Auswärtsspiel - Die Toten Hosen Testbericht

Auswaertsspiel-die-toten-hosen
ab 7,63
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
5 Sterne
(16)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(1)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Frederik

Querschläger?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Querschläger
Zu Zeiten der "Opelgang" hätte wohl niemand für möglich gehalten, daß man Chaoten wie Die Toten Hosen irgendwann einmal zum Establishment zählen würde. Spätestens aber mit Hymnen wie "Hier kommt Alex" oder "Alles aus Liebe" und dem ersten deutschsprachigen Punk-Album, das sich an die Spitze der hiesigen Verkaufscharts setzte, war der Fünfer endgültig in aller Munde. Entsprechend sorgte seitdem das Mundwerk von Talkshow-Couchpotato Campino für eine Bedeutungsschwangerschaft nach der anderen, während die Musik der verstorbenen Beinkleider im Laufe der Neunziger immer mehr zur Konfektionsware wurde. Zuletzt spielte die Band ähnlich munter auf wie die heißgeliebte und mittlerweile drittklassig kickende Fortuna, die neuerdings mit dem Hosen-Wappen auf der Brust von Niederlage zu Niederlage eilt.

Mit der Puste des neuen Schlagzeugers Vom Ritchie aber soll nun auf "Auswärtsspiel" dem lendenlahm gewordenen Gummiadler ordentlich Wind unter den Flügeln gemacht werden. Im düsteren "Was zählt", welches vorab eine Rückbesinnung auf alte Stärken erhoffen ließ, zeigt sich Campino denn auch ausdrucksvoll wie selten, während die Band zupackt, als hätte sie die Rheumadecken eingemottet und würde sich wieder mit eigenem Schweiß wärmen. Still wird es dann bei "Nur zu Besuch". "Und es kommt immer noch Post, ganz fett adressiert an Dich / Obwohl doch jeder weiß, daß Du weggezogen bist", erzählt Campino hier am Grab seiner toten Mutter. Selbst der überzeugteste Hosen-Hasser dürfte sich hier dabei erwischen lassen, wie er klammheimlich eine Träne im Knopfloch verschwinden läßt.

Doch trotz des neu entdeckten Angriffsspiels hapert es leider bei der Umsetzung allzu oft im Mannschaftsgefüge. Da versucht man sich daran, osteuropäische ("Das Mädchen aus Rottweil") und lateinamerikanische Ballzauberer ("Schwimmen") zu imitieren, und probiert ein paar karibische Trainingsmethoden aus ("Cokane in my brain"), präsentiert aber letztlich meist doch nur teutonische Holzerei. Dann wird angestrengt mit den Augen gezwinkert, um Angriffe auf die eigene Altersschwäche ins Abseits zu stellen ("Graue Panther"), aber fast alle Konter verheddern sich in den eigenen Füßen. "Tier" und "Daydreaming" wollen zwar noch einmal beherzt über die Flügel in die Spitze steigen, verstolpern aber letztlich vor der Linie. Auch wenn sich draußen an der Seitenlinie Trainer Campino wie einst Aleks Ristic die letzten Stimmbänder aus dem Hals schreit, darf die Mannschaft froh sein, wenn es bei diesem "Auswärtsspiel" wenigstens eine Punkteteilung gibt. Nie mehr erste Liga?

11 Bewertungen, 1 Kommentar

  • enno59

    30.04.2002, 16:52 Uhr von enno59
    Bewertung: nicht hilfreich

    Ich sage nur: http://www.motorhorst.de/plattentests/rezi.php3?show=846