Bat out of Hell - Meat Loaf Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von singer71ljc
Vorsicht! Bissig!
Pro:
Meat Loafs Stimme, zwei herrliche Balladen
Kontra:
???
Empfehlung:
Ja
Allerdings wäre ich ohne ein Dazutun meines ehemaligen Englischlehrers wohl nicht so schnell über diese Scheibe gestolpert.
Er bot seinerzeit (anno 1991) einen Kurs in der 12. an, indem es darum ging, Songtexte zu interpretieren. Das war ja etwas für mich - trotz meiner bescheidenen Englischkenntnisse, aber irgendeinen Kurs musste ich ja belegen .
Und so kam es, dass er uns eines Tages den Text von „Paradise by the dashboardlight“ vorlegte. Mir sagte der Künstler überhaupt nichts. „Meatloaf“ – wer ist denn das – nie gehört. Aber dann spielte unser Lehrer das Lied mal vor.
Die Auswirkungen seht ihr – ich hab die Scheibe umgehend gesucht und auch bald gefunden. (Sehr zum Leidwesen meiner Eltern übrigens.) Dabei handelt es sich um die erste Veröffentlichung auf CD aus dem Jahr 1988.
Was mir an ihr so gefällt, darüber möchte ich euch heute berichten.
Gliederung
1. Der Künstler
2. Diskografie
3. Allgemeines zur CD
4. Einzelkritik der Lieder
5. Meine Meinung
6. Fazit
1. Der Künstler
******************
Meat Loaf, was zu Deutsch „Hackbraten“ bzw. umgangssprachlich „Fettsack“ bedeutet, wurde am 27. September 1951 als Marvin Lee Aday in Dallas geboren. (Nennt sich aber selber jetzt wohl „Michael“.)
Seinen Künstlernamen bekam er netterweise schon im Alter von 2 Jahren, wo ihn sein Vater mit „Meat“ betitelte. In der Schule machten dann Mitschüler „Meat Loaf“ daraus.
Bereits 1967 gründete er einige Bands in Los Angeles und spielte mit ihnen sogar im Vorprogramm von Bands wie The Who oder Iggy Pop.
Das erste Mal als Sänger und Schauspieler machte er zu Beginn der 1970er auf sich aufmerksam, als er eine Rolle in dem Musical „Hair“ bekam und seine erste Scheibe auf den Markt brachte.
Während eines Vorsingens für das Musical „More than you deserve“ traf er das erste Mal auf Jim Steinmann und die beiden planten die Produktion einer Schallplatte.
Aber 1973 spielte er dann erst die Rolle des „Eddie“ in der Rocky Horror Picture Show. Die Planungen liefen ursprünglich auch auf ein Musical hinaus, allerdings wurde dann nur das Album „Bat out of Hell“ daraus, das im Oktober 1977 veröffentlicht wurde und bis heute eines der meistverkauften Alben der Musikgeschichte ist. (Interessanterweise laut Wikipedia das 7., laut Meat Loaf Homepage das 3. meistverkaufte aller Zeiten.)
Anschließend veröffentlichte er mehrere Alben, die aber alle bei weitem nicht an den Erfolg dieses Krachers herankamen.
Nach einer langwierigen Stimmbandentzündung und anschließendem Verfall des Alkohols, einem zeitweiligen Zerwürfnis mit Jim Steinmann und anschließender „Versöhnung“ 1987 hatte er sich so weit erholt, dass er 1993 das mit Hochspannung erwartete Album „Bat out of Hell 2“ auf den Markt bringen konnte. Für das Lied „I’d do anything for Love“ wurde er mit einem Grammy ausgezeichnet.
Danach veröffentlichte er noch weitere Alben und spielte in einigen Filmen mit (Waynes World, Fight Club und The Mighty).
Für den 31. Oktober 2006 ist die Veröffentlichung von „Bat out of Hell 3: The Monster is Loose“ angekündigt.
Privates ist nicht so viel zu finden. 1975 heiratete er nach nur 3 Wochen Beziehung seine Freundin Lesley mit der er zwei Töchter hat. Die Ehe wurde 2001 geschieden.
2. Diskografie
****************
• Stoney and Meat Loaf, 1971
• Bat out of hell, 1977
• Dead Ringer, 1981
• Midnight at the lost and found, 1983
• Bad Attitude, 1984
• Blind before I stop, 1986
• Rocky Horror Picture Show, 1986
• Meat Loaf: Live, 1987
• Bat out of hell II: Back into hell, 1993
• Welcome to the Neighborhood, 1995
• Live around the world, 1996
• Couldn′t have said it better, 2003
• VH1 Storytellers, 2003
• Bat Out Of Hell Live With The Melbourne Symphony Orchestra, 2004
• Bat out of Hell III: The Monster is Loose, 2006
Meine Quelle zu den Punkten “Der Künstler” und “Diskografie” war wikipedia.de.
