BMW 6er Testbericht

Bmw-6er
Abbildung beispielhaft
ab 102,42
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 05/2004
5 Sterne
(0)
4 Sterne
(2)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Fahreigenschaften:  sehr gut
  • Fahrkomfort:  gut
  • Platzangebot:  durchschnittlich
  • Zuverlässigkeit:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Overknees

Lieber fahren als ansehen!

4
  • Fahreigenschaften:  sehr gut
  • Fahrkomfort:  durchschnittlich
  • Platzangebot:  durchschnittlich
  • Zuverlässigkeit:  sehr gut
  • Besitzen Sie das Produkt?:  nein
  • Dauer des Besitzes & der Nutzung:  seit 1 Woche

Pro:

+ fährt sich angenehmer, als er aussieht

Kontra:

- sieht nicht so gut aus, wie er sich fährt

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Yopi-Leser und Fremdlinge, der Over stellt Euch mal wieder ein Auto vor, diesmal allerdings in einem etwas kürzeren Bericht.

Und vorweg, für alle Schnellklicker und Leute, die davon überzeugt sind, über ein Auto dürfte man erst nach mindestens 5 Jahren Erfahrung und 100.000 km schreiben... bitte einmal abwerten und weiterklicken, Ihr seid hier falsch.

Euch anderen möchte ich heute den BMW 645Ci vorstellen.

Für die, die keine Romane mögen, hier eine Kurzbewertung:
  • Karosserie:
    O coupétypisch enge Platzverhältnisse
    O knapp ausreichender Kofferraum
    - gewöhnungsbedürftige Bedienung
    - nicht durchgängig gute Materialanmutung

  • Fahrkomfort:
    + auch mit Sportfahrwerk noch akzeptabler Federungskomfort
    + sehr geringes Geräuschniveau
    + hervorragende Sitze vorn

  • Antrieb:
    + kraftvoll und unaufdringlich
    - SMG nicht ganz ruckfrei
    + wohlkomponierter Klang

  • Fahreigenschaften:
    + narrensicheres Fahrverhalten
    + gute Handlichkeit
    O bedingte Wintertauglichkeit
    + mehr Gleiter als Racer, trotzdem extrem kurvenwillig

  • Sicherheit:
    + gute Sicherheitsausstattung
    + sehr standfeste Bremsen ohne Fading
    - etwas erhöhte Seitenwindempfindlichkeit

  • Umwelt:
    O noch erträglicher Verbrauch
    + EU4 schadstoffarm

  • Kosten:
    - hoher Anschaffungspreis
    - hoher Wertverlust
    O durchschnittliche Werkstattkosten
    - starker Reifenverschleiß

