Angststörungen Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von dieda
Wenn der Mensch vor Menschen Angst hat
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Heute morgen habe ich im Radio einen kurzen Bericht über Menschen gehört, die an einer sozialen Phobie leiden. Bei Phobie werde ich schnell hellhörig, denn auch ich war eine Phobikerin, zwar keine soziale, aber dennoch eine, habe aber meine irrationalen Todesängste Gott sei Dank schon lange überwunden.
Jedoch meine große Tochter ist extrem schüchtern. Bei ihr kann ich mir vorstellen, dass sie unter einer sozialen Phobie leidet, denn die meisten Merkmale, über die ich im Radio gehört und jetzt auch im Internet gelesen habe, treffen voll auf sie zu.
Ich gebe euch mal ein paar Erläuterungen, damit ihr in Etwa euch darüber eine Vorstellung machen könnt.
Wir alle haben ja so an uns „Schwachstellen“, manche können nicht lügen, was ganz sicher kein Manko ist, andere sind eifersüchtig, was schon eher ein Manko sein kann, wenn es extrem ist und dann gibt es Leute, die sind so schüchtern, dass sie ihrem Gegenüber nicht in die Augen schauen können.
Die Grenzen zwischen Schüchternheit und sozialer Phobie sind fließend, jedoch gibt es einen entscheidenden Unterschied, schüchterne Menschen wissen darum, dass sie schüchtern sind, aber sie begeben sich dennoch in für sie schwierige Situationen, während dem jetzt die sozialen Phobiker diese Situationen meiden, nach dem sie in diesen Situationen für sich erfahren haben, dass sie sich sehr schlecht darin fühlen, d.h. also, dass diese angstbesetzten Menschen irrationale Ängste vor der Begegnung und dem Kontakt mit anderen Menschen haben.
Sie haben auch Angst vor dem Sprechen mit Menschen in der Öffentlichkeit, sie haben Hemmungen beim Auftreten in der Öffentlichkeit oder in Gruppen. Dabei treten körperliche Symptome auf, wie Erröten, schwitzen oder Herzklopfen.
Gedankenbilder schießen durch den Kopf und manifestieren sich immer mehr („ich bin inkompetent“, „ich bin uninteressant“, „meine Stimme ist monoton“, „ich bin hässlich“, „die Anderen lachen über mich“ usw.)
Das Vermeidungsverhalten, das diese extrem schüchternen Menschen oft bevorzugen, bringt neben der daraus resultierenden Isolation und Einsamkeit weitere erhebliche Nachteile mit sich.
Sie meiden Begegnungen mit ihren Mitmenschen und nehmen sich so selbst die Möglichkeit Belohnungen von der Umwelt zu erhalten. Sie sind oft anfälliger für Streß und verarbeiten die Ereignisse des Lebens schwieriger als Menschen, die durch Bezugspersonen (z.B. Freunde oder dem Partner) in schwierigen Situationen mit Rat und Tat und durch Zuhören ermuntert werden.
Als weitere Folge fehlt es ihnen an der Möglichkeit sich mit anderen Menschen auf sozialer Ebene zu vergleichen. Sie bekommen eine falsche Vorstellung von sozialem Verhalten und neigen zu übertriebener Selbstbewertung. Es fehlt das „soziale Training“. Nicht selten verfallen sie in Depressionen oder werden im Extremfall Alkoholiker.
Freunde zu gewinnen ist sicher nicht leicht. Auch andere haben Probleme, wie sie mit ihrer Persönlichkeit umgehen sollen. Der extrem Schüchterne jedoch möchte aber vor anderen seine vermeintlichen negativen Eigenschaften verstecken und geht daher auch keine näheren Kontakte zu anderen Menschen ein. Sie geben ihren Mitmenschen von daher gar nicht die Möglichkeiten, sie mit ihren auch interessanten Fähigkeiten kennenzulernen.
Dies alles führt dazu, dass dieser Phobiker eine sehr eingeschränkte Lebensqualität hat.
Es wird ihm nichts anderes übrig bleiben, einen Therapeuten aufzusuchen. Hier bieten sich Verhaltenstherapeuten an, die mit dem Klienten seine Ängste bearbeiten.
