Angststörungen Testbericht
ab 15,84 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Erfahrungsbericht von Patri500k
Thema: Angststörungen - Beschreibung, Ratgeber, Hilfe.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Häufig liest man im Netz viel über Angst, da mich aber bislang viele Beiträge zu diesem Thema wesentliche Dinge vermissen ließen, fühle ich mich veranlasst, einen möglichst vollständigen Bericht über das Auftreten von Angststörungen zu liefern.
Gerade diejenigen Nutzer, welche des Nächtens von einer neuen Panikattacke aus Schlaf und Bett getrieben wohlmöglich im Internet nach den Symptomen Ihrer scheinbaren somatischen Erkrankung suchen und auf diesen Artikel stoßen, sollen ein wenig Trost finden, indem ich ein wenig über die Hintergründe preisgebe und Sie wissen lasse: Sie ind nicht alleine!
Ich wäre ein denkbar schlechter Kandidat um über Angststörungen zu schreiben, wenn ich nicht selber mit der Thematik auch praktisch vertraut wäre. Seit meinem 5 Lebensjahr hat sich bei mir eine \"prächtige\" Persönlichkeitsstörung entwickelt, und als ein Symtom ist die Angst seitdem ständiger Begleiter.
Dabei konnte ich beobachten, daß Sie im Laufe der Zeit immer intensiver und massiver in Ihrem Auftreten geworden ist, und auch die somatischen Begleiterscheinungen wurden ungleich heftiger. Auch lernte ich, verschiedene Formen der Angst sowie verschiedene Ursachen für das Vorhandensein der Angst an mir zu lokalisieren und bin bemüht, entsprechend mein Leben einzurichten, so daß die Angst Ihre Bedeutung verliert. Denn eines ist mir vor allem klar geworden. Die Angst ist nicht mein Feind. Sie hindert mich zwar scheinbar daran, viele Dinge zu tun, aber dies verfolgt einen bestimmten Zweck, denn Angst ist ein Mechanismus, so unwirklich er auch in seiner krankhaften Form erscheinen mag, der einen in erster Linie schützen soll.
Doch bevor ich zuviel vorweg nehme, berichte ich zunächst
\"Von den vielen Gesichtern der Angst\"
Die Anzahl der Angsterkrankungen nimmt in unserer heutigen Gesellschaft eine immer mehr zu. Dabei ist die Form nicht immer die selbe, und nicht selten werden Angsterkrankungen erst sehr spät erkannt. Auch ist über die jeweilige Form nicht immer einstimmige Meinung der Experten präsent, und auch in Bezug auf Behandlungsmethoden gehen die Meinungen weit auseinander. Doch eins ist klar: diese Form der Erkrankung wird aus öffentlichen Diskussionen nicht weiter ausgeschlossen und es wird zunehmend klarer, daß es kein leichtes geschweige denn harmloses Leiden ist. Der Leidensdruck der Patienten kommt in ausgewachsenen Stadien dem chronischer Schmerzpatienten nahe - gelegentlich sucht der Patient einen Ausweg im Suizid.
Doch das ist nicht der einzige Ausweg aus der Angsterkrankung, es gibt wesentlich bessere Wege zu gehen, auch wenn sie mitunter sehr mühsam sind.
Angst tritt in verschiedenen Formen auf und wird auch von den Psychologen/Psychiatern in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Die wesentlichste Unterscheidung ist wohl die in Objektbezogene Angst sowie in allgemeine, frei flottierende Angstzustände. Letztere treten zwar gerne unter bestimmten Rahmenbedingungen auf (z.B. Supermarkt, Kino, Bahn etc.), haben aber Ursächlich nichts mit diesen Objekten zu tun, weswegen eine \"Desensibilisierungstherapie\" - d.h. das Üben einer bestimmten Tätigkeit wie Bahnfahren - nicht dazu führt, daß die Angst verschwindet. Jedoch gibt es auch Objektbezogene Angst (Phobische Angst), wie z.B. eben vor dem Bahnfahren, vor engen Räumen, weiten Plätzen, Höhe oder Spinnen, die durch die Desensibilisierung sehr gute Heilungsaussichten hat.