Gefahren bin ich dieses Auto im letzten Jahr leider nur gut zwei Wochen, allerdings doch fast 7.000km in der Zeit, meiner Meinung nach genug, um zumindest fundierte Eindrücke vermitteln zu können.
Alright, sehen wir uns das Fahrzeug also zuerst einmal näher an, das ich hier vorstelle. Das Fahrzeug wurde von mir nicht bestellt, sondern in dieser Ausstattung nur gefahren, also werte ich auch wieder die Nützlichkeit der Sonderausstattung nach meinem subjektiven Schema (++ = ein MUSS, + = macht Sinn, - = nicht nötig, -- = rausgeworfenes Geld):
  • 645Ci Coupé 72.000,00 EUR
  • Black Sapphire metallic 1.000,00 EUR (++)
  • Leder Dakota chateau/basaltgrau 0,00 EUR (++)
  • Leichtmetallräder mit Mischbereifung 800,00 EUR (+)
    Ellipsoidstyling 121 mit Notlauf. Vorn: 8 1/2 J x 19 / Bereifung 245/40 R19 hinten: 9 J x 19 /
    Bereifung 275/35 R 19
  • Fahrdynamikpaket, beinhaltet: 3.650,00 EUR (-)
    - Aktivlenkung
    - Dynamic Drive
  • SMG-Getriebe inkl. Sportlenkrad 1.250,00 EUR (+)
  • Modellschriftzug Entfall 0,00 EUR (++)
  • Grünkeil-Frontscheibe 70,00 EUR (+)
  • Glasdach, elektrisch mit Hebefunktion 1.300,00 EUR (-)
  • Innen- und Außenspiegel automatisch abblendend 360,00 EUR (++)
    inkl. Anklappfunktion für Außenspiegel
  • Raucherpaket, Ascher und Zigarrenanzünder vorn 0,00 EUR (-)
  • Getränkehalter vorn 100,00 EUR (+)
  • Sportsitze für Fahrer und Beifahrer 900,00 EUR (++)
  • Dachhimmel basaltgrau 350,00 EUR (+)
  • Park Distance Control (PDC) 750,00 EUR (++)
  • Xenon-Licht für Abblend- und Fernlichtfunktion 0,00 EUR
  • Adaptives Kurvenlicht 600,00 EUR (--)
  • Lichtpaket 320,00 EUR (--)
  • Navigationssystem Professional 3.400,00 EUR (+)
  • Handy Vorbereitung mit Bluetooth Schnittstelle 700,00 EUR (+)
  • CD-Wechsler 6-fach 410,00 EUR (+)
  • HiFi System Professional LOGIC7 750,00 EUR (+)
  • Hochglanz Shadow Line, Individual 450,00 EUR (-)

Gesamtpreis ab Werk zzgl. Überführung inkl. 16% MwSt. 89.160,00 EUR

Stand: 10.10.2004

Preise und Ausstattung

Schon serienmäßig steht der Ci als 645 nicht nackt da, von Leder über Xenonscheinwerfer bis hin zum Radio ist schon einiges geboten.
Wirkliche Muß-Zutaten sind im Grunde nur Navigation und PDC, für mich persönlich auch die Sportsitze, die beiden ersten Extras sollten im Sinne einer späteren Verkaufbarkeit auf jeden Fall an Bord sein.
Natürlich sind die Preise gesalzen, aber echte Konkurrenz in der Fahrzeugklasse ist nicht in Sicht, Mercedes Coupés sind viel teurer, auch ein Maserati Coupé kostet einen netten Zweitwagen mehr.

Der Sechser von außen

Für mich als in der Wolle gefärbten BMW Freund ist die Annährung an dieses Auto nicht unproblematisch.
Gerade, weil ich seit der Einführung des aktuellen Siebeners die Wiedereinführung der hochnotpeinlichen Befragung von Deliquenten wieder herbeisehne, bezogen auf die Person des BMW Designchefs, Chris Bangle.
Den 6er auf Bildern hätte ich auch schon fast verurteilt, die Proportionen sind im Bild schlecht zu erkennen.
Was mir beim Siebener noch zum spontanen Vomieren gereichte, beim Fünfer und Z4 noch mit Bauchschmerzen und Grummeln akzeptiert wurde, hat hier tatsächlich eine andere Qualität.
Die Proportionen stimmen, das Auto wirkt wie aus einem Guß, zumindest in dunklen Farben gibt es keine Perspektive, aus der das Auto unfertig wirkt (wie z.B. beim Siebener, der für mich stellenweise wie von einem Kind gezeichnet aussieht).
Aber über Geschmack läßt sich bekanntlich trefflich streiten, über Qualität kaum. Ich habe natürlich die Klopfversuche gemacht, weil man ja nun weiß, das auch an der Karosserie viel getan wurde, um Gewicht zu sparen. Auf die Qualität der Oberflächen hatte das keinen Einfluß, die Spaltmaße sind gewohnt perfekt. Technisch ist es sicherlich sehr aufwendig, der Weg von BMW, die Gewichtsspirale umzukehren und ein neues Modell nicht wie meist schwerer werden zu lassen, ist jedenfalls sehr löblich. Der Aufwand dazu ist wahnsinnig groß, der komplette Vorderwagen z.B. besteht aus Alu, technisch schon faszinierend, wenn man weiß, das der Vorderwagen an den Rest der Fahrgastzelle geklebt ist (nun ja, auch Audi hat da schon produktionstechnisch mit den A8 Erfahrungen gesammelt), selbst der Kofferraumdeckel aus Plasten und Elasten ist konsequent erleichtert. Dazu ein weit nach hinten gerückter Motor, ein Fahrwerk ganz aus Leichtmetall und ein abgesenkter Schwerpunkt... der Weg zum fahraktiven Auto ist dem 6er in die Gene manipuliert. Ein Leergewicht von "nur" 1.690kg spricht da Bände, ein Golf V wiegt in mancher Version auch nur 300kg weniger.

