Aufsturz Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von enno59
Ein Absturz im Aufsturz ...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
... ist durchaus möglich, wenn man versucht, sich durch das Bierangebot dieser Berliner Gaststätte zu trinken. Über 100 verschiedene Sorten Bier werden hier angeboten. Das Sortiment reicht von den üblichen Verdächtigen, die nach dem Reinheitsgebot von 1516 gebraut werden, über bekannte dänische, einige tschechische, britische und irische Biere – also Biere aus traditionell guten Bierbrauer-Ländern – bis hin zu einigen durchaus exotischen Bieren aus Belgien (Fruchtbiere – nur für Liebhaber *g*) oder aus Frankreich, ebenfalls mit eher bieruntypischen Geschmacksrichtungen.
Hier bekommt man auch das \"bierartige Getränk\" aus dem brandenburgischen Neuzelle, das vor einigen Jahren sehr für Furore gesorgt hat. Nicht weil es supersonderirgendwas ist, sondern mehr wegen einer bürokratischen Posse. Die Neuzeller Klosterbrauerei brachte nämlich ein Schwarzbier auf den Markt, das nach einem alten Rezept der Mönche des zugehörigen Klosters gebraut wird (jedenfalls behauptet das die Brauerei). Leider entspricht die Zugabe von sogenanntem Invertzuckersirup (fragt mich mal, was das genau ist) nicht dem bereits genannten Reinheitsgebot. Und nun schritt das zuständige brandenburgische Ministerium ein und untersagte, dieses Schwarzbier \"Bier\" zu nennen. Juristisch gesehen hat das Ministerium damit recht und nachvollziehen kann ich es auch. Das Reinheitsgebot ist so verkehrt nicht, und wenn man erst anfängt, Ausnahmen zu machen, kann man es gleich ganz aufheben. Das Brauerei-Management jedenfalls inszenierte nun eine werbewirksame Kampagne und nannte das Schwarzbier nun \"Neuzeller Klosterbräu\", ohne daß das Wort Schwarzbier noch auf dem Etikett erschien. Da hatte es aber die Rechnung ohne den (Ministeriums-)Wirt gemacht: Bräu klinge nach Bier und ein Bier sei das ja nun erwiesenermaßen nicht. Also wurde eine erneute Runde eröffnet und schließlich stand auf dem Etikett \"Neuzeller Kloster....\" Genau: mit vier Punkten. (In dieser Zeit habe ich öfter mal eine Flasche davon gekauft, auch um zu sehen, was sich die Werbestrategen denn nun Neues haben einfallen lassen.) Aber auch das schien dem Ministerium nicht recht zu sein, heute heißt das Schwarzbier eben „Schwarzer Abt“. Wenn die Ministerialen wüßten, daß der Schwarze Abt in den meisten Kneipen, wo er zu haben ist, unter den Bieren aufgeführt wird...
Wie viele Schwarzbiere schmeckt auch der Schwarze Abt leicht süßlich, keine Wunder bei dem Zusatz.
An diejenigen unter Euch, die kein Bier trinken oder nicht so gern, ist die frohe Kunde gerichtet: es gibt auch andere Getränke. Die Karte des Aufsturzes zeichnet sich nämlich weiterhin dadurch aus, daß sie ca. 40 Sorten Whisk(e)y aufführt! Vielleicht ist das ja ein erfreulicher Ersatz *ggg*.
Natürlich gibt es auch etwas zu essen – eine gute Grundlage ist bei den genannten Getränken ja nicht ganz unwichtig. Von Chili con carne über Käsespätzle bis zum Omelett finden sich reichlich Gerichte, die wohlschmeckend und in sehr wohl ausreichenden Mengen serviert werden. Und das zu Preisen, die so günstig sind, daß sich viele Studenten der umliegenden Institute der Humboldt-Universität einfinden.
