Stuntman (PS2 Spiel) Testbericht

Stuntman-ps2-spiel
ab 18,31
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
5 Sterne
(1)
4 Sterne
(3)
3 Sterne
(2)
2 Sterne
(1)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Grafik:  gut
  • Sound:  gut
  • Bedienung:  einfach
  • Wird langweilig:  nie
  • Suchtfaktor:  hoch
  • Spielanleitung:  gut

Erfahrungsbericht von Yasmeen

Stunts in Hollywood

Pro:

Originelle Spielidee, unterschiedliche Schauplätze, viel Action, netter Editor, sehr gutes Schadensmodell

Kontra:

Es mangelt an Hilfestellungen, so dass wir minutenlang ahnungslos umherirren, ausprobieren und nicht selten neu starten müssen, unfaire Passagen, ziemlich miese Kollisionsabfrage, auf Dauer nervtötend, kein Zweispielermodus, nur durchschnittliche

Empfehlung:

Ja

Dass es sich bei „Stuntman“ für die Sony Playstation 2 um ein Videospiel handelt, welches seinen Schwerpunkt auf möglichst viel Action legt, war allein angesichts des Titels von vornherein zu erwarten gewesen. Weniger zu erwarten war allerdings, dass es sich hier ausschließlich um ein Solospielervergnügen handelt, was ich persönlich überhaupt nicht verstehen will und was natürlich zu Abzügen in der Gesamtbeurteilung dieses PS2-Spiels führen muss. Eigentlich fängt dieses Spiel äußerst vielversprechend an, doch mit zunehmender Spieldauer wird es immer mehr zur Gewissheit, dass wir es leider nur mit einem ziemlichen Durchschnittstitel zu tun haben, welches trotz guter Ansätze nicht besonders lange motivieren kann. Kurzzeitig spaßig ist dieses Stuntspektakel aber schon, einen gewissen Unterhaltungsgrad kann man diesem Spiel grundsätzlich daher nicht absprechen. Nun aber erst einmal der Reihe nach.

Im Mittelpunkt dieses actionreichen Spiels steht die Karriere als Stuntman, wobei es sich am Anfang empfiehlt, ausgiebig im Trainingsmodus zu üben beziehungsweise regelmäßig in der Fahrschule vorbeizuschauen. In den unterschiedlichen Rubriken Zeitfahren, Präzision und Stuntprüfung tobt Ihr Euch solange aus, bis Ihr das Gefühl habt, so langsam aber sicher Euch an die Karriere heranwagen zu können. Einerseits absolviert Ihr mit den unterschiedlichsten Autos (denn nur in Verbindung mit diesen erfolgen die Stunts) Einparkübungen unter Zeitdruck, sucht im Eiltempo die Arena nach versteckten Münzen ab oder geht auf dem großen Filmgelände (in welchem die Stunts natürlich gedreht und in die entsprechenden Filme mit eingebaut werden) auf die Jagd nach neuen Bestzeiten. Eine besonders lange Eingewöhnungsphase werdet Ihr dabei allerdings nicht brauchen, denn die Steuerung ist hier sehr einfach gehalten worden (Gas, Bremse, Handbremse, Rückwärtsfahren), ziemlich schnell solltet Ihr daher den Bogen raus haben. Ganz gleich, wie kurvenreich der Parcours ein mag, große Probleme beim Manövrieren gibt es nicht, denke ich. Während die Kameraführung größtenteils keinen Anlass zum Meckern bietet und wir meistens gute Sicht auf das Geschehen haben, sieht es bei der Kollisionsabfrage schon wesentlich schlechter aus, irgendetwas scheint da nicht zu stimmen, das Ganze gestaltet sich doch ziemlich haklig. Das ist insofern von Bedeutung beziehungsweise von großer Tragweite, da bei den einzelnen Stunts zentimetergenaue Aktionen gefragt sind, das Timing beim Bremsen und Driften unbedingt stimmen muss. Da hier besonders viel Wert auf eine möglichst realistische Fahrphysik gelegt wurde (was ja eigentlich auch sehr zu begrüßen und somit positiv zu bewerten ist), hat dies zur Folge, dass Ihr einige frustrierende Momente durchleben müsst, an Eure Geduld und speziell Euer Nervenkostüm werden erhöhte Anforderungen gestellt, um es noch milde auszudrücken. Wer von Euch also nicht außerordentlich viel Liebe zum Fabrizieren von Stunts mitbringt, solltet es lieber schleunigst sein lassen, ansonsten werdet Ihr ziemlich schnell schlechte Laune bekommen.