Der Innenraum

Kommen wir zu dem, was einen BMW zum großen Teil ausmacht, dem Cockpit.
Hier ist auch die Abkehr vom jahrzehntelang gewohnten BMW Cockpit-Stil zu finden, durch die neue, im Vergleich zum Fünfer tiefere Sitzposition ergibt sich aber ein anderes Bild. Auch die Materialien sind besser gewählt als beim 5er, nur wenig wirkt billig. Die Abkehr vom fahrerzugewandten Cockpit gefällt mir persönlich nicht, der Sechser bietet aber eine deutlich bessere Atmosphäre als der Fünfer und auch keinen Dummfug à la Automatikwählhebel am Lenkrad wie beim Siebener.
Die (Sport-)Sitze selbst sind von der besseren Sorte, zu meiner schmalen Statur passen sie perfekt. Die elektrisch verstellbaren Lordosenstützen sind bei den Sportsitzen serienmäßig dabei, so muß das sein!
Die Sportsitze fühlen sich bestens an, elektrische Verstellung ist Serie, eine perfekte Sitzposition zu finden dürfte jedem gelingen. In dem Moment stellt sich auch für mich das erste Mal der BMW Wohlfühleffekt ein, das Auto "paßt", eher wie ein schicker Maßanzug als ein weiter Jogginganzug... aber Mercedes muß ja auch Autos verkaufen. Die Platzverhältnisse sind ansonsten ordentlich, auf der Rückbank halten es zwei Erwachsene ein paar Kilometer aus, Kinder ein paar mehr, der Kofferraum hat für zwei Personen gescheites Urlaubsformat... Golf spiele ich (noch) nicht, wie viele Golfbags reinpassen, habe ich also nicht ermittelt.
Die Bedienung gibt wie gewohnt wenig Rätsel auf, die Reduzierung der Instrumente finde ich persönlich mehr als schade, vielleicht sollte man bei BMW mal bei der Konkurrenz von Audi oder auch mal bei Maserati ein Cockpit in Augenschein nehmen... jedenfalls muß ein Sechser nicht an einer solchen Stelle auf Menschen mit begrenzter Auffassungsgabe reduziert sein. Das hat man beim I-Drive wohl auch gedacht und wie beim Fünfer die Auswahlebenen auf vier reduziert.... liebe BMW Elektroniker und Ergonomiker, holt Euch doch mal einen Audi mit MMI und schaut, wie man es bedienbar macht (müßt ja nicht den gleichen Müll wie Audi den verbaut an Elektronik dahintersetzen, geht nur um die Bedienbarkeit).

Egal, jetzt nur noch nettes.

Technik

Der Motor

Kommen wir zum Herzen, dem Motor. Bis Sommer 2004 war nur der 4.4l Achtzylinder zu haben, hier wie im Siebener und jetzt im neuen Fünfer in der Ausführung mit Valvetronic, also ohne Drosselklappe, dafür mit vollvariablem Ventiltrieb, bei dem über den Ventilhub die Menge des angesaugten Gemischs geregelt wird. Der alternative 3.0l Reihensechszylinder reicht leistungsmäßig auch aus, aber vom Charakter her ist der V8 wohl der wirklich passende Antrieb für den Sechser.
Leistungsmäßig steht der V8 mit 333 PS solide im Futter, das Drehmoment erscheint in Zeiten überstarker Turbodiesel schon bald wieder zahm, die gebotenen 450Nm bei 3.600 U/min reichen aber allemal, in jeder Lebenslage souverän motorisiert zu sein.