Im Grenzfall muss erst einmal die Ursache der Angst abgeklärt werden. Hierzu eignet sich natürlich am besten ein Experte, welcher dann auch die weitere Behandlung bestimmt.
In erster Linie wäre hier der Besuch eines Psychologen zu Empfehlen, wenn man auf Nummer Sicher gehen möchte, darf es auch gerne ein Neurologe/Psychiater mit Psychotherapeutischer Zusatzausbildung sein. Dieser kann dann auch - im Gegensatz zum Psychologen - Medikamente gegen die Angst verschreiben. Beide - sowohl Psychologe als auch Psychiater - werden von der Krankenkasse übernommen.
Woran erkennt man, daß man eine Angststörung hat? Nun - natürlich fallen auch die Symtome einer jeden Angststörung anders aus. Wesentlich scheint mir damit auch eine Veränderung im Denken, d.h. man hat gedankliche Befürchtungen, welche beim näheren Betrachten objektiv keinen Bestand haben könnten. Häufig glauben die Erkrankten an eine schwere körperliche Erkrankung - gerne Nachts und auch gerne am Wochenende. Dabei äußern sich auch die Symtome einer möglichen Erkrankung - daß kann sogar soweit gehen, daß man tatsächliche Schmerzen empfindet. Der Puls rast, die Hände sind schwitzig, der Mund ist trocken und man spürt ein beklemendes Druckgefühl in der Brust. Unter Umständen sind sogar Schmerzreaktionen in den Armen oder Beinen vorhanden. Der Betroffene neigt zu Schwindel und Orientierungslosigkeit, er ist verwirrt. Mir ist es schon vorgekommen, daß ich plötzliche Sehstörungen hatte und auch explosionsartige Empfindungen im Brustbereich. Natürlich führt einen der Weg in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses - mir scheint hier typisch, daß man selber zum Krankenhaus hinfahren möchte, als daß man einen Notarzt ruft, der zu einem nach Hause kommt.
Wichtig an dieser Stelle: Wenn solche Beschwerden, wie ich sie gerade beschrieben habe, auftreten sollten, dann ist es im Zweifelsfall immer besser, auf Nummer sicher zu gehen. Ist aber so etwas schon einmal passiert, und ist bekannt, daß man unter einer Angststörung leidet, dann sollte man sich versuchen zu beruhigen und mit \"klaren Gedanken\" versuchen, zu Unterscheiden ob die Symtome wirklich körperlich oder eher psychosomatischer Natur sind.
Es gibt auch Zustände, in denen man befürchtet, durch andere verfolgt zu werden (paranoider Wahn) oder daß die Welt untergeht und und und
Und immer spielt Angst eine große Rolle.
Das tückische an der Angst ist, daß sie unser Nervensystem beeinflusst. Wenn dieses u.U. sowieso schon nicht zum Besten steht, dann ist die Wahrnehmung spezieller Symtome um so gravierender. Das vegetative Nervensystem, welches wichtige Funktioen unseres Körpers steuert, fällt dann nämlich teilweise gerne aus. Es kann auch zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen, wodurch dann Schmerzen wahrgenommen werden können. Mein explosionsartiges Gefühl im Brustbereich war die Verspannung der Muskulatur oberhalb der Rippen, welche sich plötzlich entspannt haben. Durch die zunehmende Sensibilisierung auf diese Körperregion wurde meine Wahrnehmung potentiert und ich empfand einen explosionsartigen Schmerz. Auch eine verkrampfte Schulter- und Rückenmuskulatur erzeugt gerne Schmerzen bis in die Finger- oder Zehenspitzen. Zudem atmet man bei solchen Spannungs- und Aufregungszuständen auch manchmal falsch, so daß es zu einem \"Luftstau\" und damit verbundenen Druckgefühlen in der Brust kommen kann. Außerdem führt eine falsche Atmung auch gerne zu Schwindelgefühlen - diese verstärken die Angst etc.
\"Erste Hilfe bei Angstattaken\"
Was man gegen diese Angstattaken tun kann, ist folgendes: Man muss sich zu allerest beruhigen. Zu diesem Zweck kann man sich - auch schon in klaren Momenten - Strategieen ausdenken, um den Angstattaken zu begegnen. Unter Umständen hat man eine Bedarfsmedikation vom Arztbeschrieben bekommen, wenn nicht, so kann man aber auch mit simplen Hausmittelchen eine große Wirkung erzielen.