Wenn man selbst bereit ist, an sich zu arbeiten, um ein für sich bereicherndes Leben zu führen, dann steht dem nichts im Wege. Man muss sich vor allem Zeit lassen und sich immer wieder neu dazu motivieren, seine Ängste loszuwerden. Ich glaube, nichts ist schlimmer, als bei sich nach innen zu schauen und sich seine negativen Verhaltensweisen anzuschauen. Aber diese Arbeit birgt auch ein großes Glück in sich, nämlich die große Chance zu haben, endlich ein selbstsicheres und selbstbestimmtes Leben zu führen.
Man muss sich klarmachen, dass die Ängste nichts mit der Realität zu tun haben, sondern alleine in einem selber liegen und man diese durch gezieltes Training loswerden kann. Sicherlich bleiben Restbestände von Ängsten immer zurück, aber im Vergleich zu den alten sozialen Ängsten sind diese ein Klacks.
Eine Liste krankenkassenzugelassener Therapeuten erhaltet ihr direkt von eurer Krankenkasse. Da könnt ihr euch einen Therapeuten heraussuchen und habt sogar die Möglichkeit, Probestunden zu nehmen, die die Krankenkasse bezahlt. Besprecht das mit dem Sachbearbeiter eurer Krankenkasse oder macht das schriftlich mit ihm aus, falls es euch peinlich ist.
Viel Erfolg allen, die endlich dran gehen wollen, ihre Ängste zu minimieren oder ganz loszuwerden.
Und noch was: auch wenn es in der Bevölkerung immer noch negativ besetzt ist, dass man eine Therapie macht, lasst euch davon nicht beirren und geht euren Weg, denn wer fragt euch nach wie vielen Jahren auch immer, ob ihr mal eine Therapie gemacht habt, ihr lebt euer Leben und nicht das der anderen!
P.S. Mir ist jetzt schleierhaft, wie ich eine soziale Phobie bewerten soll??? Preisleistungsverhältnis????
Das ich die ganze Bewertung auf schlecht gesetzt habe, bedeutet eigentlich nur, dass es sich ja um eine Krankheit handelt und Krankheiten haben an sich ja nichts Positives. Jedoch aber birgt solch eine Lebenskrise oder wie man sie nennen mag, immer die Chance, sein Leben noch einmal neu einzurichten. Ich behaupte das einfach deshalb, weil ich selbst die Erfahrung genau so gemacht habe
Jedoch meine große Tochter ist extrem schüchtern. Bei ihr kann ich mir vorstellen, dass sie unter einer sozialen Phobie leidet, denn die meisten Merkmale, über die ich im Radio gehört und jetzt auch im Internet gelesen habe, treffen voll auf sie zu.
Ich gebe euch mal ein paar Erläuterungen, damit ihr in Etwa euch darüber eine Vorstellung machen könnt.
Wir alle haben ja so an uns „Schwachstellen“, manche können nicht lügen, was ganz sicher kein Manko ist, andere sind eifersüchtig, was schon eher ein Manko sein kann, wenn es extrem ist und dann gibt es Leute, die sind so schüchtern, dass sie ihrem Gegenüber nicht in die Augen schauen können.
Die Grenzen zwischen Schüchternheit und sozialer Phobie sind fließend, jedoch gibt es einen entscheidenden Unterschied, schüchterne Menschen wissen darum, dass sie schüchtern sind, aber sie begeben sich dennoch in für sie schwierige Situationen, während dem jetzt die sozialen Phobiker diese Situationen meiden, nach dem sie in diesen Situationen für sich erfahren haben, dass sie sich sehr schlecht darin fühlen, d.h. also, dass diese angstbesetzten Menschen irrationale Ängste vor der Begegnung und dem Kontakt mit anderen Menschen haben.
Sie haben auch Angst vor dem Sprechen mit Menschen in der Öffentlichkeit, sie haben Hemmungen beim Auftreten in der Öffentlichkeit oder in Gruppen. Dabei treten körperliche Symptome auf, wie Erröten, schwitzen oder Herzklopfen.
Gedankenbilder schießen durch den Kopf und manifestieren sich immer mehr („ich bin inkompetent“, „ich bin uninteressant“, „meine Stimme ist monoton“, „ich bin hässlich“, „die Anderen lachen über mich“ usw.)
Das Vermeidungsverhalten, das diese extrem schüchternen Menschen oft bevorzugen, bringt neben der daraus resultierenden Isolation und Einsamkeit weitere erhebliche Nachteile mit sich.
