frau, die ihre drei Kinder ohne Unterstützung durch einen Partner erziehen muss, steht nach einem anstrengenden Arbeitstag noch unter dem Druck, vor Geschäftsschluss die nötigen Einkäufe zu erledigen. Im Supermarkt bekommt sie in der Warteschlange bei der Kasse plötzlich eine Panikattacke, die von den Umstehenden registriert wird. Sie möchte am liebsten davonlaufen, kann aber nicht, weil sie die Lebensmittel im Einkaufswagen für das Abendessen benötigt. Von da an kann sie nicht mehr einkaufen gehen, so dass ihr die größere Tochter diese Arbeit abnehmen muss.



Schon Freud sah Agoraphobie als Folge von Panikattacken an:
\"In Wirklichkeit ist das, was der Kranke befürchtet, das Ereignis eines solchen Anfalles unter solchen speziellen Bedingungen, dass er glaubt, ihm nicht entkommen zu können.\"
Agoraphobie kann in manchen Situationen auch als Lösungsversuch einer vorhandenen Konfliktsituation angesehen werden. Nur führt das meist zu keiner Lösung, sondern zur Vermeidung der Konfliktsituation.
Agoraphobie kann auch durch Erwartungsängste hervorgerufen und verstärkt werden. Wenn die Person glaubt, die Situation nicht erwartungsgemäß meistern zu können, führt das oft zu einer Panikattacke.
Agoraphobie kann, kurzfristig, durch eine große Notsituation überwunden werden. Sobald diese Notsituation vorbei ist, tritt die Agoraphobie wieder auf.
Beispiel:
\"Eine in Wien lebende Jüdin konnte sich von ihrer Wohnung nie weiter als ein paar Straßenlängen entfernen; als dann die Nazis an die Macht kamen, sah sie sich vor die Wahl gestellt, entweder zu fliehen oder in einem Konzentrationslager zu landen. Sie begab sich auf die Flucht und reiste zwei Jahre lang in der Welt umher, bis sie schließlich in den Vereinigten Staaten eintraf. Sobald sie nun in New York City wieder sesshaft geworden war, entwickelte sie die gleiche Reisephobie, die sie schon in Wien gehabt hatte.\"

Auch die Motivation spielt bei der Überwindung von agoraphobischen Ängsten eine große Rolle. Wenn die Aussicht auf die Verbesserung der Lebensqualität oder die Angst, z.B. vor Verlust, groß genug ist, fällt es dem Patienten leichter, die agoraphobischen Ängste zu überwinden.



2.1.1 Auftreten von Agoraphobie

Frauen leiden doppelt so häufig wie Männer unter Agoraphobie. Agoraphobie tritt meist im frühen Erwachsenenalter(20-30 Jahre) auf. Sie kann allerdings auch schon im Kindesalter(10-14 Jahre) auftreten. Bei Männern kann die erste Panikattacke aber oft auch erst jenseits des 40. Lebensjahres auftreten.
Ein anderer Risikofaktor ist der Familienstand:
\"Getrennt lebende, geschiedene und plötzlich verwitwete Menschen sind im Vergleich zu Verheirateten und Alleinlebenden häufiger
betroffen.\"

2.2. Der Zusammenhang mit anderen Angststörungen
Panikattacken, die immer wieder auftreten, können außer zu Agoraphobie auch noch \"zu weiteren, sogenannten sekundären Angstsyndromen\" führen. Dazu zählen Depressionen, Suizidgedanken bzw. -versuche, Medikamenten-, Alkoholmissbrauch, Verlust an Selbstachtung, Hypochondrie mit wiederholten medizinischen Komplettchecks, weil sie glauben, dass sie krank sind, obwohl die Ärzte nichts feststellen können.

Menschen die schon seid der Kindheit an Agoraphobie leiden, haben eine höhere Anfälligkeit für Depressionen, Suizid, Alkoholismus oder andere psychiatrische Erkrankungen.
Panikattacken und Agoraphobie kann man von anderen Angststörungen abgrenzen, aber sie treten beide auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen, wie generalisierte Angsterkrankung und Sozialphobie, auf.



3.Auswirkungen auf das tägliche Leben


Durch die verschiedenen Phasen, die angstfreien und die, in denen sie \"plötzlich von Angst überfallen werden\" sind Agoraphobiker stark verunsichert. Das führt zum Zusammenbruch der bisherigen Lebensführung und -planung.
Da die Betroffenen versuchen die angstauslösende Situation zu meiden, führt das in vielen Fällen dazu, dass sie gar nicht mehr oder nur in Begleitung das Haus verlassen.
Viele Bekannte der Betroffenen wissen gar nicht, dass sie an Agoraphobie leiden und verstehen deshalb auch nicht das Verhalten der Betroffenen. Das führt häufig dazu, dass sich Agoraphobiker völlig aus ihrem Bekanntenkreis zurückziehen. Sie leben völlig isoliert nur noch in ihrer Wohnung. Auch ihre Freizeitaktivitäten können die meisten Agoraphobiker nicht mehr ausführen, weil sie Angst haben, eine Panikattacke zu erleiden. In schlimmen Fällen kann die Angst vor Panikattacken und Versagensangst, die die meisten Betroffenen quält, sogar zu Arbeitsunfähigkeit führen.
Die meisten Agoraphobiker suchen bei anderen Menschen Anerkennung und Akzeptanz, damit sich ihre Versagens- und Schuldgefühle nicht bestätigen. Durch diese ständige Suche nach Anerkennung vernachlässigen viele ihre eigenen Bedürfnisse.
Durch diese vielen Einschränkungen, die von Person zu Person unterschiedlich sind, verlieren Agoraphobiker den größten Teil an Lebensqualität. Dieser Verlust führt zu völliger Verzweiflung, Depressionen und Suizidgedanken.

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