Alles, was beruhigend und entspannend wirkt sowie das vegetative Nervensystem stärkt, ist in solchen Situationen angezeigt.
Z.B. helfen Kamillentees, den Magen zu beruhigen (auch ein gerne betroffenes Organ bei Aufregung - welche buchstäblich gerne auf den Magen schlagen), zudem kann \"verschluckte Luft\" in Form von Blähungen entspannt abgebaut werden. Auch Wärme ist allgemein gut - so kann eine Wärmflasche helfen, den Verspannungen in den Muskeln entgegenzuwirken. Um durchatmen zu können, hilft es manchmal, die Füße in ein warmes Fußbad zu halten - das weitet die Bronchien und fordert die Sauerstoffaufnahme. Pfefferminzöl oder Tigerbalsam auf den Schläfen sorgen für ein angenehmes Gefühl und nicht selten für einen klareren Kopf. Kommt man mit der Atmung völlig durcheinander, so hilft es auch, in die Hände zu atmen (Mit beiden Händen schirmt man Mund und Nase ab). Auch sehr gut wirken homeopathische Mittel - einige haben eine lange Anlaufzeit (wie z.B. Johanniskraut, gilt als umstritten), andere wirken sofort, wie z.B. Baldriantropfen/dragees oder Tee, Hopfenextrakt, Passionsblume oder eine Kombination. Alle diese Mittel ahben eine leicht sedierende (abschirmende) Wirkung und beruhigen. Auch Hausrezepte wie warme Milch mit Honig sind Klassiker zur Beruhigung - häufig erledigt sich damit schon eine leichte Attacke. Zudem kann man verschiedene Entspannungstechniken erlernen - einige gibt es auch auf CD, so daß man sie zu Hause in Ruhe und alleine lernt (z.B. progressive Muskelentspannung nach Jakobsen oder autogenes Training, wobei ich letzteres eher Problematisch im Zusammenhang mit Angststörungen, welche Angst vor Erkrankungen beinhalten, finde, da sich einigeÜbungen auf Atmung und Herzschlag beziehen). Andere Entspannungstechniken oder auch Atemtechniken werden an Volkshochschulen gelehrt (z.B. Yoga etc.). Im konkreten Fall von übermäßiger Unruhe und Rastlosigkeit hilft auch immer ein Schritt vor die Türe - selbst bei Nachtschlafenster Zeit. Manchmal höre ich auch einige Kinderhörspiele aus meinen Kindertagen - welche immer noch eine beruhigende Wirkung auf mich haben. Generell helfen auch Kamillendampfbäder (Inhalation).
Ich fasse noch einmal zusammen:
-gegen Muskelverspannungen: Wärmflasche, Einreiben mit Pfefferminzöl oder Tiegerbalsam.
-gegen Nervosität/Aufregung: Baldrian, Hopfen-, Passionsblumenextrakt; Spaziergang an der frischen Luft (selbst Nachts), warme Milch, Kräutertees (Pfefferminze, Kamille), Entspannungsübungen.
-gegen Atembeschwerden: warmes Fußbad, Kamillendampfbad (Inhalation), \"Handatmung\".
-gegen Schwindel: entspannt hinlegen, durchatmen, Pfefferminzöl auf die Schläfen.
-gegen Völlegefühl/Blähungen: Eigenmassagen des Bauches, einen Tropfen Pfefferminzöl trinken oder Kräutertees, Wärme.
Natürlich sind dies nur Maßnahmen, welche helfen können, eine Attacke besser zu überstehen und sich zu beruhigen.
Um die Angstattacken eines Tages vergessen zu können, muss man langfristig in einer Therapie daran arbeiten. Es kann auch Nützlich sein, solche Faktoren zu vermeiden, welche das vegetative Nervensystem schädigen, zu eleminieren und solche, welche das vegetative Nervensystem fördern, zu unternehmen.
\"Langfristige Maßnahmen für eine Stärkung der Nerven\"
Natürlich gilt es zunächst, Hektik und Stress im Privatleben zu minimieren. Darüber hinaus gibt es gewisse Faktoren, welche sich ungesund auf das vegetative Nervensystem und somit auch auf die Wahrnehmung von Angstattaken auswirken. Dies sind z.B.
