Anno 1602: Königsedition (PC Strategiespiel) Testbericht

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ab 17,95
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Erfahrungsbericht von bleiente

Anno 1602

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Anno 1602 Königsedition ist so ziemlich das beste Spiel, das ich je gespielt habe. Ich habe es mir vor einiger Zeit gekauft.
Nachdem ich das durchaus gute Tutorial, das das Management einer Siedlung verdeutlicht und die Handhabe der Truppen erklärt, beendet hatte, stürzte ich mich sofort auf die nächsten Missionen.
Innerhalb kurzer Zeit lernte ich, meine Inseln erfolgreich zu Managen, gewinnbringenden Handel mit den Nachbarn zu betreiben, meine Insel adäquat zu verteidigen und meinen lieben Nachbarn das Leben mit Hilfe meiner Kriegsschiffe und meiner Armeen ungemütlich zu machen.
Nach ein paar Tagen hatte ich die meisten Missionen durchgespielt.
Während ich vormittags in der Schule war, musste ich meist an Anno 1602 denken. Während mein Mathelehrer versuchte, mir die Freuden der linearen Algebra näher zu bringen, entwarf ich Taktiken, optimierte Warenkreisläufe, baute riesige Flotten und Armeen und unterwarf meine Gegner.
Man könnte sagen, ich war regelrecht süchtig nach diesem Spiel.
Wieder daheim ging ich sofort an den PC und spielte Anno 1602 bis meine Mutter mich zum Essen rief. Danach ging es weiter. Bis in die Abendstunden.
Aber ich hatte meinen Spaß. Ich eroberte Inseln, zwang Piraten in die Knie, verhalf meinen Einwohnern zu Reichtum und handelte mit meinen Konkurrenten.

Manchmal wurde ein Konkurrent übermütig und griff mich an.
Er eroberte einfach einen meiner wichtigen Produktionsstandorte. Sofort belud ich meine Flotte mit Soldaten und Waren, um die Insel zurückzuerobern und wieder aufzubauen. Nach kurzer Zeit musste der Konkurrent von meiner Insel weichen. Allerdings musste ich die ganze Insel wieder neu aufbauen. Neue Häuser, Plantagen, Erzminen errichten. Während die Produktion auf dieser Insel langsam wieder in Gang kam, produzierte ich weitere Schiffe, Kanonen und Soldaten. Als ich meinte, meine Armee sei groß genug und meine Flotte könne seiner trotzen, verlud ich meine Soldaten auf die Schiffe und segelte auf einen seiner Produktionsstandorte zu.
Es war Zeit für eine Strafexpedition.
Dort angekommen, suchte ich einen geeigneten Platz zum anlanden und entlud dort meine Soldaten. Der Feind merkte dies natürlich und sandte ebenfalls Armeen, in der Hoffnung, meinen Angriff abzuwehren. Es kam zu erbitterten Gefechten, aus denen ich allerdings wegen überlegener Taktik und Truppenstärke als Sieger hervorging. Ich zerstörte die Insel vollständig, plünderte seine auf dieser Insel stationierten Vorräte und gründete eine eigene kleine Siedlung, die ich, von einigen Wachtürmen und Soldaten verteidigt, zu einer Stadt mit großen Produktionsstätten ausbaute.
Der Feind hatte damit einen entscheidenden Rückschlag erlitten. Er musste hinnehmen, dass ich eine seiner Inseln übernommen hatte und er dadurch viele Waren nicht mehr selbst produzieren konnte. Er musste dazu übergehen, einige Waren von seinen Konkurrenten zu kaufen, was seine Staatskasse erheblich leiden ließ.
Da ich wusste, dass er auf viele meiner Produkte angewiesen war, verkaufte ich ihm vieles, natürlich zu stark überhöhten Preisen, und schädigte seine Infrastruktur damit dauerhaft. Er konnte sich lange Zeit nicht von diesem erheblichen Rückschlag erholen.
Und bis dahin konnte ich ihn nach Belieben ausbeuten und mich selbst bereichern.

Der wahre Schwerpunkt von Anno 1602 liegt allerdings im Management der eigenen Siedlungen. Es gibt sehr viele Rohstoffarten in Anno 1602, die zum großen Teil weiterverarbeitet und veredelt werden können.
Man muss immer für genug Essen sorgen, damit die eigenen Untertanen nicht missmutig werden und auswandern. Auch trinken die Untertanen gerne Alkohol und würzen ihr Essen gerne mit orientalischen Gewürzen. Und sie rauchen auch gerne.
Wenn ich ihnen Alkohol, Gewürze und Zigarren zur Verfügung stelle, sind sie zufriedener und zufriedene Bürger zahlen bereitwilliger höhere Steuern als unzufriedene.
Und so gibt es noch sehr viel mehr Rohstoffe, die entweder zum Bau verwendet werden, zu Werkzeugen und Waffen weiterverarbeitet werden, oder als Konsumgüter dienen.
Die Warenkreisläufe sind ebenfalls sehr ausgeklügelt.
So kann man Nahrung auf mehrere Arten bekommen:
Man kann Fischerhütten bauen. Die sind ziemlich billig, allerdings ist deren Produktivität auch sehr gering.
Man Rinderfarmen bauen. Diese liefern ihr Vieh beim Kontor ab. Wenn man noch Metzgereien baut, dann können diese das Vieh beim Kontor oder auch direkt bei der Farm abholen und zu Essen verarbeiten. Die Produktivität bei diesem kleinen Kreislauf ist relativ hoch.
Und schließlich gibt es noch eine Art, Nahrung zu gewinnen. Es ist von allen die mit der höchsten Rentabilität. Man baut eine Getreidefarm. Nach einer gewissen Zeit wird geerntet und das Korn wird zum Kontor transportiert. Das wiederum holt dann der Müller ab und bringt es in seine Windmühle, wo es zu Mehl verarbeit wird. Das wird dann auch zum Kontor gebracht, wo es vom Bäcker abgeholt wird, der das Mehl zu Brot verarbeitet.

Alles in allem kann ich Anno 1602 nur empfehlen. Der einzige Nachteil, der mir einfällt, ist, dass Anno 1602 bedingt süchtig machen kann. Wenn man Anno 1602 spielt, kann es sein, dass man die Zeit vergisst, und dadurch ein Date mit der Freundin verpasst. Zumindest ist mir das mal passiert. Auch kann es passieren, dass man einfach vergisst, zu Mittag zu essen. Das ist mir auch schon mal passiert.
Kurz gesagt: Anno 1602 ist ein absolut fesselndes Spiel, dass ich nur empfehlen kann.

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