Aufklärung Testbericht

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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Indigo
Erziehung und Bildung!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Erziehung und Bildung beginnen spätestens mit der Geburt!
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Wir alle kennen wohl dieses Sprichwort, die radikalen Feministinnen ersetzen Hans durch Susi und beginnen mit Susilein. Wie fast immer ist an Sprichwörtern ein wahrer Kern. Wir wissen, was schon unsere Großeltern wussten, was nun aber sogar die OECD-Studie, die Unternehmensberatung McKinsey und die Pisa-Analysten hervorgegraben haben: Deutschland hinkt in der vorschulischen Bildung und Erziehung sowohl qualitativ als auch quantitativ den anderen Ländern hinterher.
Unsere Bundesfamilienministerin – zur Zeit ist das Renate Schmidt – denkt laut über ein verpflichtendes Kindergartenjahr vor der Schule nach, fordert mehr Krippenplätze und mehr Ganztagsbetreuung. Lassen wir mal beiseite, wer das dann bezahlen soll und polemisieren wir mal nicht, indem wir zudem nach dem Führerschein für Eltern rufen, so ist doch eines klar. In den alten Bundesländern geht ein Kind durchschnittlich etwa 4.000 Stunden in den Kindergarten, in den jungen Bundesländern sind es über 6.000 Stunden. Diese Zeit kann man wesentlich effektiver nutzen als ein klassisches Betreuungsangebot vorzuhalten, wo die Kinder zur Elternübergabezeit am Nachmittag vornehmlich sauber, trocken und satt sein sollen.
Wir wissen, dass in Deutschland wie in kaum einem anderen Land Westeuropas das soziale Herkunftsmilieu über Bildungs- und Berufschancen entscheidet. Wenn es auch keine Klassengesellschaft ist, so sind die sozialen Barrieren nach wie vor wenig durchlässig. Kinder von Migranten sind mehrfach benachteiligt, solange sie die deutsche Sprache nicht können. Da beim Pisa-Vergleich immer wieder Finnland als Siegernation genannt wird, so sei hier nur am Rande erwähnt, dass in Finnland Fernsehsendungen eben nicht synchronisiert werden, die Kinofilme ebenso wenig. Allein dadurch lernen alle Kinder, die genauso gern und ebenso zuviel Fernsehen konsumieren, schnelles und sinnerfassendes Lesen. In Berlin mussten dieses Jahr im Januar erstmals 25000 potentielle Erstklässler zum Sprachtest antreten. Ein erster Schritt, denn nur so kann die Sprachförderung vor der Schule überhaupt ansetzen und wirksam werden.
Erziehung ist eines der höchsten Güter der Eltern, sie haben das Recht und sie haben die Pflicht. Die staatlichen Eingriffsnormen stehen hier meines Erachtens mit Recht vor ziemlich hohen Hürden. Was kann man denn nun trotzdem für Familien tun, die sich um die Erziehung und Bildung ihrer Kinder sorgen und was ist gleichzeitig für alle Eltern zugänglich, ob sie sich nun interessieren oder engagieren oder eben nicht?
Es gilt die Qualität der Kindergärten und Kindertagesstätten zu verbessern. Je eher eine Förderung auf einer individualisierten Ebene ansetzt, umso erfolgreicher sind die Aussichten, dass die Kompetenzen für alle Kinder aus allen sozialen Milieus förderfähig werden und auch tatsächlich gefördert werden.
Ich vertrete keineswegs die Auffassung, dass es zukünftig für ein Kind problematisch werden könnte, wenn es bis zur Einschulung keine professionalisierte pädagogische Einrichtung besucht. Wenn es aber eine pädagogische Einrichtung besucht, dann muss dieser Kindergarten bzw. diese Kindertagesstätte modernen Qualitätsanforderungen genügen. Kindertagesstätten sind nicht etwa sinnvoll, weil Frauen erwerbstätig bleiben können. Vielmehr ist Frauenerwerbstätigkeit sinnvoll und es existieren Kindertagesstätten, die immer noch und allzu gern an ihren Öffnungszeiten gemessen werden.