-Stress
-Rauchen
-Alkohol
-Kaffee
-ungesunde, belastende, unregelmäßige Ernährung
-Bewegungsmangel
-wenig Aufenthalt im Freien
Aud die meisten psychisch Erkrankten, die ich kenne, treffen (fast) alle dieser Faktoren zu. Leider ist dies bei der Wahrnehmung von Schmerzen etwas ganz ungelegenes. So nehmen zum Beispiel (wortwörtlich) in der Regel Frauen, die wenig Sport treiben und eine nicht ganz so stark ausgeprägte Muskulatur im Bereich des Unterleibs haben, ihre Regel häufig überaus schmerzhaft wahr. Genauso ist es mit Angstpatienten und Ihren Symtomen: So führen Verspannungen zu einer Potenzierung der (verzerrten) Wahrnehmung.
Es fällt - gerade unter der Last einer psychischen Störung - unheimlich schwierig, sich das ein oder andere der oben stehenden Dinge anzugewöhnen. Ich habe mir zunächst diejenigen Dinge ausgesucht, welche mir leicht gefallen sind, und habe darauf verzichtet. Die meisten sollten in der Lage sein, ausgiebige Spaziergänge vorzunehmen. Und es ist auch einmal schön, den Tag mit einem Kräutertee und stillem Wasser zu beginnen statt mit Kaffee und Zigarette. Regelmäßige Mahlzeiten sind zudem günstig, der Verzicht auf übermäßig Fett und Zucker führt zu einem besseren Körpergefühl (und auch einer besseren Figur). Sport wirkt allgemein antidepressiv - darüber hinaus entspannt er und reguliert den Gehirnstoffwechsel besser. Selbst bei vorhandener somatischer Erkrankung gibt es immer noch Sportarten, welche man ausüben kann. Schwimmen soll insgesamt ganz weit vorne sein, zudem führt das reduzierte Körpergewicht im Wasser zu einer anderen Körperwahrnehmung (Entlastung von Muskulatur). Sich selber und seinen Körper zu pflegen und en gesundes Verhältnis zu sich selber aufzubauen ist ein wichtiger Schritt in Bezug auf Angstbewältigung.
\"Das Wesen der Angst\"
Allerdings ist die Angst prinzipiell nicht unser Feind. Sie macht uns auf Gefahr aufmerksam - häufig ist sie Signal dafür, daß wir etwas falsch machen. Ich persönlich finde, daß es stets einen Zusammenhang zwischen der angstauslösenden Situation und der Angst gibt. Ein gutes Mittel, dem falschen Mechanismus auf die Spur zu kommen, ist beispielsweise eine Therapie. Bei mir ist es so, daß ich mich z.B. häufig unbeachtet und alleine fühle. So kommt es in Situationen des Alltags, in denen ich tatsächlich unbeachtet und alleine bin (z.B. Bahnfahren) zu Panikattacken. Auch habe ich gelernt, daß ich gerne Verantwortung ablehne - verhalte ich mich also dementsprechend, daß ich meiner Verantwortung nicht gerecht werde, so folgt garantiert eine Angstattake bzw. eine schlaflose Nacht. Es ist eine harte Prüfung seiner Selbst - und noch härter ist es, nach vielen vielen Jahren falscher Gewohnheiten im erwachsenem Alter das Leben noch einmal neu zu erlernen. Aber letzten Endes führt es dazu, daß man die Angst nicht mehr braucht.
Wenn man es schafft, sich selber wirklich gerecht zu werden dann gelingt es auch im Alltag mit Situationen klar zu kommen, welche man früher gemieden und sich selber niemals zu meistern zugetraut hätte. Wenn man es schafft, ein authentischeres Lebensgefühl zu entwickeln, an sich stetig zu arbeiten und den inneren Schweinehund regelmäßig zu überwinden, dann ist die Angst über eine harte Trainingsstrecke hinweg bald passe.
