Aviator (DVD) Testbericht

ab 7,85
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  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von janet19

back to the twenties....

Pro:

siehe bericht

Kontra:

siehe bericht

Empfehlung:

Ja

Hallöchen,

… also zurück in die Goldenen Zwanziger des 20. Jahrhunderts entführt uns dieser Film über einen der mächtigsten und erfolgreichsten Männer der amerikanischen Geschichte.



..:: Vorwort ::..

Wir schreiben den 20. Januar 2005. Draußen vor der Tür regnet es in Strömen und der Sturm peitscht selbst in die entferntesten Ritzen. Doch hier drinnen, im Kinosaal ist es schön warm, die Sitzreihen sind gefüllt, eifrig wird hier und dort getuschelt und erzählt, bis endlich die Lichter gelöscht sind und sich der Vorhang öffnet.

Nachdem ich mir einen Tag vorher leider den Abend mit dem dritten Teil der „Blade“- Trilogie verdorben hatte, war ich umso gespannter, welchen Eindruck der von Kult- Regisseur Martin Scorsese verantwortete „Aviator“ wohl hinterlassen würde, von dem ich schon viel gehört hatte. Als Fan von Martin Scorsese konnte ich mir dieses Werk also nicht entgehen lassen



..:: The Aviator ::..

Howard Hughes (Leonardo DiCaprio) ist noch ein junger Mann, als es ihn nach Hollywood verschlägt. Von seinem Vater, einem überaus erfolgreichen Maschinen-fabrikanten, der stirbt, als Hughes 18 Jahre alt ist, hat er ein riesiges Vermögen geerbt, das es ihm ermöglicht, seine Interessen ohne Einschränkungen auszuleben.

Diese hauptsächlich auf die Filmindustrie, in der er sich bald als äußerst penibler und sehr gewissenhafter Produzent einen Namen macht, der nichts dem Zufall überläßt und gerne sein Vermögen dafür einsetzt, den von ihm unterstützten Filmen den Stil und die Aussagekraft zu verleihen, die er sich wünscht.

In den Folgejahren entstehen Klassiker, die entscheidend von seinem Einfluß geprägt werden: die Reporterkomödie \"Die Titelseite\" oder auch der Prohibitions- Thriller \"Scar-face\". Sein Weltkriegsdrama \"Die Höllenflieger\", eine Hommage an seine fliegerische Leidenschaft, wird zu einem seiner bedeutendsten Werke.

Daß er dadurch mit den schönsten Frauen seiner Zeit zusammenkommt, ist für ihn ein sehr positiver und mehr als willkommener Nebeneffekt. Die inzwischen verstorbene Katharine Hepburn (Cate Blanchett) gehört dabei ebenso zu seinen Liebschaften wie später Ava Gardner (Kate Beckinsale).

Nebenbei widmet er sich auch sehr intensiv seiner Leidenschaft, dem Fliegen und sorgt mit den von ihm erfundenen Flugzeugen, die er auch als selbst als Pilot steuerte, nicht nur für reichlich Aufsehen, sondern läutet auch eine neue Ära des technologischen Fortschritts ein.




..:: Umsetzung ::..

Nachdem uns Martin Scorsese schon vor zwei Jahren mit seinem Historienfilm \"Gangs of New York\" auf Zeitreise in die amerikanische Geschichte mitnahm, entführt er uns mit der Biographie \"The Aviator\" (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Christopher Reeve- Abenteuer von 1985 oder der 1929 gedrehten, aber als verschollen geltenden Komödie) ein weiteres Mal in die Vergangenheit, diesmal ins Amerika der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts, die jedoch nur gestreift werden.


Schon vor langer Zeit hatte Warren Beatty ein Drehbuch geschrieben, doch angesichts seines Rufs als legendärer Zögerer wurde aus diesem Projekt nichts. John Logan wid-mete sich nun also in einem neuen Drehbuch diesem Projekt und speziell dem Zeitraum zwischen dem Eintreffen im Mekka der Filmindustrie und dem letzten großen, öffentlichen Auftritt.

Zunächst war Scorsese gar nicht damit beauftragt, die Regie bei diesem Film zu führen. Er übernahm diese Verantwortung erst, als Michael Mann sich nach seiner Regiearbeit bei „Ali“, der Lebensgeschichte Muhammad Alis, darauf besann, hier lieber zu produ-zieren.