3. Allgemeines zur CD
**************************
Das Original – also die Schallplatte ist im Jahr 1977 erschienen.
Das CD-Exemplar, das ich besitze stammt aus dem Jahr 1988 und ist bei Epic, einer Tochter von Sony Music erschienen.
Gekauft habe ich sie mir allerdings erst 1991/1992 und zwar zum Nice-Price von 17,99DM. Wie teuer sie heute ist, kann ich nicht sagen und möchte mich auch nicht dazu äußern, da es mittlerweile wohl auch eine neuere, bessere weil digitalisierte Aufnahme gibt. Und wie in der Diskografie zu sehen, auch als Live-Album.
Kurz möchte ich noch auf das Cover eingehen:
Wie man auf dem Bild sieht, ist der Hintergrund in verschiedenen Rottönen gehalten. Den Untergrund der „Landschaft“ bildet ein alter Friedhof auf dem (natürlich) eine Kappelle steht. Auf der Turmspitze dieser Kappelle reckt sich ein Fledermaus und ein muskelbepackter Mann rast donnernd auf einem Höllengefährt davon, das einen Pferdetotenkopf als Lenkrad hat.
Das Booklet an sich hat dann aber nicht mehr so viel zu bieten. Es ist sehr schlicht gehalten. Man findet dort sämtliche Songtexte und nur zu dem Lied „Paradise by the Dashboardlight“ ein Foto mit Meat Loaf und seinen Partnerin in diesem Lied, Ellen Foley.
Desweiteren findet man hier die Angaben über den Produzenten, die Musiker und die Orte, an denen das Album aufgenommen wurde. Gewidmet ist dieses Album Wesley und Wilma Aday und Louis Steinmann.
Alle Lieder hat Jim Steinmann geschrieben, die Texte stammen von Meat Loaf.
Das Album bzw. die Lieder erzählen insgesamt eine kleine Geschichte von einem Mann, der sich aus der Hölle befreit -in diesem Fall die Beziehung zu seiner Freundin – und letztlich nach einigen Stationen den Tod findet.
4.Einzelkritik der Lieder
****************************
++ Bat out of Hell++ 9:48
Textlich geht es in diesem Lied darum, wie sich der Mann heimlich von seiner Freundin davonstiehlt, um ein eigenes Leben zu führen – und dabei auch ein wenig vor sich selbst zu flüchten und ein anderes, eigenes Leben zu führen.
Musikalisch beginnt das Stück sehr chaotisch zunächst mit ein paar Schlägen auf der Schlagzeug und der Gitarre, als das Klavier einsetzt und ebenso „wirr“ spielt. Erst nach ca. einer Minute wird es etwas melodischer. Der Gesang setzt sogar erst nach fast zwei Minuten und passt sich dem vorgegebenen schnellen Tempo an. Das ganze Stück ist von diesem Tempo geprägt.
Meat Loaf bringt aber trotz des hohen Tempos den Text sehr gut rüber, so dass man auch ohne Booklet, das meiste sehr gut verstehen kann.
Ein sehr guter und sehr schneller, rockiger Einsteiger in dieses Album für das ich glatt die Note 1 vergebe.
„Like a bat out of hell
I’ll be gone when the morning comes
When the night is over
Like a bat out of hell I’ll be gone gone gone
Like a bat out of hell
I’ll be gone when the morning comes,”
++ You took the words right of my mouth ++ 5:04
Das Lied beginnt zunächst mit einer kleinen Unterhaltung.
Im eigentlichen Text geht es dann um den einen Moment, wenn sie Mann und Frau nahe sind und dann einer entweder etwas sagt und es ein romantischer Abend werden kann – oder halt nichts, was dann recht enttäuschend sein kann. Aber soweit kommt es hier nicht, denn sie nimmt ihn einfach und küsst ihn ;-).
Musikalisch ist dieser Song etwas ruhiger, keine Ballade, aber nicht so rockig.
Note 2
„And then you took the words right of my mouth
Oh – it must have been while you were kissing me.”
++ Heaven can wait ++ 4:38
Todesahnungen bzw. Todessehnsüchte suchen den Protagonisten heim, aber er kämpft tapfer dagegen an – und der Himmel muss noch ein wenig auf ihn warten.