Das Sounddesign ist beim Sechser auch besser gelungen als bei 5er und 7er, die Bandbreite reicht vom bassigen Grummeln im Leerlauf über den sonoren Bariton bei mittleren Drehzahlen bis hin zum lustvollen Trompeten bei hoher Drehzahl... nicht gänsehautverdächtig wie z.B. beim einem Maserati, aber so gut gemacht, das es zum Wohlfühlen reicht.

Das Getriebe

Zur Wahl stehen drei Getriebe, serienmäßig ein manuelles 6-Gang Getriebe, gegen 1.250 Euro Aufpreis das SMG-Getriebe (sequentielles manuelles Getriebe), ein Schaltgetriebe mit elektronisch bedienter Schaltung und eine konventionelle 6-Gang Wandlerautomatik für 2.000 Euro Aufpreis. Meine erste Wahl wäre wohl die Automatik, das Auto, das ich fahren konnte, hatte SMG.
Bei der SMG gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Auto zu bewegen. Zum einen im Automatikmodus, wobei die Schaltpausen und die Schaltstrategie mir nicht 100% gefallen (so was kann BMW im aktuellen M3 z.B. besser), dann lassen sich die Gänge noch mittels Schalttasten am Lenkrad wechseln oder auch am konventionell aussehenden Schalthebel (Joystick könnte man auch sagen, ist eh nur noch ein Elektronikschalter), das ganze kann man dann noch mittels "Sport" Taste hinter dem Schalthebel zu einer anderen und schnelleren Schaltstrategie bringen, die Sporttaste hat gleichzeitig Einfluß auf das Ansprechverhalten des Motors, er hängt nicht ganz am Gas wie ein hungriger Säugling an der Flasche (in memoriam M5), aber immer noch besser als 99% aller anderen Motoren dieser Autowelt.
Das Ergebnis ist jedenfalls etwas durchwachsen, mein Spieltrieb war nach 200 km ausgereizt... mit soviel Drehmoment will ich eigentlich nicht selbst schalten müssen.

Das Fahrwerk

Analog zum 5er besitzt der 6er ein Fahrwerk, das überwiegend aus Aluteilen aufgebaut ist. Die Geometrie ist aber im Vergleich zum 5er verändert, alles ist fahraktiver ausgelegt. Vorn wie hinten finden sich Mehrlenkerachsen auf dem Stand der Technik.
Die Bremsen sind satt dimensioniert, vorne wie hinten sind innenbelüftete Scheiben im Einsatz. Natürlich sind auch sämtliche Elektronikspielereien mit an Board, von schon Standards wie ABS, ASR und DSC (BMW-Bezeichnung für ESP) bis hin zum aufpreispflichtigen DynamicDrive (elektronische Kontrolle-/Verstellung der Stabilisatoren, verhindern wanken und aufschaukeln in Kurven) bis zur ebenfalls aufpreispflichtigen Aktivlenkung (die Lenkung besitzt eine variable Übersetzung, z.B. im Stand reicht eine Lenkraddrehung für vollen Lenkauschlag) sind alle Register gezogen.

Fahren wir endlich!

Gestartet wird übrigens konventionell per Schlüssel, DANKE, BMW!

