Aquarium Testbericht

Aquarium
ab 177,60
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Erfahrungsbericht von Allgäuer

Ein tolles Hobby, aber nur wenn........

Pro:

bereichert das Leben, stärkt das Verantwortungsbewußtsein von Kindern, Zimmerschmuck, wenig Zeitaufwand für die Tierhaltung

Kontra:

Geht nicht ohne Lehrgeld und ohne verantwortungsbewußte Pflege

Empfehlung:

Ja

Egal ob man modern oder rustikal eingerichtet ist, ob man in einer kleinen Mietswohnung oder im eigenen Bungalow wohnt, ob man selten zu Hause ist oder aufgrund beruflicher und privater Termine viel unterwegs ist, ein Aquarium passt grundsätzlich in jede Wohnung.

Dabei ist von großem Vorteil, dass im Gegensatz zu Hund oder Katze ein Aquarium nur wenig Platz benötigt, das Mobiliar nicht unter den Attacken der Haustiere leiden muß und ein vielbeschäftigter Single auf diese Weise ganauso Haustiere halten kann wie eine kinderreiche Familie. Allerdings sind gewisse Mindestkenntnisse erforderlich.

Ich will hier eine kleine Entscheidungshilfe geben. Wer mit dem Gedanken spielt sich ein Aquarium zuzulegen, der muß ein paar Dinge vorab klären:

1. Habe ich einen geeigneten Platz?
2. Wie groß soll das Aquarium sein?
3. Wie hoch dürfen die Kosten für Anschaffung und den laufenden Betrieb sein?
4. Wieviel Zeit will/kann ich für das Aquarium regelmäßig aufwenden?

Am aller Wichtigsten ist den 1. Punkt zu klären:

Ein Aquarium ist in meinen Augen ein ganz besonders attraktiver Zimmerschmuck aber es kann, wenn es einmal steht und voller Wasser ist, nicht mehr bewegt werden. Der Standort sollte im Sichtfeld von der üblicherweise benutzten Sitzgelegenheit, ohne direkte Sonneneinstrahlung sein, in direkter Nähe eines Stromanschlusses und ACHTUNG!!! so dass das Eigengewicht des Aquariums weder den Bodenbelag noch die Trittschalldämmung oder gar die Deckenkonstruktion beschädigt.

Ein Aquarium mit nur 1 m Länge, 50 cm Breite und 50 cm Tiefe kann mit der kompletten dazugehörigen Ausrüstung schnell einmal 500 kg Gesamtgewicht auf die Waage bringen. Stehen dann noch 4 Leute mit meiner Statur davor, dann haben wir eine Belastung von fast 1 Tonne auf einem Quadatmeter. Ich empfehle daher vor der Entscheidung Informationen über die Deckenbeschaffenheit einzuholen. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass die Decke durchbricht, aber wenn die Trittschalldämmung kaputtgeht, dann kann das ein sehr teures Vergügen werden. Sollte dadurch das Becken schief zu stehen kommen und undicht werden, dann gibts möglicherweise zusätzlich zum Ärger mit dem Vermieter auch noch Stress mit der darunter wohnenden Familie.

Aber keine Angst. Ich habe in einem Hochhaus im 7. Stock auf einer Ziegeldecke ein Becken mit über 2m Länge, 65 cm Breite und 60 cm Wassertiefe und einem Gesamtgewicht von deutlich über einer Tonne stehen gehabt und trotz der Bedenken der Statikerin ist 10 Jahre lang nichts passiert. Das verdanke ich einer soliden Unterkonstruktion.

Die Größe des Aquariums hat gleich auf die anderen 3 Punkte Auswirkungen, deswegen spielt sie eine große Rolle:

Natürlich braucht ein großes Becken neben mehr Platz auch einen stabileren Unterschrank, aufwändigere Beleuchtung und Filterung sowie eine stärkere Heizung. Alles in allem also auch einen größeren Geldbeutel. Dazu kommt, dass für die Einrichtung auch mehr Material, Pflanzen und Fische benötigt werden.
Meiner Meinung nach sollte ein Becken das weniger als als 160 Liter fasst (100 x40x40 cm) nicht als Zimmeraquarium aufgestellt werden, andereseits ist so ein Meterbecken auch eine gute Größe um anzufangen. Wer etwas mehr Platz hat sollte lieber auf 120cm Länge gehen.

Das hat verschieden Gründe. Zum Einen ist in einem großen Aquarium viel leichter ein biologisches Gleichgewicht herzustellen als in einem sehr kleinen, außerdem benötigen die Fische einen gewissen Schwimmraum, ohne den eine artgerechte Haltung nicht möglich ist und darüber hinaus ist natürlich die optische Wirkung davon abhängig wie sich die Größe der Sichtscheibe im Verhältnis zur Raumgröße darstellt.

Bezüglich der Kosten ist festzustellen, dass, je nach Ausführung und Qualität eim sogenanntes Meterbecken mit der entsprechenden Mindsestausstattung (Filter, Pumpe, Heizer, Beleuchtung) schon für rund 100 € in diversen Baumärkten angeboten wird. Dabei halten sich dann auch die Betriebskosten noch in Grenzen. Beleuchtung ca. 60 W, Pumpe ca. 10 W und Heizung ca. 75 W ergeben, zusammen mit einer Schaltuhr, Energiekosten, die bei etwas bewußtem Umgang mit dem Strom in den meisten Haushalten problrmlos an anderer Stelle eingspart werden könnten.