Damit wären wir bei der Örtlichkeit angelangt. Falls Ihr wollt, könnt Ihr den Aufsturz in der Berliner Oranienburger Straße finden – einer Gegend, in der sich inzwischen einige Touri-Fallen niedergelassen haben. Da sich aber die Räume mit den rustikalen Holztischen im Laufe des Abends zunehmen füllen, scheint der Aufsturz offensichtlich keine Umsatz- und damit Existenzprobleme zu haben. Und für den Fall schönen Wetters kann man zudem noch draußen vor der Tür sein Bierchen genießen – mit Blick auf die \"Kampa\" (die Wahlkampfzentrale der SPD) gleich nebenan sowie die Synagoge einige Meter weiter. Aber ich finde, daß die Oranienburger stark befahren ist. Neben dem obligaten Autoverkehr, der insbesondere zur Rushhour ziemlich stark ist, verkehren noch drei Straßenbahnlinien durch die Oranienburger. An der \"frischen\" Luft zu sitzen ist also nur etwas für Lärmunempfindliche. Vorteilhaft ist, daß sich die Straßenbahnhaltestelle direkt vor der Tür befindet (Linien 1, 6 und 13 ), die S-Bahn-Station Oranienburger Straße ist auch nur wenige Meter entfernt. Wer also dem Bier oder dem Whisk(e)y zu sehr zugesprochen hat, kann das Auto (so die Anfahrt damit erfolgte) gut stehen lassen, der Heimweg ist unproblematisch.
Geöffnet hat der Aufsturz täglich von 12.00 bis 02.00 Uhr (Küche bis 24.00 Uhr). Ein separater Raum für ca. 20 Gäste kann reserviert werden.
Auf eine Besonderheit will ich zum Abschluß nur noch kurz hinweisen. Die an den Wänden hängende Kunstwerke sind keineswegs \"Inventar\", sondern können käuflich erworben werden. Aber für mich war noch nicht das richtige dabei ;-)
Zum Schluß noch mal kompakt die wichtigsten Angaben:
Anschrift:
Oranienburger Str. 67,
10117 Berlin-Mitte,
Tel.: (030) 2804 7407,
Fax: (030) 2804 7409,
Email: [email protected]
Homepage: www.aufsturz.de
Nahverkehrsanbindung:
Straßenbahnlinien 1, 6 und 13
S-Bahn-Linien 1, 2 und 25
PS: für die Angaben zu den Produktdetails übernehme ich keine Garantie, zumal manche Auswahlmöglichkeiten eher sehr problematisch sind. Es soll Restaurationen geben, wo es ein gemischtes Publikum gibt ;-)
Hier bekommt man auch das \"bierartige Getränk\" aus dem brandenburgischen Neuzelle, das vor einigen Jahren sehr für Furore gesorgt hat. Nicht weil es supersonderirgendwas ist, sondern mehr wegen einer bürokratischen Posse. Die Neuzeller Klosterbrauerei brachte nämlich ein Schwarzbier auf den Markt, das nach einem alten Rezept der Mönche des zugehörigen Klosters gebraut wird (jedenfalls behauptet das die Brauerei). Leider entspricht die Zugabe von sogenanntem Invertzuckersirup (fragt mich mal, was das genau ist) nicht dem bereits genannten Reinheitsgebot. Und nun schritt das zuständige brandenburgische Ministerium ein und untersagte, dieses Schwarzbier \"Bier\" zu nennen. Juristisch gesehen hat das Ministerium damit recht und nachvollziehen kann ich es auch. Das Reinheitsgebot ist so verkehrt nicht, und wenn man erst anfängt, Ausnahmen zu machen, kann man es gleich ganz aufheben. Das Brauerei-Management jedenfalls inszenierte nun eine werbewirksame Kampagne und nannte das Schwarzbier nun \"Neuzeller Klosterbräu\", ohne daß das Wort Schwarzbier noch auf dem Etikett erschien. Da hatte es aber die Rechnung ohne den (Ministeriums-)Wirt gemacht: Bräu klinge nach Bier und ein Bier sei das ja nun erwiesenermaßen nicht. Also wurde eine erneute Runde eröffnet und schließlich stand auf dem Etikett \"Neuzeller Kloster....\" Genau: mit vier Punkten. (In dieser Zeit habe ich öfter mal eine Flasche davon gekauft, auch um zu sehen, was sich die Werbestrategen denn nun Neues haben einfallen lassen.) Aber auch das schien dem Ministerium nicht recht zu sein, heute heißt das Schwarzbier eben „Schwarzer Abt“. Wenn die Ministerialen wüßten, daß der Schwarze Abt in den meisten Kneipen, wo er zu haben ist, unter den Bieren aufgeführt wird...