Kritiker betonen gern, mehr Qualität koste mehr Geld. Es gilt zunächst die Frage zu beantworten, welche Qualität denn für das bisherige Geld geboten wird. Immer wieder reden Verantwortliche von rechtlichen Schranken, personellen Begrenzungen und von politischen Unwägbarkeiten. Eltern wollen jedoch nicht vorgekaut bekommen, was warum nicht geht. Viel interessanter ist, was unter den gegenwärtigen Bedingungen möglich ist. Dann ist sehr wohl die Frage erlaubt, warum es nicht geschieht.
Was kann man also tun?
Zunächst muss die frühkindliche Förderung in den Kindergärten inhaltlich und konzeptionell erfasst werden. Es ist zu definieren, was an Bildungsprozessen vor der Schule ablaufen soll, wie das initiiert werden soll und wie das Bildungsniveau eines Sechsjährigen dann in die Grundschule einmündet. Existiert in jeder Schule ein Lehrplan, so brauchen Kindertagesstätten Bildungspläne.
Weiterhin ist die Ausbildung der Pädagogen des Kindesalters, also die Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher, zu reformieren. Schon jetzt ist die Ausbildung ebenso lang wie ein Studium an einer Fachhochschule, findet aber auf Fachschulniveau statt. Schon heute besetzen fortschrittliche Träger die Leitungsfunktionen in Kindertagesstätten mit Diplom Sozialpädagogen oder Sozialmanagern.
Die Kindertagesstätten müssen zudem über ihre Betreuungsfunktion hinaus auch Erziehungsberatung für die Eltern anbieten. Analog zum Elternsprechtag an der Schule ist ein Expertenaustausch zwischen Erziehern und Eltern zu etablieren, welcher zielgerichtet und planmäßig Erziehungsberatung und Erziehungscontracting zwischen Kindertagesstätte und Familie organisiert.
Jede Kindertagesstätte braucht schließlich auch ein Leitbild, individuelle Erziehungsziele und eine pädagogische Konzeption, die nicht in der Schublade zustaubt, sondern tagtäglich angewendet wird.
Das waren verkürzt nur vier Aspekte, die auch kurzfristig umsetzbar sind.
In der Geschichte der Kleinkindpädagogik wurde leider schon zu oft folgendes Leitmotiv befolgt:
ERST VERLOREN SIE DAS ZIEL AUS DEN AUGEN,
DANN VERDOPPELTEN SIE DIE GESCHWINDIGKEIT!
Ein noch nicht resignierender Indigo dankt für die Lesung.
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Wir alle kennen wohl dieses Sprichwort, die radikalen Feministinnen ersetzen Hans durch Susi und beginnen mit Susilein. Wie fast immer ist an Sprichwörtern ein wahrer Kern. Wir wissen, was schon unsere Großeltern wussten, was nun aber sogar die OECD-Studie, die Unternehmensberatung McKinsey und die Pisa-Analysten hervorgegraben haben: Deutschland hinkt in der vorschulischen Bildung und Erziehung sowohl qualitativ als auch quantitativ den anderen Ländern hinterher.
Unsere Bundesfamilienministerin – zur Zeit ist das Renate Schmidt – denkt laut über ein verpflichtendes Kindergartenjahr vor der Schule nach, fordert mehr Krippenplätze und mehr Ganztagsbetreuung. Lassen wir mal beiseite, wer das dann bezahlen soll und polemisieren wir mal nicht, indem wir zudem nach dem Führerschein für Eltern rufen, so ist doch eines klar. In den alten Bundesländern geht ein Kind durchschnittlich etwa 4.000 Stunden in den Kindergarten, in den jungen Bundesländern sind es über 6.000 Stunden. Diese Zeit kann man wesentlich effektiver nutzen als ein klassisches Betreuungsangebot vorzuhalten, wo die Kinder zur Elternübergabezeit am Nachmittag vornehmlich sauber, trocken und satt sein sollen.
Wir wissen, dass in Deutschland wie in kaum einem anderen Land Westeuropas das soziale Herkunftsmilieu über Bildungs- und Berufschancen entscheidet. Wenn es auch keine Klassengesellschaft ist, so sind die sozialen Barrieren nach wie vor wenig durchlässig. Kinder von Migranten sind mehrfach benachteiligt, solange sie die deutsche Sprache nicht können. Da beim Pisa-Vergleich immer wieder Finnland als Siegernation genannt wird, so sei hier nur am Rande erwähnt, dass in Finnland Fernsehsendungen eben nicht synchronisiert werden, die Kinofilme ebenso wenig. Allein dadurch lernen alle Kinder, die genauso gern und ebenso zuviel Fernsehen konsumieren, schnelles und sinnerfassendes Lesen. In Berlin mussten dieses Jahr im Januar erstmals 25000 potentielle Erstklässler zum Sprachtest antreten. Ein erster Schritt, denn nur so kann die Sprachförderung vor der Schule überhaupt ansetzen und wirksam werden.