Dieses ist die erste Ballade des Albums und so wird Meat Loaf auch nur vom Klavier und einigen Streichern begleitet. Die Stimmung bleibt durchgängig nachdenklich und traurig und das Lied geht schon etwas unter die Haut.
Eine Ballade, die ich immer wieder gerne höre und die auch die Note 1 bekommt.
++ All revved up with no place to go ++ 4:19
Tja, worum geht es hier? Ganz einfach um einen jungen Mann, der um die Häuser zieht, Frauen aufreißt, aber am nächsten Wochenende weiterzieht und sich die nächste angelt.
Musikalisch eher ein solider Rocksong mit einer nicht allzu eingängigen Melodie. Zum Ende hin wird es dann noch etwas heftiger, was aber irgendwie zum Text passt.
Mir gefällt dieser Song allerdings nicht so gut und daher hier nur Note 3.
++ Two out of three ain’t bad ++ 5:32
In diesem Lied geht es um etwas, was uns wohl allen schon irgendwie mal passiert ist: Man verliebt sich in jemanden, aber der Gegenüber, will nichts von einem wissen .
So beschreibt Meat Loaf hier ein Verhältnis zu einer Frau, die er zwar gerne hat, aber die er nie lieben kann.
Auch dieses Lied ist wieder ein ruhiges, wo das Klavier das beherrschende Instrument neben der Stimme Meat Loafs ist. Allerdings nicht ganz so überzeugend und auch wiederum eine nicht so eine eingängige Melodie. Und deshalb hier auch nur die Note 3+.
„Baby we can talk all night
But that ain’t getting us nowhere.”
++ Paradise by the Dashboard light ++ 8:28
Dieses Lied ist in drei Teile untergliedert und auch das einzige Duett auf dem Album.
1. Paradise
Unser Ausreißer hat es mal wieder geschafft und ein junges Mädchen „abgeschleppt“. Nun liegen die beiden im Auto nahe eines Sees, leicht bekleidet und freuen sich daran, so viel Glück gehabt zu haben, einander begegnet zu sein.
Naja und dann passiert das, was so passieren kann, wenn Mann und Frau so alleine an einem See in einem Auto liegen: Sie haben Sex.
2. Let me slee on it
Und was machen Frauen manchmal, wenn Mann gerade schön bei der Sache ist? Sie stellen eine Frage! Und diese hier stellt auch noch eine ganz besondere: Liebst du mich und wirst du mich für immer lieben?
Das passt unserem jungen Mann natürlich nicht und er möchte (natürlich) gerne einmal darüber schlafen (und erst mal das begonnene zu Ende bringen *gg*).
3. Praying for the End of time
Aber letztlich lässt er sich dann doch dazu hinreißen, ihr zu schwören, dass er sie bis ans Ende der Zeit lieben wird – auch wenn er es im Endeffekt nicht hält.
Musikalisch der absolute Kracher in meinen Augen. Das ganze Lied rockt – und das im wahrsten Sinne, denn der Grundrhythmus ist an den Rock’n Roll angelehnt.
Natürlich gibt es zischendurch eine kleine Atempause und zwar in dem Moment, als die beiden „zur Sache kommen“. Hier wird eine Radioübertragung eingespielt.
Allerdings sollte man hier gut auf den Hintergrund hören, denn hier sind gut die Geräusche zu hören, die die zwei von sich geben bei ihrem Treiben. Und auf den Text des Moderators sollte man hier auch achten, denn er berichtet zwar vordergründig von einem Baseball-Spiel, aber genauso gut, kann man den Text auch auf das Treiben des jungen Mannes übertragen („Holy cow, I think he’s gonna make it!“).
Ein Lied, das eine kleine Geschichte sehr bildlich und dazu noch sehr lebhaft erzählt und dabei nie langweilig wird. Die Emotionen werden sehr gut dargestellt und kommen auch musikalisch voll zur Geltung.
Dafür die Bestbewertung 1++
++ For crying out loud ++ 8:45
Am Ende seiner Reise erkennt Protagonist, wohin ihn die Reise gebracht hat: Dahin, wo er hergekommen ist – in die Hölle. Und erst jetzt erkennt er, dass er die Erde und das Leben liebt, aber jetzt ist es zu spät. Und so bleibt ihm nichts anderes übrig, als in seinem Schmerz seine Liebe herauszuschreien.
Das Lied beginnt sehr ruhig und nachdenklich. Die Erkenntnis und die Liebe werden musikalisch sehr gut umgesetzt. Klavier und Streicher bilden die ruhige, malerische Begleitung zum Gesang. Erst später, als der Schmerz kaum noch zu ertragen ist, kommen auch Gitarren und Schlagzeug hinzu und vorbei ist mit der Ruhe. Allerdings wird es nicht wild und so wird es auch wieder ruhiger – bis zum letzten Ausruf.