Kommen wir zu den Essentials... wir sind unterwegs.
Dank nettem Punch auch im Drehzahlkeller ist immer eine wunderbare Mühelosigkeit garantiert... sicher gibt es Autos mit mehr Leistung, aber die Leistung so perfekt nutzbar machen, das zeichnet den Sechser aus.
Man ist auf Anhieb sehr vertraut mit dem Auto, die andere DSC (Dynamische Stabilitätskontrolle, BMW'S Begriff für ESP) Abstimmung als beim 5er sorgt auch für weniger Bevormundung durch die Elektronik.
Es wird einem nicht dauernd der Strich versaut wie im 5er und 7er, die Elektronik greift wirklich erst dann ein, wenn es nötig ist und regelt einem nicht unnötig rein.
In Kombination mit dem Fahrdynamikpaket des Testwagens (Aktivlenkung, DynamicDrive und breitere Räder) jedenfalls läßt das Auto seine Abmessungen und Gewicht völlig vergessen, das Fahren ist von größter Mühelosigkeit und Präzision geprägt... dazu ist man oft schneller unterwegs, als man denkt.
Und im Gegensatz zum 5er fährt einem auch kein Mini mehr auf einer Bergstrecke weg, weil die Elektronik das Blech beschützt.
Das Popometer verkündet also eitel Sonnenschein, endlich mal wieder ein BMW, der dem alten Slogan "Freude am Fahren" entspricht.
Zwischenzeitlich konnte ich auch die beiden anderen zur Zeit erhältlichen Sechser kurz bewegen. Der 630CI ist die Empfehlung, wenn weniger sportliche Ambitionen denn mehr komfortables Gleiten auf der persönlichen Wunschliste ganz oben steht.
Der im Dreier sicher wirklich starke Reihensechser mit Magnesium-Motorblock wirkt im Sechser ein wenig zahmer, begeistern kann die Laufkultur und der ureigene Reihensechser Sound, der Lust auf Drehzahl macht. Es fehlt motorisch eigentlich nichts wirklich, nur den Antritt des V8 auch aus niedrigsten Drehzahlen, den vermißt man ein wenig.
Den M6 kann man dagegen bescheinigen, ein veritabler Supersportwagen im vergleichsweise zivilen Kleid zu sein. Optisch hebt er sich von seinen schwächeren Brüdern kaum ab, technisch ist er auf dem Niveau des M5 angesiedelt.
Dazu gehört der famose, extrem drehzahlgierige V10 mit 507 PS in der Spitze, aber auch weniger Gewicht und ein deutlich verbessertes Fahrwerk.
Für mich mehr Gimmick als Nutzen sind die diversen per IDrive wählbaren Kennlinien für Fahrwerk, ESP (bei BMW:DSC), Schaltgeschwindigkeit des 7-Gang SMG Getriebes und auch der Motorleistung bzw. des Ansprechverhaltens.
Geboten werden so genau 279 Fahrprogramme, von denen z.B. eins nur für die maximale Beschleunigung vorgesehen ist. Schönes Spielzeug... aber schon die ams stellte fest, das ein CLS 55 AMG von Mercedes alles genauso gut kann, ohne daß es einer dermaßen ausufernden Bedienung bedarf.
Sieht man es ganz pragmatisch, dann wird man mit einem M6 im normalen Straßenverkehr auch einem 630CI nicht wegfahren.
So bleibt die Qual der Wahl: den komfortablen Gleiter 630CI, den Universalisten 645CI oder den Dampfhammer M6 nehmen?
Wohl dem, der das nötige Kleingeld erübrigen kann, unter diesen Brüdern wählen zu dürfen.
Mein Tipp wäre jedenfalls der 645CI, auch für den gehobenen Bedarf wird all das geboten, was ein Sportcoupé ausmacht. Überlegene Leistung, ein Laune machendes Fahrwerk und doch genug Distanz zum M6, um von Vernunft reden zu können.

Kosten

Alles nur eitel Sonnenschein?

