Bayer 04 Leverkusen Testbericht

Bayer-04-leverkusen
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Erfahrungsbericht von mhan2002

Tiefer Fall - Wo endet er?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Bayer Leverkusen´s tiefer Fall ...

Letzte Saison begeisterte Bayer Leverkusen mit seinem herzerfrischenden Fußball nicht nur die nationale, sondern auch die internationale Fußballwelt. Man holte zwar letztendlich keinen Titel, aber die Vizemeisterschaft und die Endspielteilnahmen im Pokal und in der Championsleague waren Erfolge, die man in der Kombination eigentlich nicht erwarten konnte. Trainer Klaus Toppmöller wurde als Trainer des Jahres 2002 in Deutschland ausgezeichnet und Michael Ballack spielte sich vor allem durch seine Leistung im Verein, natürlich aber auch bedingt durch die erfolgreiche Weltmeisterschaft, in die Weltspitze der Spieler mit Zidane, Raul, Figo, Beckham, Ronaldo, usw ...
Beide sind jedoch nicht mehr da und man steht zur Zeit, fünf Spieltage vor Saisonende, auf einem Abstiegsplatz in die zweite Bundesliga.
Chronologisch gesehen verursachten wahrscheinlicherweise die Abgänge von Ballack und Ze Roberto zu Bayern München, das Karriereende von Ulf Kirsten, sowie die schweren längerfristigen Verletzungen von Lucio und Nowotny ein zu großes Loch, das auch durch teure Neueinkäufe wie Simak, Franca oder Juan nicht gestopft werden konnte. In der Ursachenforschung wird ebenfalls die fehlende notwendige Regeneration nach einer Saison mit knapp 60 Spielen, sowie die anstrengende WM angegeben, an der ebenfalls sechs der Spieler aus dem aktuellen Kader für Vaterland und Ehre spielten.
Nun versteht man unter den Fußballfachleuten in Deutschland dennoch nicht wie es bis hierhin hat kommen können.
Im letzten verlorenen Heimspiel gegen Schalke 04 standen 9 Spieler in der Startaufstellung, die noch vor ein paar Monaten im Championsleagueendspiel gegen Real Madrid standen. Insgesamt kamen 13 Nationalspieler aus verschiedenen Nationen zum Einsatz. 4 weitere stehen im Kader. Man kann also im Grunde auch nicht von Quantität und von fehlender Qualität sprechen.
Ist es einfach eine Verkettung unglücklicher Umstände, die nun sehr schwer wieder gerade zu biegen sind?
Die Erfolge der letzten Saison haben wahrscheinlich den schlechten Saisonstart als kurzfristige Krise erscheinen lassen. Diese wurde dann zu einem mittelfristigen Problem und erst zu spät erkannte man den wirklichen Ernst der Lage. Nun hat man eine topbesetzte Mannschaft, die aber nur den Druck kennt um irgendeinen Titel zu kämpfen. Der Abstiegskampf ist neu und verursacht anscheinend einen Druck, mit dem man nicht fertig zu werden weiß. Bisweilen ist es aber auch nur ein Druck, der auf dem Verein lastet, denn viele Spieler haben Ausstiegsklauseln im Falle eines Abstiegs. Spieler wie Bernd Schneider, Oliver Neuville, Bastürk, usw. zum Nulltarif. Welcher Verein hätte da wohl kein Interesse?
In der Bayer Führungsetage hat man erkannt, daß es im Grunde also kein spielerisches Problem sein kann, sondern ein psychologisches. So holte man Jürgen Kohler als Sportdirektor, der die ehemalige Position von Rudi Völler ausschmücken sollte, um den manchmal unglücklich wirkenden Nachfolger von Trainer Klaus Toppmöller Thomas Hörster zu unterstützen. Daß auch noch der Trainer Guru Udo Lattek ins Gespräch gebracht wurde, zeigt die große Angst vor der vollkommenen Ohnmacht, dem Abstieg in Liga 2.
Das Schwierigste im Sport ist es Erfolge zu wiederholen. Daß ein Fall aber so tief sein kann, lehrt uns die momentane Erfahrung.

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