Erziehung ist eines der höchsten Güter der Eltern, sie haben das Recht und sie haben die Pflicht. Die staatlichen Eingriffsnormen stehen hier meines Erachtens mit Recht vor ziemlich hohen Hürden. Was kann man denn nun trotzdem für Familien tun, die sich um die Erziehung und Bildung ihrer Kinder sorgen und was ist gleichzeitig für alle Eltern zugänglich, ob sie sich nun interessieren oder engagieren oder eben nicht?
Es gilt die Qualität der Kindergärten und Kindertagesstätten zu verbessern. Je eher eine Förderung auf einer individualisierten Ebene ansetzt, umso erfolgreicher sind die Aussichten, dass die Kompetenzen für alle Kinder aus allen sozialen Milieus förderfähig werden und auch tatsächlich gefördert werden.
Ich vertrete keineswegs die Auffassung, dass es zukünftig für ein Kind problematisch werden könnte, wenn es bis zur Einschulung keine professionalisierte pädagogische Einrichtung besucht. Wenn es aber eine pädagogische Einrichtung besucht, dann muss dieser Kindergarten bzw. diese Kindertagesstätte modernen Qualitätsanforderungen genügen. Kindertagesstätten sind nicht etwa sinnvoll, weil Frauen erwerbstätig bleiben können. Vielmehr ist Frauenerwerbstätigkeit sinnvoll und es existieren Kindertagesstätten, die immer noch und allzu gern an ihren Öffnungszeiten gemessen werden.
Kritiker betonen gern, mehr Qualität koste mehr Geld. Es gilt zunächst die Frage zu beantworten, welche Qualität denn für das bisherige Geld geboten wird. Immer wieder reden Verantwortliche von rechtlichen Schranken, personellen Begrenzungen und von politischen Unwägbarkeiten. Eltern wollen jedoch nicht vorgekaut bekommen, was warum nicht geht. Viel interessanter ist, was unter den gegenwärtigen Bedingungen möglich ist. Dann ist sehr wohl die Frage erlaubt, warum es nicht geschieht.
Was kann man also tun?
Zunächst muss die frühkindliche Förderung in den Kindergärten inhaltlich und konzeptionell erfasst werden. Es ist zu definieren, was an Bildungsprozessen vor der Schule ablaufen soll, wie das initiiert werden soll und wie das Bildungsniveau eines Sechsjährigen dann in die Grundschule einmündet. Existiert in jeder Schule ein Lehrplan, so brauchen Kindertagesstätten Bildungspläne.
Weiterhin ist die Ausbildung der Pädagogen des Kindesalters, also die Ausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher, zu reformieren. Schon jetzt ist die Ausbildung ebenso lang wie ein Studium an einer Fachhochschule, findet aber auf Fachschulniveau statt. Schon heute besetzen fortschrittliche Träger die Leitungsfunktionen in Kindertagesstätten mit Diplom Sozialpädagogen oder Sozialmanagern.
Die Kindertagesstätten müssen zudem über ihre Betreuungsfunktion hinaus auch Erziehungsberatung für die Eltern anbieten. Analog zum Elternsprechtag an der Schule ist ein Expertenaustausch zwischen Erziehern und Eltern zu etablieren, welcher zielgerichtet und planmäßig Erziehungsberatung und Erziehungscontracting zwischen Kindertagesstätte und Familie organisiert.
Jede Kindertagesstätte braucht schließlich auch ein Leitbild, individuelle Erziehungsziele und eine pädagogische Konzeption, die nicht in der Schublade zustaubt, sondern tagtäglich angewendet wird.
Das waren verkürzt nur vier Aspekte, die auch kurzfristig umsetzbar sind.
In der Geschichte der Kleinkindpädagogik wurde leider schon zu oft folgendes Leitmotiv befolgt:
ERST VERLOREN SIE DAS ZIEL AUS DEN AUGEN,
DANN VERDOPPELTEN SIE DIE GESCHWINDIGKEIT!
Ein noch nicht resignierender Indigo dankt für die Lesung.
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