Nun ja, werfen wir einen Blick auf die Kostenseite.
In Sachen Unterhalt bleibt einzig positiv zu bemerken, daß der Verbrauch erstaunlich niedrig ist, das bin ich aber vom BMW Achtzylinder schon seit meinem E34 540i gewohnt, mit 12l/100km ist man schon ziemlich zügig unterwegs, mein Durchschnittverbrauch über die gefahrenen knapp 7.000 km betrug 13.2l.
Die Typklassen für die Versicherung bewegen sich mitten in der Luxusklasse, nur die Haftpflichttypklasse ist mit 19 sehr volkstümlich ausgefallen. Bei Teilkasko Typklasse 30 (die teuerste) und Vollkasko 28 sind wir aber am Ende der Skala angekommen.
Die Werkstattkosten bewegen sich ebenfalls auf gehobenem Niveau, für eine kleine Inspektion berechnet der freundliche BMW Partner im Schnitt zwischen 300 und 350 Euro, die große Wartung schlägt mit 480-600 Euro zu Buche.
Dazu addieren sich gepfefferte Kosten für die Reifen, deren Verschleiß natürlich auch stark von der Fahrweise abhängig ist. Die Hinterreifen auf meinem Testexemplar schrien nach gefahrenen 9.000km jedenfalls schon dringend nach Erneuerung, mit rund 300 Euro das Stück nicht gerade ein Discountpreis.
Coupés dieser Preisklasse verlieren dazu überdurchschnittlich stark an Wert, ein 645Ci kann also für einen Gebrauchtwagenkäufer nach drei Jahren durchaus ein attraktives Angebot sein, den Erstbesitzer werden hingegen Schmerzen plagen.

Mein Fazit

Er fährt sich mehr als Sportwagen denn als großes Coupé, das macht ihn sympathisch.

Und für die nächste Modellpflege bleibt noch Luft, was an der Atmosphäre und dem Ambiente zu tun.
Aber auch in dieser Form ist der 645Ci schon eine Empfehlung wert, er schafft auf sehr angenehme Art die Verbindung von zwei Welten.

Sport und Luxus.

Und die Sterne?

Nein, keine fünf, das verspielen der Innenraum und Chris Bangle.

Aber gute vier, die hat er sich verdient.


Soderle. Und wie immer an dieser Stelle sind mir Kommentare, Kritik und Wünsche, was Ihr im Bericht vermißt, sehr willkommen!


P.S.: wenn mir jetzt wieder eine oberschlaue 18jährige Opel Agila Fahrerin erzählen möchte, der 6er habe ja viel zu wenig Platz, so wie es bei Ciao geschah:

Mädels, nix gegen den Agila, aber das Auto hier wendet sich an eine ETWAS andere Zielgruppe, der ist für Papa. Einen Freund, der so was fährt, bekommt ihr mit dem Agila sowieso nicht.

Over, Du elender Chauvinist. Jawoll! ;)


Ab dem 17.10.2004 wird meine Website www.autotestnet.de online sein, dort gibt es die Tests noch einmal, da aber ausführlich bebildert.

Und zwei Yopi-Bugs: das gefahrene Auto war natürlich Baujahr 2004, wie lange ich ihn hatte, steht auch drin ;).

45 Bewertungen, 4 Kommentare

  • April

    15.07.2005, 23:16 Uhr von April
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wie immer ein Spitzenbericht! Lächerlich wenn dafür jemand eine Rachebewertung abgibt! Kann man nur drüber lachen! LG April

  • plötzlichpapa

    19.04.2005, 14:51 Uhr von plötzlichpapa
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ausdauer im Schreiben. Ich meine, das ist wieder ein Bericht der sowas von Ausführlich ist, dass er auch für ADAC-Motor-Sport sein könnte. Ich kann Dir nur mein Kompliment aussprechen und Dir sagen, dass ich den auch mal fahren will. Ein seh

  • sindimindi

    12.10.2004, 16:19 Uhr von sindimindi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Mir gefällt dieses Kind von Beagle...äh...Bangle noch am besten: Denken wir an den hässlichen 7er oder den unharmonischen 5er...*fg* - und trotzdem sind alle anscheinend Renner geworden,was mir immer ein Rätsel bleiben wird...o;) Das C

  • Düsseldorf

    11.10.2004, 10:30 Uhr von Düsseldorf
    Bewertung: sehr hilfreich

    lol das PS zeugs ist hart :)))