In der Karriere erwarten uns alles in allem sechs Spielfilme, die jeweils in mehrere Abschnitte unterteilt sind, insgesamt dürften es an die fünfundzwanzig Szenarien sein. Zu Beginn wird uns kurz der Inhalt des Films erläutert, doch sehr schnell geht es dann zu den eigentlichen Stunts, die wir fortan absolvieren müssen. Im Hafengebiet von London rasen wir beispielsweise an Lagerhäusern vorbei, in Bangkok hoch oben auf den Dachterrassen, in Ägypten quer durch die Wüste, aber auch die Straßen von Monaco machen wir unsicher und fahren dabei praktisch alles kurz und klein, was auf und auch etwas abseits der Strecke platziert ist, so zum Beispiel Fässer, Kisten und Straßensperren und auch das Demolieren herumstehender Autos ist praktisch an der Tagesordnung. Über Funk erhalten wir vom Regisseur des Films genaue Anweisungen, denen natürlich sofort Folge geleistet werden muss. Demzufolge können wir auch nicht Halt machen, wenn es heißt, sich möglichst nahe an Explosionen aufzuhalten, um noch relativ viel von der Druckwelle mitzubekommen, gerade das wird mehr als nur einmal von uns verlangt. Dabei stehen wir unter permanentem Zeitdruck, denn innerhalb eines vorgegebenen Zeitlimits müssen wir einen Abschnitt gemeistert beziehungsweise den jeweiligen Checkpoint passiert haben, ansonsten müssten die teils minutenlangen Szenen nochmals und nochmals und nochmals gedreht werden und es würde auf Dauer ziemlich mies mit unserer Karriere als Stuntman (oder auch Stuntfrau) aussehen. Seid also rasend schnell unterwegs und bleibt dabei bloß nicht an „irgendeinem“ Hindernis hängen, Letzteres wird äußerst schwierig, da die Kollisionsabfrage nicht besonders gut gelungen ist und Euch innerhalb kürzester Zeit den Schweiß auf die Stirn treiben und Eure Nerven strapazieren wird.

Die Fahrzeuge, in denen wir Platz nehmen, sind dabei sehr unterschiedlich und natürlich von der Art der entsprechenden Filmszene abhängig, vom Sportwagen über Limousine, Polizeiwagen oder auch ausgefallene fahrbare Untersätze wie ein Schneemobil oder Panzerwagen sollen dafür sorgen, dass uns nie so richtig langweilig wird. Während wir durch tiefverschneites Gelände, Industriegebiete oder auch durch die Zentren der Großstädte brausen, klärt uns ein Schadensmodell darüber auf, wie es um den momentanen Zustand unseres Autos bestellt ist, ist dieser zu schlecht, wird der Dreh auch abgebrochen. Wer von Euch schließlich erst einmal die Nase voll von der Karriere hat, darf sich eigene Stuntshows konstruieren und in einem Editor eigene Kurse schaffen und diese mit zahlreichen Hindernissen ausstatten. Die Art und Anzahl der Gegenstände, die wir dort verwenden dürfen, richtet sich allerdings nach unseren Erfolgen im Karrieremodus, so dass wir eigentlich nie drumherum kommen, uns wieder und wieder und immer wieder durch die strapaziösen Aufgaben zu quälen. Ich denke, dass Ihr nach einer guten Stunde wisst, woran Ihr hier seid, interessant und vor allem originell ist der Spielverlauf auf jeden Fall und actionreich sowieso, nur ob Ihr dies angesichts des heftigen Schwierigkeitsgrades auch wirklich Euren Nerven antun wollt, müsst Ihr selbst entscheiden, unfaire Elemente sind hier jedenfalls nicht zu übersehen, denke ich.

