Besser geht's nicht (DVD) Testbericht

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Besser-geht-s-nicht-dvd-komoedie
ab 7,89
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  hoch
  • Humor:  sehr humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von Gemeinwesen

Brillante Darsteller, toller Film, unaufgeregte DVD-Präsentation

Pro:

der Film

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Schriftsteller Melvin Udall (Jack Nicholson) ist, gelinde gesagt, kein ganz einfacher Mensch. Das bekommen seine Mitmenschen zu spüren, aber auch er selbst hat es mit seinen Ticks wohl nicht ganz leicht: Seifenstücke benutzt Udall nur ein einziges Mal, und das Cholesterinbomben-Frühstück, das Udall sich allmorgendlich in einem Café in der Nachbarschaft gönnt, wird grundsätzlich mit dem eigens mitgebrachten Plastikbesteck verzehrt. Zum streng einzuhaltenden Ritual gehört außerdem, dass die Mahlzeit stets am gleichen Tisch eingenommen wird. Ist Udalls Tisch besetzt, kann es schon mal passieren, dass der Autor andere Gäste solange mit rassistischen Bemerkungen traktiert, bis die endlich das Feld bzw. den Stammplatz räumen.


Auch Kellnerin Carol Connelly (Helen Hunt) ist mit den Macken und Ausfälligkeiten des Stammkunden bestens vertraut und weiß Udall mit wohldosierten Lokalverbotsandrohungen zur Raison zu bringen. Als Udall eine gehässige Bemerkung über Carols asthmakranken Sohn macht, ist es aber auch mit deren Fasson vorbei: Sollte Melvin auch nur den Namen ihres Sohnes noch einmal nennen, dann wird Carol ernst machen mit dem Rausschmiss – und zwar dauerhaft. Melvin merkt, dass er einen Schritt zu weit gegangen ist und lenkt ungewohnt kleinlaut ein.

Zu den wenigen Menschen, zu denen Udall außerdem Kontakt hat, zählt außerdem Nachbar Simon Bishop (Greg Kinnear). Allerdings sind auch die Begegnungen mit dem schwulen Maler alles andere als freundschaftlich oder auch nur gutnachbarschaftlich. Dass Udall Bishops Schoßhündchen Verdell in den Müllschlucker im Hausflur wirft, trägt auch nicht gerade dazu bei, das Verhältnis zu entspannen. Machen wir uns also nichts vor: Udall gehört zu der Sorte Mensch, für den der Begriff Kotzbrocken erfunden wurde. Wo immer es geht, speit Udall wie unter Zwang Gift und Galle gegen seine Mitmenschen, und daran ändert sich auch lange Zeit nichts. Und wer ist schuld daran, wenn der nur scheinbar unverbesserliche Udall sich mit der Zeit dann doch ganz, ganz langsam ändert ... ? Natürlich, cherchez la femme, Kellnerin Carol. Als die eines Tages nicht zum Dienst erscheint und eine andere Kellnerin Udalls Bestellung entgegennehmen will (die, horribile est dictu, auch noch Udalls Plastikbesteck betatscht), verliert Udall mal wieder von jetzt auf gleich die Contenance: Ohne Carol ist das Frühstücksritual einfach nicht komplett. Die will aber, wie sich herausstellt, den Job an den Nagel hängen und sich eine Stelle suchen, die größere räumliche Nähe zu ihrem kranken Sohn verspricht.

Udall schreitet ein, lässt seine Beziehungen spielen und stellt sicher, dass Carols Sohn Spencer ab sofort die beste medizinische Betreuung erhält, die sich für Geld kaufen lässt. Carol fällt natürlich aus allen Wolken, mutmaßt, dass Udall vor ihr im Gegenzug gewisse Gefälligkeiten erwarten könnte und macht dem sehr unmissverständlich klar, dass er sich das gleich wieder aus dem Kopf schlagen könne. Tatsächlich hat Udall zwar ein Auge auf Carol geworfen, aber dem schien es zunächst einmal wirklich nur darum zu gehen, sicherzustellen, dass für ihn beim morgendlichen Frühstück alles beim Alten bleibt.