Eine sehr schöne Ballade mit ebensolchen aufwühlenden Augenblicken, womit es auch die Note 1 verdient hat.
5. Meine Meinung
*********************
Was mich bei diesem Album am meisten überzeugt, ist die in meinen Augen grandiose Stimme von Meat Loaf. Er trägt die Songs mit seiner Vielschichtigkeit und Emotionalität und kann ebenso gut die ernsten Seiten des Albums rüberbringen, wie die lebhafteren. Die hohen Töne meistert er, als wäre es nichts.
Ebenso angetan bin ich von der Tatsache, dass mit dem Album eine Geschichte erzählt wird, wobei diese Idee vielleicht eher von Jim Steinmann stammt, der für seine Vorliebe zu Richard Wagner bekannt ist, womit sich vielleicht auch der Grundgedanke der Story erklären lässt.
Bei Wikipedia habe ich gelesen, dass dieser Scheibe etwas opernhaftes nachgesagt wird. Das trifft vielleicht auf die Story zu, in der Musik von Steinmann konnte ich das nicht erkennen.
Der Einstieg mit einem schnellen, rockigen Song ist gut gewählt und macht einen neugierig auf das, was noch kommt.
Leider sind die beiden Lieder in der Mitte für mich etwas schwach geraten und werden dem Rest des Albums nicht gerecht, wobei das auch Geschmackssache
ist, denn die Musik passt letzten Endes bei beiden Liedern gut zum Text und spiegelt wie bei allen anderen Liedern auch, sehr gut die verworrenen Gefühle des jungen Mannes wieder.
Was mich am Anfang überrascht hatte, war die Tatsache, dass das Klavier bei den Stücken eine starke, teilweise sogar dominante und tragende Rolle spielt. Aber das tut den Liedern keinen Abbruch. Eher im Gegenteil, kommen doch mit dem Klavier gerade bei den Balladen die Gefühle sehr gut rüber.
Positiv erwähnen möchte ich auch noch die trotz des schnellen Tempos sehr gute Verständlichkeit von Meat Loaf. Er artikuliert sehr deutlich, was für mich persönlich sehr wichtig ist, so dass man auf das Booklet nicht unbedingt angewiesen ist – natürlich je nach Englischkenntnissen ;-).
6. Fazit
*********
Ich fasse mich kurz: Ich kann dieses Album nur weiter empfehlen und vergebe natürlich auch die vollen fünf Sterne.
Im August 2006 für Ciao und Dooyoo als MK-Man und für Yopi als singer71ljc
44 Bewertungen, 16 Kommentare
-
13.08.2007, 17:31 Uhr von Darkman1208
Bewertung: sehr hilfreichLG Jan
-
26.01.2007, 13:51 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichhat gute Sachen gemacht
-
16.01.2007, 21:10 Uhr von krullinchen
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨¨*:•.sehr hilfreich.•:*¨¨*:•.
-
01.01.2007, 16:08 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
-
11.12.2006, 19:07 Uhr von hjid55
Bewertung: sehr hilfreichsh + lg Sarah
-
07.12.2006, 12:07 Uhr von crashtestdummie
Bewertung: sehr hilfreichSuper Bericht, alle Achtung!
-
07.12.2006, 10:11 Uhr von Estha
Bewertung: sehr hilfreichtoller bericht :-)
-
31.08.2006, 16:26 Uhr von superlativ
Bewertung: sehr hilfreich••••• liebste gruesse von superlativ •••••
-
31.08.2006, 01:34 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichsh & *lg* Alan :>))))
-
31.08.2006, 01:19 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLieben Gruss, Manuela :o)
-
31.08.2006, 00:10 Uhr von Hatma
Bewertung: sehr hilfreichsh, lg, Hartmut
-
30.08.2006, 23:41 Uhr von lueckingb
Bewertung: sehr hilfreichklasse Bericht - "Haven can wait" ist übrigens mein absolutes Lieblingslied.
-
30.08.2006, 23:33 Uhr von lan
Bewertung: sehr hilfreichsuper bericht. gruß lan
-
30.08.2006, 23:13 Uhr von maus1991
Bewertung: sehr hilfreichlg :-) yvonne
-
30.08.2006, 23:01 Uhr von MatthiasHuehr
Bewertung: sehr hilfreichCiao Matthias
-
30.08.2006, 22:53 Uhr von Vicky
Bewertung: sehr hilfreich* Sh - Vic *
Bewerten / Kommentar schreiben