Sowohl Grafik als auch Sound sind im Großen und Ganzen nur solider Durchschnitt, ich hatte mir in diesen beiden Punkten jedenfalls deutlich mehr versprochen, wobei der Sound noch etwas besser abschneidet. Die Autos sind manchmal arg kantig modelliert und die Hintergrundkulissen strotzen auch nicht immer vor Details, einige Texturen sowohl am Boden als auch bei den Häuserfassaden sehen manchmal etwas billig aus, wie ich fand. Auf Dauer wirkt die Optik leider ziemlich langweilig, besondere Spezialeffekte sind eher Mangelware, hingegen mir das Schadensmodell, die teils abfliegenden Autoteile und sehr unterschiedlichen Landschaften (u.a. London, Bangkok, Ägypten, Monaco) richtig gut gefielen und zumindest für ordentlich viel Abwechslung sorgen. Sehr nett anzuschauen sind schließlich auch die Filmsequenzen, die wir nach Abschluss des Drehs bestaunen dürfen, diese entlohnen uns zumindest ein wenig für die nicht gerade geringen Strapazen zuvor. Die Soundeffekte hätten angesichts des großen Actionspektakels, welches wir hier durchleben, noch einen Tick krachender und vor allem abwechslungsreicher sein können, die Hintergrundmelodien sind da nicht ganz so wichtig. Die Akustik ist zwar völlig okay und untermalt die Spielatmosphäre angemessen, doch außerordentlich mitreißend ist sie nicht.

Das Hauptproblem bei diesem Stuntspektakel für die PS2 ist aber der nicht zu unterschätzende Frustfaktor. Oft wisst Ihr einfach nicht, wo es langgehen soll, so dass wir einen Kurs beziehungsweise eine minutenlange Szene viel zu oft wiederholen müssen, das nervt. Mindestens genauso nervig ist die Tatsache, dass die Kollisionsabfrage unübersehbare Mängel aufweist und wir beispielsweise mit einem LKW oder Panzer an einem Mini-Felsbrocken hängen bleiben, na super. Es sind also nicht nur Geschicklichkeit und Reaktionsvermögen gefragt, sondern auch stures Auswendiglernen, x-faches Ausprobieren und somit eine Engelsgeduld. Das schmeckte mir überhaupt nicht und spricht für erhebliche Mängel im Hinblick auf das Spieldesign an sich. Trotzdem machen (einigen von Euch) die spektakulären Stunts sicherlich Spaß und die Spielidee an sich ist ja auch nicht gerade schlecht und enthält durchaus motivierende Ansätze. Um einen richtigen Hit für die Playstation 2 handelt es sich aus den genannten Gründen aber bei weitem nicht, für eine knappe Empfehlung reicht es aber dennoch.

43 Bewertungen, 7 Kommentare

  • schokofan

    21.06.2006, 16:48 Uhr von schokofan
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein sh und glg Dagmar

  • topfmops

    21.06.2006, 15:27 Uhr von topfmops
    Bewertung: sehr hilfreich

    AHA !! . . . . . und ich sage und schreibe immer ‚AHA’, wenn ich mal wieder was Neues gelernt hab’. Und bei diesem Bericht habe ich viel für mich Neues erfahren.

  • anonym

    21.06.2006, 14:36 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh :o)

  • morla

    21.06.2006, 13:05 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • Estha

    21.06.2006, 12:28 Uhr von Estha
    Bewertung: sehr hilfreich

    ☼☼☼ ... lg susi ... ☼☼☼

  • sokinai

    21.06.2006, 10:05 Uhr von sokinai
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg sonja

  • SuicideToday

    21.06.2006, 09:35 Uhr von SuicideToday
    Bewertung: sehr hilfreich

    ~*~sehr hilfreich~*~man liest sich~*~