Berufsausbildung Testbericht

No-product-image
ab 20,93
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(2)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von angelika46

Auf Ausbildungsplatzsuche

Pro:

Besser den Neigungen der Kinder nachgehen

Kontra:

Mittlere Reife wäre mir schon lieber gewesen.

Empfehlung:

Nein

Unser Sohn war schulmüde oder sollte ich sagen schulfaul. Nachdem er zunächst nach der 4. Grundschulklasse erfolgreich ins Gymnasium gewechselt war, die 5. Klasse einigermaßen absolviert wurde, gingen die Schwierigkeiten in der 6. Klasse so richtig los.

Trotz Nachhilfestunden konnte er nicht in die 7. Klasse vorrücken. An Englisch und Deutsch scheiterte es. Nach vielen Beratungen entschieden wir uns, dass wir ihn mit Aufnahmeprüfung in die Realschule geben wollten. Die 7. Klasse auf der Realschule klappte nun wieder wunderbar (später habe ich dann erfahren, dass er dort einfach nichts tun musste, weil er einen gewissen Vorsprung vom Gymnasium hatte).

Dies änderte sich dann im Laufe der 8. Klasse als wieder etwas mehr persönlicher Einsatz gefordert gewesen wäre. Mit ach und krach und schlechten Noten wurde nun die 8. Klasse gerade eben mal so geschafft.

Nun lag uns unser Sohn dauernd in den Ohren, dass er lieber eine Lehre machen würde und gerne nach der 9. Klasse von der Schule gehen möchte. Er würde dann den Quali machen und auf die Mittlere Reife verzichten. Als Berufswunsch gab er einen mechanischen Beruf wie z.B. Automechaniker, Industriemechaniker oder ähnliches an.

So begannen wir im Herbst letzten Jahres damit Bewerbungen zu schreiben. Sämtliche Anzeigen die in Frage kamen wurden beantwortet und über die Homepage des Arbeitsamtes unter ASIS wurden sämtliche Anfragen von Firmen herausgesucht und mit einer Bewerbung beglückt.

Die Lehrstellensuche erwies sich als gar nicht so besonders einfach, da auch in dieser Berufssparte meistens die Mittlere Reife gefordert wird und unser Sohn ja nur das Zeugnis (sauschlecht) aus der 8. Klasse vorzuweisen hatte. Natürlich haben wir in der Bewerbung alles Positive, was uns einfiel, zur Geltung gebracht. Er ist z.B. bei der freiwilligen Feuerwehr und das kommt in dieser Berufssparte bei den Firmen schon gut an.

Die größeren Firmen wie z.B. BMW, Bosch usw. haben ihm dann direkt eine Absage geschickt. Kleinere Firmen aus der Umgebung haben sich zunächst überhaupt nicht zu der Bewerbung geäußert.

Lediglich die Stadtwerke München und die Deutsche Bundesbahn und noch ein bis zwei kleine Werkstätten haben ihn zu einer Vorstellung eingeladen.

Immer wenn Absagen kamen, schrieben wir wieder neue Bewerbungen und kamen auf die Idee, es einfach bei allen Werkstätten in der Umgebung auf gut Glück zu versuchen. Auch dort bekam er dadurch ein bis zwei Vorstellungstermine.

Als er sich nun bei den kleineren Werkstätten vorstellte, stellte sich sehr schnell heraus, dass eine Übernahme als Lehrling ohne Praktikum in dem jeweiligen Betrieb nicht in Frage kommt. Da auch wir begrüßten, dass er sich eine Werkstätte mal näher anschaut, machte er eine Woche Praktikum bei der Fa. MAHAG. Hier bekam er dann die Zusage, dass er, wenn er den Quali schafft auch dort eine Lehrstelle bekommen würde.

In der Zwischenzeit kam der Termin der Stadtwerke München näher und auch diesen Ausbildungsplatz wollte sich unser Sohn gerne anschauen. Der Vorstellungstermin war in Verbindung mit einem Eignungstest.

Aufgeregt fuhr er in die Stadt, sehr rechtzeitig, damit er ja nicht zu spät käme. Um 11.oo Uhr sollte es losgehen, nachmittags um 17.oo Uhr wurden wir zuhause schon unruhig, weil wir immer noch nichts von ihm gehört hatten.

Als er dann endlich freudestrahlend kam mit dem bestandenen Einstellungstest und der festen Zusage für einen Ausbildungsplatz als Anlagenbaumechaniker haben wir uns alle sehr gefreut.

Von der Feuerwehr kennt unser Sohn einen jungen Mann, der gerade seine Ausbildung bei den Stadtwerken beendet hatte und sehr von der gesamten Ausbildung geschwärmt hatte. Die Konditionen dort waren auch sehr gut und so entschied er sich ohne Bedenken für die Lehrstelle bei den Stadtwerken.

Danach kamen immer wieder Anrufe von den verschiedensten Firmen, die ihn alle zur Vorstellung einladen wollten, obwohl das Zeugnis nicht gut gewesen war. Allerdings dadurch, dass der Druck SCHULE von unserem Sohn genommen war, viel das Zwischenzeugnis der 9. Klasse dann plötzlich viel besser aus. Auch den Quali, den er an der Hauptschule absolvierte hat er mittlerweile in der Tasche.

Nun sind schon die ersten zwei Wochen der Ausbildung vorüber und unser Sohn zeigt sich plötzlich eifrig und wirkt sehr glücklich. Hoffentlich bleibts so.

Meine Meinung

Wenn sich ein Kind in der Schule einfach nicht glücklich fühlt und den Wunsch äußert lieber eine Ausbildung zu beginnen, so sollte man dem nicht im Wege stehen. Zumindest einen Versuch, eine Lehrstelle zu bekommen, kann man ja mal machen. Nicht in jeder Berufsbranche wird es so einfach sein, einen guten Ausbildungsplatz zu bekommen. In unserem Fall haben wir sehr großes Glück gehabt. In seiner Ausbildungsstelle wird nämlich nur ausgebildet und nicht wie z.B. in einer KFZ-Werkstätte richtig gearbeitet. Durch diese sehr intensive Ausbildung legt die Firma natürlich auch Wert darauf, die Lehrlinge später zu übernehmen.

18 Bewertungen