In diesem Sinne wünsche ich allen Betroffenen ganz viel Kraft. Wesentlich ist die Begleitung des richtigen Therapeuten. Im Bedarfsfall darf es auch gerne mal ein sedierendes Medikament sein. Ansonsten hoffe ich, daß der ein oder andere Tip für euch dabei war - viel Glück & Kraft!
Gerade diejenigen Nutzer, welche des Nächtens von einer neuen Panikattacke aus Schlaf und Bett getrieben wohlmöglich im Internet nach den Symptomen Ihrer scheinbaren somatischen Erkrankung suchen und auf diesen Artikel stoßen, sollen ein wenig Trost finden, indem ich ein wenig über die Hintergründe preisgebe und Sie wissen lasse: Sie ind nicht alleine!
Ich wäre ein denkbar schlechter Kandidat um über Angststörungen zu schreiben, wenn ich nicht selber mit der Thematik auch praktisch vertraut wäre. Seit meinem 5 Lebensjahr hat sich bei mir eine \"prächtige\" Persönlichkeitsstörung entwickelt, und als ein Symtom ist die Angst seitdem ständiger Begleiter.
Dabei konnte ich beobachten, daß Sie im Laufe der Zeit immer intensiver und massiver in Ihrem Auftreten geworden ist, und auch die somatischen Begleiterscheinungen wurden ungleich heftiger. Auch lernte ich, verschiedene Formen der Angst sowie verschiedene Ursachen für das Vorhandensein der Angst an mir zu lokalisieren und bin bemüht, entsprechend mein Leben einzurichten, so daß die Angst Ihre Bedeutung verliert. Denn eines ist mir vor allem klar geworden. Die Angst ist nicht mein Feind. Sie hindert mich zwar scheinbar daran, viele Dinge zu tun, aber dies verfolgt einen bestimmten Zweck, denn Angst ist ein Mechanismus, so unwirklich er auch in seiner krankhaften Form erscheinen mag, der einen in erster Linie schützen soll.
Doch bevor ich zuviel vorweg nehme, berichte ich zunächst
\"Von den vielen Gesichtern der Angst\"
Die Anzahl der Angsterkrankungen nimmt in unserer heutigen Gesellschaft eine immer mehr zu. Dabei ist die Form nicht immer die selbe, und nicht selten werden Angsterkrankungen erst sehr spät erkannt. Auch ist über die jeweilige Form nicht immer einstimmige Meinung der Experten präsent, und auch in Bezug auf Behandlungsmethoden gehen die Meinungen weit auseinander. Doch eins ist klar: diese Form der Erkrankung wird aus öffentlichen Diskussionen nicht weiter ausgeschlossen und es wird zunehmend klarer, daß es kein leichtes geschweige denn harmloses Leiden ist. Der Leidensdruck der Patienten kommt in ausgewachsenen Stadien dem chronischer Schmerzpatienten nahe - gelegentlich sucht der Patient einen Ausweg im Suizid.
Doch das ist nicht der einzige Ausweg aus der Angsterkrankung, es gibt wesentlich bessere Wege zu gehen, auch wenn sie mitunter sehr mühsam sind.
Angst tritt in verschiedenen Formen auf und wird auch von den Psychologen/Psychiatern in unterschiedliche Kategorien eingeteilt. Die wesentlichste Unterscheidung ist wohl die in Objektbezogene Angst sowie in allgemeine, frei flottierende Angstzustände. Letztere treten zwar gerne unter bestimmten Rahmenbedingungen auf (z.B. Supermarkt, Kino, Bahn etc.), haben aber Ursächlich nichts mit diesen Objekten zu tun, weswegen eine \"Desensibilisierungstherapie\" - d.h. das Üben einer bestimmten Tätigkeit wie Bahnfahren - nicht dazu führt, daß die Angst verschwindet. Jedoch gibt es auch Objektbezogene Angst (Phobische Angst), wie z.B. eben vor dem Bahnfahren, vor engen Räumen, weiten Plätzen, Höhe oder Spinnen, die durch die Desensibilisierung sehr gute Heilungsaussichten hat.
Im Grenzfall muss erst einmal die Ursache der Angst abgeklärt werden. Hierzu eignet sich natürlich am besten ein Experte, welcher dann auch die weitere Behandlung bestimmt.