In dieser verfilmten Biographie, einem so genannten Biopic, konzentriert sich die Ge-schichte auf eine der schillerndsten, dabei aber zugleich auch exzentrischsten Persönlichkeiten des amerikanischen 20. Jahrhunderts: den Milliardär Howard Hughes, der sich zwar als Filmregisseur und –produzent eine berühmt-berüchtigte Bekanntheit verschaffte, seine wirklichen und nachhaltigen Leistungen aber auf dem Gebiet der Flugzeugentwicklung vollbrachte. Und so heißt auch der Film „The Aviator“ – Der Flieger bzw. Flugpionier. Dabei grenzt Scorsese ab und widmet sich hauptsächlich den glor-reichen Tagen Hughes’, als er zu einer bekannten Persönlichkeit wird und das Leben in vollen Zügen genießt. So spielt der Film vornehmlich in den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Daß es nicht immer gut ist, kontroverse Lebensweisen in einer Biographie zu themati-sieren, hat schon Oliver Stone’s Film über Alexander den Großen gezeigt, der nicht nur von der Handlung her zu wünschen übrig ließ, sondern sich darüber hinaus viel zu ausführlich auf die emotionalen Lebensumstände des Protagonisten konzentrierte. Nicht zuletzt dieser Aspekt sorgte dafür, daß „Alexander“ zu einem Flop an den Kinokassen geriet. Scorsese macht diesen Fehler nicht und folglich läßt er Probleme wie Heroinsucht und Bisexualität auch nur ganz am Rande einfließen, nämlich zu Beginn, als wir einen kurzen Einblick in die Kindheit von Howard Hughes erhalten, deren Verlauf sich auf seine späteren Paranoia auswirkte. Stattdessen beschränkt sich Martin Scorsese hauptsächlich auf die Verdienste von Howard Hughes und seinen Einfluß in der Gesellschaft, wobei er es sich nicht nehmen läßt, letztere mit einer wohldosierten Portion sozialer Kritik zu bedenken.

So werden also die verschiedenen Stationen und Aspekte von Hughes’ Leben angerissen, der Fokus liegt aber eben eindeutig auf seiner Leidenschaft, dem Fliegen, der er sich so intensiv widmet, daß er bei einem Testflug fast mit dem Leben dafür bezahlt. Doch er hat sich in den Kopf gesetzt, auf eine Stufe mit Charles Lindbergh gestellt zu werden, weshalb er immer neue und noch spektakulärere Flugzeuge entwirft und sie eben auch selbst testet, das Risiko für das eigene Leben billigend in Kauf nehmend. Später nannte er auch die Fluglinie TWA sein Eigen, die er verbissen gegen Senatoren und Konkurrenten wie PanAm verteidigte, deren Vorsitzender Juan Trippe, gespielt von Alec Baldwin, ihm das Leben schwer macht.

Nebenbei produzierte Hughes noch einige Filme, die seinem Perfektionismus unter-worfen und nicht unbedingt feinsinnig waren, jedoch schon aufgrund ihrer Machart vom Mainstream abwichen. „Hell’s Angels – Die Höllenflieger“ avanciert dabei gewisser-maßen zu seinem Lebenswerk, nicht zuletzt durch die eben erwähnte Leidenschaft fürs Fliegen beeinflußt. Zwar läßt er es sich nicht nehmen, die erforderlichen Flugzeuge aus eigener Tasche zu bezahlen oder auch kurzerhand ganze Szenen später neu zu drehen, weil nach Abschluß der Dreharbeiten die Technik es plötzlich erlaubte, Filme zu vertonen. Letztendlich bleibt dies aber einer der wenigen Ausflüge in die Welt des Filmeschaffens, sein Hauptaugenmerk war und blieb das Fliegen.

Dabei heben sich vor allem die von Scorsese in diese Biographie eingearbeiteten Spezialeffekte sehr gefühlsintensiv aus der Masse heraus. Sie kamen vor allem bei den Flugszenen zum Einsatz, so unter anderem bei Hughes’ Dreharbeiten zu „Hell’s Angels“ oder auch auf seinene Testflügen. Man merkt hier förmlich in jeder einzelnen Sequenz, daß Special-Effects- Genie Bruce Steinheimer seine Finger im Spiel hatte, nachdem man seinen Stil ja schon in „Gangs of New York“, „Face/Off – Im Körper des Feindes“ oder in dem halsbrecherischen „Cliffhanger“ bewundern konnte.

