Beyond the Veil - Tristania Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von ausforming_von_ciao

Alles andere als trist

5
  • Cover-Design:  gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Pro:

abwechslungsreich, Vibekes Gesang, Violinen, Chöre,...

Kontra:

fällt am Ende leicht ab

Empfehlung:

Ja

Die norwegische Band Tristania wurde im Jahre 1993 gegründet und spielte von 1996 bis zu diesem Album in der oben genannten Besetzung. Nach „Beyond the veil“ gingen Morten Veland und Tristania getrennte Wege. Tristania veröffentlichte „World of glass“ und Veland gründete die Band Sirenia. Die bisherigen Alben Tristanias waren zudem: „Tristania“ und „Widow’s weeds“.

Tristania waren damals:

Morten Veland – Gitarren, Gesang, Gegrunze, Geröchel,...
Vibeke Stene – Gesang
Einar Moen – Synth & Programming
Kenneth Olsson – Drums
Anders H. Hidle – Gitarren
Rune Østerhus – Bass

Außerdem sind an „Beyond the veil“ noch folgende Musiker beteiligt:

Pete Johansen – Geige
Østen Bergøy – Clean Vocals
Jan Kenneth Barkved – Clean Vocals bei „Heretique“

Kommen wir nun zu den einzelnen Titeln (Zehn an der Zahl):

BEYOND THE VEIL 6:37
Der Titelsong kommt bereits zu Beginn des Albums und erlaubt dem Zuhörer bereits nach kurzem einen Einblick auf das was ihn erwartet. Nach einer ruhigen Strophe, vorgetragen von Vibeke kommt ein bombastischer Chor in den Morten mit einem Urschrei einfällt und sofort das Kommando übernimmt. Danach wechseln sich diese gegrölten Passagen mit einigen Choreinsprengseln ab. Dieses musikalische Gewitter wird gefolgt von einem getragenen Stück. Nach dieser, von cleanen Vocals getragenen, Verschnaufpause legen die Gitarren wieder los und eine schwache Stimme flüstert den weiteren Text ins Mikro. Nun folgt eine Art Spieluhrmotiv nach dem dann wieder etwas Geschrei kommt, ehe der Song mit cleanen Vocals langsam ausgeblendet wird.

APHELION 7:49
Aphelion beginnt von vornherein hart. Zu den Gitarren gesellt sich recht schnell Morten und ein Synth. Nach dem folgenden Instrumentalteil liefert sich das Gegrunze ein kleines Duell mit einer gepressten Stimme, das Morten mit seinem Grunze meiner Meinung nach gewinnt. Der anschließende Chor ist meiner Meinung nach dann auch wieder gut gelungen und endet in einen recht melodischen Instrumentalabschnitt. Die vorhergegangenen Elemente werden nun wiederholt und gipfeln in einem „Höllentrip“ von Gekreische und Chor. Nach dieser doch recht gewöhnungsbedürftigen Passage darf Vibeke am Ende noch zeigen was sie kann; und das ist einiges, diese Stimme passt einfach in das Gesamtbild des Albums.

A SEQUEL OF DECAY 6:32
Der wohl schönste Track des Albums. Nach mystisch anmutenden Klängen zu Beginn, steigt ein Chor, fast a capella, in den Titel ein. An diesen schließt sich ein Geigensolo an, dem eine äußerst ruhige, elegisch anmutende Passage folgt. Nach den nun folgenden melodischen Gitarrentönen legt Morten wieder los, einmal mehr zusammen mit einem Chor. Nach ein paar cleanen Vocals hört man dann etwas doch recht unerwartetes, einen gregorianisch klingenden Gesang, der dann aber auch recht schnell vorbei ist. Nach einer Wiederholung des Ganzen läutet dann Vibeke, mit einem leider viel zu kurzen Gesang, das Ende des Liedes ein.

OPUS RELINQUE 6:06
Dieser Titel ist nun wahrlich nicht mein Fall. Das Gekreische ist zwar normalerweise ganz schön, aber hier fehlt mir einfach eine gescheite Melodie. Auch die Chöre sind dieses mal doch etwas mehr als gewöhnungsbedürftig. Diese wechseln sich hier zwar wieder mit Keyboardklängen und Mortens Gegrunze ab, nur zündet der Funke bei diesem Lied nicht, zumindest bei mir... das dachte ich zumindest anfänglich. Naja, wirklich grandios finde ich den Song noch immer nicht, aber er gefällt mir zunehmend besser.