In erster Linie wäre hier der Besuch eines Psychologen zu Empfehlen, wenn man auf Nummer Sicher gehen möchte, darf es auch gerne ein Neurologe/Psychiater mit Psychotherapeutischer Zusatzausbildung sein. Dieser kann dann auch - im Gegensatz zum Psychologen - Medikamente gegen die Angst verschreiben. Beide - sowohl Psychologe als auch Psychiater - werden von der Krankenkasse übernommen.
Woran erkennt man, daß man eine Angststörung hat? Nun - natürlich fallen auch die Symtome einer jeden Angststörung anders aus. Wesentlich scheint mir damit auch eine Veränderung im Denken, d.h. man hat gedankliche Befürchtungen, welche beim näheren Betrachten objektiv keinen Bestand haben könnten. Häufig glauben die Erkrankten an eine schwere körperliche Erkrankung - gerne Nachts und auch gerne am Wochenende. Dabei äußern sich auch die Symtome einer möglichen Erkrankung - daß kann sogar soweit gehen, daß man tatsächliche Schmerzen empfindet. Der Puls rast, die Hände sind schwitzig, der Mund ist trocken und man spürt ein beklemendes Druckgefühl in der Brust. Unter Umständen sind sogar Schmerzreaktionen in den Armen oder Beinen vorhanden. Der Betroffene neigt zu Schwindel und Orientierungslosigkeit, er ist verwirrt. Mir ist es schon vorgekommen, daß ich plötzliche Sehstörungen hatte und auch explosionsartige Empfindungen im Brustbereich. Natürlich führt einen der Weg in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses - mir scheint hier typisch, daß man selber zum Krankenhaus hinfahren möchte, als daß man einen Notarzt ruft, der zu einem nach Hause kommt.
Wichtig an dieser Stelle: Wenn solche Beschwerden, wie ich sie gerade beschrieben habe, auftreten sollten, dann ist es im Zweifelsfall immer besser, auf Nummer sicher zu gehen. Ist aber so etwas schon einmal passiert, und ist bekannt, daß man unter einer Angststörung leidet, dann sollte man sich versuchen zu beruhigen und mit \"klaren Gedanken\" versuchen, zu Unterscheiden ob die Symtome wirklich körperlich oder eher psychosomatischer Natur sind.
Es gibt auch Zustände, in denen man befürchtet, durch andere verfolgt zu werden (paranoider Wahn) oder daß die Welt untergeht und und und
Und immer spielt Angst eine große Rolle.
Das tückische an der Angst ist, daß sie unser Nervensystem beeinflusst. Wenn dieses u.U. sowieso schon nicht zum Besten steht, dann ist die Wahrnehmung spezieller Symtome um so gravierender. Das vegetative Nervensystem, welches wichtige Funktioen unseres Körpers steuert, fällt dann nämlich teilweise gerne aus. Es kann auch zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen, wodurch dann Schmerzen wahrgenommen werden können. Mein explosionsartiges Gefühl im Brustbereich war die Verspannung der Muskulatur oberhalb der Rippen, welche sich plötzlich entspannt haben. Durch die zunehmende Sensibilisierung auf diese Körperregion wurde meine Wahrnehmung potentiert und ich empfand einen explosionsartigen Schmerz. Auch eine verkrampfte Schulter- und Rückenmuskulatur erzeugt gerne Schmerzen bis in die Finger- oder Zehenspitzen. Zudem atmet man bei solchen Spannungs- und Aufregungszuständen auch manchmal falsch, so daß es zu einem \"Luftstau\" und damit verbundenen Druckgefühlen in der Brust kommen kann. Außerdem führt eine falsche Atmung auch gerne zu Schwindelgefühlen - diese verstärken die Angst etc.
\"Erste Hilfe bei Angstattaken\"
Was man gegen diese Angstattaken tun kann, ist folgendes: Man muss sich zu allerest beruhigen. Zu diesem Zweck kann man sich - auch schon in klaren Momenten - Strategieen ausdenken, um den Angstattaken zu begegnen. Unter Umständen hat man eine Bedarfsmedikation vom Arztbeschrieben bekommen, wenn nicht, so kann man aber auch mit simplen Hausmittelchen eine große Wirkung erzielen.
Alles, was beruhigend und entspannend wirkt sowie das vegetative Nervensystem stärkt, ist in solchen Situationen angezeigt.