Wie viele Schwarzbiere schmeckt auch der Schwarze Abt leicht süßlich, keine Wunder bei dem Zusatz.
An diejenigen unter Euch, die kein Bier trinken oder nicht so gern, ist die frohe Kunde gerichtet: es gibt auch andere Getränke. Die Karte des Aufsturzes zeichnet sich nämlich weiterhin dadurch aus, daß sie ca. 40 Sorten Whisk(e)y aufführt! Vielleicht ist das ja ein erfreulicher Ersatz *ggg*.
Natürlich gibt es auch etwas zu essen – eine gute Grundlage ist bei den genannten Getränken ja nicht ganz unwichtig. Von Chili con carne über Käsespätzle bis zum Omelett finden sich reichlich Gerichte, die wohlschmeckend und in sehr wohl ausreichenden Mengen serviert werden. Und das zu Preisen, die so günstig sind, daß sich viele Studenten der umliegenden Institute der Humboldt-Universität einfinden.
Damit wären wir bei der Örtlichkeit angelangt. Falls Ihr wollt, könnt Ihr den Aufsturz in der Berliner Oranienburger Straße finden – einer Gegend, in der sich inzwischen einige Touri-Fallen niedergelassen haben. Da sich aber die Räume mit den rustikalen Holztischen im Laufe des Abends zunehmen füllen, scheint der Aufsturz offensichtlich keine Umsatz- und damit Existenzprobleme zu haben. Und für den Fall schönen Wetters kann man zudem noch draußen vor der Tür sein Bierchen genießen – mit Blick auf die \"Kampa\" (die Wahlkampfzentrale der SPD) gleich nebenan sowie die Synagoge einige Meter weiter. Aber ich finde, daß die Oranienburger stark befahren ist. Neben dem obligaten Autoverkehr, der insbesondere zur Rushhour ziemlich stark ist, verkehren noch drei Straßenbahnlinien durch die Oranienburger. An der \"frischen\" Luft zu sitzen ist also nur etwas für Lärmunempfindliche. Vorteilhaft ist, daß sich die Straßenbahnhaltestelle direkt vor der Tür befindet (Linien 1, 6 und 13 ), die S-Bahn-Station Oranienburger Straße ist auch nur wenige Meter entfernt. Wer also dem Bier oder dem Whisk(e)y zu sehr zugesprochen hat, kann das Auto (so die Anfahrt damit erfolgte) gut stehen lassen, der Heimweg ist unproblematisch.
Geöffnet hat der Aufsturz täglich von 12.00 bis 02.00 Uhr (Küche bis 24.00 Uhr). Ein separater Raum für ca. 20 Gäste kann reserviert werden.
Auf eine Besonderheit will ich zum Abschluß nur noch kurz hinweisen. Die an den Wänden hängende Kunstwerke sind keineswegs \"Inventar\", sondern können käuflich erworben werden. Aber für mich war noch nicht das richtige dabei ;-)
Zum Schluß noch mal kompakt die wichtigsten Angaben:
Anschrift:
Oranienburger Str. 67,
10117 Berlin-Mitte,
Tel.: (030) 2804 7407,
Fax: (030) 2804 7409,
Email: [email protected]
Homepage: www.aufsturz.de
Nahverkehrsanbindung:
Straßenbahnlinien 1, 6 und 13
S-Bahn-Linien 1, 2 und 25
PS: für die Angaben zu den Produktdetails übernehme ich keine Garantie, zumal manche Auswahlmöglichkeiten eher sehr problematisch sind. Es soll Restaurationen geben, wo es ein gemischtes Publikum gibt ;-)
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