Auch was das wunderschöne Design dieses Films betrifft, hat Scorsese nichts dem Zufall überlassen. Kein Geringerer als Altmeister Dante Ferretti („Der Name der Rose“, „Rendezvous mit Joe Black“ oder auch „Cold Mountain“) durfte mit seiner Kreativität Hand an diesen Filmstoff legen, was dem Ganzen eine ganze eigene Atmosphäre verleiht. Zudem wurden im Nachhinein alle Szenen digital nachbearbeitet, um eben jenes spezielle Erscheinungsbild aufzuweisen, mit dem ein zur Zeit der Handlung gedrehtes Movie aufwarten würde. So darf man auch getrost über kleinere, sich bei den Drehar-beiten zu diesem Biopic eingeschlichene Fehler hinwegsehen: daß die Flugszenen in Nahaufnahme in einem offenen, in der Entfernung stattdessen in einem geschlossenen Cockpit stattfanden oder auch, daß Howard Hughes mit Katharine Hepburn kurz über das moderne Los Angeles fliegt.

Weniger überrascht war ich auch von der exzellenten Kameraführung, die „Aviator“ zu einem eindrucksvollen visuellen Erlebnis werden läßt. Wieder einmal holte sich Scorsese Oscar- Gewinner Robert Richardson als Verstärkung, der schon mehrmals für einen Oscar nominiert war, ihn aber nur für „JFK – Tatort Dallas“ auch wirklich bekam. Auf Zwischenstationen wie „Natural Born Killers“ oder „Kill Bill“ konnte Richardson sein Potenzial zwar schon zeigen, es aber erst bei „Aviator“ voll ausschöpfen. Und das Ergebnis spricht für sich.

Neben der unglaublich detailgetreuen Ausstattung hinsichtlich der zeitlichen Anpassung und den wunderschönen und teilweise gar atemberaubenden Kostümen wurde hier auch die charakterliche Tiefe mit sehr viel Liebe fürs Detail herausgearbeitet. Das wird nicht zuletzt daran deutlich, daß Cate Blanchett in Vorbereitung auf ihre Rolle alle frühen Werke von Katharine Hepburn studierte, um die einzelnen Facetten ihres Verhaltens und des darauf aufbauenden Charakters in die Rolle einzuarbeiten.

Dazu paßt auch die Filmmusik, die wieder einmal von Howard Shore komponiert wurde, der ja schon für die „Herr der Ringe“- Trilogie einen Oskar gewann. Wie kein Zweiter schafft er es, die Atmosphäre musikalisch einzufangen und durch akustische Unter-malung eine fesselnde Dramatik zu erzeugen.

Das Porträt, das Martin Scorsese mit „Aviator“ auf die Leinwand gezeichnet hat, strotzt daher nur so vor bildlichen Eindrücken, die sich auch auf die Landschaften ausdehnen. Zwar kann dieser Film nicht mit weltweit ausgesuchten Schauplätzen aufwarten – der „Aviator“ wurde nämlich ausschließlich in den USA und in Kanada gedreht –, dies tut jedoch der Faszination, die von der Geschichte als solche ausgeht, absolut keinen Abbruch. Das Epos fängt dabei alle Seiten Hughes’ ein, sowohl den ehrgeizigen und leidenschaftlichen Unternehmer und Liebling der Frauen, aber auch den von Paranoia geplagten Exzentriker.



..:: Darsteller ::..

Was sich Martin Scorsese hier personell geleistet hat, übertrifft nicht nur seinen letzten Film „Gangs of New York“, sondern fast sogar noch Soderberghs Gangster- Komödie „Oceans 12“: Leonardo DiCaprio, Cate Blanchett und Kate Beckinsale geben sich im „Aviator“ ebenso ein Stelldichein wie Jude Law, Sängerin Gwen Stefani und die Altstars Alec Baldwin und Ian Holm. Schon von daher ist dieser Film ein optischer Leckerbissen für jedermann, männlich und weiblich, muß aber stellenweise auch Abstriche in Kauf nehmen, was die Besetzung der individuellen Rollen angeht.

Dies beginnt schon beim Hauptdarsteller: nachdem ich Leonardo DiCaprio in seinen Filmen „The Beach“ und „Catch Me If You Can“ einfach grauenvoll fand, ist er in „Aviator“ zu der gewohnten Klasse zurückgekehrt, die er auch schon in „Gangs of New York“ und „Titanic“ an den Tag legte. Nachdem eigentlich erst Komödiant Jim Carrey für diese Rolle ausersehen war, hat man sich letztendlich doch für Leonardo DiCaprio entschie-den, was, wie ich finde, die richtige Entscheidung war.