Z.B. helfen Kamillentees, den Magen zu beruhigen (auch ein gerne betroffenes Organ bei Aufregung - welche buchstäblich gerne auf den Magen schlagen), zudem kann \"verschluckte Luft\" in Form von Blähungen entspannt abgebaut werden. Auch Wärme ist allgemein gut - so kann eine Wärmflasche helfen, den Verspannungen in den Muskeln entgegenzuwirken. Um durchatmen zu können, hilft es manchmal, die Füße in ein warmes Fußbad zu halten - das weitet die Bronchien und fordert die Sauerstoffaufnahme. Pfefferminzöl oder Tigerbalsam auf den Schläfen sorgen für ein angenehmes Gefühl und nicht selten für einen klareren Kopf. Kommt man mit der Atmung völlig durcheinander, so hilft es auch, in die Hände zu atmen (Mit beiden Händen schirmt man Mund und Nase ab). Auch sehr gut wirken homeopathische Mittel - einige haben eine lange Anlaufzeit (wie z.B. Johanniskraut, gilt als umstritten), andere wirken sofort, wie z.B. Baldriantropfen/dragees oder Tee, Hopfenextrakt, Passionsblume oder eine Kombination. Alle diese Mittel ahben eine leicht sedierende (abschirmende) Wirkung und beruhigen. Auch Hausrezepte wie warme Milch mit Honig sind Klassiker zur Beruhigung - häufig erledigt sich damit schon eine leichte Attacke. Zudem kann man verschiedene Entspannungstechniken erlernen - einige gibt es auch auf CD, so daß man sie zu Hause in Ruhe und alleine lernt (z.B. progressive Muskelentspannung nach Jakobsen oder autogenes Training, wobei ich letzteres eher Problematisch im Zusammenhang mit Angststörungen, welche Angst vor Erkrankungen beinhalten, finde, da sich einigeÜbungen auf Atmung und Herzschlag beziehen). Andere Entspannungstechniken oder auch Atemtechniken werden an Volkshochschulen gelehrt (z.B. Yoga etc.). Im konkreten Fall von übermäßiger Unruhe und Rastlosigkeit hilft auch immer ein Schritt vor die Türe - selbst bei Nachtschlafenster Zeit. Manchmal höre ich auch einige Kinderhörspiele aus meinen Kindertagen - welche immer noch eine beruhigende Wirkung auf mich haben. Generell helfen auch Kamillendampfbäder (Inhalation).
Ich fasse noch einmal zusammen:
-gegen Muskelverspannungen: Wärmflasche, Einreiben mit Pfefferminzöl oder Tiegerbalsam.
-gegen Nervosität/Aufregung: Baldrian, Hopfen-, Passionsblumenextrakt; Spaziergang an der frischen Luft (selbst Nachts), warme Milch, Kräutertees (Pfefferminze, Kamille), Entspannungsübungen.
-gegen Atembeschwerden: warmes Fußbad, Kamillendampfbad (Inhalation), \"Handatmung\".
-gegen Schwindel: entspannt hinlegen, durchatmen, Pfefferminzöl auf die Schläfen.
-gegen Völlegefühl/Blähungen: Eigenmassagen des Bauches, einen Tropfen Pfefferminzöl trinken oder Kräutertees, Wärme.
Natürlich sind dies nur Maßnahmen, welche helfen können, eine Attacke besser zu überstehen und sich zu beruhigen.
Um die Angstattacken eines Tages vergessen zu können, muss man langfristig in einer Therapie daran arbeiten. Es kann auch Nützlich sein, solche Faktoren zu vermeiden, welche das vegetative Nervensystem schädigen, zu eleminieren und solche, welche das vegetative Nervensystem fördern, zu unternehmen.
\"Langfristige Maßnahmen für eine Stärkung der Nerven\"
Natürlich gilt es zunächst, Hektik und Stress im Privatleben zu minimieren. Darüber hinaus gibt es gewisse Faktoren, welche sich ungesund auf das vegetative Nervensystem und somit auch auf die Wahrnehmung von Angstattaken auswirken. Dies sind z.B.