Bei erheblich gößeren Becken, so ab 500 Liter, bis hin zu den ganz großen „Wannen“ mit einem oder gar mehreren Kubikmetern Wasserinhalt, ist es sinnvoll nicht nur mit einem oder mehreren Heizstäben das Wasser auf Temperatur zu bringen, sondern mit Heizmatten oder gar durch Anschluß eines Wärmetauschers an die Raumheizung (Gas/Öl). Aber wer in solchen Dimensionen plant, der braucht sowieso professionelle Unterstützung.

Was bei den Kosten nicht vergessen werden darf ist ein stabiler Unterschrank. Moderne Aquarienbecken sind geklebt und meistens ohne Rahmen. Nur auf einem stabilen Unterschrank ist gewährleistet, dass für das schwere Aquarium eine ebene, verwindungsfreie Standfläche für ein dichtbleibendes Becken sorgt. Sollte sich ein ungeeigneter Unterschrank durch das Gewicht verziehen, dann ist die Undichtigkeit, entweder durch sich lösende Klebestellen oder durch unter Spannung brechende Gläser, vorprogrammiert - glauben Sie mir das, ich habe es erlebt.

Ach ja, der Zeitfaktor. Fische sind genügsam. Wenn sie in ausreichendem Maße mit Futter versorgt werden, dann reicht normalerweise ein monatlicher Wasserwechsel von etwa 1/3 der Gesamtwassermenge aus, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Besatz mit Tieren nicht zu dicht ist. Wie schon angedeutet ist ein biologisches Gleichgewicht, als Voraussetzung für gesunde Pflanzen und Fische, in einem größeren Aquarium leichter herzustellen als in einem kleinen Becken. Das heißt, je weniger Zeit ich für dieses Hobby zu Verfügung habe, desto mehr technische Ausstattung ist nötig und desto mehr Wasser sollte Platz haben.

Es geht manchmal ganz schnell. Ein Sonderangebot gekauft, daheim ausgepackt, Wasser rein, Kies rein , Heizer angeschlossen, Pumpe eingesteckt, und schon kanns losgehen.

DENKSTE!

Die ersten Fische sollten frühestens eingesetzt werden, wenn das Wasser bereits ein Woche eingelaufen ist, d.h. wenn sich die Bakterien gebildet haben, die dafür sorgen, dass die Stoffwechselprodukte der Fische auch schnell genug abgebaut werden können. Wenn das Aquarium dann einmal läuft, dann darf nicht der häufigste Anfängerfehler (nach dem zu frühen Einsetzen der Fische) gemacht werden. Das Schlimmste was jetzt noch passieren kann ist Überfütterung. Zuviel Futter sinkt auf den Boden und verdirbt das Wasser. Die Fäulnis entzieht dem Wasser den Sauerstoff und die Fische sterben ruckzuck.

Ich empfehle dringend jedem Neuaquarianer sich zunächst – und das heißt vor der Kaufentscheidung – mit der Theorie auseinanderzusetzen, damit er in der Lage ist seinen Tieren möglichst optimale Haltungsbedingungen zur Verfügung zu stellen. Es gibt im Fachhandel Beratung, Literatur und auch die Aquarienvereine helfen gerne ihr Hobby noch weiter zu verbreiten.

Gut überlegt gehört vor allem die Auswahl der Fische. Nicht alles was schön aussieht kann auch zusammen gehalten werden. Es gibt Tiere die brauchen weiches Wasser, andere hartes, die Temperatur spielt eine große Rolle und natürlich ist es auch Tierquälerei ein einziges Exemplar von einer Schwarmfischeart zu halten. Es gibt Fische die brauchen ruhiges Wasser, andere benötigen Stömung, manche brauchen Schwimmraum, andere dichten Pflanzenbewuchs, und je nach dem, fressen sich die Insassen eines Aquariums auch gegenseitig, wenn bei der Auswahl der Fische Fehler gemacht wurden. Es gibt noch vieles zu beachten, aber das würde den Rahmen eines Berichtes hier sprengen.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Aquaristik ein wunderschönes Hobby sein kann, wenn das nötige Fachwissen vorhanden ist. Unser Aquarium hat die Kinder schon im Babysafe fasziniert und später haben Sie Verantwortung für die Pflege der Fische und Pflanzen übernommen. Dabei ein sehr ausgeprägtes Gefühl für Umwelt und die komplexen Zusammenhänge in einem biotop bekommen. Auf diese Weise hat ein Aquarium auch erzieherische Funktion.

Ein gut gepflegtes Aquarium macht weniger Arbeit als jedes andere Haustier und kann auch einmal für ein paar Tage alleine gelassen werden. Machen Sie das mal mit einem Hamster oder einem Hund. Außerdem werden Sie schnell feststellen, dass die Fische auf ihren Pfleger reagieren, man kann Fische aus der Hand füttern, züchten und beobachten. Schnell baut man eine persönliche Beziehung zu jedem einzelnen Fisch auf und freut sich wenn die Tiere mit strahlenden Farben dafür belohnen dass sie optimale Haltungsbedingungen bekommen haben.

ICH APPELLIERE DAHER AN ALLE AQUARIANER :

DENKT DARAN - AUCH BILLIGE FISCHE SIND VOLLWERTIGE LEBEWESEN, SIE HABEN EINEN ANSPRUCH AUF ARTGERECHTE HALTUNG UNABHÄNGIG VOM KAUFPREIS, GEANUSO WIE EIN SÜNDTEURES RASSEPFERD ODER EIN HUND!

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