Sehr eindringlich spielt DiCaprio den Filmproduzenten und Luftfahrtpionier Howard Hughes, der mit seinen Visionen die technischen Entwicklungen seiner Zeit geprägt und weit voran-gebracht hat, sich aber eben auch um die damalige Film- Kultur verdient machte. Dabei zeigt sich Leonardo DiCaprio auf der einen Seite leidenschaftlich und ehrgeizig, meisterhaft bringt er andererseits aber auch die Verzweiflung, die Ängste und die Wut zum Ausdruck, mit denen sich Howard Hughes Zeit seines Lebens auseinan-dersetzen mußte. Für mich ist dies die vielleicht stärkste Rolle, die Leonardo DiCaprio jemals gespielt hat, der hier auch als Produzent tätig wurde; eine sehr beeindruckende Vostellung und völlig zu Recht mit dem Golden Globe belohnt.

An seiner Seite tritt Kate Beckinsale als klassisch- schöne Hollywoodlegende Ava Gardner vor die kritischen Augen des Publikums. Nachdem sie in „Pearl Harbor“ in der Rolle einer Krankenschwester Ben Affleck und Josh Hartnett den Kopf verdreht, scheint Kate Beckinsale seitdem auf charakterstarke Persönlichkeiten abonniert zu sein: in „Underworld“ verkörperte sie einen mit den eigenen Prinzipien hadernden Vampir, in „Van Helsing“ schlug sie sich an der Seite von Hugh Jackman als Zigeunerprinzessin auf die andere Seite und bekämpfte diese Dämonen. Nun, mit ihrer Darstellung der Ava Gardner, hat sie wieder einmal bewiesen, daß in ihr mehr steckt als nur mit Spielzeug-waffen auf imaginäre Gegner wie in „Van Helsing“ loszugehen, die erst später, im Computer, zum Leben erwachen. Daß gerade Kate Beckinsale für diese Rolle besetzt wurde, zeigt Scorseses gutes Gespür für Details, denn wenn man beide, sowohl Kate als auch Ava nebeneinander stellt, fällt kaum ein Unterschied auf, so frappierend ist die hier auftretende Ähnlichkeit zwischen beiden. Man hat fast das Gefühl, daß das Filmmaterial seitdem lediglich digital überarbeitet wurde.

Das Gleiche trifft nicht minder auf die faszinierende Cate Blanchett zu, die in diesem Film Katharine Hepburn verkörpert und zu neuem Glanz verhilft. Daß sie sich sehr intenisv auf diese Rolle vorbereitet hat, zeigt sich auch an der Art und Weise, wie sehr sie die weithin als Exzentrik eingestuften Charaktereigenschaften Katharine Hepburns in ihre Darstellung hat einfließen lassen. Nach ihrer Oscar- Nominierung für „Elizabeth“ spielte sie sich vor allem als wunderschöne Elbe Galadriel in die Herzen der „Herr der Ringe“- Zuschauer und zeigte in „Veronica Guerin“ auch eine ganz andere Seite von sich, die der unerschrockenen Reporterin, die für ihre Arbeit sogar mit dem Leben bezahlt.

Alec Baldwin ist für seine Vielseitigkeit bekannt und diese läßt er auch in seiner Rolle des Juan Trippe nicht vermissen. Im Gegenteil, meiner Meinung nach ist diese Rolle wie für ihn gemacht. Schon lange bin ich ein Fan von Alec Baldwin, kenne ihn aus der verwirrenden Beziehungskiste „Malice- Eine Intrige“, als abgebrühten Col. Kudrow, der um jeden Preis das „Mercury Puzzle“ bewahren will oder auch als CIA- Agent Jack Ryan, der die „Jagd auf Roter Oktober“ einen glücklichen Ausgang nehmen läßt. Und auch in „Aviator“ zeigt er wieder sein Talent für charakterstarke Rollen, diesmal als PanAm- Boss Juan Trippe, der Howard Hughes’ Bestrebungen im Bereich der kommerziellen Luftfahrt mit Skepsis betrachtet und seine eigene Vormachtstellung auf diesem Sektor in Gefahr sieht; überaus faszinierend gespielt.

Gwen Stefani ist vielen als Frontsängerin der Band „No Doubt“ bekannt, bevor sie vor einiger Zeit eine Solokarriere begonnen hat. Mit der Rolle der Jean Harlow, die von Hughes entdeckt und mit einer Rolle in „Hell’s Angels“ bedacht wird, gibt Gwen Stefani ihr Leinwanddebüt, das nach meinem Empfinden jedoch eher dürftig ausfällt. Zu schwerwiegend sind die Mängel und zu steif ihre Darbietung, die sie von den Vorstellungen der anderen Beteiligten unterscheidet. Hier muß leider einmal mehr die Redewendung thematisiert werden, daß ein Schuster bei seinen Leisten bleiben sollte. Als Sängerin ist Gwen Stefani bemerkenswert, auf ihre hier zu sehende, schauspielerische Leistung trifft dies jedoch keineswegs zu.