LETHEAN RIVER 5:55
Nach einem leise gesungenen „Amus dei“ oder etwas in die Richtung beginnt der Titel mit einer von Gitarren und Geige gespielten Melodie. Daraufhin liefert sich Morten dann wieder ein Duell, oder wahrscheinlicher ist wohl ein Kampf mit sich selbst. An dieses Gekeife schließen sich dann ein paar Koloraturen Vibekes an, die nur einen Makel haben, sie sind zu schnell vorüber und mit ihnen dann auch der ganze Song, der zu den besten der ganzen Scheibe gehört.

... OF RUINS AND A RED NIGHTFALL 6:21
Zu recht guter Gitarrenuntermalung bekommt man einmal mehr eine Kostprobe der Gesangskünste Mortens, von flüstern über einigermaßen normal, bis hin zum obligatorischen Gegrunze. Neben Morten darf natürlich auch Vibeke nicht fehlen und so schenkt sie dem Hörer auch bei diesem Song ihre grandiose Stimme. Und all das dann noch umrahmt von sphärischen Synth-Tönen. Was diesem Song etwas fehlt sind die sonst so häufig vertretenen Chöre.

SIMBELMYNE 0:59
Ein reines Klavierstück, das auf diesem Album etwas merkwürdig klingt, da es so gar nicht zu den anderen Stücken passt. Insgesamt etwas eintönig, was wohl auch an der Kürze liegt.

ANGINA 4:38
An ein Geschrei Mortens (darf dann eben doch nicht in zwei Stücken nacheinander fehlen) schließt sich ein immer schneller werdender Gesang Vibekes an. Bevor wieder von vorne begonnen wird, folgt diesem noch ein Männerchor. Von der Songstruktur her einer der einfacheren Titel, doch das tut ihm bei Leibe keinen Abbruch. Hier findet sich eine nahezu perfekte Mischung aus Gegrunze, Vibekes Gesang und Keyboardpassasgen.

HERETIQUE 4:49
Nach einem melancholischen Beginn, mit tiefem Gesang, legt dieses Lied erst richtig los. Was man hier zu hören bekommt ist eine wahre Orgie. Andauerndes Gegrunze vor einem sakral anmutenden Gesang, der sich in eine Wortfolge besonders verliebt haben muss, da er sie immer und immer wieder abspult. Außerdem bin ich mir mittlerweile sicher, dass dieser Titel auch einen deutschen Textbrocken enthält. Irgendwo wird auf jeden Fall irgendwas von „sie werden alle sterben“ und einer Erlösung die man braucht damit man es eben nicht tut erzählt.

DEMENTIA 2:21
Ein ruhiger Beginn, einige Zeilen Gegrunze und dann immer wieder die gleichen Riffs bis der Titel (und auch das Album) verebbt ist.


Tristania ist mit Beyond the veil ganz klar ein großer Wurf gelungen. Die Mischung aus tiefen Growls und weiblichem Gesang ist zwar nicht neu, doch Tristania hat mit dem Album eine grandiose Kombination der einzelnen Elemente geschaffen. Was dem Album auf jeden Fall nicht fehlt ist die nötige Härte, die andere Vertreter des Genres ja zuletzt vermissen ließen. Wenn man sich den Werdegang der Band genauer betrachtet, so stellt das Album eine deutliche Weiterentwicklung gegenüber Widows weeds dar. Tendenziell ist man härter und schneller geworden, brachte allerdings auch eine gehörige Portion mehr Abwechslung mit ins Spiel. Ein Kritikpunkt den man anbringen könnte, ist die doch recht sparsame Unterstützung der Songs durch Vibeke, was sich auf dem letzten Album „World of glass“ ja deutlich zum Besseren gewendet hat.

FAZIT
Nach einem sehr starken Beginn fällt das Album leider gegen Ende hin ab. Aber allein schon wegen der ersten drei Titel lohnt sich der Kauf. Die Musik ist zwar nicht jedermanns Fall, also vor dem Kauf unbedingt mal reinhören, wer aber auf Gothic steht dürfte an diesem Album seine Freude haben. Bei allen anderen dürfte dieses Werk aber wohl kaum eine musikalische Sinneswandlung hervorrufen. Wer sich nicht unbedingt gleich die volle Dröhnung geben will sollte sich vielleicht eher das neueste Tristania-Album „World of glass“ zu Gemüte führen.

Bis demnächst, oder wie die Band sagen würde

Vi sees!

13 Bewertungen