-Stress
-Rauchen
-Alkohol
-Kaffee
-ungesunde, belastende, unregelmäßige Ernährung
-Bewegungsmangel
-wenig Aufenthalt im Freien
Aud die meisten psychisch Erkrankten, die ich kenne, treffen (fast) alle dieser Faktoren zu. Leider ist dies bei der Wahrnehmung von Schmerzen etwas ganz ungelegenes. So nehmen zum Beispiel (wortwörtlich) in der Regel Frauen, die wenig Sport treiben und eine nicht ganz so stark ausgeprägte Muskulatur im Bereich des Unterleibs haben, ihre Regel häufig überaus schmerzhaft wahr. Genauso ist es mit Angstpatienten und Ihren Symtomen: So führen Verspannungen zu einer Potenzierung der (verzerrten) Wahrnehmung.
Es fällt - gerade unter der Last einer psychischen Störung - unheimlich schwierig, sich das ein oder andere der oben stehenden Dinge anzugewöhnen. Ich habe mir zunächst diejenigen Dinge ausgesucht, welche mir leicht gefallen sind, und habe darauf verzichtet. Die meisten sollten in der Lage sein, ausgiebige Spaziergänge vorzunehmen. Und es ist auch einmal schön, den Tag mit einem Kräutertee und stillem Wasser zu beginnen statt mit Kaffee und Zigarette. Regelmäßige Mahlzeiten sind zudem günstig, der Verzicht auf übermäßig Fett und Zucker führt zu einem besseren Körpergefühl (und auch einer besseren Figur). Sport wirkt allgemein antidepressiv - darüber hinaus entspannt er und reguliert den Gehirnstoffwechsel besser. Selbst bei vorhandener somatischer Erkrankung gibt es immer noch Sportarten, welche man ausüben kann. Schwimmen soll insgesamt ganz weit vorne sein, zudem führt das reduzierte Körpergewicht im Wasser zu einer anderen Körperwahrnehmung (Entlastung von Muskulatur). Sich selber und seinen Körper zu pflegen und en gesundes Verhältnis zu sich selber aufzubauen ist ein wichtiger Schritt in Bezug auf Angstbewältigung.
\"Das Wesen der Angst\"
Allerdings ist die Angst prinzipiell nicht unser Feind. Sie macht uns auf Gefahr aufmerksam - häufig ist sie Signal dafür, daß wir etwas falsch machen. Ich persönlich finde, daß es stets einen Zusammenhang zwischen der angstauslösenden Situation und der Angst gibt. Ein gutes Mittel, dem falschen Mechanismus auf die Spur zu kommen, ist beispielsweise eine Therapie. Bei mir ist es so, daß ich mich z.B. häufig unbeachtet und alleine fühle. So kommt es in Situationen des Alltags, in denen ich tatsächlich unbeachtet und alleine bin (z.B. Bahnfahren) zu Panikattacken. Auch habe ich gelernt, daß ich gerne Verantwortung ablehne - verhalte ich mich also dementsprechend, daß ich meiner Verantwortung nicht gerecht werde, so folgt garantiert eine Angstattake bzw. eine schlaflose Nacht. Es ist eine harte Prüfung seiner Selbst - und noch härter ist es, nach vielen vielen Jahren falscher Gewohnheiten im erwachsenem Alter das Leben noch einmal neu zu erlernen. Aber letzten Endes führt es dazu, daß man die Angst nicht mehr braucht.
Wenn man es schafft, sich selber wirklich gerecht zu werden dann gelingt es auch im Alltag mit Situationen klar zu kommen, welche man früher gemieden und sich selber niemals zu meistern zugetraut hätte. Wenn man es schafft, ein authentischeres Lebensgefühl zu entwickeln, an sich stetig zu arbeiten und den inneren Schweinehund regelmäßig zu überwinden, dann ist die Angst über eine harte Trainingsstrecke hinweg bald passe.
In diesem Sinne wünsche ich allen Betroffenen ganz viel Kraft. Wesentlich ist die Begleitung des richtigen Therapeuten. Im Bedarfsfall darf es auch gerne mal ein sedierendes Medikament sein. Ansonsten hoffe ich, daß der ein oder andere Tip für euch dabei war - viel Glück & Kraft!
Bewerten / Kommentar schreiben