Kelli Garner als Starlet Faith Domergue war mir vor ihrem Auftritt in „Aviator“ kein Begriff. Dies dürfte aber auch daran liegen, daß sie bisher vornehmlich in Billigproduktionen auftrat. Darüber, wie glaubwürdig und überzeugend sie ihre Rolle spielt bzw. ihr gerecht wird, läßt sich leider nicht viel sagen, da sie einfach zu kurz ausfällt, um sich wirklich entfalten zu können.

Wer kennt nicht Ian Holm, der den Bilbo Beutlin in der Oscar- prämierten Trilogie des „Herrn der Ringe“ verkörpert. Der ehemalige Shakespeare- Darsteller und Zukunfts- Mönch („Das Fünfte Element“) zeigt hier als Meteorologe Dr. Fitz einmal mehr sein Talent zu komischen Rollen. Unter der Fuchtel von Howard Hughes soll er diesem für Dreharbeiten günstiges Wetter beschaffen, was ja einerseits aus menschlicher Sicht unmöglich, andererseits aber für die Charakterdarstellung Howard Hughes’ von großer Bedeutung ist, da hier auch sein Wahn zum Ausdruck kommt, alles beherrschen zu wollen.

Was dagegen allerdings Jude Law in seiner Verkörperung des Errol Flynn abliefert, spottet jeglicher Beschreibung. Bekannt aus „Der talentierte Mr. Ripley“, „Enemy at the Gates“ oder auch „Road to Perdition“, hatte er in dem Bürgerkriegs- Drama meiner Meinung nach seinen stärksten Auftritt. Hier läßt er diesen nachhaltigen Eindruck, den ich von ihm hatte, stark verblassen, denn seine absurde Interpretation der Hollywood- Legende Errol Flynn wirkt wie eine Karikatur dieser Persönlichkeit.



..:: Fazit ::..

Mit „Aviator“ hat sich Scorsese diesmal selbst übertroffen. Die Thematik seines Films, eine Biographie über den exzentrischen Milliardär Howard Hughes, ist komplex genug, um daraus bei entsprechend oberflächlicher Behandlung ein heilloses Fiasko werden zu lassen. Kein Wunder also, daß sich Martin Scorsese mehr als zwei Jahre Zeit nahm, sowohl die Planung als auch die Dreharbeiten bis ins kleinste Detail austüftelte.

Nicht zuletzt die Tatsache, daß „Hell’s Angels“ einer der Lieblingsfilme von Martin Scorsese ist, trägt dazu bei, daß nicht nur die im Film dargestellten Dreharbeiten, sondern das ganze Werk „Aviator“ an sich mit der gleichen Akribie und dem ausge-prägten Perfektionismus umgesetzt wurden, wie dies seinerzeit auch Hughes selbst in Angriff nahm, nicht nur als Regisseur, sondern gleichzeitig auch als sein eigener Produzent.

Herausgekommen ist eine mit eindeutigen Referenzen an Filmklassiker wie „Scarface“ und „Citizen Kane“ versehene Hommage auf einen maßgeblich am wirtschaftlichen Fortschritt und Erfolg der Flug- aber auch der Filmindustrie beteiligten Exzentriker, der mit seiner Leidenschaft, aber auch mit seinem Vermögen dafür eingetreten ist, seine Visionen Wirklichkeit werden zu lassen. Und obwohl der Film zweidreiviertel Stunden dauert, war für mich keine einzige Minute dieser auf Zelluloid gebannten Biographie langweilig, im Gegenteil. Immer wieder wird man überrascht und trifft auf eine weitere Facette dieses Menschen.

Für mich ist es also kein Wunder, daß dieses cineastische Spektakel bei der Ver-leihung der Golden Globes 2005 mit dem begehrten Preis für den besten Film ausgezeichnet wurde. Selten wurde ich auf so einzigartige Weise im Kino unterhalten, daß ich diesen Film mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann.

20 Bewertungen, 2 Kommentare

  • ara83

    14.07.2006, 23:17 Uhr von ara83
    Bewertung: sehr hilfreich

    Soweit ein guter Bericht, habe diesen aber schon unter einem anderen Nick gelesen. Da ich aber nicht weiß wer ihn kopiert hat, gebe ich ein sh.

  • PunkFreak

    06.07.2005, 16:46 Uhr von PunkFreak
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter Bericht. Auch schön ausformuliert und leicht zu lesen. Meiner Meinung nach gut gelungen! Weiter so!