Kinozuschauer, die mit den Mechanismen des Dramas im Allgemeinen wie des Hollywood-Kinos im Besonderen auch nur leidlich vertraut sind, werden hier natürlich trotzdem die Nachtigall trapsen hören, und das völlig zu Recht. Selbstverständlich kommen der verschrobene Autor und die allein erziehende Mutter sich näher, und natürlich kommt, bevor die beiden dann endlich die Kurve kriegen, noch einmal die unvermeidliche Krise.

Was „Besser geht’s nicht“ über den Durchschnitt der Komödie heraushebt, sind zum einen die Darsteller: Jack Nicholson und Helen Hunt, deren Leistungen mit Oscars für die besten Hauptrollen belohnt wurden, sind einfach brillant; Greg Kinnear ist nicht minder gut. Zum anderen ist da der Grundtenor des Films: „Besser geht’s nicht“ ist eher eine Tragikomödie denn eine Komödie – eine Mischform, die, so mein Eindruck, sich in den letzten Jahren im Kino etwas rar gemacht hat. „Besser geht’s nicht“ bietet beides: Szenen, die zum Lachen sind genauso wie solche, bei denen einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Nicholson spielt angenehm zurückhaltend und verzichtet fast gänzlich auf jedes Feixen und Grimassenschneiden. Das zahlt sich aus, denn nur so wird dem Zuschauer langsam klar, dass auch das vermeintlich reinrassige Ekelpaket Melvin Udall ein Mensch wie jeder andere ist – mit allen Widersprüchen und mit all den guten wie schlechten Seiten, die einen Menschen ausmachen.

Die DVD, auf der sich der Film präsentiert, bietet unterm Strich gutes Mittelmaß. Wer den englischsprachigen Originalton bevorzugt, darf zwischen den Tonformaten Dolby 5.1 und Dolby Surround wählen, deutsche Zuschauer müssen sich mit Surround-Ton begnügen. Die französischen, italienischen, spanischen und türkischen Nachbarn können Untertitel in der Landessprache einblenden, das Bild lässt ebenfalls keine Wünsche offen. Die Sonderausstattung der DVD ist, vorsichtig ausgedrückt, unaufdringlich und beschränkt sich auf den Originaltrailer, einige Textbildschirme und einen Audiokommentar. Der ist drolligerweise auf der Amaray-Hülle nicht einmal aufgeführt, stammt auch nicht, wie im Menü angegeben, ausschließlich von Regisseur James L. Brooks und ist, man höre und staune, sogar deutsch untertitelt. Fazit: Ein sehenswerter Film – auf einer DVD, deren Mehrwert klein, aber fein ist.

25 Bewertungen, 13 Kommentare

  • hjid55

    03.01.2007, 20:24 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & lg Sarah

  • panico

    28.07.2006, 13:49 Uhr von panico
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg panico :-)

  • darras76

    12.07.2006, 01:01 Uhr von darras76
    Bewertung: sehr hilfreich

    Carol, die Kellnerin, das ist Simon die Schwuchtel *brüüüüllll* Eine Glanzleistung wie in "Die Wutprobe", Jack wird im Alter immer sehenswerter!

  • blackangel63

    11.07.2006, 18:21 Uhr von blackangel63
    Bewertung: sehr hilfreich

    ◄ SH ◄► LG ◄► ANJA ►

  • phobee

    11.07.2006, 13:26 Uhr von phobee
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich! Liebe Grüße, Pia

  • anonym

    11.07.2006, 12:44 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Edith und Claus

  • Django006

    11.07.2006, 03:09 Uhr von Django006
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh & *lg* Alan :>))))

  • bigmama

    11.07.2006, 00:08 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, LG Anett

  • Zzaldo

    10.07.2006, 23:03 Uhr von Zzaldo
    Bewertung: sehr hilfreich

    Da hast du mal wieder einen sehr informativen und interessanten Bericht geschrieben. Daher ein klares sh von mir für dich. Was anderes wäre echt nicht angebracht. LG Stephan

  • morla

    10.07.2006, 21:30 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich

  • SuicideToday

    10.07.2006, 20:55 Uhr von SuicideToday
    Bewertung: sehr hilfreich

    ~*~sehr hilfreich~*~man liest sich~*~

  • DHAWK

    10.07.2006, 20:05 Uhr von DHAWK
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH cu DHAWK

  • Maddin79

    10.07.2006, 19:56 Uhr von Maddin79
    Bewertung: sehr hilfreich

    Einer meiner Lieblingsfilme :-)