Sie meiden Begegnungen mit ihren Mitmenschen und nehmen sich so selbst die Möglichkeit Belohnungen von der Umwelt zu erhalten. Sie sind oft anfälliger für Streß und verarbeiten die Ereignisse des Lebens schwieriger als Menschen, die durch Bezugspersonen (z.B. Freunde oder dem Partner) in schwierigen Situationen mit Rat und Tat und durch Zuhören ermuntert werden.
Als weitere Folge fehlt es ihnen an der Möglichkeit sich mit anderen Menschen auf sozialer Ebene zu vergleichen. Sie bekommen eine falsche Vorstellung von sozialem Verhalten und neigen zu übertriebener Selbstbewertung. Es fehlt das „soziale Training“. Nicht selten verfallen sie in Depressionen oder werden im Extremfall Alkoholiker.
Freunde zu gewinnen ist sicher nicht leicht. Auch andere haben Probleme, wie sie mit ihrer Persönlichkeit umgehen sollen. Der extrem Schüchterne jedoch möchte aber vor anderen seine vermeintlichen negativen Eigenschaften verstecken und geht daher auch keine näheren Kontakte zu anderen Menschen ein. Sie geben ihren Mitmenschen von daher gar nicht die Möglichkeiten, sie mit ihren auch interessanten Fähigkeiten kennenzulernen.
Dies alles führt dazu, dass dieser Phobiker eine sehr eingeschränkte Lebensqualität hat.
Es wird ihm nichts anderes übrig bleiben, einen Therapeuten aufzusuchen. Hier bieten sich Verhaltenstherapeuten an, die mit dem Klienten seine Ängste bearbeiten.
Wenn man selbst bereit ist, an sich zu arbeiten, um ein für sich bereicherndes Leben zu führen, dann steht dem nichts im Wege. Man muss sich vor allem Zeit lassen und sich immer wieder neu dazu motivieren, seine Ängste loszuwerden. Ich glaube, nichts ist schlimmer, als bei sich nach innen zu schauen und sich seine negativen Verhaltensweisen anzuschauen. Aber diese Arbeit birgt auch ein großes Glück in sich, nämlich die große Chance zu haben, endlich ein selbstsicheres und selbstbestimmtes Leben zu führen.
Man muss sich klarmachen, dass die Ängste nichts mit der Realität zu tun haben, sondern alleine in einem selber liegen und man diese durch gezieltes Training loswerden kann. Sicherlich bleiben Restbestände von Ängsten immer zurück, aber im Vergleich zu den alten sozialen Ängsten sind diese ein Klacks.
Eine Liste krankenkassenzugelassener Therapeuten erhaltet ihr direkt von eurer Krankenkasse. Da könnt ihr euch einen Therapeuten heraussuchen und habt sogar die Möglichkeit, Probestunden zu nehmen, die die Krankenkasse bezahlt. Besprecht das mit dem Sachbearbeiter eurer Krankenkasse oder macht das schriftlich mit ihm aus, falls es euch peinlich ist.
Viel Erfolg allen, die endlich dran gehen wollen, ihre Ängste zu minimieren oder ganz loszuwerden.
Und noch was: auch wenn es in der Bevölkerung immer noch negativ besetzt ist, dass man eine Therapie macht, lasst euch davon nicht beirren und geht euren Weg, denn wer fragt euch nach wie vielen Jahren auch immer, ob ihr mal eine Therapie gemacht habt, ihr lebt euer Leben und nicht das der anderen!
P.S. Mir ist jetzt schleierhaft, wie ich eine soziale Phobie bewerten soll??? Preisleistungsverhältnis????
Das ich die ganze Bewertung auf schlecht gesetzt habe, bedeutet eigentlich nur, dass es sich ja um eine Krankheit handelt und Krankheiten haben an sich ja nichts Positives. Jedoch aber birgt solch eine Lebenskrise oder wie man sie nennen mag, immer die Chance, sein Leben noch einmal neu einzurichten. Ich behaupte das einfach deshalb, weil ich selbst die Erfahrung genau so gemacht habe
15 Bewertungen, 3 Kommentare
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27.08.2002, 15:01 Uhr von diewicca
Bewertung: sehr hilfreichLeider vertseht kaum einer, wenn ich sage ich habe Angst vor den Menschen.....
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20.04.2002, 21:15 Uhr von Caaro
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht über ein schwieriges Thema. LG Caro
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29.03.2002, 21:17 Uhr von AnetteBauer
Bewertung: sehr hilfreichkein leichtes Thema!
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